SPIEGEL Online berichet kritiklos über ein Gerichtsurteil, wonach der “Impfgegner” Stefan Lanka einem “Arzt 100.000 Euro zahlen muss”; Begründung: Die Existenz des Masern-Virus könne als bewiesen angesehen werden – doch bei genauer Betrachtung erscheint das Urteil nicht nachvollziehbar

  16. März 2015, von T. Engelbrecht

“[Es] besteht.. Grund zu der Annahme, dass das Virus oder das, was man als Virus bezeichnet, ein Symptom, sprich die Folge einer Krankheit ist. Die Schulmedizin ist nur beim Feindbild-Denkmuster von [Louis] Pasteur und [Robert] Koch stehen geblieben und hat es darüber schlicht versäumt, den Gedanken zu verfolgen, dass Körperzellen von sich aus mit der Virusproduktion beginnen können, etwa als Reaktion auf Stressfaktoren. Die Fachwelt entdeckte das Thema bereits vor längerer Zeit und spricht von ‘endogenen’, also von innen in den Körperzellen sich bildenden Partikeln (auch ‘endogene Viren’). Einen Meilenstein bilden in diesem Kontext die Forschungsarbeiten der Genetikerin Barbara McClintock, die 1983 in ihrer Nobelpreisarbeit berichtet, dass sich das Erbgut von Lebewesen ständig verändern kann, und zwar dadurch, dass es von ‘shocks’ getroffen werde. Diese Schocks können Gifte sein, aber auch Stoffe, die im Reagenzglas Stress erzeugten.[1] Dies wiederum kann dazu führen, dass sich neue Gensequenzen bilden, die zuvor nicht nachweisbar waren (in vivo und in vitro).

Schon vor langer Zeit wurde beobachtet, dass Vergiftungen im Körper das erzeugen können, was von der heutigen Medizin nur aus dem Blickwinkel des von außen angreifenden Virus gedeutet wird. So berichtete der Wissenschaftler Ralph Scobey 1954 im Fachblatt Archives of Pediatrics, dass sich Herpes simplex nach der Injektion von Impfstoffen, nach dem Trinken von Milch oder nach der Aufnahme bestimmter Nahrung ausgebildet hatte; während Herpes zoster (Gürtelrose) nach der Aufnahme oder Injektion von Schwermetallen wie Arsen und Bismuth oder Alkohol entstanden war.[2]

Denkbar wäre daher auch, dass giftige Drogen wie die bei Schwulen gebräuchliche Sex-Droge Poppers oder immunsuppressive Medikamente wie Antibiotika und Virustatika so genannten oxidativen Stress auslösen. Das heißt, dass das Blut in seiner Fähigkeit behindert wird, den für das Leben und Überleben der Zellen so wichtigen Sauerstoff zu transportieren. Zugleich werden dadurch Stickoxide produziert, die die Zellen schwer schädigen können. Als Folge davon wird zum einen die Antikörper-Produktion ‘angeheizt’, was wiederum die Antikörper-Tests positiv ausschlagen lässt. Zum anderen entstehen dadurch neue genetische Sequenzen, die dann von den PCR-Tests ausgemacht werden [3] [4] – alles wohlgemerkt, ohne dass ein von außen eindringendes, krankmachendes Virus im Spiel ist.

Doch die herrschende Medizin verdammt derlei Gedanken als Ketzerei. Genau wie die Orthodoxie über Jahrzehnte McClintocks Konzept von den ‘jumping genes’ (den springenden Genen) bekämpft hatte, weil man vom eigenen Modell, wonach das Gen-Gerüst vollkommen  stabil ist, nicht lassen wollte. Dabei hatte man McClintock nicht nur ignoriert, auch wurde ihr regelrecht ‘feindlich’ begegnet, wie  McClintock erzählte.[5] ‘Im Nachhinein ist es schmerzhaft zu sehen, wie extrem fixiert viele Wissenschaftler auf die herrschenden Annahmen, auf die man sich stillschweigend geeinigt hat, sind’, so McClintock 1973, kurz nachdem das Medizin-Establishment eingestanden hatte, dass McClintock Recht hat.[6]”
Torsten Engelbrecht/Dr. med. Claus Köhnlein, “Virus-Wahn”, 5. Aufl., S. 43-44

“[Die modernen Methoden zum Virusnachweis wie die Polymerase-Kettenreaktion, kurz PCR] sagen nichts darüber aus, wie sich ein Virus vermehrt, welches Tier dieses Virus trägt oder wie es Leute krank macht. Es ist so, als wolle man durch einen Blick auf die Fingerabdrücke einer Person feststellen, ob sie Mundgeruch hat.”
Appell von 14 Top-Virologen der “älteren Garde” an die junge Forscher-Generation, Science, 6. Juli 2001

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SPIEGEL Online über das Urteil im “Masern-Fall”, bei dem es darum ging: Gibt es eine Studie, die einwandfrei das Masern-Virus nachweist?; Foto: DPA

Glaubt man den Mainstreammedien und dem Medizinestablishment, so wird die Welt ständig von Virus-Seuchen heimgesucht, für deren Bekämpfung zwei Dinge unerlässlich sind: antivirale Medikamente und Impfungen. Doch diese allerorten stattfindende Virus-Panikmache hat faktisch keine Grundlage.

Das lege ich in dem Buch “Virus-Wahn”, das ich zusammen mit dem Kieler Internisten Dr. med. Claus Köhnlein geschrieben habe, dezidiert dar – ein Werk, über das z.B. der 2013 leider verstorbene renommierte Medizinprofessor und Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie Wolfgang Weuffe sagte:

“Das Buch ist meisterhaft, mutig und stolz geschrieben, bis hin zur Einschätzung des Establishments, der Eliten, der Macht und der staatlichen Förderung. Nach meiner Einschätzung ist es das Ergebnis vieler Arbeitsjahre, von Sachkundigkeit und von Sorgfalt. Da ich selbst Standardwerke herausgebe, weiß ich die notwendige jahrzehntelange Arbeit zu schätze.”

Und Gordon Stewart, Medizinprofessor, Experte für Infektionskrankheiten und ehemaliger Berater der Weltgesundheitsorganisation (WHO), findet folgende lobende Worte:

“Das Buch ‘Virus-Wahn’ kann als das erste Werk bezeichnet werden, in dem die Fehler, die Betrügereien und generellen Fehlinformationen, die von offiziellen Stellen über fragwürdige oder nicht durch Viren bedingte Infektionen verbreitet werden, vollständig aufgedeckt werden.”

“Es ist Pflicht eines jeden Wissenschaftlers, ständig und an allem zu zweifeln , was als bewiesene Tatsache behauptet wird”
In “Virus-Wahn” zweifeln wir wohlgemerkt nicht an, dass es bestimmte Krankheitsbilder, die Hepatitis C, Polio oder auch Masern genannt werden, gibt. Doch wir zeigen auf Basis von fast 1.100 Literaturangaben faktisch untermauert auf, dass bei der Ausbildung dieser Leiden Viren nicht maßgeblich sind. Stattdessen sind es Faktoren des Lebensstils wie Ernährung, Toxinbelastung, Grad der sportlichen Aktivität oder auch Balance zwischen Ruhe und Stress, die die bestimmenden Ursachen sind für diese Krankheiten.

Das gilt wohlgemerkt auch für das Krankheitsbild Masern, das vom SPIEGEL und anderen Medien zuletzt ja intensiv zum Thema gemacht wurde.

Leider erscheint die Vorstellung, so genannte Krankheiten wie Masern könnten nicht (primär) durch ein Virus verursacht sein, den meisten wohl nach wie vor sonderbar. Und dass ein “böses”, von außen angreifendes Masernvirus gar nicht nicht nachgewiesen sein bzw. nicht existieren könnte, das erscheint wahrscheinlich noch mehr Menschen unvorstellbar. Dass dem so ist, kann freilich nicht wirklich verwundern, wird doch den Menschen seit Jahrzehnten vom Medizinsystem die Angst vor Viren “eingeimpft”, indem etwa Impfungen als der große Heilsbringer verkauft werden.

Doch das Medizinsystem wird auch seit Jahrzehnten von der Pharmaindustrie und damit von Profitinteressen diktiert. Allein das macht es geradezu notwendig, die Thesen dieses Medizinsystems regelmäßig in Frage zu stellen.

Dabei geht das Medizinsystem – wie die katholische Kirche zu Zeiten ihrer dunkelsten Geschichte – sogar so weit und stempelt diejenigen, die ein bestimmtes Medizindogma anzuzweifeln wagen, zu Ketzern ab. Doch gerade auch in diesem inquisitorischen Verhalten zeigt sich, wie unwissenschaftlich dieses Medizinsystem agiert, denn es ist ja “geradezu Pflicht eines jeden Wissenschaftlers, ständig und an allem zu zweifeln , was als bewiesene Tatsache behauptet wird”, so der Virologe Stefan Lanka in seinem Artikel Virus vor Gericht. “Das dient dazu, den Fortschritt zu garantieren, weil sich alle Theorien im Nachhinein als nicht vollständig, fehlerbehaftet oder falsch herausgestellt haben. Wissenschaftliche Erklärungen gelten nur solange, bis es bessere Erklärungen gibt.”

Selbst für das Gericht sind entscheidende Prozesspunkte ungeklärt – warum es dennoch im Sinne des Klägers entschieden hat, interessiert SPIEGEL Online merkwürdigerweise nicht
Lanka war es auch , der Ende 2011 auf einer Homepage 100.000 € Ende der Person ausgelobt hatte, die ihm eine wissenschaftliche Publikation benennt, welche die Existenz und die exakte Größe des Masern-Virus nachweist. Der Mediziner David Bardens meinte dann, er könnte die Voraussetzungen der Auslobung erfüllen und schickte Lanka daraufhin sechs wissenschaftliche Publikationen. Doch Lanka sah die Voraussetzungen nicht erfüllt, woraufhin der Arzt Bardens den Virologen Lanka verklagte.

Und das Landgericht Ravensburg unter Leitung des Vorsitzenden Richters Schneider gab dem Kläger Bardens vergangenen Donnerstag (12. März) recht. Für Medien wie den SPIEGEL, die die Botschaft von Institutionen wie dem Robert Koch-Institut, man müsse sich unbedingt gegen Krankheiten wie Masern impfen lassen, in der Regel ungeprüft an ihr Millionenpublikum weiterreichen, war dies natürlich eine Art gefundenes Fressen. Und so brachte das Nachrichtenportal noch am selben Tag den Beitrag mit der Schlagzeile “Posse um Masernvirus: Impfgegner muss Arzt 100.000 Euro zahlen” (siehe auch Screenshot oben).

Das Problem dabei: SPIEGEL Online hat es in seinem Artikel versäumt, eine kritische Würdigung dieses Gerichtsurteils vorzunehmen, obgleich es eigtl. erste Pflicht eines Journalisten ist, seinen Quellen – in diesem Fall also einem Urteilsspruch eines Richters – nicht blindlings Glauben zu schenken. Dies gilt umso mehr, wenn es um die äußerst komplexe Frage geht: Wann kann ein Virus wirklich als nachgewiesen betrachtet werden?

Wie wenig die modernen Methoden der Virusforschung dazu taugen, “böse” Viren nachzuweisen, haben wir auch in unserem Buch “Virus-Wahn” umfassend dargelegt.

Stefan Lanka hat sich, auch wenn er sich mittlerweile offenbar sehr viel ruhiger präsentiert, leider in der Vergangenheit durch sein z.T. “lautes” Auftreten oder auch den Buchtitel “Impfen und AIDS: Der Neue Holocaust” keinen wirklichen Gefallen getan, was sein Image angeht. Dasselbe gilt aus meiner Sicht auch für den Umstand, dass Lanka nach wie vor auf Ryke Geerd Hamer, den Gründer der so genannten Neuen Germanischen Medizin, verweist, der sich aus meiner Sicht durch seine Nazi-artigen Äußerungen gar nicht geht.

Und dennoch ist es ja so: Nur weil z.B. auch die NPD konstatiert, Arm und Reich driften immer weiter auseinander, wird diese Aussage ja nicht automatisch dadurch unwahr, weil sie von einer unsäglichen Partei getätigt wurde. Vielmehr bleibt sie weiterhin statistisch belegter Fakt!

Mit anderen Worten: Es gilt allein – egal, was man von Stefan Lanka als Person denkt – zu klären, ob der Mediziner David Bardens tatsächlich die Anforderungen der Auslobung von Stefan Lanka erfüllt hat – und ob das Gericht faktisch sauber geurteil hat, indem es Bardens recht gab. Und wenn man sich die Urteilsbegründung bzw. das, was von der Urteilsbegründung verfügbar ist, genauer anschaut, so gibt es Ungereimtheiten:

(1) So stellt sich zunächst die Frage, wieso das Gericht das Masern-Virus als bewiesen erachtet hat, obgleich die Auslobung des Beklagten Stefan Lanka ja war, dass jemand für den Nachweis der Existenz des Masern-Virus “eine wissenschaftliche Dokumentation vorlegt”. des Robert-Koch-Instituts vorbringen muss – und der Kläger Bardens keine solche Einzelstudie vorweisen konnte. Doch liest man die Pressemitteilung zum Urteil des Landgerichts Ravensburg vom 12. März 2015, so ist dort nicht davon die Rede, dass der Kläger, also der Arzt David Bardens, mit “einer”, sondern mit einem “Konvolut” an Studien die “Vorgaben des ‘Preisausschreibens'” erfüllt hat. Hier die entsprechende Passage in der Pressemitteilung:

1

Und kurz darauf heißt es in der Pressemitteilung explizit auch noch, dass “der Kläger eine solche [Studie] nicht vorgelegt hatte”. Und trotzdem gab der Richter Schneider dem Kläger Bardens recht, weil – wie es lapidar in der Pressemitteilung heißt – “die Kammer dies nach Prüfung des Inhalts der Auslobung nicht für erforderlich hält”.

Wieso die Kammer diesen auf den ersten Blick nur schwer nachvollziehbaren Schluss zog, war weder vom Gericht noch von dem Virologen Andreas Podbielski aus Rostock, der als Sachverständiger die vom Kläger präsentierten Studien begutachtet hatte, zu erfahren. Das hängt offenbar damit zusammen, dass Herr Lanka noch in Berufung gehen kann – das Urteil ist also noch nicht rechtskräftig.

Und so schreibt mir der Gutachter Podbielski  per Email: “Vor dem Erlass eines rechtskräftigen Urteils (was sich angesichts der angekündigten Berufung noch ein wenig hinziehen dürfte) hat mich das Gericht angewiesen, keinerlei Kommentare zur Sache zu geben. Dieser Aufforderung komme ich selbstverständlich nach.”

(2) Desweiteren heißt es in der Pressemitteilung des Gerichts, dass es “weiterhin fraglich war, ob eine vom Kläger übersandte Übersichtsarbeit aus dem Jahr 1995 den in der Auslobung gestellten Anforderungen entspricht. Diese Publikation wertete fast 100 Originalarbeiten aus und fasste diese zusammen, ohne aber eigene Versuchsergebnisse darzustellen. Nach Auffassung der Kammer – entgegen der Ansicht des Beklagten [Stefan Lanka] – ist auch diese Übersichtsarbeit (‘Review’) bei der Prüfung, ob dem Kläger der geforderte Nachweis gelungen ist, zu berücksichtigen.”

 Hier die dazugehörige Passage aus der Pressemitteilung:

2

Doch nicht nur stellt eine Übersichtsarbeit bzw. ein Review normalerweise keine Studie dar, in der ein Virus nachgewiesen wird, da in einem solchen Review ja lediglich verschiedene andere Studien ausgewertet werden, was in dem Text der Pressemitteilung ja auch noch mal ausdrücklich gesagt wird. Auch mit diesem Review kann also nicht die “eine” Studie sein, die in der Auslobung von Stefan Lanka eingefordert wurde. Und selbst wenn man mal annehmen würde, dass man mit einer Übersichtsarbeit theoretisch einen klaren Virus-Beweis führen kann, so führt gemäß der Pressemitteilung des Gerichts dieser “eine” Review nicht(!) den Beweis, sondern ist lediglich “bei der Prüfung, ob dem Kläger der geforderte {Masern-Virus-]Nachweis gelungen ist, zu berücksichtigen“.

Auch dazu war weder vom Gericht noch vom Gutachter eine Stellungnahme zu bekommen.

Im Übrigen ist auch, wenn man bei Wikipedia nach “Masernvirus” sucht, unter dem Unterpunkt “Erregernachweis” keine Studie genannt, die einen Nachweis des Masernvirus erbracht hätte. Und unter dem Unterpunkt “Merkmale” heißt es bezeichnenderweise: “Das Masernvirus ist VERMUTLICH im 11. oder 12. Jahrhundert n. Chr. evolutionär aus dem Rinderpestvirus hervorgegangen.” “Vermutlich” klingt aber auch nicht nach einem handfestem Beweis…

SPIEGEL Online hält es nicht einmal für nötig, den “Impfgegner” Stefan Lanka zu dem Urteil zu befragen
Im Übrigen ist aus dem SPIEGEL-Online-Artikel nicht zu erkennen, dass der Beklagte Stefan Lanka zu dem gegen ihn ergangenen Urteil befragt wurde. Stattdessen wurde nur ÜBER ihn berichtet und dabei eben die Ansichten von Richter und Gutachter als unumstößliche Wahrheit präsentiert. Das ist natürlich das Gegenteil von Journalismus ohne Scheuklappen, gehört es doch u.a. zum kleinen Einmaleins des Journalismus, dass man zu einem bestimmten Thema alle Vertreter der konkurrierenden Ansichten vorurteilsfrei befragt.

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[1] McClintock, Barbara, The Significance of Responses of The Genome to Challenge, Nobelpreisrede, 8.Dezember 1983

[2] Scobey, Ralph, Is Human Poliomyelitis Caused By An Exogenous Virus?, Archives of Pediatrics, April 1954, Band 71, S. 111-123

[3] Kremer, Heinrich, Die stille Revolution der Krebs- und AIDS-Medizin, Ehlers, S. 11-99, 169-208

[4] Papadopulos-Eleopulos, Eleni; Turner, Valendar, Reappraisal of AIDS: Is the Oxidation caused by the risk factors the primary cause?, Medical Hypotheses, März 1988, S. 151–162

[5] Barbara McClintock, englische Wikipedia-Website

[6] McClintock, Barbara, Letter from Barbara McClintock to J. R. S. Fincham, 16. Mai 1973

SPIEGEL Online bestätigt selber mit der Veröffentlichung eines Interviews die Kritik von SPIEGELblog, dass die Bill Gates Stiftung eben nicht, wie das Nachrichtenmagazin seinen Lesern jahrelang weismachen wollte, “philantropisch” unterwegs ist

  08. März 2015, von T. Engelbrecht

“Bill Gates’ Vermögen beruht nicht so sehr auf seiner Intelligenz oder seiner Genialität, sondern auf seinem rücksichtslosen Geschäftssinn, der ihm erlaubt hat, einen Markt zu monopolisieren und Steuervermeidung zu maximieren… Die Gates Stiftung arbeitet eng mit der Pharma-Industrie zusammen. Es sollte besser erforscht werden, wie viel privates und öffentliches Geld so in die Entwicklung von Medikamenten und Impfungen fließt, die dann privatisiert und gewinnbringend auf einem wettbewerbsverzerrten Markt verkauft werden… Dass die Stiftung keine Ethik- und Nachhaltigkeitsstandards in ihrer Investitionspolitik hat, ist unbegreiflich und falsch… Dazu kommt, dass ein großer Teil des Stiftungsvermögens auf Steuerbefreiung beruht… Die Stiftung  ist ein Mittel, um Macht und Einfluss auszuüben.”
David McCoy vom Center for Primary Care and Public Health der Queen Mary Universität in London in einem Interview der Journalistin Kathrin Hartmann für das Wirtschaftsmagazin enorm (Ausg. 3/2014), das SPIEGEL Online am 27. Juli 204 veröffentlichte.

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Seit Jahren moniert SPIEGELblog die marketingartige Berichterstattung des SPIEGEL über die Bill Gates Foundation; wie berechtigt diese Kritik war, hat SPIEGEL Online kürzlich durch das Interview mit der Headline “Die Gates-Stifftung ist ein Mittel, um Macht auszuüben” bestätigt ; Foto: Getty Images

Wie oft hat SPIEGELblog nicht kritisiert, dass der SPIEGEL für den Pharma- und Monsanto-Lobbyisten Bill Gates und dessen Gates Foundation gewissermaßen als Journalismus getarntes Marketing betreibt, und dies über Jahre hinweg (siehe die SPIEGElblog-Beiträge darüber hier). Dabei war sich der SPIEGEL auch nicht zu schade, Bill Gates persönlich als “Philanthrop” (Freund der Menschen) zu verklären.

Dessen Frau Melinda Gates preiste das Magazin sogar noch im Juni 2014 in einem mehrseitigen Interview als “Philantropin”, während die von ihr mitverwaltete Bill-Gates-Stiftung als Weltverbesserungsmaschine und “größte private Entwicklungshilfeorganisation” glorifiziert wurde. Und schon die Überschrift des Interviews war Verherrlichung pur: “Es fühlt sich großartig an” (siehe SPIEGELblog-Bericht hier).

“Das Vermögen der Gates Stiftung rührt auch aus Kapitalanlagen in Unternehmen wie Monsanto, Coca-Cola, McDonalds und Shell”
Und siehe da, wie uns gerade aufgefallen ist, hat SPIEGEL Online vergangenen Juli, also kurz nach unserer SPIEGELblog-Kritik an dem erwähnten SPIEGEL-Interview mit Melinda Gates, ein Interview der Journalistin Kathrin Hartmann mit dem Londoner Medizinexperten David McCoy veröffentlich. Und in diesem Interview, das ursprünglich im Hamburger Wirtschaftsmagazin enorm abgedruckt wurde, bestätigt McCoy exakt das, was SPIEGELblog an der Berichterstattung des SPIEGEL über Bill Gates und seine Stiftung seit Jahren kritisiert.

So dient auch gemäß David McCoy die Gates Foundation eben keineswegs primär dazu, Gutes über die Menschheit zu bringen. Vielmehr sei sie in erster Linie ein Mittel, um Macht und Einfluss auszuüben, Steuern zu vermeiden und v.a. auch Großkonzernen, die nun wirklich nicht dafür stehen, das Gute auf diesem Planeten mit Verve voranzutreiben, zu unterstützen. Dazu zählen nicht nur z.B. die Pharmariesen Novartis, Glaxo-Smith-Kline, Sanofi und Merck. Auch ist es laut McCoy sogar so, dass “das Vermögen der Gates Stiftung auch aus Kapitalanlagen in Unternehmen wie Monsanto, Coca-Cola, McDonalds und Shell rührt”.

Die fehlende Kritik an der Gates Stiftung ist ein Ausdruck des Versagens von Medien wie dem SPIEGEL – bei dem u.U. auch “vorauseilender Gehorsam” eine Rolle spielt
Auch kritisiert McCoy, dass “die Gates Foundation [zwar] mit 20 Millionen Euro privat-öffentliche Entwicklungspartnerschaften, zu denen Firmen wie BASF, Bayer und Syngenta gehören, unterstützt”, doch dies sei nur unter der “Voraussetzung [geschehen], dass die deutsche Regierung dafür weitere 20 Millionen Euro aus dem Topf der Entwicklungshilfe in diese Partnerschaften investiert”.

McCoy: “Partnerschaften sind im Prinzip gut. Aber viele ermöglichen und legitimieren den Zugriff von Unternehmen auf den öffentlichen Sektor. Nehmen wir den Einfluss multinationaler Konzerne innerhalb des Transatlantischen Handelsabkommens. Das sind weniger Verhandlungen zwischen den USA und der Europäischen Union als zwischen Interessensgruppen aus Industrie, Finanzsektor und der Allgemeinheit. Wir wollen nicht, dass Milliardäre, Banken und Konzerne die Politik bei Finanzmarktregulierung und Umweltgesetzen beeinflussen. Warum sollte das für Landwirtschafts- und Gesundheitsprogramme in Ordnung sein?”

Auf diese Frage von McCoy folgt dann die Frage der Interviewerin Kathrin Hartmann: “Dennoch gibt es im Gesundheitssektor wenig Kritik an dem Einfluss der Stiftung. Ist das vorauseilender Gehorsam, um an Fördermittel der Stiftung zu kommen?”

Zu dieser Frage können wir von SPIEGELblog nur konstatiern, dass es vor allem die fehlende Kritik von Medien wie dem SPIEGEL an der Gates Stiftung ist, die dazu führt, dass, wie McCoy kritisiert, “Milliardäre, Banken und Konzerne die Politik bei Finanzmarktregulierung und Umweltgesetzen” und letztlich auch im Gesundheits- und Landwirtschaftsektor beeinflussen. Hier versagen SPIEGEL & Co. schlicht bei ihrer eigtl. ureigensten Aufgabe, vierte Macht im Staat zu sein, die die Machtcliquen kontrollieren und dabei hindern soll, Machmissbrauch zu betreiben. Ob bei diesem Medienversagen auch “vorauseilender Gehorsam” mit hineinspielt, mag u.U. auch der Fall sein.

McCoy selber antwortet im Übrigen wie folgt auf die Frage von Hartmann, ob “vorauseilender Gehorsam” bei der fehlenden Kritik an der Gates Foundation eine Rolle spielt:

“Geballtes Vermögen und Macht kaufen nicht nur Einfluss, sondern auch Zustimmung, Selbstzensur und Gruppendenken. Bevor ich anfing, zur Gates Foundation zu forschen, wurde ich gewarnt, dass das meiner Karriere schaden könnte. Aber nachdem meine Studie im Medizinjournal The Lancet veröffentlicht wurde, bestätigten viele, dass die Stiftung einen zu großen Einfluss hat und ein Klima schafft, in dem sich Gesundheitsexperten weigern, ihr zu widersprechen.”

Wir finden, dass das dem SPIEGEL mal eine Story wert sein sollte: Wie kann es sein, dass Wissenschaftler unter Druck gesetzt werden und Karriereschäden befürchten müssen, nur weil sie die Fakten zu Stiftungen wie der Gates Foundation zusammentragen wollen?

Der “Faktencheck Masern” auf SPIEGEL Online schießt so sehr an den Fakten vorbei, dass er einer klaren Desinformation gleichkommt

  04. März 2015, von T. Engelbrecht

“I’m sorry, but the criticism of SPIEGEL Online writer Nina Weber of our paper ‘Infant mortality rates regressed against number of vaccine doses routinely given: Is there a biochemical or synergistic toxicity?’ is just an empty statement. She claims that ‘there are significant inaccuracies in the calculation of vaccinations’ but this is simply not true.”
Neil Z. Miller, Autor der von SPIEGEL-Online-Schreiberin Nina Weber in ihrem vermeintlichen “Faktencheck zu Masern” kritisierten Studie “Infant mortality rates regressed against number of vaccine doses routinely given…”, in der Miller zu folgendem beunruhigenden Schluss kommt: Je mehr Impfdosen Kinder, die jünger sind als ein Jahr, in einem Land erhalten, desto höher liegt in diesem Land auch die Kindersterblichkeit (an der Spitze liegen die USA mit 26 spezifizierten Impfdosen für Kinder unter 12 Monaten – und dort ist eben auch die Kindersterblichkeit am höchsten); Email von Neil Z. Miller an mich vom 5. März 2015
Anm.: Ich habe Nina Weber dieses Statement von Neil Z. Miller zukommen lassen, doch sie hat darauf nichts erwidert.

“The seasonal trivalent flu vaccine results in 5.5 times more incidents of respiratory illness, according to a study published in 2012 in Clinical Infectious Diseases. The study is particularly noteworthy because it was a double-blind placebo-controlled trial—and the researchers used saline solution [= Kochsalzlösung], a genuinely inactive placebo, as a stand in for the trivalent flu vaccine. Most vaccine trials utilize active placebos, which are substances that include ingredients used in the vaccines, making the studies meaningless—though this fact is almost never revealed in the writeups. With regard to effectiveness [of the vaccine] against influenza, the authors claim there was no statistically significant difference in the risk of confirmed seasonal influenza infection between the subjects who received a vaccine and those who received the placebo. But the reality seems to be quite different: There were a total of 116 influenza cases in the vaccinated group and 88 in the placebo group. The authors play with statistics in this study…”
YourNewsWire.com über die Studie von Benjamin J. Cowling et al., “Increased risk of non-influenza respiratory virus infections associated with receipt of inactivated influenza vaccine”, Clinical Infectious Diseases, Juni 2012

“Industry and government have refused to fund good science to better understand… whether there are important health differences between vaccinated and unvaccinated people.”
Barbara Loe Fisher, “The Vaccine Culture War in America: Are You Ready?”, mercola.com, 17. März 2015

“Anfang 2013 gelang es Lucija Tomljenovic von der University of British Columbia im kanadischen Vancouver, an die Transkripte von privaten Treffen heranzukommen, die über mehrere Jahre stattfanden zwischen verschiedenen britischen Gesundheitsministern und dem Gemeinsamen Ausschuss für Impfungen und Immunisierung in Großbritannien (dem Joint Committee on Vaccination and Immunization, kurz JCVI). Beim JCVI handelt es sich um einen angeblich unabhängigen Fachbeirat, der der Regierung bei der Impfpolitik Empfehlungen macht. Und was Tomljenovic hier zutage förderte, bestätigt den Eindruck, dass die Impfpolitik korrumpiert ist.
‘Der gemeinsame Ausschuss für Impfungen und Immunisierung JCVI unternahm fortwährend Anstrengungen, kritisches Datenmaterial über schwere Nebenwirkungen und Kontraindikationen von Impfungen zurückzuhalten, und zwar gegenüber Eltern und Therapeuten’, so Tomljenovi. ‘Ziel dieser Anstrengungen war es, die allgemeinen Impfraten auf einem hohen Level zu halten, von dem man meinte, er sei notwendig, um eine ‚Herdenimmunität‘[1] zu erzielen. Doch bei der ‘Herdenimmunität’ handelt es sich um ein Konzept, das wissenschaftlich gar nicht solide belegt ist.”

Aus: Torsten Engelbrecht, “Studien belegen: UNgeimpfte sind gesünder als Geimpfte”

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Impfungen seien ein “Schutz der Bevölkerung vor Infektionen” – derlei Statements aus dem Reich faktenferner Mythen verkauft SPIEGEL Online seiner Leserschaft in seinem “Faktencheck Masern” als Wahrheit…; Foto: Getty Images

Gestern veröffentlichte SPIEGEL Online seinen “Faktencheck zur Masern-Impfung” (siehe auch Screenshot links). Sinngemäßes Fazit: Die Kritik an der offiziellen Empfehlung, sich unbedingt gegen Masern impfen zu lassen, sei nicht nachvollziehbar.

In diesem so genannten Faktencheck wird u.a. auch meine Website torstenengelbrecht.com erwähnt genau wie eine von mir erstellte Übersicht mit der Headline: “Studien belegen: UNgeimpfte sind gesünder als Geimpfte”. Und diese Aussage sei nicht haltbar, argumentiert Nina Weber, die Verfasserin des Faktenchecks zu Masern auf SPIEGEL Online.

Doch so sehr der “Faktencheck” von SPIEGEL Online auch suggeriert, die Fakten zu Masern ein für allemal auf den Tisch gebracht zu haben, so sehr rauscht er an den Fakten vorbei, und zwar weit vorbei.

Da ich bzw. meine Kritik an der Empfehlung zur Masernimpfung ja in dem Beitrag auch direkt zum Thema gemacht werden, möchte ich nun an dieser Stelle etwas dezidierter darlegen, warum dieser Masern-Faktencheck im Grunde einer massiven Desinformation gleichkommt. Ich kann hier wohlgemerkt nicht auf alles eingehen, was Frau Weber in Ihrem Artikel für mein Dafürhalten irrtümlicherweise als Fakt bezeichnet, denn das würde einfach den Rahmen sprengen:

1. Die Behauptung von SPIEGEL Online, man hätte keine “epidemiologischen Studien gefunden, die belegten, dass UNgeimpfte gesünder sind als Geimpfte”, ist nicht nachvollziehbar
Als erstes führt Nina Weber, die Autorin des Masern-Faktenchecks auf SPIEGEL Online, gegen mich ins Feld, sie hätte keine “epidemiologischen Studien gefunden, die belegen, dass UNgeimpfte gesünder sind als Geimpfte”. Nun, diese Aussage von Frau Weber verwundert:

Zunächst handelt es sich ja bei drei der 10 Studien, die ich in einer Tabelle auf den Seiten 6 und 7 von meinem Schriftstück als Beleg für die These anführe, dass Studien zufolge UNgeimpfte gesünder sind als Geimpfte, um so genannte Kohortenstudien und damit um epidemiologische Studien. Denn Kohortenstudien gehören zu den epidemiologischen Studien, wie auch auf Wikipedia nachzlesen ist.

U.a. erwähne ich eine Arbeit von Angelika Müller von der Interessengemeinschaft “Eltern für Impfaufklärung (EFI)”, in der Daten von Geimpften und Ungeimpften aus der umfassenden KiGGS-Studie des Robert Koch-Insituts ausgewertet wurden. Wie man sich vorstellen kann, war das RKI über diese Studie nicht sonderlich “amused”, und so wurde entsprechend Kritik geübt, die nach meiner Analyse nicht nachvollziehbar ist. In der englischen Version dieser Auswertung wird am Ende in kompakter Form auch auf Kritik des RKI eingegangen –> siehe hier.

Desweiteren nenne ich eine im Jahr 2008 veröffentlichte Untersuchung von Kara L. McDonald et al. “Delay in diphtheria, pertussis, tetanus vaccination is associated with a reduced risk of childhood asthma”. Darin wurden die Gesundheitsdaten von 11.531 Kinder im Alter von 0 bis 7 Jahren analysiert. Ergebnis: Wenn später gegen Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus (DPT) geimpft wurde, bestand ein geringeres Risiko, im Alter von 7 Jahren von Asthma betroffen zu sein.

Wenn nun Frau Weber der Auffasung ist, diese Studien würde meine These nicht bestätigen, so hätte sie ihre Ansicht zumindest rudimentär in Ihrem Artikel begründen müssen, was sie aber nicht getan hat.

2. Das monokausale Gedankengebäude, dem offenbar auch SPIEGEL Online nachhängt – allein ein Virus macht Masern und dagegen gibt es allein eine Schutzmaßnahme, die Impfung – gehört ins Reich der Schauermärchen
Und wohlgemerkt, wenn man schon an etwas herumkrittelt, so sollte man dies auf redliche Weise tun. So zeigt die Arbeit “Atopy in children of families with an anthroposophic lifestyle”, die ich auch eine der 10 von mir angeführten Studien ist und die 1999 im Lancet – also in einer in etablierten Kreisen sehr angesehenen Fachpublikation – abgedruckt wurde, dass Waldorfschüler in der Nähe von Stockholm, die nicht gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) geimpft waren, ein geringeres Risiko hatten, von allergischen Hautreaktionen betroffen zu sein, als geimpfte Kinder von Regelschulen.

In Bezug auf dieses Studienergebnis wird insbesondere von Impfbefürwortern gerne angeführt, dass nicht nur die Nichtimpfung, sondern auch Lifestyle-Faktoren wie eine bessere Ernährung als mögliche Ursache für das verringerte Allergierisiko bei den Waldorfschülern in Betracht gezogen werden müssten. Diesem Gedankengang kann man sehr wohl problemlos folgen. Doch dann stellt sich umgehend die Frage: Wenn für die Ausbildung von Allergien MEHRERE mögliche Ursachen, daruner v.a. verschiedene Lifestylefaktoren, in Frage kommen, wieso sollte dies bei Krankheiten wie Masern, gegen die geimpft wird, nicht der Fall sein?

Nach meinen Recherchen kann man grundsätzlich sagen, dass die monokausale Vorstellung von einem bösen Erreger (Virus), der allein oder primär dafür sorgt, dass wir krank werden, und dass es dagegen allein eine Schutzmaßnahme – die Impfung – gibt, schlicht realitätsfern ist.

In diesem Zsh. muss man sich auch nur einmal vergegenwärtigen, dass ja bei weitem nicht alle an Masern erkranken, die mit Personen in Kontakt kommen, bei denen Masern diagnostiziert worden ist. Allein dies zeigt doch, dass andere Faktoren als ein Masernvirus darüber entscheiden, ob man an den Symptomen, die mit dem Begriff Masern belegt werden, erkrankt oder nicht.

So ist der Zustand des Darms, in dem es wohlgemerkt von Mikroben nur so wimmelt, nachgewiesenermaßen ein entscheidender Faktor, wenn es um Gesundheit und Krankheit geht. Der Darm ist sogar der wichtigste Teil unseres so genannten Immunsystems, wie Studien unmissverständlich aufgezeigt haben. Doch unverständlicherweise werden derlei Aspekte in der Debatte über Masernimpfungen von Medien wie dem SPIEGEL komplett ausgeblendet.

In diesem Zsh. sei René Dubos, renommierter Mikrobiologe und Pulitzer-Preisträger, mit folgenden Worten zitiert:

“Die Doktrin, nach der Krankheiten eine einzige Ursache haben, ist [seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts] die bestimmende Größe in der Medizinwissenschaft. Doch die Suche nach eben der einen Ursache dürfte ein hoffnungsloses Unterfangen bleiben, da die meisten Krankheitszustände das Ergebnis sind von einer Vielzahl von Ursachen.”

3. Auch die historische Kurven zeigen eindeutig, dass die Impfung zum drastischen Rückgang der Masern NICHT beigetragen hat
In ihrem Artikel schreibt Frau Weber auch: “Wie wäre also die Situation in Deutschland heute ohne Masernimpfung? Dann würden pro Jahr gut 600.000 Menschen – vorwiegend Kinder – erkranken. Etwa 60 von ihnen würden sterben – trotz guter Lebensbedingungen.” Doch diese Zahlen sind faktisch nicht nachvollziehbar.

So zeigt der Blick auf die Statistiken eindeutig, dass die so genannten Infektionskrankheiten inkl. Masern schon drastisch zurückgegangen waren und praktisch ihren historischen Tiefpunkt erreicht hatten, BEVOR die Massenimpfungen kamen. Darauf macht z.B. auch der renommierte Immunologie- und Biologieprofessor Edward S. Golub in seinem Buch “The Limits of Medicine: How Science Shapes Our Hope for the Cure” aufmerksam.

Die Masern-Sterbefälle waren in Deutschland zuerst stark zurückgegangen – und erst dann wurde die Impfung Mitte der 1970er eingeführt; Quelle: Dr. med. G. Buchwald (Buch “Impfen – Das Geschäft mit der Angst”)/Stat. Bundesamt

Die Masern-Sterbefälle waren in Deutschland zuerst stark zurückgegangen – und erst dann wurde die Impfung Mitte der 1970er eingeführt; Quelle: Dr. med. G. Buchwald (Buch “Impfen – Das Geschäft mit der Angst”)/Stat. Bundesamt

Und so lag gemäß der Daten des Statistischen Bundesamtes die Zahl der Todesfälle, die offiziell auf Masern zurückgeführt wurden, Mitte der 1970er Jahre (also kurz bevor die Masernimpfung hierzulande eingeführt wurde) bei nicht einmal 20 (siehe Grafik oben). Genau das macht Frau Webers Behauptung, “ohne Impfungen würden heute pro Jahr 60 Menschen – vorwiegend Kinder – in Deutschland an Masern sterben”, nicht nachvollziehbar.

4. Für die Zwischenüberschrift “Geimpfte sind gesünder als Ungeimpfte” liefert der SPIEGEL-Online-Artikel Null(!) Belege
Bei der Aussage von Frau Weber, sie hätte keine “epidemiologischen Studien gefunden, die belegen, dass UNgeimpfte gesünder sind als Geimpfte”, fehlt nicht zuletzt auch der so wichtige Hinweis, dass ja zunächst eigtl. umgekehrt ein Schuh draus wird. Das heißt: Zuallererst hätten diejenigen, die behaupten, Impfen mache Sinn, zu irgeneinem Zeitpunkt klar aufzeigen müssen, dass Impfungen sinnvoll sind und Geimpfte gesünder machen als UNgeimpfte. Doch das ist nie geschehen.

Das heißt: Frau Weber hätte erst einmal eine solide Studie (ob epidemiologischer oder sonstiger Art) präsentieren müssen, die aufzeigt, dass Geimpfte gesünder sind als UNgeimpfte. Doch eine solche Studie existiert nicht, wie auch Barbara Loe Fisher, Präsidentin der amerikanischen National Vaccine Information Center (NVIC), in ihrem Artikel “The Vaccine Culture War in America: Are You Ready?” anmerkt:

“Industry and government have refused to fund good science to better understand… whether there are important health differences between vaccinated and unvaccinated people.” Diese zentral wichtige Information enthält die Spiegel-Online-Redakteurin Weber ihrer Leserschaft vor (ob aus Unwissenheit oder in bewusster Manier, kann ich an dieser Stelle freilich nicht sagen, da Frau Weber sich zu meiner Kritik nicht äußern wollte).

Streng genommen müssten sogar, um den Nachweis führen zu können, dass Geimpfte gegenüber UNgeimpften einen gesundheitlichen Vorteil haben, im Rahmen des Zulassungsverfahrens entsprechende placebokontrollierte Doppelblindstudien durchgeführt werden. Bei solchen Studien gibt es zwei Gruppen von Probanden, von denen die eine Gruppe den Impfstoff und die andere ein wirkungsloses Scheinmedikament erhält. Auf dieser Basis wurde aber bisher auch kein Masernimpfstoff zugelassen.

Dass es solche placebo-kontrollierten Studie (so gut wie) nicht gibt, wird vom Medizinestablishment damit begründet, dass eine Durchführung derselben “unethisch” sei, da man es niemanden bewusst zumuten könnte, das Heilmittel – in diesem Fall die Impfung vorzuenthalten. Doch diese Begründung ist nichts anderes als ein so genannter circulus vitiosus, sprich ein schwerer Fehlschluss. Denn wenn es keine placebo-kontrollierten Studien gibt, kann man auch nicht wissen, ob Impfen nützt oder evtl. doch schadet. Und wenn man nicht weiß, ob Impfen nützt, kann es auch nicht unethisch sein, jemanden (in Studien) nicht zu impfen.

Im Übrigen führten z.B. 2012 tatsächlich Forscher in Hong Kong eine echte placebo-kontrollierte Studie durch, bei dem eine Probandengruppe mit dem Influenza-Impfstoff Vaxigrip von Sanofi Pateur geimpft wurden und die andere Gruppe mit Kochsalzlösung und damit mit einem tatsächlich wirkungslosen Scheinmedikament (= Placebo). Ergebnis: “Die Kinder, die den Influenza-Impfstoff Vaxigrip gespritzt bekamen, litten im Schnitt 5,5 mal häufiger an Atemwegserkrankungen als die ungeimpften Probanden (siehe dazu z.B. den Artikel von healthimpactnews.com vom 25. März 2015).

Doch damit nicht genug. Wie YourNewsWire.com über die Studie noch berichtet, hätten die Autoren auch versucht zu verschleiern. YourNewsWire.com schreibt: “With regard to effectiveness [of the vaccine] against influenza, the authors claim there was no statistically significant difference in the risk of confirmed seasonal influenza infection between the subjects who received a vaccine and those who received the placebo. But the reality seems to be quite different: There were a total of 116 influenza cases in the vaccinated group and 88 in the placebo group. The authors play with statistics in this study…”

Derlei Informationen stellt Frau Weber ihren Lesern leider nicht zur Verfügung. Und auch stellt sie nicht die Frage, wieso das nicht geschieht, was überfällig ist, nämlich dass derlei umfassende vergleichende Studien weder von der Pharmaindustrie noch von den Behörden (im großen Stil) finanziert werden. Das allein sollte jeden schon mal misstrauisch machen, wenn Behörden und Pharmaindustrie wieder mal ihre Impfbotschaften propagieren.

Vergleichende Studien gibt es freilich einige wenige – und von den wenigen vergleichenden Arbeiten, die es gibt, nenne ich einige in meiner Übersicht “Studien zeigen: UNgeimpfte sind gesünder als Geimpfte”. Und die zehn Studien, die ich für meine These präsentiere, können entgegen der Behauptung von Frau Weber sehr wohl spätestens in ihrer Gesamtheit als solide bezeichnet werden.

Und selbst wenn man mal annimt, dass die von mir aufgeführten 10 Studien tatsächlich, wie von Frau Weber behauptet, nicht schlüssig aufzeigen würden, dass UNgeimpfte gesünder sind als Geimpfte, so heißt das ja noch überhaupt nicht, dass man daraus automatisch schließen könnte, Geimpfte seien gesünder als Ungeimpfte. Doch genau diese Aussage – “Geimpfte sind gesünder als Ungeimpfte” hat Frau Weber in ihrem Artikel als Zwischenüberschrift gewählt für den Abschnitt, in dem sie auf mich und meine Untersuchungen/These eingeht.

Und damit nicht genug: Auch findet sich im gesamten Artikel von Frau Weber kein einziger Beleg für ihre Zwischenüberschrift “Geimpfte sind gesünder als Geimpfte”. Da kann ich nur sagen: Wer seine Thesen, die er Thesen von anderen gegenüberstellt, nicht mit faktischen Argumenten untermauert, betreibt keine Wissenschaft und auch keinen Wissenschaftsjournalismus.

5. SPIEGEL Online übersieht: Selbst das RKI kann keine Studie präsentieren, die zeigt, dass eine Masernimpfung effektiv und wirksam ist
In diesem Zsh. möchte ich auch noch mal ganz grundsätzlich darauf aufmerksam machen, dass ich im Zuge meiner Recherchen für das Buch “Virus-Wahn”, das ich zusammen mit dem Kieler Internisten Dr. med. Claus Köhnlein verfasst habe, explizit das Robert Koch-Insitut (RKI) u.a. nach Studien gefragt habe, “die einwandfrei belegen, dass Impfungen effektiv und wirksam sind”. Doch das RKI konnte mir leider keine derartige Studie nennen (siehe “Virus-Wahn, 5. Auflage, S. 40).

Hat sich Frau Weber darüber mal Gedanken gemacht? Aus dem Artikel ist dies nicht herauszulesen.

6. SPIEGEL Online blendet aus, dass Grundlage meiner These u.a. solide peer reviewed Studien sind
Desweiteren schreibt die Redakteurin, als Belege für meine These (dass Studien zufolge UNgeimpfte gesünder sind als Geimpfte) würden von mir “unter anderem Umfragen ausgewiesen, die impfkritische Eltern und Ärzte gesammelt haben. Umfragedaten sind immer mit gewisser Vorsicht zu betrachten; wenn es um ein ideologisch so stark besetztes Thema geht, umso mehr.” Dazu folgendes:

Es stimmt natürlich, dass ich zur Untermauerung meiner These Umfragen ausweise. Doch dabei wird verschwiegen, dass es sich ja bei gerade einmal zwei der insgesamt 10 Studien, die ich anführe, um Umfragen handelt. Und dass ich insgesamt 10 Arbeiten nenne bleibt genau so unerwähnt wie die Tatsache, dass sich unter diesen 10 Arbeiten nicht nur die erwähnte Auswertung der KiGGS-Studie des RKI befindet, sondern auch fünf Arbeiten, die in peer reviewed Journals und damit in etablierten Fachblättern publiziert wurden.

Auch ist Umfrage ja nicht gleich Umfrage, und genau so wenig können Umfragen zum Thema Impfen per se als nicht aussagekräftig eingestuft werden. Von daher ist der Allgemeinplatz von Frau Weber, “Umfragedaten sind immer mit gewisser Vorsicht zu betrachten; wenn es um ein ideologisch so stark besetztes Thema geht, umso mehr” ohne Aussagekraft, wenn es darum geht, meine These, dass Studien zufolge UNgeimpfte gesünder sind als Geimpfte, in Frage zu stellen.

Und so ist es nicht legitim, wenn Frau Weber dem Leser zu suggerieren versucht, die beiden Umfragen seien nicht aussagekräftig – nicht zuletzt auch deswegen, weil Frau Weber kein einziges Argument zur Absicherung ihrer Behauptung benennt, sondern es einfch nur bei ihrem Allgemeinplatz belässt.

Im Übrigen hat die eine Umfrage (Elternstudie Salzburg) schon rund 1.500 Teilnehmer, was durchaus beachtlich ist, während die andere Umfrage (der Vergleich von VaccineInjury.info) nicht nur mit deutlich mehr als 10.000 Teilnehmern aufwarten kann, sondern die eingeholten Daten von UNgeimpften auch noch mit denen der erwähnten KIGGS-Studie des RKI abgeglichen hat.

In Anbetracht der Solidität der 10 von mir genannten Studien sowie der äußeren Umstände, was den UNwillen der Pharmabranche und der staatlichen Stellen zur Finanzierung solcher vergleichenden Untersuchungen angeht, ist nicht zu erkennen, dass meine These (“Studien zufolge sind UNgeimpfte gesünder als Geimpfte”) einer soliden Grundlage entbehren würde, wie Frau Weber behauptet.

7. Die Kritik von SPIEGEL Online an der 2011er Studie von Miller/Goldman ist – genau wie die fehlende Kritik an den  pharmafinanzierten Impfstudien – nicht substantiiert
Unter den 10 von mir gelisteten Untersuchungen befindet sich auch die 2011er Studie von Neil Z. Miller und Gary S. Goldman, die sich Frau Weber gesondert herausgepickt hat und einfach mal so abkanzelt. Doch auch hier liefert sie für ihren “Angriff” keine substanziellen Argumente. Ihre Schlussfolgerung, die Miller/Goldman-Studie, abgedruckt in einem peer reviewed Journal, sei “unterm Strich eine denkbar schlechte Untersuchung”, verfängt daher nicht.

So kritisiert Frau Weber zunächst, dass in der Miller/Goldman-Studie “eine willkürliche Auswahl von Ländern” stattgefunden hätte, da nur “die USA und die Nationen, in denen die Kindersterblichkeit noch niedriger ist als dort”, aufgeführt worden seien. Doch dieser Anwurf von Frau Weber gegen die Miller/Goldman-Studie ist, mit Verlaub, geradezu lächerlich. Denn tatsächlich werden in der Studie nicht weniger als 34 Nationen ausgewiesen, darunter neben den USA auch etliche führende Industrienationen wie Deutschland, Japan, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Australien, Österreich, Belgien, die Niederlande oder auch alle vier Länder Skandinaviens. Wenn das nicht aussagekräftig ist, was dann?

Vielleicht wäre eine Studie, die noch mehr Nationen mit einbezieht, noch aussagekräftiger. Doch da stellt sich erneut die Frage: Wieso gibt es eine solche nicht bzw. wieso hat nicht die US-Seuchenbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) oder auch ihr deutsches Pendant, das RKI, eine solche Studie längst in Auftrag gegeben? Da kann man nur zu der Vermutung kommen, das man dies bewusst nicht untersuchen möchte, weil man befürchtet, es könnten schlechte News für die Impfpropaganda bei herauskommen.

Desweiteren findet es Frau Weber “pikant”, dass Miller und Goldman “erst einmal verschwiegen [hatten], dass sie für Impfkritiker arbeiten – dies wurde erst später ergänzt”. Doch auch dieser Anwurf ist regelrecht ein schlechter Witz.

So haben beide Autoren mir gegenüber versichert, dass sie nicht, wie Weber behauptet, für “Impfkritiker gearbeitet” hätten, sondern lediglich auf impfkritischen Websites Erwähnung finden, was beim besten Willen in keinster Weise ein Grund sein kann, die Solidität der Studie von Miller und Goldman in Frage zu stellen.

Dazu schickt mir der Autor Neil Z. Miller folgenden Kommentar: “We never denied, as Weber claims, that we ‘work for critics of the official vaccine guidelines.’ After our paper was published, some people complained to the journal editor that we were associated with vaccine websites and did not mention it in our paper, so the editor published a corrigendum indicating that we were associated with those websites. It was a minor issue and had no bearing on the scientific validity of our paper.”

Und sein Co-Autor Gary S. Goldman schreibt mir dazu: “I find my name listed or added to various anti-vaccine blogs and/or websites, but it is simply too laborious to track each and everyone of these occurrences. This in no way had any influence on the scientific accuracy or methodology presented in the paper.”

Im Übrigen steht ja nach wie vor am Ende der Studie zu lesen: “This research received no specific grant from any funding agency in the public, commercial, or not-for-profit sectors”. Damit wird die Unabhängigkeit der Autoren noch mal ausgewiesen. Im Gegensatz dazu können herkömmliche Impfstudien in der Regel auf eine solche Unabhängigkeit nicht verweisen, denn “Impfstudien wie alle Medikamentenstudien werden größtenteils von der Pharmaindustrie finanziert”, wie selbst von Wikipedia zu erfahren ist (also von einem Portal, das sich tendenziell gerne für die Ansichten des etablierten Medizinsystem ins Zeug legt).

Folglich hätte Frau Weber in Ihrem Beitrag eigentlich zuvorderst darauf hinweisen müssen, dass die von der Pharmaindustrie finanzierten Impfstudien grundsätzlich ein (hohes) Glaubwürdigkeitsproblem haben! Das tut sie aber nicht.

8. Der Glaube von SPIEGEL Online daran, dass die etablierten Impfkreise frei von Interessenkonflikten sind, ist naiv
In Zsh. mit dem Aspekt “Einfluss der Pharmaindustrie” fällt auch auf, dass Frau Weber die CDC und das RKI in Ihrem Artikel (unter der Zwischenüberschrift “Die Masern wurden durch die Lebensbedingungen ungefährlich, nicht durchs Impfen”) als vertrauenswürdige bzw. verlässliche Quelle präsentiert. Doch das ist nach meinem Wissensstand nicht legitim. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass das, was z.B. die ZDF-Sendung Frontal 21 mit ihrer Dokumentation “Das Pharmakartell” oder auch der renommierte Forscher Peter C. Gøtzsche in seinem Buch “Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Wie die Pharmaindustrie unser Gesundheitswesen korrumpiert” herausgearbeitet haben, für die Impfbranche einfach nicht gelten sollte. Und auch Frau Weber liefert kein Argument, dass uns glauben machen sollte, die Impfmedizin sei nicht Teil des Pharmakartells bzw. frei von organisierter Kriminalität und nicht korrumpiert.

Denken wir z.B. nur an, auf welche Weise die Pharmabranche auf Kosten der Steuerzahler bei der Schweinegrippe-Impfung oder auch bei der HPV-Impfung ihre Megaprofite eingefahren hat. Besteht hier doch der begründete Verdacht oder existiert gar der Nachweis, dass korrumpierende Aktivitäten nicht nur bis in hohe WHO-Kreise und ins Nobelpreiskomitee reich(t)en, sondern etwa auch in die dem RKI unterstellte Ständige Impfkommission (STIKO), wie u.a. Transpareny International monierte.

Nicht anders sieht es aus bei der US-Seuchenbehörde CDC, über die z.B. die New York Times 2009 schrieb: “A new report finds that the Centers for Disease Control and Prevention did a poor job of screening medical experts for financial conflicts when it hired them to advise the agency on vaccine safety, officials said Thursday.”

–> siehe zu diesem Themenkomplex z.B. auch das Unterkapitel “Interessenkonflikte und Profitgiert beherrschen auch die Schweinegrippe-Forschung” aus unserem Buch “Virus-Wahn” (5. Auflage).

9. 430.000 Europäer sterben Studien zufolge z.B. jährlich an Feinstaub und damit ein Zigfaches mehr als offiziell an Masern den Tod finden – und dass wir keine entsprechende mediale Mobilmachung gegen Feinstaub erleben, sagt viel (Schlechtes) über unsere Medien(un)kultur aus! 
Die historischen Kurven sprechen eine eindeutige Sprache und hauen in dieselbe Kerbe wie die anderen bekannten wissenschaftlichen Fakten, denen zufolge es eben keinen Beleg dafür gibt, dass Impfungen sinnvoll sind und dass es primär der Lebensstil (Ernährung, Toxine, Sport usw.) ist, der darüber entscheidet, ob und wie sehr wir krank werden bzw. gesund bleiben.

Zu diesem theoretischen Wissen kommen dann noch eigene persönlich Erfahrungen und auch die von Freunden und Bekannten hinzu. Auch diese zeigen, dass UNgeimpfte klar gesünder sind als geimpfte Kinder/Menschen. Natürlich ist das nicht ausschließlich auf das Nichtimpfen zurückzuführen. Denn es ist eben der Lebensstil als Ganzes, der primär über Gesundheit und Krankheit entscheidet.

Denken wir z.B. nur an neueste Daten der Umweltagentur EUA, denen zufolge 430.000 Europäer jährlich an Feinstaub sterben. Auch SPIEGEL Online hat darüber berichtet, aber nur kurz und knapp und damit nicht annähernd so vehement und offensiv wie über die Masernimpfung. Doch ich frage mich, wieso das Nachrichtenmagazin eine solche Gewichtung in der Berichterstattung vorgenommen hat. Immerhin sind 430.000 Tote durch Feinstaub pro Jahr ja ein Zigfaches dessen, was selbst die “kühnsten” Schätzungen der Impfstoffhersteller und ihr geistig nahe stehender Institutionen und Medien an jährlichen Maserntodesfällen in Europa auswerfen.

Von der Logik her müsste also auch die öffentliche und mediale Mobilmachung für eine “Pflicht zur drastischen Feinstaubreduktion oder gar -freiheit” um ein Zigfaches stärker sein als diejenige, die einer möglichen “Impfpflicht” das Wort redet.

Dass genau das nicht stattfindet, sagt viel (Schlechtes) über unsere Medien- und Politik(un)kultur aus und über den offenbar enormen Einfluss mächtiger Industrien…

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[1] Herdenimmunität ist der (unbelegte) Glaube daran, man könne in einer Population (“Herde”) durch massenhaftes Impfen eine so weit verbreitete Immunität gegen einen, wie es heißt, “Krankheitserreger” erzeugen, sodass in dieser Population auch die Nichtgeimpften geschützt sind. Doch die Forscherin Lucija Tomljenovic merkt zu recht an, dass die Idee der Herdenimmunität gar keine solide wissenschaftliche Grundlage hat.

Masern und der Ruf nach einer Impf-Pflicht: Warum sich der SPIEGEL mal wieder zum Sprachrohr haltloser Pharmabotschaften macht

  24. Februar 2015, von T. Engelbrecht

“Das Berliner Uniklinikum Charité veröffentlichte eine Pressemitteilung mit folgendem Wortlaut: ‘Bei dem [verstorbenen] Kind lag eine Erkrankung vor, die ohne die Masern-Infektion nicht zum Tode geführt hätte.’ Sprich: Der verstorbene Eineinhalbjährige hatte eine Vorerkrankung und diese verlief tödlich, nachdem er zusätzlich Masern bekommen hatte. Die Masern waren also nicht, wie die Charité von Anfang an kommuniziert hatte, die alleinige Ursache seines Todes.”
Epoch Times*, “Desinformation zum Tod nach Masern: Berliner Junge hatte Vorerkrankung”, 26. Feb. 2015

“Warum dürfen Medien (z.B. SPIEGEL) und Politiker ungestraft Infos [über Masern] verbreiten, wenn noch nichts wirklich klar ist?”
Netzwerk Impfentscheid, Mitteilung vom 24. Feb. 2015

“Der Blick auf die Statistiken zeigt, dass die so genannten Infektionskrankheiten inkl. Masern schon stark zurückgegangen waren, BEVOR die Massenimpfungen kamen. Darauf macht z.B. auch der renommierte Immunologie- und Biologieprofessor Edward S. Golub in seinem Buch ‘The Limits of Medicine: How Science Shapes Our Hope for the Cure’ aufmerksam.”
Torsten Engelbrecht, “Studien belegen: UNgeimpfte sind gesünder als Geimpfte”

“Health officials are blaming unvaccinated children for the recent measles [= Masern] outbreak that started at Disneyland. [But] scientific evidence demonstrates that individuals vaccinated with live virus vaccines such as MMR (measles, mumps and rubella), rotavirus, chicken pox, shingles and influenza can shed the virus for many weeks or months afterwards and infect the vaccinated and unvaccinated alike.”
Globalnewswire.com, “Studies Show that Vaccinated Individuals Spread Disease”, 5. Feb. 2015

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Anm.: Der Gesundheitssenator von Berlin, Herr Mario Czaja, sagte, “das [verstorbene] Kind war geimpft, aber nicht gegen Masern”. Diese Aussage wurde von den größten Medien Deutschlands an ein Millionenpublikum weitergereicht (u.a. auch von SPIEGEL Online, siehe z.B. hier). Doch ist diese Aussage belegt? Bis dato (10. März, 18:36 h) konnte die zuständige Pressestelle des Senators mir gegenüber keinen Beleg für diese Aussage vorbringen. Und auch folgender Kommentar ist in diesem Zsh. durchaus bemerkenswert (um den Text des Kommentars gut lesen zu können, bitte einfach auf den Screenshot klicken):

yvonne

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Der Pharma- bzw. Impfindustrie gefällt so etwas: In drei von vier Artikeln der SPIEGEL-Online-Rubrik “Gesundheit” wird aktuell massiv Stimmung gemacht für das Impfen. Tatsächlich jedoch gibt es keinen wissenschaftlich belegten Grund dafür, das man sein Kind gegen Masern oder andere Krankheiten impfen lassen sollte!

Bereits 2009 mussten wir in unserem SPIEGELblog-Beitrag SPIEGEL Online: im Dienste der Impfindustrie” realisieren: “SPIEGEL Online bzw. deren Redakteurin Heike Le Ker ist sich offenbar nicht dafür zu schade, um die Botschaften der Imfpindustrie kritiklos und werbewirksam an die Öffentlichkeit weiterzugeben.”

So hatte Le Ker z.B. im Oktober 2008 den HPV-Impfstoff (also den Gebärmutterhalskrebs-Impfstoff) als “hochwirksam” hochgejubelt, was eben völlig haltlos war. Und so kam es, dass Le Ker ihre Jubelbotschaft für den HPV-Impfstoff wenige Wochen später auch selber korrigierte –  aber dies freilich auch erst dann, als sie praktisch nicht mehr anders konnte, weil eine kritische Stellungnahme von 13 Forschern zur HPV-Impfung in den Medien die Runde machte (SPIEGELblog berichtete).

Die Eindämmung von Masern-Symptomen hat nachweislich(!) nichts mit Impfungen zu tun
Und leider, leider hat die Impf-Berichterstattung des SPIEGEL-Online-Wissenschaftsteam um Heike Le Ker auch aktuell an seiner Faktenferne nichts eingebüßt – und leider, leider gibt es nicht immer, wie im beschriebenen Fall der HPV-Impfung, eine so kritische Gegenöffentlichkeit, die verhindert, dass Journalist/inn/en wie Le Ker unsanktioniert den letzten Schmarn an ihr Millionenpublikum weiterreichen dürfen.

So bläst SPIEGEL Online auch bei der aktuellen Debatte über Masern und eine mögliche Impfpflicht Sätze raus, die haltloser und damit irreführender nicht sein könnten. Z.B. lautet die Bildunterschrift des gestrigen Beitrags “Masernausbruch in Berlin: Koalition droht mit Impfpflicht – Grüne und Linke dagegen” doch tatsächlich: “Weil einige Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen, gibt es derzeit in Berlin einen Ausbruch der Infektionskrankheit.” Das ist, mit Verlaub, einfach nur Quatsch mit Soße.

Dasselbe gilt für den Satz, den Heike Le Ker in ihrem heute früh um 5:05 Uhr online gestellten Kommentar “Masern-Ausbruch in Berlin: Impfen ist keine Privatsache” zum Besten gibt: “Gegen die hoch ansteckenden Viren gibt es eine wirksame Impfung. Wir sollten sie als Geschenk betrachten.”

Masernsterbefälle waren in Deutschland zuerst stark zurückgegangen - und erst dann wurde die Impfung eingeführt; Q: Dr. med. G. Buchwald/Stat. Bundesamt

Die Masern-Sterbefälle waren in Deutschland zuerst stark zurückgegangen – und erst dann wurde die Impfung eingeführt; Quelle: Dr. med. G. Buchwald (Buch “Impfen – Das Geschäft mit der Angst”)/Stat. Bundesamt

Fakt ist nämlich zunächst, dass v.a. auch die Masernimpfung aber auch so gar nichts zu tun hat mit dem Rückgang der auf Masern zurückgeführten Sterbe- und auch Erkrankungsfälle. So waren, wie der zweite Screenshot (siehe links) eindeutig zeigt, in Deutschland die Masernsterbefälle von Anfang der 1960er bis Mitte der 1970er Jahre drastisch zurückgegangen – und erst dann kam die Impfeinführung. Und seit der Einführung der Impfung verharren die Sterbefälle auf einem niedrigen Niveau.

Mit anderen Worten: Ob man die Krankheitssymptome, anhand derer Masern diagnostiziert werden, bekommt, hängt von den Lebensumständen (Ernährung, Lebensgewohnheiten wie Rauchen und Alkoholkonsum oder auch Sport, Toxinbelastung etwa durch Feinstaub, die Einnahme nebenwirkungsreicher Medikamente oder auch Schwermetallzufuhr infolge von Impfungen oder Amalgamfüllungen usw.) ab – und nicht etwa davon, ob man geimpft worden ist!

Und so kann es auch nicht verwundern, dass Studien aufzeigen, dass UNgeimpfte gesünder sind als Geimpfte (siehe hier). Folglich entbehren auch alle Berichte, in denen einfach mal so behauptet wird, jemand sei an einem Masern-Virus gestorben, der wissenschaftlich-faktischen Grundlage.

Die aktuellen Berichten von SPIEGEL & Co sind an “Faktenferne kaum zu überbieten”
Und so ist auch die Faktenferne der Medienberichterstattung über den aktuellen Fall des mit 18 Monate angeblich an einem Masern-Virus verstorbenen Kindes in Berlin kaum zu überbieten. Das Netzwerk Impfentscheid fasst die Kritik an dieser Art von pharmahöriger Berichterstattung in einer heute um 8:55 Uhr veröffentlichten Mitteilung wie folgt zusammen:

“Ein 18 Monate altes Kind ist in Berlin an Masern verstorben. So zumindest berichten sehr emotionsgeladen die Mainstreammedien. Aber war das Kind ungeimpft und starb es wirklich ursächlich an den Masern? Eher fraglich! Denn es gibt widersprüchliche Meldungen zum Impfstatus. Uns bekannte Quellen in Berlin haben anderes zu Tage gefördert, als die Medien verbreiten. Hier eine kleine Zusammenfassung:

Verworrene Medienberichterstattung zum Impfstatus des Berliner Kleinkindes:

- Medien: Meldungen zwischen “nicht geimpft” bis “voll durchgeimpft”, nur die Masernimpfung wurde nicht verabreicht.
– Unklar: Welche impfbefürwortenden Eltern würden ihr Kind genau gegen Masern nicht impfen lassen, gegen Röteln und Mumps jedoch schon? Die Angstpropaganda läuft doch genau gegen Masern auf Hochtouren. Außerdem hätte man Einzelimpfstoffe gegen Röteln und Mumps gegen müssen, was für Impfbefürworter keinen Sinn machen würde.
– Fakt: Das Kind hatte, neben allen anderen vorherigen Impfungen, die erste MMR-Impfung (= Masern, Mumps, Röteln) erhalten. Die Zweite stand bevor.

Zur Todesursache des Kleinkindes:

- Medien: Neuste Meldung (heute Morgen): unklar, man suche noch danach.
– Unklar: Das Kind ist voll durchgeimpft, könnten also auch Impfmasern (sofern es wirklich Masern hatte) oder eine grundlegende Schwächung des Immunsystems durch die vorangegangenen Impfungen die Ursache sein? Das Spital Charitè sucht noch durch Autopsie nach der Ursache….
– Fakt: Wir wissen es nicht genau, die Medien und Politiker auch nicht. Alles nur Spekulation, Wasser auf die Mühlen der Impfbetreiber und Nahrung für die geschürte Angst. Kein seriöser Journalismus und gekaufte Politiker?

Zum vorangegangenen Gesundheitszustand des Kleinkindes:

- Medien: Meldungen zwischen “keine chronischen Vorerkrankungen” bis zu “im Vorfeld schon krank”.
– Unklar: Der vorgängige Gesundheitszustand ist nicht bekannt, trotzdem wurde bereits Benzin ins Feuer gegossen, als die ersten medialen Meldungen die Aussage “keine chronischen Vorerkrankungen” enthielten. Warum dürfen Medien (z.B. SPIEGEL) und Politiker ungestraft Infos verbreiten, wenn noch nichts wirklich klar ist?
– Fakt: Wir wissen es nicht abschliessend, aber laut unseren Quellen scheint es eher so zu sein, dass das Kind Vorerkrankungen hatte.

Weiterer interessanter Link:

“Maserntod ein Fake? Masern-Tod in Berlin – oder Impfschaden-Tod?”

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* Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat Die Neue Epoche (die seit 2007 auch in Deutschland Epoch Times heißt) für ihre „umfangreiche und regelmäßige Berichterstattung“ über Menschenrechtsverletzungen in China 2006 mit einem Medien-Sonderpreis ausgezeichnet.

Der SPIEGEL bepöbelt Alexis Tsipras als “Europas Albtraum” und “Geisterfahrer” – betreibt damit aber im Grunde nur “Geisterfahrer-Journalismus”, indem er sich wie ein Sprachrohr neoliberaler Politik geriert

  31. Januar 2015, von T. Engelbrecht

“US-Präsident Barack Obama zeigte in einem Interview mit CNN Verständnis für das Abweichen der neuen griechischen Regierung [unter Tsipras] vom strengen Sparkurs.”
“Tsipras erwartet kein Geld aus Moskau”, sueddeutsche.de, 2. Feb. 2015

“‘Der Geisterfahrer’ lautet die Headline des aktuellen SPIEGEL auf einem Bild von Alexis Tsipras, dem attestiert wird, der ‘Albtraum Europas’ zu sein. Den meisten dieser Syriza-feindlichen [deutschen Medien-]Publikationen gemein ist die völlige Verkennung der Ausgangslage. Griechenland ist durch Krise und Austeritätsdiktat ökonomisch zerstört. Arbeitslosigkeit, Lohneinbußen, der völlige Zusammenbruch von sozialen Sicherungssystemen – die griechische Bevölkerung, das konnte jeder sehen, der in den vergangenen Jahren das Land jenseits von Luxushotels bereiste, ist verzweifelt.”
Thomas Eipeldauer, “Das alte gegen das neue Europa”, hintergrund.de, 1. Feb. 2015

“[Durch den] Kauf von Staatsanleihen durch die EZB und die anderen Euro-Zentralbanken [im Gesamtwert von 1,1 Billionen Euro] wird… der eigentliche Grund der tiefen und andauernden ökonomischen Krise, die immer ungleicher werdende Verteilung, … verschärft. [Dabei gibt] es Alternativen zuhauf – auch solche, die die EZB in ihrer heutigen Gestalt und nach geltendem Recht durchführen könnte. Am einfachsten wäre die direkte Geldschöpfung durch die Überweisung von Geld auf das Konto von jedermann. Das ist ein Konzept, das zum Beispiel der frühere Präsident der US-Notenbank Ben Bernanke im Fall einer Deflation empfohlen, (aber nie angewendet hat). Es würde die effektive Nachfrage nach Verbrauchsgütern und damit deren Produktion sofort antreiben, damit einen Initialschub für die Konjunktur und nebenbei wieder leicht steigende Preise mit sich bringen.”
Lucas Zeise (Ex-Ressorleiter bei der Börsen-Zeitung und der Financial Times Deutschland), “Das Billionen-Euro-Ding”, hintergrund.de, 26. Jan. 2015

spiegel titelDa reibt man sich mal wieder die Augen: Der SPIEGEL beschimpft Griechenlands neuen Regierungschef Alexis Tsipras auf keiner geringeren Seite als seinem aktuellen Titelblatt als “Europas Albtraum” und “Geisterfahrer” (siehe Screenshot links) – und das auch noch mit der Begründung, dass Tsipras, so wörtlich, “alles in Frage stellt, was der Kanzlerin [Angela Merkel] heilig ist”. Als ob man zu “Europas Albtraum” oder zu einem politischen “Geisterfahrer” wird, wenn man Dinge in Frage stellt, die CDU-Chefin und Kanzlerin Merkel heilig sind…

Ohne Frage, CDU-Hardlinern wie Wolfganz Schäuble hätte man solche Wortbomben ja noch zugetraut, um das, was Merkel, “heilig” ist, zu verteidigen. Aber ein Medium wie der SPIEGEL ist kein Sprachrohr der CDU. Offiziell zumindest nicht. Fakt ist: Es wäre nicht das erste mal, dass sich das Nachrichtenmagazin wie ein CDU-Sprachrohr aufführt!

So ist sich der SPIEGEL zu fast keiner Lobhudelei und Verklärung zu schade, wenn es um Angela Merkel geht (SPIEGELblog hat darauf bereits mehrfach aufmerksam gemacht, siehe hier). 2009 etwa schrieb das Nachrichtenmagazin allen Ernstes, Deutschland sei “gutes, altes Merkelland, das so schonend ist für die Nerven seiner Bewohner”.

Was für ein Mumpitz das ist, erkennt man allein schon daran, dass Arm und Reich nicht nur weltweit, sondern auch in diesem Land immer weiter auseinanderdriften. Und das soll, wie der SPIEGEL tönt, nervenschonend sein? Wohl kaum – jedenfalls nicht für die breite Masse der Bevölkerung… Im Übrigen ist es auch wissenschaftlich klar erwiesen, dass der Stress für die Bevölkerung gerade auch unter der Politik Angela Merkels sukzessive zugenommen hat (siehe z.B. hier) – Deutschland als “gutes, altes nervenschonendes Merkelland” zu bezeichnen, wie es der SPIEGEL getan hat, kommt de facto einer Realitätsverweigerung bzw. dem Versuch, seine Leser für dumm zu verkaufen, gleich.

Wieso belegt der SPIEGEL nicht (auch) Angela Merkel oder die Verantwortlichen bei Weltbank und IWF, deren Politik Arm und Reich immer weiter auseinanderdriften lässt, mit Wortbomen wie “Europas Albtraum” und “Geisterfahrer”?
Besonders hart hat es wohlgemerkt gerade auch zuletzt die griechische Bevölkerung getroffen. So hat sie in der großen Mehrzahl vom Diktat der Troika – also jenes Beamtengremiums, das aus Vertretern der EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) gebildet wurde – nicht nur nichts gehabt. Schlimmer noch: Ganz viele Griechen sind unter diesem Diktat noch mehr verarmt – u.a. mit der Folge, dass im Geburtsland der Demokratie “die Selbstmordrate dramatisch angestiegen ist”.

Und im Übrigen konnten mit dieser Politik auch die Staatsschulden Griechenlands nicht gesenkt werden – im Gegenteil, in den vergangenen Jahren haben sich diese noch mal erhöht.

Und wer ist verantwortlich dafür? Bzw. wer hat die Zügel in der Hand, um diese Entwicklung umzudrehen? Zuvorderst die Politik, die eben in Deutschland maßgeblich auch von Politentscheidern wie Angela Merkel und auf internationaler Ebene von Institutionen wie dem IWF oder der EZB gestaltet wird. Doch genau diese Instanzen gehen schnurstracks nur einen Weg, und zwar den, dass eine kleine Oberschicht immer mehr zugeschasst bekommt, während für die Masse immer weniger bleibt.

Vor diesem Hintergrund stellt sich natürlich die Frage: Wieso belegt der SPIEGEL dann nicht Angela Merkel oder die Verantwortlichen bei Weltbank und IWF mit Schmähungen wie “Europas Albtraum” und “Geisterfahrer”? Oder ist es etwa kein Albtraum oder keine politische Geisterfahrerei, wenn eine Politik z.B. zur Folge hat, dass, wie in Griechenland geschehen, die Selbstmordraten dramatisch ansteigen? Aus meiner Sicht schon.

Demnach könnte man das Bild geradzu auch umdrehen, sprich Tsipras fährt in die richtige Richtung und sieht sich mit Merkel, IWF, EZB & Co einem Strom von Geisterfahrern ausgesetzt.

Da drängt sich – wohlgemerkt zum wiederholten Male – der Verdacht auf, dass der SPIEGEL die neoliberale Politik der herrschenden Machtcliquen, die Arm und Reich immer weiter auseinanderdriften lässt, für den richtigen Weg hält. Eine andere Erklärung kann ich dafür jedenfalls nicht ausmachen.

Dazu kann man dann nur noch eines feststellen: Ein journalistisches Medium, das sich für einen Weg stark macht, der Arm und Reich immer weiter auseinandertreibt, ist sich seines elementaren Auftrages, so genannte vierte Macht im Staat zu sein und sich gegen Machtmissbrauch und Klientelpolitik und für lebenswerte und v.a. auch gerechte Gesellschaften stark zu machen, nicht mehr bewusst und betreibt somit im Grunde nichts anderes als “Geisterfahrer-Journalismus”.

Das heißt selbstverständlich nicht, dass Tsipras’ nicht zu kritisieren wäre. Doch wer sich, wie Tsipras, zumindest nach dem, was er an Äußerungen von sich gibt, gegen ein Politdiktat stemmt, dass das Gros der griechischen Bürger sukzessive ins Elend stürzt, verdient ganz klar eine sachliche Kritik, die ohne sensationsheischende dumpfe Beschimpfungen auskommt.

So hat Tsipras bereits den Pakt mit der Troika aufgekündigt. Und was lesen wir dazu in der aktuellen Printausgabe des SPIEGEL? Nun, vom Tenor her hält das Magazin Tsipras nicht nur kritisch vor, er wolle die “Troika loswerden”. Auch erfährt man aus der Printausgabe nichts darüber, dass dieses Anliegen in irgendeiner Weise unter Umständen eine sinnvolle Idee sein könnte.

Doch man höre und staune: Jetzt hält sogar EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Troika für nicht mehr zeitgemäß und will sie durch eine “demokratisch besser legitimierte Struktur ersetzen”, die “auf den EU-Institutionen aufbaut”, wie man um 16:27 Uhr auf SPIEGEL Online lesen kann…

Blamable Berichterstattung zur CIA-Folter: “In Dunkelkammern erfolterte Aussagen werden bei Leitmedien wie dem SPIEGEL zu unumstößlichen Tatsachen”

  12. Dezember 2014, von T. Engelbrecht

“‘Keine unabhängige Stelle, kein unabhängiges Gericht’ habe die zur Verfügung stehenden ‘angeblichen oder tatsächlichen Beweise überprüft und nachprüfbar in einem rechtsstaatlichen Anforderungen genügenden Verfahren festgestellt, wer für die Anschläge von 9/11 verantwortlich war’, wie Bundesverwaltungsrichter Dieter Deiseroth bereits vor fünf Jahren erklärte. Das schreie geradezu nach Aufklärung, so der Richter. Demnach ist die Beweislage äußerst dünn, was die Täterschaft der inhaftierten mutmaßlichen 9/11-Drahtzieher angeht, um nicht zu sagen, sie wurde nie von der US-Regierung erbracht. Dennoch wird die offizielle 9/11-Version und deren offenkundige Manipulation seitens der US-Administration in den Leitmedien [wie dem SPIEGEL] auch nach Veröffentlichung des ‘Folterberichts’ nicht hinterfragt.”
Sebastian Range, Was der ‘CIA-Folterbericht’ sonst noch sagt”, hintergrund.de, 11. Dez. 2014

mmm; Foto: DPA

Anstatt den von brutalster Folter gekennzeichneten Umgang der US-Behörden mit Terrorverdächtigen als Taten eines Unrechtsstaates zu brandmarken und dies endlich auch mal zum Anlass zu nehmen, die von keinerlei Fakten gedeckte offizielle Version zu 9/11 dezidiert zu hinterfragen, verklärt Sebastian Fischer, US-Korrespondent des SPIEGEL, in einem Kommentar auf SPIEGEL Online (siehe Bild oben) lieber die Ergebnisse des CIA-Folterberichts zu einem Ausdruck der amerkanischen Demokratiefähigkeit – da lassen die PR-Manager der Republikaner regelrecht grüßen…; Foto: DPA

Wie bereits im vorigen SPIEGELblog-Beitrag über die CIA-Folter erwähnt, hat SPIEGEL Online bis dato weit ausführlicher als andere Nachrichtenportale wie bild.de, focus.de oder abendblatt.de über die CIA-Folter berichtet. Das ist durchaus löblich, geht es doch bei dieser Thematik um nicht weniger als um die Zerstörung von Grundwerten, für deren Erreichen Hunderte, wenn nicht gar Tausende Jahre gekämpft und in unglaublichem Ausmaß geblutet wurde.

Dennoch bleibt man bei genauer Betrachtung auch bei der SPON-Berichterstattung über die CIA-Greueltaten fassunglos zurück, denn die “in Dunkelkammern erfolterten Aussagen werden bei Leitmedien wie dem SPIEGEL zu unumstößlichen Tatsachen”, wie hintergrund.de in seiner Analyse “Was der ‘CIA-Folterbericht’ sonst noch sagt” zu Recht schlussfolgert.

In dieser Analyse heißt es:

Weil der [2004 präsentierte “9/11-Untersuchungsbericht insgesamt auf über hundert von der CIA produzierten Verhör-Protokollen beruht” und somit letzlich keinerlei stichhaltige Fakten aufweist, seien “‘die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der 9/11-Untersuchungskommission zu hinterfragen’, wie Bundesverwaltungsrichter Dieter Deiseroth bereits vor fünf Jahren erklärte. ‘Keine unabhängige Stelle, kein unabhängiges Gericht’ habe die zur Verfügung stehenden ‘angeblichen oder tatsächlichen Beweise überprüft und nachprüfbar in einem rechtsstaatlichen Anforderungen genügenden Verfahren festgestellt, wer für die Anschläge von 9/11 verantwortlich war’. Das schreie geradezu nach Aufklärung, so der Richter.

Demnach ist die Beweislage äußerst dünn, was die Täterschaft der inhaftierten mutmaßlichen 9/11-Drahtzieher angeht, um nicht zu sagen, sie wurde nie von der US-Regierung erbracht. Dennoch wird die offizielle 9/11-Version und deren offenkundige Manipulation seitens der US-Administration in den Leitmedien auch nach Veröffentlichung des ‘Folterberichts’ nicht hinterfragt. So heißt es bei SPIEGEL Online lapidar, die Rolle von Abu Zubaydah und Ramzi Bin al-Shibh sei  ‘überschätzt’ und ‘überbewertet’ worden. Zweifel am offiziellen 9/11-Narrativ werden am Ende des Artikel beseitigt: ‘2006 wird Khalid Sheikh Mohammed nach Guantanamo Bay überführt. Erst dort gesteht er seine Beteiligung an den 9/11-Anschlägen.’

Ein ‘Geständnis’, das wohlgemerkt vor einem von der Öffentlichkeit abgeschirmten Militärtribunal im Mai 2007 erfolgt sein soll (‘Ich war verantwortlich für die 9/11-Operation, von A bis Z’), und somit Jahre, nachdem seine ‘Geständnisse’ im offiziellen Untersuchungsbericht hundertfach als Beweisgrundlage herangezogen worden waren. Zu dem Zeitpunkt hatte Sheikh Mohammed jahrelange Tortur, Isolation und Gehirnwäsche hinter sich – man drohte ihm sogar, seine minderjährigen Kinder zu foltern.

Während Generalbundesanwalt Harald Range am Donnerstag durch Folter erpresste Geständnisse für tabu erklärte, die in Strafverfahren nicht berücksichtigt werden dürften, gelten für das Hamburger Nachrichtenmagazin [DER SPIEGEL] und andere Leitmedien bezüglich des 11. September keine solchen Berührungsverbote. In Dunkelkammern erfolterte Aussagen werden bei ihnen zu unumstößlichen Tatsachen.

Wer daran zweifelt, wird schnell mal als ‘antiamerikanischer Verschwörungstheoretiker’ gebrandmarkt. Vor einiger Zeit galten auch noch jene als solche, die den US-Diensten die nun bewiesene Folter-Praxis in diesem Ausmaß vorwarfen. Birgt der Umgang der US-Behörden mit Terrorverdächtigen auch alle Kennzeichen eines Unrechtsstaates in sich, so gilt etwa dem SPIEGEL diese nun mit dem ‘Folterbericht’ gewonnene Erkenntnis geradezu als Ausdruck der US-amerikanischen Demokratiefähigkeit:

‘Und die Veröffentlichung enthält auch eine Botschaft für die Gegner Amerikas: Die USA machen Fehler, furchtbare bisweilen; aber sie haben die Kraft, sich dazu zu bekennen und daraus zu lernen. Transparenz hat einer Demokratie noch nie geschadet’, schreibt Sebastian Fischer, US-Korrespondent des Blattes, der vom Herausgeber der Nachdenkseiten und ehemaligen Planungschef im Bundeskanzleramt, Albrecht Müller, bereits im Zuge der Russland-Berichterstattung des SPIEGEL als ‘typischer PR-Journalist’ gewürdigt wurde.”

CIA-Folter: SPIEGEL Online berichtet, dass Gul Rahman nach den an ihm verübten Foltereien “der einzige Häftling ist, der ums Leben kam” – doch in Wahrheit starben viele Menschen durch die bestialischen CIA-Torturen

  12. Dezember 2014, von T. Engelbrecht

“Der Bericht über die CIA-Folterpraktiken…, der mehr als 500 insgesamt stark zensierte Seiten umfasst, weist im Detail nach, was im Grundsatz bereits lange bekannt ist: dass die CIA… auch tödliche Folter gegen eine Vielzahl an Verdächtigen angewandt hat…. Auch der Deutsche Murat Kurnaz.., der bereits Ende 2001 in ein Internierungslager im afghanischen Kandahar verschleppt worden war, …hing dort fünf Tage lang an der Decke eines unbeheizten Flugzeugschuppens – und musste mit ansehen, wie ein Mitgefangener durch diese Foltermethode ums Leben kam und ein zweiter von US-Militärs zu Tode geprügelt wurde.”
german-foreign-policy.com, “Mitwisser und Profiteure”, 11. Dez. 2014

In seinem Beitrag “US-Folterbericht: So bestialisch quälte die CIA ihre Gefangenen” schreibt SPIEGEL Online fälschlicherweise, dass Gul Rahman “der einzige Häftling ist, der ums Leben kam”; Foto: Getty Images

Eines muss man dem SPIEGEL bei seiner Berichterstattung über die CIA-Foltereien zugute halten: Im Gegensatz zu Nachrichtenportalen wie bild.de, focus.de, abendblatt.de oder mopo.de berichtet SPIEGEL Online wenigstens auf seiner Startseite ausgiebig und an prominenter Stelle über die endgültigen Belege dafür, dass sich die mächtigste Nation der Welt endgültig ins tief mittelalterliche Zeiten zurückgebeamt hat!

Bild.de z.B. hält es – peinlicherweise – etwa für wichtiger, über “die neue Super-Laserwaffe der US-Navy” oder “Bernd Fritz, der 1988 einen TV-Skandal bei ‘Wetten, dass..?’ auslöste”, zu berichten. Und nur wenn man auf der bild.de-Startseite ganz weit runterscrollt, findet man das Artikelchen “Folterbericht des US-Geheimdienstes: CIA-Chef gesteht Fehler ein”.

Da ist man geradezu geneigt, sich zu wünschen, dass die bild.de-Schreiberlinge selbst mal in die Fänge der CIA geraten und alles durchmachen müssen, was die Gefolterten so alles erleiden mussten. Dann sähe die Themengewichtung auf der Startseite von bild.de garantiert ganz anders aus…

Doch auch SPIEGEL Online ist nicht frei davon, Dinge herunterzuspielen bzw. falsch darzustellen. So heißt es in dem Artikel “US-Folterbericht: So bestialisch quälte die CIA ihre Gefangenen”, dass “Gul Rahman versehentlich festgenommen wurde” und nach den an ihm verübten Foltereien “der einzige Häftling ist, der ums Leben kam”.

Doch das ist falsch. So steht z.B. bei german-foreign-policy.com in dem Beitrag “Mitwisser und Profiteure” folgendes zu lesen:

“Weltweites Entsetzen hat die Veröffentlichung des Berichts über die CIA-Folterpraktiken im ‘Anti-Terror-Krieg’ hervorgerufen, den der Geheimdienstausschuss des US-Senats am Dienstag offiziell vorgelegt hat.* Der Bericht, der mehr als 500 insgesamt stark zensierte Seiten umfasst, weist im Detail nach, was im Grundsatz bereits lange bekannt ist: dass die CIA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 brutale, auch tödliche Folter gegen eine Vielzahl an Verdächtigen angewandt hat.

In dem US-Senatbericht wird ebenfalls erwähnt, dass Gefangene in geheimen US-Haftzentren an die Decke gekettet wurden. Dies ist auch dem Deutschen Murat Kurnaz widerfahren, der bereits Ende 2001 in ein Internierungslager im afghanischen Kandahar verschleppt worden war. Kurnaz hing dort fünf Tage lang an der Decke eines unbeheizten Flugzeugschuppens – und musste mit ansehen, wie ein Mitgefangener durch diese Foltermethode ums Leben kam und ein zweiter von US-Militärs zu Tode geprügelt wurde.”

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* Senate Select Committee on Intelligence: Committee Study of the Central Intelligence Agency’s Detention and Interrogation Program. Declassification Revisions December 3, 2014

Der SPIEGEL liegt falsch, wenn er Pressestellen von Unis und Institutionen die Hauptschuld für haltlose sensationsheischende Medizin-Berichterstattung gibt – denn die Haupt- oder gar alleinige Schuld tragen autoritätshörige Journalisten

  11. Dezember 2014, von T. Engelbrecht

(Mit Dank an Georg)

döljasf ; Foto: DPA

In seinem Beitrag “Pressestellen übertreiben häufiger als Journalisten” macht SPIEGEL Online erneut den Kardinalfehler, der darin besteht, einer Quelle – in diesem Fall einer Studie aus dem British Medical Journal – blindlings zu vertrauen und deren Resultate ungeprüft an die Leserschaft weiter zu reichen; Foto: DPA

“Durchbruch im Kampf gegen Demenz geschafft!” oder auch “Bahnbrechende Krebstherapie!” – derlei Schlagzeilen kennen wir aus den Medien zur Genüge. Und in der Tat “wird in der Medizinberichterstattung regelmäßig übertrieben”, wie Holger Dambeck, Wissenschaftsredakteur bei SPIEGEL Online, in seinem Artikel “Medizin-Berichterstattung: Pressestellen übertreiben häufiger als Journalisten” korrekterweise schreibt (siehe auch Screenshot links). Doch bei der Ergründung der Ursachen für dieses Phänomen liegt Dambeck schlicht falsch.

So beruft sich Dambeck auf eine im British Medical Journal abgedruckte Forschungsarbeit, derzufolge “ein Teil der Verantwortung für unseriöse Medizin-Berichterstattung” nicht bei den Journalisten selber liege. “Das Hauptproblem” seien vielmehr “Pressemitteilungen der Universitäten und Institute, in denen übertrieben werde oder wichtige Hinweise und Einschränkungen fehlten”. Doch das ist, mit Verlaub, schlichter Humbug.

Die primäre Aufgabe von Journalisten besteht ja darin, Quellen auf ihre Richtigkeit zu überprüfen – von daher KANN eine Pressemitteilung gar nicht die Hauptschuld daran tragen, dass Medizin-Berichterstattung haltlos übertrieben ist
Denn es ist ja gerade die Aufgabe von Journalisten, keiner(!) Quelle – und seien es auch Pressemitteilungen von anerkannten Universitäten oder sonstigen als seriös geltenden Institutionen – blindlings Glauben zu schenken, sondern alles und jedes auf seine Stichhaltigkeit und faktische Richtigkeit zu überprofen. Eben das kann man ganz besonders von SPIEGEL-Journalisten erwarten!

Folglich kann man gar nicht, wie es Dambeck unter Berufung auf den British-Medical-Journal-Artikel tut, einer Pressemitteilung die Hauptschuld für unseriöse Medizin-Berichterstattung anlasten, da es ja eben die primäre Aufgabe von Journalisten ist, derlei Quellen auf ihre Seriösität zu überprüfen. Wurde dies unterlassen, kann ohne Frage haltlos übertriebene Medizin-Berichterstattung dabei herauskommen – doch dann lag der Fehler ganz klar beim autoritätshörigen Journalisten, der es versäumt hat, eine kritische Überprüfung dieser Pressemitteilung vorzunehmen.

Und so hat Dambeck auch bei seinem jetzigen Artikel genau diesen Kardinalfehler gemacht: Er hat einer Quelle – in diesem Fall einer Studie aus dem British Medical Journal – blindlings geglaubt und die Resultate dieser Quelle ohne eine entsprechende kritische Überprüfung an seine Leserschaft weitergereicht.

Der SPIEGEL ist sich selbst für so abstruse Schlagzeilen wie “Erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Linkshänderinnen” nicht zu schade
Kurzum: Auch den SPIEGEL-Journalisten fehlt es – wie schon so oft von SPIEGELblog kritisiert und dargelegt – einfach an kritischem Geist, wenn es um sensationsheischenden Input von Medizinprofessoren und anderen ach so vertrauenswürdigen Personen und Institutionen geht.

Nehmen wir nur mal die Schlagzeile, die SPIEGEL Online im Herbst 2005 brachte: “Erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Linkshänderinnen”. Problematisch ist diese Aussage genau deshalb, weil sie etwas als Tatsache hinstellt, was letztlich Kaffeesatzleserei ist – wie der kritische Leser auch schnell feststellt. Doch nicht allen Lesern dürfte dies aufgefallen sein, da viele – völlig zu recht – davon ausgehen, dass SPIEGEL Online seine “Wächterfunktion” wahrgenommen und in dieser Eigenschaft seine an die Leser weitergereichten Aussagen faktisch überprüft hat. Doch leider wurde dies auch in diesem Fall versäumt – und so wird mit der klaren Aussage in der Überschrift, wonach Linkshänderinnen ein erhöhtes Brustkresrisiko tragen sollen, eine Wissenschaftlichkeit suggeriert, die gar nicht existent ist. Dadurch werden viele Leser (und v.a. Linkshänderinnen und deren Anghörige) verunsichert, obgleich die Botschaft völlig haltlos ist.

Erschwerend kommt bei diesem Artikel hinzu, dass als Grund für das angeblich erhöhte Krebsrisiko von Linkshänderinnen angeführt wird, diese würden „vor der Geburt in der Gebärmutter stärker mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen in Berührung kommen“. Doch dass dieser Umstand das Krebsrisiko erhöht, ist wissenschaftlich keinesfalls belegt, sondern reine Vermutung. Und nicht zuletzt macht der SPIEGEL in diesem Beitrag natürliche Prozesse (dass man Linkshänder/in ist) für die Krebsentstehung verantwortlich, obwohl wissenschaftlich nicht belegt werden kann, dass uns Krebs in die Wiege gelegt ist. Vielmehr diktieren Lebensstil und Lebensumstände die Krebsentstehung (siehe dazu z.B. mein Buch “Die Zukunft der Krebsmedizin”).

Artikel zum Thema:

# Torsten Engelbrecht: “Der Brustkrebs, die Hoffnung und die Gier. Spätestens seitdem sich Angelina Jolie vorbeugend ihre beiden gesunden Brüste hat amputieren lassen, fürchten viele Frauen die Macht der Gene. Doch mit der ist es tatsächlich nicht so weit her, sobald man genauer hinschaut”, Wochenzeitung, 10. Juli 2014

Der FOCUS und sogar BILD berichten über eine neue Studie, derzufolge Handystrahlung das Hirntumor-Risiko merklich erhöht – doch der SPIEGEL ignoriert auch diese Arbeit, ganz im Sinne der Industrie

  14. November 2014, von T. Engelbrecht

„Dass der Mobilfunk ein reales Gesundheitsrisiko für den Menschen darstellen kann, begründet sich unter anderem auch durch Ergebnisse der Grundlagenforschung. Biologische Wirkungen wurden sehr klar und weit unterhalb der bestehenden Grenzwerte festgestellt.”
Der Krebsforscher Wilhelm Mosgöller, zitiert aus: Torsten Engelbrecht, “Möglicherweise krebserregend” – Handystrahlung, das unterschätzte Risiko, Dr. med. Mabuse, Juli/August 2011

“Offizielle Auswertungen einer Vielzahl neuer Studien im Ausland – teilweise verbunden mit Warnungen der Strahlenschutz- und Gesundheitsbehörden – widerlegen inzwischen das vom BGH 2004 angenommene ‘Indiz’ für eine Harmlosigkeit der Funkstrahlung (§ BGB § 906 BGB § 906 Absatz I 2 BGB). Im schweizerischen Mobilfunkforschungsprogramm ebenso wie schon seit Jahren in ‘fast allen’ Studien wurden Veränderungen von Gehirnströmen (EEG) registriert. Auch Zellschäden, ähnlich wie sie Radioaktivität bewirkt, konnten beobachtet werden (NFP 57). ‘Unwiderlegbare’ Effekte mit Gesundheitsrelevanz stellte weiter die französische Strahlenschutzbehörde 2009 fest. Eine Resolution der russischen Strahlenschutzbehörde (2011) warnt eindringlich, dass eine Gefahr für Schäden bei Kindern besteht. Und in einem ausführlichen und durchaus ‘mobilfunkfreundlichen’ Report von 2013 warnt nun die kanadische Gesundheitsbehörde von British Columbia vor Spermaschäden sowie der Gefahr von Alzheimer und Parkinson infolge ‘fairly consistent’ beobachteten oxidativen Stresses. Mit diesem ist zugleich ein plausibler und schon bislang vielfach angenommener Teilaspekt für einen Wirkungsmechanismus für die drei Störungen an Zellen (DNA), des Nervensystems (EEG) und der Fertilität (Sperma) benannt, für die es heute gute Belege gibt. All das sind keine Einzelergebnisse, sondern amtliche Aussagen und Warnungen aus mehrjährigen nationalen Forschungsprogrammen oder umfassenden Auswertungen des gegenwärtigen Stands der Forschung.”
Budzinski Hutter, Mobilfunkschäden, NVwZ – Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht, Heft 7 2014, S. 418 – 422

bild handy

BILD berichtet auf seiner Website am 14. November über eine “alarmierende Studie” zum Thema Handy und Hirntumor-Risiko – der SPIEGEL hingegen ignoriert die Arbeit und schenkt traditionell lieber industrienahen Forschern und Forschungsarbeiten Gehör; Foto: picture alliance / blickwinkel/M

Wenn es um mögliche Gefahren durch Mobilfunkstrahlung geht, agiert der SPIEGEL nach wie vor ganz im Sinne der Industrie. SPIEGEGLblog berichtete mehrfach über die PR-artige Schreibe des Nachrichtenmagazins bei dieser Thematik (siehe hier). Und etwa auch die Medienfachzeitschrift message wunderte sich bereits 2007 in ihrem Beitrag “Funkstille über Strahlungsschäden” darüber, wie unkritisch und einseitig der SPIEGEL das Thema anpackt und Mobilfunkskeptiker einfach abqualifiziert.

Dazu passt, dass jetzt etwa der Focus und sogar BILD über eine neue Studie zu Mobilfunkstrahlung unter Leitung des schwedischen Forschers Lennart Hardell berichten, die im Fachmagazin Patholophysiology Journal veröffentlicht wurde. Demnach haben Menschen, die mehr als 25 Jahre lang ein mobiles Telefon nutzen, ein dreifach höheres Risiko, an einem tödlichen Hirntumor zu erkranken. BILD – ein Medium, das wohlgemerkt bis dato nicht gerade durch eine sonderlich konzernkritische Medizinberichterstattung aufgefallen ist – spricht online von einer “alarmierenden Studie” und macht die Forschungsarbeit sogar auf Seite 1 seiner Printausgabe zum Thema.

Und der SPIEGEL? Der ignoriert die Studie – ganz im Sinne der Industrie. Stattdessen bringt der SPIEGEL mit Vorliebe so illustre Schlagzeilen wie “Angst vor Handy-Strahlen: Kühlen Kopf bewahren” – ganz im Sinne der Industrie…

Link zum Thema:

# Professor Hardell hat die Ergebnisse seiner Handy-Studien im April 2014 auf dem Kongress der Kompetenzinitiative in Würzburg vorgetragen. Sein Vortrag kann hier heruntergeladen werden.

PS: Der industrienahe Forscher Alexander Lerchl, auf auf dessen Aussagen der SPIEGEL seine Mobilfunkberichterstattung immer wieder stützte, soll wegen Ehrverletzung angeklagt werden
Diagnose Funk, eine Umwelt- und Verbraucherorganisation zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung, berichtet aktuell folgendes:

“Die REFLEX-Studie hatte vor einigen Jahren aufgezeigt, dass GSM- und UMTS-Strahlung [= Mobilfunkstrahlung] zu Krebs führen kann. Gegen die Wissenschaftler und die Mitarbeiterin bzw. Laborantin Elisabeth Kratochvil an der Medizinischen Universität Wien begann eine Rufmordkampagne mit dem zentralen Anwurf, sie hätten die Ergebnisse gefälscht. [Der SPIEGEL hatte maßgeblichen Anteil an dieser haltlosen Kampagne, worüber SPIEGELblog auch ausführlich berichtete –> siehe hier]. Prof. Lerchl[, auf dessen Aussagen der SPIEGEL seine Mobilfunkberichterstattung wohlgemerkt immer wieder stützte, obgleich dieser selbst von der WHO ob seiner Interessenkonflikte abgewiesen wurde*,] und seine mutmasslichen Auftraggeber führen die Kampagne weiter, obwohl die Studienergebnisse inzwischen Teil der Literatur sind und durch weitere Studien bestätigt wurden. Frau Kratochvil hat sich nun dazu entschlossen, nachdem die Kampagne nicht aufhört und Prof. Lerchl die Vorwürfe permanent in der Presse lanciert, einen Prozess zu führen. Lesen Sie die Erklärung der Stiftung Pandora zu diesem Prozess und den Aufruf zu Spenden hier oder auch hier.”

* Prof. Alexander Lerchl bestreitet, dass er von der WHO bzw. dessen International Agency for Research on Cancer (IARC) ob seiner Interessenkonflikte abgewiesen wurde. Ob dem so ist, darüber kann sich jede/r selbst ein Bild machen, indem sie oder er in das Antwortschreiben der IARC an Prof. Lerchl, das vom 26. Oktober 2010 datiert, schaut –> siehe hier. Darin begründet die IARC ihre Entscheidung, Prof. Lerchl nicht in die IARC Monograhps Working Group aufzunehmen, u.a. mit folgendem Satz: “An IARC Monograph is an exercise that demands complete independence from all commercial interests, and from advocates who might be perceived as advancing a pre-conceived position.”

Robin Williams: Jetzt ist es raus, dass der US-Schauspieler tatsächlich bei seinem Tod unter dem Einfluss von Antidepressiva stand, die nachweislich die Suizidgefahr erhöhen – doch solch hochbrisante Fakten ignoriert der SPIEGEL mal wieder einfach

  13. November 2014, von T. Engelbrecht

Am 12. August kritisierte SPIEGELblog die Berichterstattung des SPIEGEL über das tragische Ableben des US-Schauspielers Robin Williams, siehe hier. Zentraler Kritikpunkt: Auch der SPIEGEL mutmaßte über einen möglichen Suizid des US-Schauspielers, der unter schweren Depressionen litt – doch dass Antidepressiva nachweislich Selbstmorde auslösen können und folglich Antidepressiva sozusagen schuld sein oder zumindest eine Mitschuld tragen könnten am Suizid des 63-jährigen Williams, wurde von dem Nachrichtenmagazin schlicht nicht thematisiert.

Dies ist um so verwunderlicher, wenn man bedenkt, dass jeder, der sich mit der Thematik auch nur ein bisschen auskennt, sofort darauf kommen würde, dass Antidepressiva den tragischen Suizid von Robin Williams (mit)verursacht haben könnten. Und jetzt ist es tatsächlich endgültig raus: Wie die Non-Profit-Organisation Citizens Commission on Human Rigths (CCHR) am 10. November auf ihrer Website berichtet, ist es nämlich so, dass “Robin Williams – entgegen der vielen Medienberichte – zum Zeitpunkt seines Todes unter dem Einfluss von Antidepressiva stand”, und zwar hatte er in den Tagen zuvor offenbar eine Überdosis eingeworfen!

Denn wie der selbsternannte Mental Health Watchdog CCHR berichtet, ist es nicht nur so, dass “The antidepressant found in Williams’ toxicology test, Mirtazapine (Remeron), has 10 drug regulatory agency warnings citing suicidal ideation.”

Auch offenbaren die Ergebnisse der Autopsie, dass “not only was Williams under the influence of antidepressant drugs, but the powerful antipsychotic Seroquel was also found at the scene and appears to have been recently taken by Williams. While toxicology tests apparently were negative for the antipsychotic Seroquel, the fact remains that a bottle of Seroquel prescribed to Williams on August 4th,  just seven days prior to Williams’ suicide, was missing 8 pills. The Seroquel instructions advise to take one pill per day as needed. Side effects associated with Seroquel include psychosis, paranoid reactions, delusions, depersonalization and suicide attempt.

The question that has to be asked is why the press continues to promote the idea that no drugs were found in Williams’ system?”

Eine Frage, die absout berechtigt ist – und die im Grunde nur damit beantwortet werden kann, dass Medien wie der SPIEGEL sich offenbar konsequent weigern, den Fakten nüchtern ins Auge zu schauen, wenn es um die Nebenwirkungen von Antidepressiva im Zusammenhang mit dem Freitod von bekannten Persönlichkeiten oder mit Amokläufen an Schulen oder Universitäten geht (SPIEGElblog berichetete hierüber mehrfach, siehe hier).