Masern und der Ruf nach einer Impf-Pflicht: Warum sich der SPIEGEL mal wieder zum Sprachrohr vollkommen haltloser Pharmabotschaften macht

  24. Februar 2015, von T. Engelbrecht

“Das Berliner Uniklinikum Charité veröffentlichte eine Pressemitteilung mit folgendem Wortlaut: ‘Bei dem [verstorbenen] Kind lag eine Erkrankung vor, die ohne die Masern-Infektion nicht zum Tode geführt hätte.’ Sprich: Der verstorbene Eineinhalbjährige hatte eine Vorerkrankung und diese verlief tödlich, nachdem er zusätzlich Masern bekommen hatte. Die Masern waren also nicht, wie die Charité von Anfang an kommuniziert hatte, die alleinige Ursache seines Todes.”
Epoch Times*, “Desinformation zu Tod nach Masern: Berliner Junge hatte Vorerkrankung”, 26. Feb. 2015

“Warum dürfen Medien (z.B. SPIEGEL) und Politiker ungestraft Infos [über Masern] verbreiten, wenn noch nichts wirklich klar ist?”
Netzwerk Impfentscheid, Mitteilung vom 24. Feb. 2015

“Der Blick auf die Statistiken zeigt, dass die so genannten Infektionskrankheiten inkl. Masern schon stark zurückgegangen waren, BEVOR die Massenimpfungen kamen. Darauf macht z.B. auch der renommierte Immunologie- und Biologieprofessor Edward S. Golub in seinem Buch ‘The Limits of Medicine’ aufmerksam.”
Torsten Engelbrecht, “Studien belegen: UNgeimpfte sind gesünder als Geimpfte”

“Health officials are blaming unvaccinated children for the recent measles [= Masern] outbreak that started at Disneyland. [But] scientific evidence demonstrates that individuals vaccinated with live virus vaccines such as MMR (measles, mumps and rubella), rotavirus, chicken pox, shingles and influenza can shed the virus for many weeks or months afterwards and infect the vaccinated and unvaccinated alike.”
Globalnewswire.com, “Studies Show that Vaccinated Individuals Spread Disease”, 5. Feb. 2015

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Der Pharma- bzw. Impfindustrie gefällt so etwas: In drei von vier Artikeln der SPIEGEL-Online-Rubrik “Gesundheit” wird aktuell massiv Stimmung gemacht für das Impfen. Tatsächlich jedoch gibt es keinen wissenschaftlich belegten Grund dafür, das man sein Kind gegen Masern oder andere Krankheiten impfen lassen sollte!

Bereits 2009 mussten wir in unserem SPIEGELblog-Beitrag SPIEGEL Online: im Dienste der Impfindustrie” realisieren: “SPIEGEL Online bzw. deren Redakteurin Heike Le Ker ist sich offenbar nicht dafür zu schade, um die Botschaften der Imfpindustrie kritiklos und werbewirksam an die Öffentlichkeit weiterzugeben.”

So hatte Le Ker z.B. im Oktober 2008 den HPV-Impfstoff (also den Gebärmutterhalskrebs-Impfstoff) als “hochwirksam” hochgejubelt, was eben völlig haltlos war. Und so kam es, dass Le Ker ihre Jubelbotschaft für den HPV-Impfstoff wenige Wochen später auch selber korrigierte –  aber dies freilich auch erst dann, als sie praktisch nicht mehr anders konnte, weil eine kritische Stellungnahme von 13 Forschern zur HPV-Impfung in den Medien die Runde machte (SPIEGELblog berichtete).

Die Eindämmung von Masern-Symptomen hat nachweislich(!) nichts mit Impfungen zu tun
Und leider, leider hat die Impf-Berichterstattung des SPIEGEL-Online-Wissenschaftsteam um Heike Le Ker auch aktuell an seiner Faktenferne nichts eingebüßt – und leider, leider gibt es nicht immer, wie im beschriebenen Fall der HPV-Impfung, eine so kritische Gegenöffentlichkeit, die verhindert, dass Journalist/inn/en wie Le Ker unsanktioniert den letzten Schmarn an ihr Millionenpublikum weiterreichen dürfen.

So bläst SPIEGEL Online auch bei der aktuellen Debatte über Masern und eine mögliche Impfpflicht Sätze raus, die haltloser und damit irreführender nicht sein könnten. Z.B. lautet die Bildunterschrift des gestrigen Beitrags “Masernausbruch in Berlin: Koalition droht mit Impfpflicht – Grüne und Linke dagegen” doch tatsächlich: “Weil einige Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen, gibt es derzeit in Berlin einen Ausbruch der Infektionskrankheit.” Das ist, mit Verlaub, einfach nur Quatsch mit Soße.

Dasselbe gilt für den Satz, den Heike Le Ker in ihrem heute früh um 5:05 Uhr online gestellten Kommentar “Masern-Ausbruch in Berlin: Impfen ist keine Privatsache” zum Besten gibt: “Gegen die hoch ansteckenden Viren gibt es eine wirksame Impfung. Wir sollten sie als Geschenk betrachten.”

Masernsterbefälle waren in Deutschland zuerst stark zurückgegangen - und erst dann wurde die Impfung eingeführt; Q: Dr. med. G. Buchwald/Stat. Bundesamt

Die Masern-Sterbefälle waren in Deutschland zuerst stark zurückgegangen – und erst dann wurde die Impfung eingeführt; Quelle: Dr. med. G. Buchwald (Buch “Impfen – Das Geschäft mit der Angst”)/Stat. Bundesamt

Fakt ist nämlich zunächst, dass v.a. auch die Masernimpfung aber auch so gar nichts zu tun hat mit dem Rückgang der auf Masern zurückgeführten Sterbe- und auch Erkrankungsfälle. So waren, wie der zweite Screenshot (siehe links) eindeutig zeigt, in Deutschland die Masernsterbefälle von Anfang der 1960er bis Mitte der 1970er Jahre drastisch zurückgegangen – und erst dann kam die Impfeinführung. Und seit der Einführung der Impfung verharren die Sterbefälle auf einem niedrigen Niveau.

Mit anderen Worten: Ob man die Krankheitssymptome, anhand derer Masern diagnostiziert werden, bekommt, hängt von den Lebensumständen (Ernährung, Lebensgewohnheiten wie Rauchen und Alkoholkonsum oder auch Sport, Toxinbelastung etwa durch Feinstaub, die Einnahme nebenwirkungsreicher Medikamente oder auch Schwermetallzufuhr infolge von Impfungen oder Amalgamfüllungen usw.) ab – und nicht etwa davon, ob man geimpft worden ist!

Und so kann es auch nicht verwundern, dass Studien eindeutig zeigen, dass UNgeimpfte gesünder sind als Geimpfte (siehe hier). Folglich entbehren auch alle Berichte, in denen einfach mal so behauptet wird, jemand sei an einem Masern-Virus gestorben, der wissenschaftlich-faktischen Grundlage. Dies nicht zuletzt auch deswegen, da es ja nicht einmal eine solide (peer-reviewed) Studie gibt, in der ein krankmachendes Masern-Virus nachgewiesen wird – ein zentral wichtiger Aspekt, der in der öffentlichen bzw. medialen Debatte ebenfalls sträflich übersehen wird.

Die aktuellen Berichten von SPIEGEL & Co sind an “Faktenferne kaum zu überbieten”
Und so ist auch die Faktenferne der Medienberichterstattung über den aktuellen Fall des mit 18 Monate angeblich an einem Masern-Virus verstorbenen Kindes in Berlin kaum zu überbieten. Das Netzwerk Impfentscheid fasst die Kritik an dieser Art von pharmahöriger Berichterstattung in einer heute um 8:55 Uhr veröffentlichten Mitteilung wie folgt zusammen:

“Ein 18 Monate altes Kind ist in Berlin an Masern verstorben. So zumindest berichten sehr emotionsgeladen die Mainstreammedien. Aber war das Kind ungeimpft und starb es wirklich ursächlich an den Masern? Eher fraglich! Denn es gibt widersprüchliche Meldungen zum Impfstatus. Uns bekannte Quellen in Berlin haben anderes zu Tage gefördert, als die Medien verbreiten. Hier eine kleine Zusammenfassung:

Verworrene Medienberichterstattung zum Impfstatus des Berliner Kleinkindes:

- Medien: Meldungen zwischen “nicht geimpft” bis “voll durchgeimpft”, nur die Masernimpfung wurde nicht verabreicht.
– Unklar: Welche impfbefürwortenden Eltern würden ihr Kind genau gegen Masern nicht impfen lassen, gegen Röteln und Mumps jedoch schon? Die Angstpropaganda läuft doch genau gegen Masern auf Hochtouren. Außerdem hätte man Einzelimpfstoffe gegen Röteln und Mumps gegen müssen, was für Impfbefürworter keinen Sinn machen würde.
– Fakt: Das Kind hatte, neben allen anderen vorherigen Impfungen, die erste MMR-Impfung (= Masern, Mumps, Röteln) erhalten. Die Zweite stand bevor.

Zur Todesursache des Kleinkindes:

- Medien: Neuste Meldung (heute Morgen): unklar, man suche noch danach.
– Unklar: Das Kind ist voll durchgeimpft, könnten also auch Impfmasern (sofern es wirklich Masern hatte) oder eine grundlegende Schwächung des Immunsystems durch die vorangegangenen Impfungen die Ursache sein? Das Spital Charitè sucht noch durch Autopsie nach der Ursache….
– Fakt: Wir wissen es nicht genau, die Medien und Politiker auch nicht. Alles nur Spekulation, Wasser auf die Mühlen der Impfbetreiber und Nahrung für die geschürte Angst. Kein seriöser Journalismus und gekaufte Politiker?

Zum vorangegangenen Gesundheitszustand des Kleinkindes:

- Medien: Meldungen zwischen “keine chronischen Vorerkrankungen” bis zu “im Vorfeld schon krank”.
– Unklar: Der vorgängige Gesundheitszustand ist nicht bekannt, trotzdem wurde bereits Benzin ins Feuer gegossen, als die ersten medialen Meldungen die Aussage “keine chronischen Vorerkrankungen” enthielten. Warum dürfen Medien (z.B. SPIEGEL) und Politiker ungestraft Infos verbreiten, wenn noch nichts wirklich klar ist?
– Fakt: Wir wissen es nicht abschliessend, aber laut unseren Quellen scheint es eher so zu sein, dass das Kind Vorerkrankungen hatte.

Weiterer interessanter Link:

“Maserntod ein Fake? Masern-Tod in Berlin – oder Impfschaden-Tod?”

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* Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat Die Neue Epoche (die seit 2007 auch in Deutschland Epoch Times heißt) für ihre „umfangreiche und regelmäßige Berichterstattung“ über Menschenrechtsverletzungen in China 2006 mit einem Medien-Sonderpreis ausgezeichnet.

Der SPIEGEL bepöbelt Alexis Tsipras als “Europas Albtraum” und “Geisterfahrer” – betreibt damit aber im Grunde nur “Geisterfahrer-Journalismus”, indem er sich wie ein Sprachrohr neoliberaler Politik geriert

  31. Januar 2015, von T. Engelbrecht

“US-Präsident Barack Obama zeigte in einem Interview mit CNN Verständnis für das Abweichen der neuen griechischen Regierung [unter Tsipras] vom strengen Sparkurs.”
“Tsipras erwartet kein Geld aus Moskau”, sueddeutsche.de, 2. Feb. 2015

“‘Der Geisterfahrer’ lautet die Headline des aktuellen SPIEGEL auf einem Bild von Alexis Tsipras, dem attestiert wird, der ‘Albtraum Europas’ zu sein. Den meisten dieser Syriza-feindlichen [deutschen Medien-]Publikationen gemein ist die völlige Verkennung der Ausgangslage. Griechenland ist durch Krise und Austeritätsdiktat ökonomisch zerstört. Arbeitslosigkeit, Lohneinbußen, der völlige Zusammenbruch von sozialen Sicherungssystemen – die griechische Bevölkerung, das konnte jeder sehen, der in den vergangenen Jahren das Land jenseits von Luxushotels bereiste, ist verzweifelt.”
Thomas Eipeldauer, “Das alte gegen das neue Europa”, hintergrund.de, 1. Feb. 2015

“[Durch den] Kauf von Staatsanleihen durch die EZB und die anderen Euro-Zentralbanken [im Gesamtwert von 1,1 Billionen Euro] wird… der eigentliche Grund der tiefen und andauernden ökonomischen Krise, die immer ungleicher werdende Verteilung, … verschärft. [Dabei gibt] es Alternativen zuhauf – auch solche, die die EZB in ihrer heutigen Gestalt und nach geltendem Recht durchführen könnte. Am einfachsten wäre die direkte Geldschöpfung durch die Überweisung von Geld auf das Konto von jedermann. Das ist ein Konzept, das zum Beispiel der frühere Präsident der US-Notenbank Ben Bernanke im Fall einer Deflation empfohlen, (aber nie angewendet hat). Es würde die effektive Nachfrage nach Verbrauchsgütern und damit deren Produktion sofort antreiben, damit einen Initialschub für die Konjunktur und nebenbei wieder leicht steigende Preise mit sich bringen.”
Lucas Zeise (Ex-Ressorleiter bei der Börsen-Zeitung und der Financial Times Deutschland), “Das Billionen-Euro-Ding”, hintergrund.de, 26. Jan. 2015

spiegel titelDa reibt man sich mal wieder die Augen: Der SPIEGEL beschimpft Griechenlands neuen Regierungschef Alexis Tsipras auf keiner geringeren Seite als seinem aktuellen Titelblatt als “Europas Albtraum” und “Geisterfahrer” (siehe Screenshot links) – und das auch noch mit der Begründung, dass Tsipras, so wörtlich, “alles in Frage stellt, was der Kanzlerin [Angela Merkel] heilig ist”. Als ob man zu “Europas Albtraum” oder zu einem politischen “Geisterfahrer” wird, wenn man Dinge in Frage stellt, die CDU-Chefin und Kanzlerin Merkel heilig sind…

Ohne Frage, CDU-Hardlinern wie Wolfganz Schäuble hätte man solche Wortbomben ja noch zugetraut, um das, was Merkel, “heilig” ist, zu verteidigen. Aber ein Medium wie der SPIEGEL ist kein Sprachrohr der CDU. Offiziell zumindest nicht. Fakt ist: Es wäre nicht das erste mal, dass sich das Nachrichtenmagazin wie ein CDU-Sprachrohr aufführt!

So ist sich der SPIEGEL zu fast keiner Lobhudelei und Verklärung zu schade, wenn es um Angela Merkel geht (SPIEGELblog hat darauf bereits mehrfach aufmerksam gemacht, siehe hier). 2009 etwa schrieb das Nachrichtenmagazin allen Ernstes, Deutschland sei “gutes, altes Merkelland, das so schonend ist für die Nerven seiner Bewohner”.

Was für ein Mumpitz das ist, erkennt man allein schon daran, dass Arm und Reich nicht nur weltweit, sondern auch in diesem Land immer weiter auseinanderdriften. Und das soll, wie der SPIEGEL tönt, nervenschonend sein? Wohl kaum – jedenfalls nicht für die breite Masse der Bevölkerung… Im Übrigen ist es auch wissenschaftlich klar erwiesen, dass der Stress für die Bevölkerung gerade auch unter der Politik Angela Merkels sukzessive zugenommen hat (siehe z.B. hier) – Deutschland als “gutes, altes nervenschonendes Merkelland” zu bezeichnen, wie es der SPIEGEL getan hat, kommt de facto einer Realitätsverweigerung bzw. dem Versuch, seine Leser für dumm zu verkaufen, gleich.

Wieso belegt der SPIEGEL nicht (auch) Angela Merkel oder die Verantwortlichen bei Weltbank und IWF, deren Politik Arm und Reich immer weiter auseinanderdriften lässt, mit Wortbomen wie “Europas Albtraum” und “Geisterfahrer”?
Besonders hart hat es wohlgemerkt gerade auch zuletzt die griechische Bevölkerung getroffen. So hat sie in der großen Mehrzahl vom Diktat der Troika – also jenes Beamtengremiums, das aus Vertretern der EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) gebildet wurde – nicht nur nichts gehabt. Schlimmer noch: Ganz viele Griechen sind unter diesem Diktat noch mehr verarmt – u.a. mit der Folge, dass im Geburtsland der Demokratie “die Selbstmordrate dramatisch angestiegen ist”.

Und im Übrigen konnten mit dieser Politik auch die Staatsschulden Griechenlands nicht gesenkt werden – im Gegenteil, in den vergangenen Jahren haben sich diese noch mal erhöht.

Und wer ist verantwortlich dafür? Bzw. wer hat die Zügel in der Hand, um diese Entwicklung umzudrehen? Zuvorderst die Politik, die eben in Deutschland maßgeblich auch von Politentscheidern wie Angela Merkel und auf internationaler Ebene von Institutionen wie dem IWF oder der EZB gestaltet wird. Doch genau diese Instanzen gehen schnurstracks nur einen Weg, und zwar den, dass eine kleine Oberschicht immer mehr zugeschasst bekommt, während für die Masse immer weniger bleibt.

Vor diesem Hintergrund stellt sich natürlich die Frage: Wieso belegt der SPIEGEL dann nicht Angela Merkel oder die Verantwortlichen bei Weltbank und IWF mit Schmähungen wie “Europas Albtraum” und “Geisterfahrer”? Oder ist es etwa kein Albtraum oder keine politische Geisterfahrerei, wenn eine Politik z.B. zur Folge hat, dass, wie in Griechenland geschehen, die Selbstmordraten dramatisch ansteigen? Aus meiner Sicht schon.

Demnach könnte man das Bild geradzu auch umdrehen, sprich Tsipras fährt in die richtige Richtung und sieht sich mit Merkel, IWF, EZB & Co einem Strom von Geisterfahrern ausgesetzt.

Da drängt sich – wohlgemerkt zum wiederholten Male – der Verdacht auf, dass der SPIEGEL die neoliberale Politik der herrschenden Machtcliquen, die Arm und Reich immer weiter auseinanderdriften lässt, für den richtigen Weg hält. Eine andere Erklärung kann ich dafür jedenfalls nicht ausmachen.

Dazu kann man dann nur noch eines feststellen: Ein journalistisches Medium, das sich für einen Weg stark macht, der Arm und Reich immer weiter auseinandertreibt, ist sich seines elementaren Auftrages, so genannte vierte Macht im Staat zu sein und sich gegen Machtmissbrauch und Klientelpolitik und für lebenswerte und v.a. auch gerechte Gesellschaften stark zu machen, nicht mehr bewusst und betreibt somit im Grunde nichts anderes als “Geisterfahrer-Journalismus”.

Das heißt selbstverständlich nicht, dass Tsipras’ nicht zu kritisieren wäre. Doch wer sich, wie Tsipras, zumindest nach dem, was er an Äußerungen von sich gibt, gegen ein Politdiktat stemmt, dass das Gros der griechischen Bürger sukzessive ins Elend stürzt, verdient ganz klar eine sachliche Kritik, die ohne sensationsheischende dumpfe Beschimpfungen auskommt.

So hat Tsipras bereits den Pakt mit der Troika aufgekündigt. Und was lesen wir dazu in der aktuellen Printausgabe des SPIEGEL? Nun, vom Tenor her hält das Magazin Tsipras nicht nur kritisch vor, er wolle die “Troika loswerden”. Auch erfährt man aus der Printausgabe nichts darüber, dass dieses Anliegen in irgendeiner Weise unter Umständen eine sinnvolle Idee sein könnte.

Doch man höre und staune: Jetzt hält sogar EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Troika für nicht mehr zeitgemäß und will sie durch eine “demokratisch besser legitimierte Struktur ersetzen”, die “auf den EU-Institutionen aufbaut”, wie man um 16:27 Uhr auf SPIEGEL Online lesen kann…

Blamable Berichterstattung zur CIA-Folter: “In Dunkelkammern erfolterte Aussagen werden bei Leitmedien wie dem SPIEGEL zu unumstößlichen Tatsachen”

  12. Dezember 2014, von T. Engelbrecht

“‘Keine unabhängige Stelle, kein unabhängiges Gericht’ habe die zur Verfügung stehenden ‘angeblichen oder tatsächlichen Beweise überprüft und nachprüfbar in einem rechtsstaatlichen Anforderungen genügenden Verfahren festgestellt, wer für die Anschläge von 9/11 verantwortlich war’, wie Bundesverwaltungsrichter Dieter Deiseroth bereits vor fünf Jahren erklärte. Das schreie geradezu nach Aufklärung, so der Richter. Demnach ist die Beweislage äußerst dünn, was die Täterschaft der inhaftierten mutmaßlichen 9/11-Drahtzieher angeht, um nicht zu sagen, sie wurde nie von der US-Regierung erbracht. Dennoch wird die offizielle 9/11-Version und deren offenkundige Manipulation seitens der US-Administration in den Leitmedien [wie dem SPIEGEL] auch nach Veröffentlichung des ‘Folterberichts’ nicht hinterfragt.”
Sebastian Range, Was der ‘CIA-Folterbericht’ sonst noch sagt”, hintergrund.de, 11. Dez. 2014

mmm; Foto: DPA

Anstatt den von brutalster Folter gekennzeichneten Umgang der US-Behörden mit Terrorverdächtigen als Taten eines Unrechtsstaates zu brandmarken und dies endlich auch mal zum Anlass zu nehmen, die von keinerlei Fakten gedeckte offizielle Version zu 9/11 dezidiert zu hinterfragen, verklärt Sebastian Fischer, US-Korrespondent des SPIEGEL, in einem Kommentar auf SPIEGEL Online (siehe Bild oben) lieber die Ergebnisse des CIA-Folterberichts zu einem Ausdruck der amerkanischen Demokratiefähigkeit – da lassen die PR-Manager der Republikaner regelrecht grüßen…; Foto: DPA

Wie bereits im vorigen SPIEGELblog-Beitrag über die CIA-Folter erwähnt, hat SPIEGEL Online bis dato weit ausführlicher als andere Nachrichtenportale wie bild.de, focus.de oder abendblatt.de über die CIA-Folter berichtet. Das ist durchaus löblich, geht es doch bei dieser Thematik um nicht weniger als um die Zerstörung von Grundwerten, für deren Erreichen Hunderte, wenn nicht gar Tausende Jahre gekämpft und in unglaublichem Ausmaß geblutet wurde.

Dennoch bleibt man bei genauer Betrachtung auch bei der SPON-Berichterstattung über die CIA-Greueltaten fassunglos zurück, denn die “in Dunkelkammern erfolterten Aussagen werden bei Leitmedien wie dem SPIEGEL zu unumstößlichen Tatsachen”, wie hintergrund.de in seiner Analyse “Was der ‘CIA-Folterbericht’ sonst noch sagt” zu Recht schlussfolgert.

In dieser Analyse heißt es:

Weil der [2004 präsentierte “9/11-Untersuchungsbericht insgesamt auf über hundert von der CIA produzierten Verhör-Protokollen beruht” und somit letzlich keinerlei stichhaltige Fakten aufweist, seien “‘die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der 9/11-Untersuchungskommission zu hinterfragen’, wie Bundesverwaltungsrichter Dieter Deiseroth bereits vor fünf Jahren erklärte. ‘Keine unabhängige Stelle, kein unabhängiges Gericht’ habe die zur Verfügung stehenden ‘angeblichen oder tatsächlichen Beweise überprüft und nachprüfbar in einem rechtsstaatlichen Anforderungen genügenden Verfahren festgestellt, wer für die Anschläge von 9/11 verantwortlich war’. Das schreie geradezu nach Aufklärung, so der Richter.

Demnach ist die Beweislage äußerst dünn, was die Täterschaft der inhaftierten mutmaßlichen 9/11-Drahtzieher angeht, um nicht zu sagen, sie wurde nie von der US-Regierung erbracht. Dennoch wird die offizielle 9/11-Version und deren offenkundige Manipulation seitens der US-Administration in den Leitmedien auch nach Veröffentlichung des ‘Folterberichts’ nicht hinterfragt. So heißt es bei SPIEGEL Online lapidar, die Rolle von Abu Zubaydah und Ramzi Bin al-Shibh sei  ‘überschätzt’ und ‘überbewertet’ worden. Zweifel am offiziellen 9/11-Narrativ werden am Ende des Artikel beseitigt: ‘2006 wird Khalid Sheikh Mohammed nach Guantanamo Bay überführt. Erst dort gesteht er seine Beteiligung an den 9/11-Anschlägen.’

Ein ‘Geständnis’, das wohlgemerkt vor einem von der Öffentlichkeit abgeschirmten Militärtribunal im Mai 2007 erfolgt sein soll (‘Ich war verantwortlich für die 9/11-Operation, von A bis Z’), und somit Jahre, nachdem seine ‘Geständnisse’ im offiziellen Untersuchungsbericht hundertfach als Beweisgrundlage herangezogen worden waren. Zu dem Zeitpunkt hatte Sheikh Mohammed jahrelange Tortur, Isolation und Gehirnwäsche hinter sich – man drohte ihm sogar, seine minderjährigen Kinder zu foltern.

Während Generalbundesanwalt Harald Range am Donnerstag durch Folter erpresste Geständnisse für tabu erklärte, die in Strafverfahren nicht berücksichtigt werden dürften, gelten für das Hamburger Nachrichtenmagazin [DER SPIEGEL] und andere Leitmedien bezüglich des 11. September keine solchen Berührungsverbote. In Dunkelkammern erfolterte Aussagen werden bei ihnen zu unumstößlichen Tatsachen.

Wer daran zweifelt, wird schnell mal als ‘antiamerikanischer Verschwörungstheoretiker’ gebrandmarkt. Vor einiger Zeit galten auch noch jene als solche, die den US-Diensten die nun bewiesene Folter-Praxis in diesem Ausmaß vorwarfen. Birgt der Umgang der US-Behörden mit Terrorverdächtigen auch alle Kennzeichen eines Unrechtsstaates in sich, so gilt etwa dem SPIEGEL diese nun mit dem ‘Folterbericht’ gewonnene Erkenntnis geradezu als Ausdruck der US-amerikanischen Demokratiefähigkeit:

‘Und die Veröffentlichung enthält auch eine Botschaft für die Gegner Amerikas: Die USA machen Fehler, furchtbare bisweilen; aber sie haben die Kraft, sich dazu zu bekennen und daraus zu lernen. Transparenz hat einer Demokratie noch nie geschadet’, schreibt Sebastian Fischer, US-Korrespondent des Blattes, der vom Herausgeber der Nachdenkseiten und ehemaligen Planungschef im Bundeskanzleramt, Albrecht Müller, bereits im Zuge der Russland-Berichterstattung des SPIEGEL als ‘typischer PR-Journalist’ gewürdigt wurde.”

CIA-Folter: SPIEGEL Online berichtet, dass Gul Rahman nach den an ihm verübten Foltereien “der einzige Häftling ist, der ums Leben kam” – doch in Wahrheit starben viele Menschen durch die bestialischen CIA-Torturen

  12. Dezember 2014, von T. Engelbrecht

“Der Bericht über die CIA-Folterpraktiken…, der mehr als 500 insgesamt stark zensierte Seiten umfasst, weist im Detail nach, was im Grundsatz bereits lange bekannt ist: dass die CIA… auch tödliche Folter gegen eine Vielzahl an Verdächtigen angewandt hat…. Auch der Deutsche Murat Kurnaz.., der bereits Ende 2001 in ein Internierungslager im afghanischen Kandahar verschleppt worden war, …hing dort fünf Tage lang an der Decke eines unbeheizten Flugzeugschuppens – und musste mit ansehen, wie ein Mitgefangener durch diese Foltermethode ums Leben kam und ein zweiter von US-Militärs zu Tode geprügelt wurde.”
german-foreign-policy.com, “Mitwisser und Profiteure”, 11. Dez. 2014

In seinem Beitrag “US-Folterbericht: So bestialisch quälte die CIA ihre Gefangenen” schreibt SPIEGEL Online fälschlicherweise, dass Gul Rahman “der einzige Häftling ist, der ums Leben kam”; Foto: Getty Images

Eines muss man dem SPIEGEL bei seiner Berichterstattung über die CIA-Foltereien zugute halten: Im Gegensatz zu Nachrichtenportalen wie bild.de, focus.de, abendblatt.de oder mopo.de berichtet SPIEGEL Online wenigstens auf seiner Startseite ausgiebig und an prominenter Stelle über die endgültigen Belege dafür, dass sich die mächtigste Nation der Welt endgültig ins tief mittelalterliche Zeiten zurückgebeamt hat!

Bild.de z.B. hält es – peinlicherweise – etwa für wichtiger, über “die neue Super-Laserwaffe der US-Navy” oder “Bernd Fritz, der 1988 einen TV-Skandal bei ‘Wetten, dass..?’ auslöste”, zu berichten. Und nur wenn man auf der bild.de-Startseite ganz weit runterscrollt, findet man das Artikelchen “Folterbericht des US-Geheimdienstes: CIA-Chef gesteht Fehler ein”.

Da ist man geradezu geneigt, sich zu wünschen, dass die bild.de-Schreiberlinge selbst mal in die Fänge der CIA geraten und alles durchmachen müssen, was die Gefolterten so alles erleiden mussten. Dann sähe die Themengewichtung auf der Startseite von bild.de garantiert ganz anders aus…

Doch auch SPIEGEL Online ist nicht frei davon, Dinge herunterzuspielen bzw. falsch darzustellen. So heißt es in dem Artikel “US-Folterbericht: So bestialisch quälte die CIA ihre Gefangenen”, dass “Gul Rahman versehentlich festgenommen wurde” und nach den an ihm verübten Foltereien “der einzige Häftling ist, der ums Leben kam”.

Doch das ist falsch. So steht z.B. bei german-foreign-policy.com in dem Beitrag “Mitwisser und Profiteure” folgendes zu lesen:

“Weltweites Entsetzen hat die Veröffentlichung des Berichts über die CIA-Folterpraktiken im ‘Anti-Terror-Krieg’ hervorgerufen, den der Geheimdienstausschuss des US-Senats am Dienstag offiziell vorgelegt hat.* Der Bericht, der mehr als 500 insgesamt stark zensierte Seiten umfasst, weist im Detail nach, was im Grundsatz bereits lange bekannt ist: dass die CIA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 brutale, auch tödliche Folter gegen eine Vielzahl an Verdächtigen angewandt hat.

In dem US-Senatbericht wird ebenfalls erwähnt, dass Gefangene in geheimen US-Haftzentren an die Decke gekettet wurden. Dies ist auch dem Deutschen Murat Kurnaz widerfahren, der bereits Ende 2001 in ein Internierungslager im afghanischen Kandahar verschleppt worden war. Kurnaz hing dort fünf Tage lang an der Decke eines unbeheizten Flugzeugschuppens – und musste mit ansehen, wie ein Mitgefangener durch diese Foltermethode ums Leben kam und ein zweiter von US-Militärs zu Tode geprügelt wurde.”

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* Senate Select Committee on Intelligence: Committee Study of the Central Intelligence Agency’s Detention and Interrogation Program. Declassification Revisions December 3, 2014

Der SPIEGEL liegt falsch, wenn er Pressestellen von Unis und Institutionen die Hauptschuld für haltlose sensationsheischende Medizin-Berichterstattung gibt – denn die Haupt- oder gar alleinige Schuld tragen autoritätshörige Journalisten

  11. Dezember 2014, von T. Engelbrecht

(Mit Dank an Georg)

döljasf ; Foto: DPA

In seinem Beitrag “Pressestellen übertreiben häufiger als Journalisten” macht SPIEGEL Online erneut den Kardinalfehler, der darin besteht, einer Quelle – in diesem Fall einer Studie aus dem British Medical Journal – blindlings zu vertrauen und deren Resultate ungeprüft an die Leserschaft weiter zu reichen; Foto: DPA

“Durchbruch im Kampf gegen Demenz geschafft!” oder auch “Bahnbrechende Krebstherapie!” – derlei Schlagzeilen kennen wir aus den Medien zur Genüge. Und in der Tat “wird in der Medizinberichterstattung regelmäßig übertrieben”, wie Holger Dambeck, Wissenschaftsredakteur bei SPIEGEL Online, in seinem Artikel “Medizin-Berichterstattung: Pressestellen übertreiben häufiger als Journalisten” korrekterweise schreibt (siehe auch Screenshot links). Doch bei der Ergründung der Ursachen für dieses Phänomen liegt Dambeck schlicht falsch.

So beruft sich Dambeck auf eine im British Medical Journal abgedruckte Forschungsarbeit, derzufolge “ein Teil der Verantwortung für unseriöse Medizin-Berichterstattung” nicht bei den Journalisten selber liege. “Das Hauptproblem” seien vielmehr “Pressemitteilungen der Universitäten und Institute, in denen übertrieben werde oder wichtige Hinweise und Einschränkungen fehlten”. Doch das ist, mit Verlaub, schlichter Humbug.

Die primäre Aufgabe von Journalisten besteht ja darin, Quellen auf ihre Richtigkeit zu überprüfen – von daher KANN eine Pressemitteilung gar nicht die Hauptschuld daran tragen, dass Medizin-Berichterstattung haltlos übertrieben ist
Denn es ist ja gerade die Aufgabe von Journalisten, keiner(!) Quelle – und seien es auch Pressemitteilungen von anerkannten Universitäten oder sonstigen als seriös geltenden Institutionen – blindlings Glauben zu schenken, sondern alles und jedes auf seine Stichhaltigkeit und faktische Richtigkeit zu überprofen. Eben das kann man ganz besonders von SPIEGEL-Journalisten erwarten!

Folglich kann man gar nicht, wie es Dambeck unter Berufung auf den British-Medical-Journal-Artikel tut, einer Pressemitteilung die Hauptschuld für unseriöse Medizin-Berichterstattung anlasten, da es ja eben die primäre Aufgabe von Journalisten ist, derlei Quellen auf ihre Seriösität zu überprüfen. Wurde dies unterlassen, kann ohne Frage haltlos übertriebene Medizin-Berichterstattung dabei herauskommen – doch dann lag der Fehler ganz klar beim autoritätshörigen Journalisten, der es versäumt hat, eine kritische Überprüfung dieser Pressemitteilung vorzunehmen.

Und so hat Dambeck auch bei seinem jetzigen Artikel genau diesen Kardinalfehler gemacht: Er hat einer Quelle – in diesem Fall einer Studie aus dem British Medical Journal – blindlings geglaubt und die Resultate dieser Quelle ohne eine entsprechende kritische Überprüfung an seine Leserschaft weitergereicht.

Der SPIEGEL ist sich selbst für so abstruse Schlagzeilen wie “Erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Linkshänderinnen” nicht zu schade
Kurzum: Auch den SPIEGEL-Journalisten fehlt es – wie schon so oft von SPIEGELblog kritisiert und dargelegt – einfach an kritischem Geist, wenn es um sensationsheischenden Input von Medizinprofessoren und anderen ach so vertrauenswürdigen Personen und Institutionen geht.

Nehmen wir nur mal die Schlagzeile, die SPIEGEL Online im Herbst 2005 brachte: “Erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Linkshänderinnen”. Problematisch ist diese Aussage genau deshalb, weil sie etwas als Tatsache hinstellt, was letztlich Kaffeesatzleserei ist – wie der kritische Leser auch schnell feststellt. Doch nicht allen Lesern dürfte dies aufgefallen sein, da viele – völlig zu recht – davon ausgehen, dass SPIEGEL Online seine “Wächterfunktion” wahrgenommen und in dieser Eigenschaft seine an die Leser weitergereichten Aussagen faktisch überprüft hat. Doch leider wurde dies auch in diesem Fall versäumt – und so wird mit der klaren Aussage in der Überschrift, wonach Linkshänderinnen ein erhöhtes Brustkresrisiko tragen sollen, eine Wissenschaftlichkeit suggeriert, die gar nicht existent ist. Dadurch werden viele Leser (und v.a. Linkshänderinnen und deren Anghörige) verunsichert, obgleich die Botschaft völlig haltlos ist.

Erschwerend kommt bei diesem Artikel hinzu, dass als Grund für das angeblich erhöhte Krebsrisiko von Linkshänderinnen angeführt wird, diese würden „vor der Geburt in der Gebärmutter stärker mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen in Berührung kommen“. Doch dass dieser Umstand das Krebsrisiko erhöht, ist wissenschaftlich keinesfalls belegt, sondern reine Vermutung. Und nicht zuletzt macht der SPIEGEL in diesem Beitrag natürliche Prozesse (dass man Linkshänder/in ist) für die Krebsentstehung verantwortlich, obwohl wissenschaftlich nicht belegt werden kann, dass uns Krebs in die Wiege gelegt ist. Vielmehr diktieren Lebensstil und Lebensumstände die Krebsentstehung (siehe dazu z.B. mein Buch “Die Zukunft der Krebsmedizin”).

Artikel zum Thema:

# Torsten Engelbrecht: “Der Brustkrebs, die Hoffnung und die Gier. Spätestens seitdem sich Angelina Jolie vorbeugend ihre beiden gesunden Brüste hat amputieren lassen, fürchten viele Frauen die Macht der Gene. Doch mit der ist es tatsächlich nicht so weit her, sobald man genauer hinschaut”, Wochenzeitung, 10. Juli 2014

Der FOCUS und sogar BILD berichten über eine neue Studie, derzufolge Handystrahlung das Hirntumor-Risiko merklich erhöht – doch der SPIEGEL ignoriert auch diese Arbeit, ganz im Sinne der Industrie

  14. November 2014, von T. Engelbrecht

„Dass der Mobilfunk ein reales Gesundheitsrisiko für den Menschen darstellen kann, begründet sich unter anderem auch durch Ergebnisse der Grundlagenforschung. Biologische Wirkungen wurden sehr klar und weit unterhalb der bestehenden Grenzwerte festgestellt.”
Der Krebsforscher Wilhelm Mosgöller, zitiert aus: Torsten Engelbrecht, “Möglicherweise krebserregend” – Handystrahlung, das unterschätzte Risiko, Dr. med. Mabuse, Juli/August 2011

“Offizielle Auswertungen einer Vielzahl neuer Studien im Ausland – teilweise verbunden mit Warnungen der Strahlenschutz- und Gesundheitsbehörden – widerlegen inzwischen das vom BGH 2004 angenommene ‘Indiz’ für eine Harmlosigkeit der Funkstrahlung (§ BGB § 906 BGB § 906 Absatz I 2 BGB). Im schweizerischen Mobilfunkforschungsprogramm ebenso wie schon seit Jahren in ‘fast allen’ Studien wurden Veränderungen von Gehirnströmen (EEG) registriert. Auch Zellschäden, ähnlich wie sie Radioaktivität bewirkt, konnten beobachtet werden (NFP 57). ‘Unwiderlegbare’ Effekte mit Gesundheitsrelevanz stellte weiter die französische Strahlenschutzbehörde 2009 fest. Eine Resolution der russischen Strahlenschutzbehörde (2011) warnt eindringlich, dass eine Gefahr für Schäden bei Kindern besteht. Und in einem ausführlichen und durchaus ‘mobilfunkfreundlichen’ Report von 2013 warnt nun die kanadische Gesundheitsbehörde von British Columbia vor Spermaschäden sowie der Gefahr von Alzheimer und Parkinson infolge ‘fairly consistent’ beobachteten oxidativen Stresses. Mit diesem ist zugleich ein plausibler und schon bislang vielfach angenommener Teilaspekt für einen Wirkungsmechanismus für die drei Störungen an Zellen (DNA), des Nervensystems (EEG) und der Fertilität (Sperma) benannt, für die es heute gute Belege gibt. All das sind keine Einzelergebnisse, sondern amtliche Aussagen und Warnungen aus mehrjährigen nationalen Forschungsprogrammen oder umfassenden Auswertungen des gegenwärtigen Stands der Forschung.”
Budzinski Hutter, Mobilfunkschäden, NVwZ – Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht, Heft 7 2014, S. 418 – 422

bild handy

BILD berichtet auf seiner Website am 14. November über eine “alarmierende Studie” zum Thema Handy und Hirntumor-Risiko – der SPIEGEL hingegen ignoriert die Arbeit und schenkt traditionell lieber industrienahen Forschern und Forschungsarbeiten Gehör; Foto: picture alliance / blickwinkel/M

Wenn es um mögliche Gefahren durch Mobilfunkstrahlung geht, agiert der SPIEGEL nach wie vor ganz im Sinne der Industrie. SPIEGEGLblog berichtete mehrfach über die PR-artige Schreibe des Nachrichtenmagazins bei dieser Thematik (siehe hier). Und etwa auch die Medienfachzeitschrift message wunderte sich bereits 2007 in ihrem Beitrag “Funkstille über Strahlungsschäden” darüber, wie unkritisch und einseitig der SPIEGEL das Thema anpackt und Mobilfunkskeptiker einfach abqualifiziert.

Dazu passt, dass jetzt etwa der Focus und sogar BILD über eine neue Studie zu Mobilfunkstrahlung unter Leitung des schwedischen Forschers Lennart Hardell berichten, die im Fachmagazin Patholophysiology Journal veröffentlicht wurde. Demnach haben Menschen, die mehr als 25 Jahre lang ein mobiles Telefon nutzen, ein dreifach höheres Risiko, an einem tödlichen Hirntumor zu erkranken. BILD – ein Medium, das wohlgemerkt bis dato nicht gerade durch eine sonderlich konzernkritische Medizinberichterstattung aufgefallen ist – spricht online von einer “alarmierenden Studie” und macht die Forschungsarbeit sogar auf Seite 1 seiner Printausgabe zum Thema.

Und der SPIEGEL? Der ignoriert die Studie – ganz im Sinne der Industrie. Stattdessen bringt der SPIEGEL mit Vorliebe so illustre Schlagzeilen wie “Angst vor Handy-Strahlen: Kühlen Kopf bewahren” – ganz im Sinne der Industrie…

Link zum Thema:

# Professor Hardell hat die Ergebnisse seiner Handy-Studien im April 2014 auf dem Kongress der Kompetenzinitiative in Würzburg vorgetragen. Sein Vortrag kann hier heruntergeladen werden.

PS: Der industrienahe Forscher Alexander Lerchl, auf auf dessen Aussagen der SPIEGEL seine Mobilfunkberichterstattung immer wieder stützte, soll wegen Ehrverletzung angeklagt werden
Diagnose Funk, eine Umwelt- und Verbraucherorganisation zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung, berichtet aktuell folgendes:

“Die REFLEX-Studie hatte vor einigen Jahren aufgezeigt, dass GSM- und UMTS-Strahlung [= Mobilfunkstrahlung] zu Krebs führen kann. Gegen die Wissenschaftler und die Mitarbeiterin bzw. Laborantin Elisabeth Kratochvil an der Medizinischen Universität Wien begann eine Rufmordkampagne mit dem zentralen Anwurf, sie hätten die Ergebnisse gefälscht. [Der SPIEGEL hatte maßgeblichen Anteil an dieser haltlosen Kampagne, worüber SPIEGELblog auch ausführlich berichtete –> siehe hier]. Prof. Lerchl[, auf dessen Aussagen der SPIEGEL seine Mobilfunkberichterstattung wohlgemerkt immer wieder stützte, obgleich dieser selbst von der WHO ob seiner Interessenkonflikte abgewiesen wurde*,] und seine mutmasslichen Auftraggeber führen die Kampagne weiter, obwohl die Studienergebnisse inzwischen Teil der Literatur sind und durch weitere Studien bestätigt wurden. Frau Kratochvil hat sich nun dazu entschlossen, nachdem die Kampagne nicht aufhört und Prof. Lerchl die Vorwürfe permanent in der Presse lanciert, einen Prozess zu führen. Lesen Sie die Erklärung der Stiftung Pandora zu diesem Prozess und den Aufruf zu Spenden hier oder auch hier.”

* Prof. Alexander Lerchl bestreitet, dass er von der WHO bzw. dessen International Agency for Research on Cancer (IARC) ob seiner Interessenkonflikte abgewiesen wurde. Ob dem so ist, darüber kann sich jede/r selbst ein Bild machen, indem sie oder er in das Antwortschreiben der IARC an Prof. Lerchl, das vom 26. Oktober 2010 datiert, schaut –> siehe hier. Darin begründet die IARC ihre Entscheidung, Prof. Lerchl nicht in die IARC Monograhps Working Group aufzunehmen, u.a. mit folgendem Satz: “An IARC Monograph is an exercise that demands complete independence from all commercial interests, and from advocates who might be perceived as advancing a pre-conceived position.”

Robin Williams: Jetzt ist es raus, dass der US-Schauspieler tatsächlich bei seinem Tod unter dem Einfluss von Antidepressiva stand, die nachweislich die Suizidgefahr erhöhen – doch solch hochbrisante Fakten ignoriert der SPIEGEL mal wieder einfach

  13. November 2014, von T. Engelbrecht

Am 12. August kritisierte SPIEGELblog die Berichterstattung des SPIEGEL über das tragische Ableben des US-Schauspielers Robin Williams, siehe hier. Zentraler Kritikpunkt: Auch der SPIEGEL mutmaßte über einen möglichen Suizid des US-Schauspielers, der unter schweren Depressionen litt – doch dass Antidepressiva nachweislich Selbstmorde auslösen können und folglich Antidepressiva sozusagen schuld sein oder zumindest eine Mitschuld tragen könnten am Suizid des 63-jährigen Williams, wurde von dem Nachrichtenmagazin schlicht nicht thematisiert.

Dies ist um so verwunderlicher, wenn man bedenkt, dass jeder, der sich mit der Thematik auch nur ein bisschen auskennt, sofort darauf kommen würde, dass Antidepressiva den tragischen Suizid von Robin Williams (mit)verursacht haben könnten. Und jetzt ist es tatsächlich endgültig raus: Wie die Non-Profit-Organisation Citizens Commission on Human Rigths (CCHR) am 10. November auf ihrer Website berichtet, ist es nämlich so, dass “Robin Williams – entgegen der vielen Medienberichte – zum Zeitpunkt seines Todes unter dem Einfluss von Antidepressiva stand”, und zwar hatte er in den Tagen zuvor offenbar eine Überdosis eingeworfen!

Denn wie der selbsternannte Mental Health Watchdog CCHR berichtet, ist es nicht nur so, dass “The antidepressant found in Williams’ toxicology test, Mirtazapine (Remeron), has 10 drug regulatory agency warnings citing suicidal ideation.”

Auch offenbaren die Ergebnisse der Autopsie, dass “not only was Williams under the influence of antidepressant drugs, but the powerful antipsychotic Seroquel was also found at the scene and appears to have been recently taken by Williams. While toxicology tests apparently were negative for the antipsychotic Seroquel, the fact remains that a bottle of Seroquel prescribed to Williams on August 4th,  just seven days prior to Williams’ suicide, was missing 8 pills. The Seroquel instructions advise to take one pill per day as needed. Side effects associated with Seroquel include psychosis, paranoid reactions, delusions, depersonalization and suicide attempt.

The question that has to be asked is why the press continues to promote the idea that no drugs were found in Williams’ system?”

Eine Frage, die absout berechtigt ist – und die im Grunde nur damit beantwortet werden kann, dass Medien wie der SPIEGEL sich offenbar konsequent weigern, den Fakten nüchtern ins Auge zu schauen, wenn es um die Nebenwirkungen von Antidepressiva im Zusammenhang mit dem Freitod von bekannten Persönlichkeiten oder mit Amokläufen an Schulen oder Universitäten geht (SPIEGElblog berichetete hierüber mehrfach, siehe hier).

Drohender Streik der Lokführergewerkschaft GDL: Der SPIEGEL als pures Sprachrohr der Arbeitgeber

  04. November 2014, von T. Engelbrecht

“Kann man einen Streik bewerten, ohne dessen systemische Ursachen zu diskutieren?”
Alexander Dill, “Regierung, ARD, BILD und SPIEGEL vereint gegen das Streikrecht der Lokführer”, heise.de, 20. Okt. 2014

“Wie weit ist der Begriff Solidarität in unserem Land heruntergekommen, wenn Menschen, die völlig zu Recht für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne ihre Arbeit niederlegen, sich von der von der Presse aufgehetzten Bevölkerung als Idioten beschimpfen lassen müssen.”
Max Uthoff über den Streik der GDL, Die Anstalt, ZDF, 28. Okt. 2014

“Unterdessen hat der Deutsche Beamtenbund (DBB) der GDL seine Unterstützung zugesichert. Angesichts dessen, was die Deutsche Bahn der GDL als Tarifvertrag vorgeschlagen habe, sei die fehlende Unterschrift nachvollziehbar, sagte der DBB-Vorsitzende Klaus Dauderstädt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.”
Bernd Röder, “GDL lässt Bahnkunden zappeln — wann kommt der Streik?”, abendblatt.de, 4. Nov. 2014

gdl

Der SPIEGEL ergreift in seinem Artikel “Tarifkampf der GDL: Bahn-Kunden droht längster Streik der Geschichte” völlig einseitig Partei für die Arbeitgeberseit und lässt nur(!) Stimmen zu Wort kommen, die sich über die Lokführergewerkschaft GDL abfällig äußern; Foto: Getty Images

Eine Einigung im Streik zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Bahn war in letzter Sekunde gescheitert. Daraufhin kündigte die GDL einen neuen Streik an. Und wie berichtet SPIEGEL Online darüber? Völlig unausgewogen bzw. wie ein PR-Sprachrohr der Arbeitgeber. So kommen in dem SPON-Artikel “Tarifkampf der GDL: Bahn-Kunden droht längster Streik der Geschichte” (siehe Screenshot oben links) ausschließlich(!) Personen zu Wort, die sich abfällig über das Verhalten der GDL im Tarifstreit äußern.

Bereits im Vorspann des Beitrags heißt es, “inzwischen regt sich selbst der DGB-Chef über die GDL auf”. Die einseitige Stoßrichtung des Beitrags ist damit schon mal klar gemacht. Und im Artikel selber dürfen dann der Reihe nach die Bahn-Arbeitgeber, SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi, der Fahrgastverband Pro Bahn und schließlich eben der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann vom Leder ziehen. “Wir setzen uns dafür ein, gemeinsam im Rahmen einer Tarifgemeinschaft zu vernünftigen Lösungen zu kommen. Das hat Herr Weselsky leider zu meinem Entsetzen abgelehnt”, darf Hoffmann den Artikel schließen.

Die PR-Abteilung der Deutschen Bahn AG hätte es nicht einseitiger ausformulieren können als SPON-Redakteur Stefan Schultz
Kritik an der GDL ist ohne Frage erlaubt, doch es gibt auch gute Gründe, die Machtinteressen der Arbeitgeber kritisch zu beleuchten. So spricht vieles dafür, dass die Existenz der GDL der Deutschen Bahn AG und der Bundesregierung, die sich die Scheingewinne der Bahn als vermeintlichen Privatisierungserfolg auszahlen lässt, schlicht ein Dorn im Auge ist.

Darauf macht etwa Alexander Dill am 20. Oktober, als die GDL erstmals während dieser Tarifverhandlungen einen Streik beschlossen hatte, in seinem heise.de-Artikel “Regierung, ARD, BILD und SPIEGEL vereint gegen das Streikrecht der Lokführer” aufmerksam. Und Dill schreibt in seinem Beitrag u.a.:

“Während Jobcenter im Durchschnitt in 80 Tagen einen neuen Mitarbeiter finden, dauert es bei Bahnmitarbeitern 184 Tage, fast ein halbes Jahr. Zu den Forderungen der GDL zählt deshalb auch eine Arbeitszeitverkürzung und längere Ruhepausen. In den Nachbarstaaten Frankreich, Schweiz, Dänemark und den Niederlanden verdienen Lokführer das Doppelte – trotzdem funktionieren die dortigen Bahnen um Klassen besser als die seit Jahrzehnten heruntergewirtschaftete Deutsche Bahn, die sich als weltweit führender Logistikdienstleister wähnt. Kann man einen Streik bewerten, ohne dessen systemische Ursachen zu diskutieren?”

Ja, man kann tatsächlich – wenn man, wie SPIEGEL-Online-Redakteur Stefan Schultz, Systemkritik ausblendet und völlig einseitg Partei ergreift für die Arbeitgeberseite. Die PR-Abteilung der Deutschen Bahn AG hätte dies nicht besser bzw. einseitiger ausformulieren können…

Weitere interessante Links zum Thema:

# TV- Dokumentation “Das Bahnfiasko: Geschäftsmodell Deutsche Bahn – Globalisierung auf Bürgerkosten” der NDR Redaktion für investigativen Journalismus, Panorama – Die Reporter, 10. Okt. 2010

# Roland Kirbach, “Deutsche Bahn: Die Wahn AG. Je teurer, desto lieber: Warum die Bahn sinnlose kostspielige Zugstrecken baut und die Menschen zur Verzweiflung treibt”, DIE ZEIT, 5/2011

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PS: Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass Jakob Augstein zwei Tage nach diesem SPIEGELblog-Beitrag eine exzellente Analyse zum GDL-Streik auf SPIEGEL Online veröffentlicht hat. Headline: “Bahn-Streik: Ein Dank an die Lokführer”. Treffend schreibt der Sohn des SPIEGEL-Gründers Rudolf Augstein:

“Der Philosoph Byung-Chul Han hat geschrieben: ‘Der Neoliberalismus formt aus dem unterdrückten Arbeiter einen freien Unternehmer, einen Unternehmer seiner selbst. Jeder ist heute ein selbstausbeutender Arbeiter seines eigenen Unternehmers. Jeder ist Herr und Knecht in einer Person. Auch der Klassenkampf verwandelt sich in einen inneren Kampf mit sich selbst. Wer heute scheitert, beschuldigt sich selbst und schämt sich. Man problematisiert sich selbst statt die Gesellschaft.’

Der Klassenkampf findet nicht mehr auf der Straße statt, sondern im Inneren. Margaret Thatcher musste die Gewerkschaften noch mit Polizeigewalt bekämpfen. Das übernehmen bei uns heute die Medien.

Die hasserfüllten Angriffe auf Weselsky sind die Personalisierung eines gesellschaftlichen Problems. Die öffentliche Meinung kann sich den Streik nur noch aus der problematischen Persönlichkeit des Gewerkschaftschefs heraus erklären, nicht mehr aus der Tarifpolitik der Deutschen Bahn.

Die Bahn ist ein Unternehmen in Staatshand, das aber nach den Prinzipien des privaten Profits betrieben wird – das ist die vollkommene Perversion des modernen Kapitalismus. Um es klar zu sagen: Wer nicht will, dass Lokführer streiken, der soll sie wieder zu Beamten machen.”

Ebola: Mit seiner irrwitzigen Virus-Panikmache und dem haltlosen Heraufbeschwören einer Superseuche verkauft der SPIEGEL seine Leserschaft schlicht für dumm – und dass es bei Ebola in Wahrheit um das Interesse von Big Pharma an Gentech-Impfungen gehen könnte, blendet das Nachrichtenmagazin vollends aus

  01. November 2014, von T. Engelbrecht

“Ursache des Sterbens in Westafrika sind Armut, Not und Elend. Mit total unspezifischen, aber dafür komplizierten Labormethoden werden die Opfer von Armut und Elend einem – wie immer bei ‘Pandemien’ – sehr fragwürdigem Virus in die Schuhe geschoben. In Wahrheit wird Ebola der Startschuss sein, Gentechnik direkt in den Körper zu spritzen. Es ist an der Zeit, dass die Kritik an Impfungen auch die Kreise von Menschen erreicht, die sich kritisch mit Gentechnik und ähnlichen Themen befassen.”
Michael Leitner, Filmemacher und Produzent von “Wir impfen nicht”

“Ebola beherrscht die Schlagzeilen, dabei haben die Menschen in West-Afrika eigentlich ganz andere Probleme: In Sierra Leone stirbt jedes sechste Kind im ersten Lebensjahr, jedes dritte vor seinem fünften Geburtstag. Massensterben – nicht durch Ebola, sondern durch Hunger und verseuchtes Wasser. Und so scheint es das Ziel der Pharma zu sein, durch das Hochpuschen der Ebola-Panik völlig neue Impfstoffverfahren durchzusetzen, die sich ohne eine tödliche und globale Bedrohung kaum ein Mensch spritzen lassen würde. Gentechnik direkt ins Gewebe – ohne Ebola wäre das nicht durchsetzbar! Gentechnik-Viren, die Zellen entern wie Piraten, sind also die Nachfolger der Aluminiumsalze, ohne die Impfungen wohlgemerkt gar nicht funktionieren würden, da es ohne sie sie keine Immunreaktion geben würde. Denn ohne Aluminium in den Impfstoffen kommt es zu keiner Antikörperbildung, die ja die Grundbedingung ist für den Wirkungsnachweis einer Impfung! Ein weiterer Vorteil Gentech-Impfungen für die Pharmaindustrie wäre, dass die  Schäden, die durch Aluminium entstehen können und gut erforscht und publiziert wurden, wegfallen, wenn kein Aluminium mehr zugesetzt würde – während Schäden am Erbgut durch genetische Impfstoffe  unbekannt und wesentlich schwerer und teurer nachzuweisen sind.”
Netzwerk Impfentscheid in dem Beitrag “Genetische Impfung: Das Trojanische Pferd der Impfstoff-Produzenten”

“Here’s a rule of thumb about diseases: The rarer and less likely they are to kill you, the more hype they get. The New York Times ran more than 2,000 articles on SARS, which ultimately killed zero Americans. This is only the deadliest outbreak of Ebola virus disease because past ones were so tiny. At this writing, there have been 1,603 reported cases in Africa and 887 deaths. That’s too many. But every day about 600 sub-Saharan Africans die of tuberculosis, and contagious diarrhea claims the lives of 2,195 children, the vast majority of them in sub-Saharan Africa.”
Michael Fumento, “Why Ebola is nothing to worry about”, New York Post, 5. August 2014

“Of course, we should care a great deal about the Ebola outbreak, but not for the reasons propagated by cable news and bloggers alike. We should care about Ebola not because of the threat it poses to us as Americans, but for what it says about the current state of the health care system in much of Africa and many other resource-limited settings around the globe.”
Adam C. Levine, “Stop Worrying About Ebola (And Start Worrying About What it Means)”, huffingtonpost.com, 13. August 2014

spiegel

Und immer wieder gibt der SPIEGEL die haltlose Viren-Panikmache der Pharmaindustrie mit Titelgeschichten, die nach Weltuntergang klingen, an sein Millionenpublikum weiter – ob nun Ende September 2014 mit dem Thema “Ebola” oder…

Bereits im August dieses Jahres berichtete SPIEGELblog, dass der SPIEGEL leider aus seiner vermurksten Schweingrippe-Berichterstattung so gar nichts gelernt hat, weil er nun auch bei Ebola einfach nur auf die Panik-Trommel draufhaut, ohne dass dafür die entsprechenden Fakten vorlägen (siehe hier).  Auf die Idee, dass auch bei Ebola die Pharmaindustrie wieder nur den großen Reibach sucht, darauf kommt de SPIEGEl merkwürdigerweise nicht. Dabei ist es laut Michael Leitner (Mach der Dokumentation “Wir impfen nicht”) sogar so, dass die Ebola-Panikkampagne lediglich dazu dient, die genetischen Impfungen durchzudrücken.

Leitner schreibt zusammenfassend:

“Ursache des Sterbens in Westafrika sind Armut, Not und Elend. Mit total unspezifischen aber dafür komplizierten Labormethoden werden die Opfer von Armut und Elend einem – wie immer bei ‘Pandemien’ – sehr fragwürdigem Virus in die Schuhe geschoben. Die Ebola-Panikkampagne dient nur dazu, die genetischen Impfungen durchzudrücken. Da die Pharma immer mehr unter Druck gerät wegen der Wirkungen des bisher verwendeten Impf-Aluminiums, dürfte das Prinzip, genetisch veränderte Viren in die DNA einzuschleusen, die dort gentechnisch veränderte DNA freisetzen, die widerum körperfremde Proteine produziert, DAS Impfstoff-Prinzip der Zukunft sein.

spiegel grippe

… zum Beispiel auch 2009 mit der Coverstory über das so genannte “Welt-Virus”, zu dem das Nachrichtenmagazin kurzum den so genannten Schweinegrippe-Erreger verklärt hatte. Am Ende kam es auch damals natürlich nicht zur viel beschworenen Superseuche (Pandemie), und auch bei Ebola wird es nie und nimmer dazu kommen – doch der Zweck der medialen Panikmache hat sich bezahlt gemacht: Die Pharmaindustrie hat Kasse und Mainstreammedien wie der SPIEGEL haben Auflage gemacht.

Immer, wenn die WHO eine ‘Pandemie’ ausruft, gibt es von allen Seiten Desinformation. Was derzeit in vielen “alternativen” Medien verbreitet wird, ist grossteils beweisfreier Unsinn, der – bewusst oder unbewusst – vom Kernthema ablenkt: Die Einführung genetischen Impfungen durch ein globales Impfprogramm. Ich befasse mich jetzt seit 15 Jahren mit Seuchen, die keine sind. Mein Eindruck: Bei Ebola wird das Finale eingeläutet, es geht an den Zellkern. Entweder wir schaffen es, das ganze System jetzt zu kippen, oder es kommen unschöne Zeiten auf uns zu!”

Dazu das Netzwerk Impfentscheid in seinem Beitrag “Genetische Impfung: Das Trojanische Pferd der Impfstoff-Produzenten”:

“Ebola beherrscht die Schlagzeilen, dabei haben die Menschen in West-Afrika eigentlich ganz andere Probleme: In Sierra Leone stirbt jedes sechste Kind im ersten Lebensjahr, jedes dritte vor seinem fünften Geburtstag. Massensterben – nicht durch Ebola, sondern durch Hunger und verseuchtes Wasser. Die mediale Aufmerksamkeit, die Ebola bekommt, steht in keinem Verhältnis zu den wirklichen Problemen, unter denen die Region leidet.

Die WHO wird zu 75% von der Pharmaindustrie finanziert
Dazu kommen, wie bei jeder ‘Pandemie’, dubiose Virusnachweise und total unspezifische Tests, die ganz allgemein auf Entzündungsprozesse reagieren und wenig Aussagekraft hinsichtlich einer bestimmten Infektion haben. Selbst die WHO schreibt, dass fast alle Ebola-test-positiven Menschen gar nicht die ‘typischen’ äußeren Ebola-Blutungen haben.

Warum also lässt es die WHO zu, dass im Falle Ebola die Folgen von Armut und Elend zu einer ‘Virus-Epidemie’ aufgeblasen werden? Die WHO wird zu 75% von der Pharmaindustrie finanziert, auch andere Gesundheitsbehörden hängen am Tropf der Konzerne. Der WHO wurde durch die internationalen Gesundheitsvorschriften und nationale Gesetze die Macht gegeben, Pandemiestufen auszurufen und die entsprechenden Massnahmen von den einzelnen Ländern zu verlangen, die dann auch mit Zwang gegenüber den Menschen durchgesetzt werden können oder sogar müssen.”

Weitere interessante Links zum Thema:

# NZZ-Artikel “Satirefilm der Impfkritiker: Afrikaner sterben an Ebola, Schweizer Impfkritiker spotten” von Markus Häfliger vom 29. Okt. 2014 über den Kurzfilm des Journalisten Michael Leitner “Ebola: False-Flag-Operation zur Durchsetzung genetischer Impfungen?”

# … und hier die Gegendarstellung zu diesem NZZ-Beitrag.

NSU Mordserie: Abschlussbericht des Thüringer Untersuchungsausschusses belegt, dass der SPIEGEL den Verdacht, der Staat könnte in die Taten der NSU-Terrorzelle verstrickt sein und Mundlos und Bönhardt könnten getötet worden sein, absolut zu Unrecht ins Lächerliche zog

  20. August 2014, von T. Engelbrecht

“Zweifel an der Version der Bundesanwälte haben die Thüringer Abgeordneten noch in einem anderen Punkt: dem Tod von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt[, die zusammen mit der derzeit vor Gericht stehenden Beate Zschäpe die Terrorzelle des Nationalsozialistischen Untergrunds, kurz NSU, formten]. Ihre Leichen wurden am 4. November 2011 in einem brennenden Wohnmobil in Eisenach gefunden, nachdem sich zwei Polizisten dem Fahrzeug genähert hatten. Die NSU-Terroristen sollen sich [laut Bundesanwaltschaft] selbst erschossen haben. Gegen einen Suizid spreche aber, so der [Untersuchungs]Ausschuss, dass die beiden sonst kaltblütig und gewaltbereit gewesen seien.”
Tanjev Schultz, “Gravierende Fahndungsfehler: Thüringer Untersuchungsausschuss prangert NSU-Ermittlungen an”, sueddeutsche.de, 18. Aug. 2014

“Auch der in den Foren geäußerte Verdacht, die beiden Mitglieder der so genannten Zwickauer Terrorzelle – Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt – könnten sich gar nicht selbst umgebracht haben, sondern von Geheimdiensten umgebracht worden sein, wird von SPIEGEL Online als ‘krude Gegentheorie’ bezeichnet und damit letztlich auch als Fantasterei abgekanzelt… Offenbar ist SPIEGEL Online nicht.. primär daran gelegen, Aufklärung zu leisten, die den Machtcliquen in einschneidender Form gefährlich werden könnte.”
SPIEGELblog am 18. Nov. 2011 über die NSU-Berichterstattung des SPIEGEL

nsu

Anders als der SPIEGEL fuhr z.B. hintergrund.de mit den Behörden keine Art Schmusekurs. Am 16. Nov. 2011 heißt es in dem Beitrag “Immer tiefer verstrickt: Geheimdienste und Naziterror”: ”Wurden die beiden Männer [Mundlos und Böhnhardt] vielleicht getötet, damit nicht herauskommt, wer hinter den Mordtaten steckt? Oder sollte eventuell eine neue, zweite Mordserie verhindert beziehungsweise beendet werden?… Welche Rolle auch immer Mitarbeiter der Geheimdienste bei den Aktivitäten der Neonazi-Terrorzelle namens ‘Nationalsozialistischer Untergrund’, kurz NSU, gespielt haben mögen, Fakt ist, dass das Zwickauer Trio nicht über ein Jahrzehnt ohne staatliche Unterstützer in der Illegalität leben konnte.”

Erinnern wir uns: Ende 2011 kanzelte SPIEGEL Online den Verdacht, die Geheimdienste und Behörden könnten in die mutmaßlich von der NSU-Terrorzelle begangenen Wahnsinnstaten verstrickt sein, noch als “krude Theorie” ab. Und in diesem Zsh. zog SPON auch die Vermutung ins Lächerliche, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die ja zusammen mit der derzeit vor Gericht stehenden Beate Zschäpe die Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) formten, könnten nicht Selbstmord begangen haben, sondern getötet worden sein.

Doch der Abschlussbericht des Thüringer Untersuchungsausschusses belegt nun, dass der SPIEGEL absolut daneben lag, als er derlei kritische Äußerungen ins Lächerliche zog.

Bereits der im Frühjahr 2014 veröffentlichte Obduktionsbericht führt die offizielle Selbstmord-Theorie ad absurdum und überführt BKA-Chef Ziercke der Lüge – doch den SPIEGEL interessierte es nicht
So geht der Thüringer Untersuchungsbericht insbesondere auch mit den Verfassungsschutzämtern hart ins Gericht und wirft ihnen sogar “mittelbare Unterstützung” und “Begünstigung” rechtsextremer Strukturen vor. Und wie etwa Tanjev Schultz vorgestern auf sueddeutsche.de in ihrem Beitrag “Gravierende Fahndungsfehler: Thüringer Untersuchungsausschuss prangert NSU-Ermittlungen an” schreibt, spreche laut Untersuchungsausschuss “gegen einen Suizid, dass die beiden [NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt] sonst kaltblütig und gewaltbereit gewesen seien.”

Im Übrigen führte auch der im Frühjahr 2014 veröffentlichte Obduktionsbericht nicht nur die offizielle Selbstmord-Theorie ad absurdum, sondern überführt auch BKA-Chef Ziercke der Lüge – doch den SPIEGEL interessierte es nicht. (siehe SPIEGELblog-Beitrag vom 4. April 2014).

So konnten gemäß Obduktionsbericht der Gerichtsmedizin weder in der Lunge von Uwe Böhnhardt noch in der Lunge von Uwe Mundlos Rußpartikel gefunden werden. „Damit ist es sehr zweifelhaft, dass Mundlos erst das Wohnmobil angezündet hat und sich dann erschossen hat“, wie die Vorsitzende des Thüringer NSU-Ausschusses, Dorothea Marx (SPD), gegenüber inSüdthüringen.de, sagte.

Auch bei der NSU-Berichterstattung zeigt sich mal wieder, dass der SPIEGEL seiner selbsternannten Rolle als “Sturmgeschützt der Demokratie” alles andere als gerecht wird, da er eine Anti-Berichterstattung betrieben hat, die den Machtcliquen alles andere als das Fürchten lehrt. Genau dieses Fürchten lehren ist aber die Aufgabe kritischer/investigativer Berichterstattung.

Dazu passt auch, dass SPIEGEL Online zu dem Abschlussbericht des Thüringer Untersuchungsausschusses lediglich einen kleinen Beitrag veröffentlichte und diesen auch noch in der Rubrik “Panorama” verordnete (siehe hier) – also dort, wo auch bunte Geschichtchen zu lesen sind wie “Nachwuchs bei Christina Aguilera Ein Mädchen namens Sommerregen”.

Das könnte unpassender nicht sein, denn allein schon der begründete Verdacht, Geheimdienste könnten dem NSU-Terrortrio entscheiden geholfen haben und Mundlos und Bönhardt könnten umgebracht worden sein, ist ein Megaskandal, der, wenn er sich bewahrheiten sollte, offenbaren würde, dass (Unterstützer von) Nazi-Mörder(n) und üble Lügner höchste Ämter in unserem Staat bekleiden.