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	<title>SPIEGELblog</title>
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	<description>SPIEGELblog &#124; Kritische Analysen über ein deutsches Nachrichtenmagazin - Wissen SPIEGEL-Leser wirklich mehr?</description>
	<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 08:41:20 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
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		<title>Günter Grass wird von SPIEGEL-Autor Georg Diez haltlos als &#8220;Zombie&#8221; abgekanzelt - Diez&#8217; &#8220;Debattenkritik&#8221; ist letztlich auch nur &#8220;völlig unnötiger Krawall&#8221;</title>
		<link>http://www.spiegelblog.net/georg_diez_guenter_grass.html</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Apr 2012 09:36:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>T. Engelbrecht</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Grass hat grundsätzlich recht.&#8221;
Mohssen Massarrat, Exil-Iraner und Politikprofessor an der Uni Osnabrück, in einem Kommentar in der Financial Times Deutschland, 12. April 2012
&#8220;Ich stehe auf der Seite von Grass. Er hat etwas Vernünftiges gesagt. Es ist völlig unnötiger politischer Krawall, dass Deutsche und Israelis darum wetteiferten, wer Grass mehr beschimpfen kann, und wer extremere Ausdrücke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>&#8220;Grass hat grundsätzlich recht.&#8221;<br />
</strong>Mohssen Massarrat, Exil-Iraner und Politikprofessor an der Uni Osnabrück, in einem Kommentar in der <em>Financial Times Deutschland</em>, 12. April 2012</p>
<p style="text-align: left;"><strong>&#8220;Ich stehe auf der Seite von Grass. Er hat etwas Vernünftiges gesagt. Es ist völlig unnötiger politischer Krawall, dass Deutsche und Israelis darum wetteiferten, wer Grass mehr beschimpfen kann, und wer extremere Ausdrücke für ihn findet.&#8221;</strong><br />
Alfred Grosser, Publizist und Kind jüdischer Eltern, im <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/alfred-grosser-ueber-kritik-an-israel-grass-hat-etwas-vernuenftiges-gesagt-1.1329287" target="_blank"><em>SZ</em>-Interview</a></p>
<p style="text-align: left;"><strong>&#8220;</strong><strong>Es ist antisemitisch darauf zu bestehen, dass Israel in Deutschland nicht kritisiert werden darf.&#8221;</strong><br />
Uri Avnery, israelischer Autor, nimmt Günter Grass in Schutz; <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/israelischer-autor-uri-avnery-kritik-verbot-an-israel-ist-antisemitisch-1.1328555" target="_blank">Artikel &#8220;Kritik-Verbot an Israel ist antisemitisch&#8221; auf <em>s</em></a><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/israelischer-autor-uri-avnery-kritik-verbot-an-israel-ist-antisemitisch-1.1328555" target="_blank"><em>ueddeutsche.de</em></a></p>
<p style="text-align: left;"><strong>&#8220;Das Erschießliche in Deutschland hat sich freilich seit Heines Zeiten gewandelt – und wohl auch die Exekutionskommandos: Eine Konstellation aus enthusiasmierten Israelsolidarisierern &#8216;antideutscher&#8217; (letztlich neokonservativer) Provenienz, einer stets abrufbereiten &#8216;jüdischen Intelligenz&#8217; (professoraler, publizistischer und offiziell-institutioneller Couleur), einer unter dem geschichtlich konnotierten Tabu keuchenden politischen Klasse, einer in diesem Punkt in der Tat &#8216;gleichgeschalteten&#8217; deutschen Medienwelt und einer aktivistisch-durchideologisierten israelischen Botschaft bildet stets eine durch den Eklat gestählte Front, sobald ein Ausscherender etwas, und sei‘s noch so kümmerlich, an ihrer Selbstgewissheit kratzt.&#8221;</strong><br />
Moshe Zuckermann auf <a href="http://www.hintergrund.de/201204062011/feuilleton/zeitfragen/was-auch-noch-gesagt-werden-muss.html" target="_blank"><em>Hintergrund.de</em></a> in seinem Beitrag &#8220;Eine gut orchestrierte Hysterie&#8221; über die Kritker von Grass&#8217; Gedicht <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/gedicht-zum-konflikt-zwischen-israel-und-iran-was-gesagt-werden-muss-1.1325809" target="_blank">&#8220;Was gesagt werden muss&#8221;</a></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Dass Israel über 250 Atomsprengköpfe besitze, dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten sei sowie keine Kontrollen zulasse und offen das Für und Wider eines „Präventivkriegs“ gegen Iran diskutiere, „sind Tatsachen, die Günter Grass auf seine Weise ins rechte Licht gerückt hat“.</strong><br />
Peter Strutynski, Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag;<em> <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/skandal-um-israel-gedicht-friedensbewegung-solidarisiert-sich-mit-grass/6488916.html" target="_blank">tagesspiegel.de</a></em></p>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_5464" class="wp-caption alignleft" style="width: 218px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,825949,00.html" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-5464 " title="spiegel-grass2" src="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/spiegel-grass2-226x300.jpg" alt="" width="208" height="276" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">SPIEGEL 15/2012, S. 117; Foto: Jakob Carlsen</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: left;">Man könnte fast meinen, in Deutschlands Massenmedien findet eine Art &#8220;Grass-Bashing&#8221; statt - nach dem Motto: Wer kann verbal am übelsten gegen Günter Grass knüppeln? <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,826300,00.html" target="_blank">Marcel Reich-Ranicki z.B. beschimpft Grass&#8217; Gedicht als &#8220;ekelhaft&#8221;</a>, wie <em>SPIEGEL Online</em> berichtet, und <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,825949,00.html" target="_blank"><em>SPIEGEL</em>-Kolumnist Georg Diez versteigt sich in der aktuellen Print-Ausgabe gar dazu, Grass als &#8220;Zombie&#8221; zu verunglimpfen</a> (siehe auch links).</p>
<p style="text-align: left;">Man muss Grass&#8217; Zeilen nicht durchweg zustimmen, doch derartige Schmähungen sind wirklich nicht fundiert. Oder wie es der israelische Autor Uri Avnery formuliert (<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/alfred-grosser-ueber-kritik-an-israel-grass-hat-etwas-vernuenftiges-gesagt-1.1329287" target="_blank">zu lesen auf <em>sueddeutsche.de</em></a>): &#8220;Es ist völlig unnötiger politischer Krawall, dass Deutsche und Israelis darum wetteiferten, wer Grass mehr beschimpfen kann, und wer extremere Ausdrücke für ihn findet.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Dass auch die so genannte Debattenkritik &#8220;Zombies&#8221; von <em>SPIEGEL</em>-Kolumnist Georg Diez letztlich nur &#8220;völlig unnötiger politischer Krawall&#8221; ist, zeigt sich nicht nur, wenn man sich die Definition von dem von Diez verwendeten Begriff &#8220;Zombie&#8221; einmal vergegenwärtigt. Auch verirrt sich Diez in seinem Stück in seinen Aussagen bzw. Anwürfen und lässt darin die intellektuelle Tiefe vermissen. Da kann man kaum glauben, dass der 1969 in München geborene Kolumnist tatsächlich Philosophie studiert hat.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Diez tut genau das, was er Grass vorhält: Er vereinfacht auf unsinnige Weise<br />
</strong>So behauptet Diez, Grass gehöre zu denjenigen, die meinen, die Deutschen würden sich als Opfer sehen und daher die Schuld den &#8220;eigentlichen Opfern&#8221;, sprich den Juden, zuschieben. Das geht aber nicht nur nicht aus Grass&#8217; Zeilen hervor, auch ist dies eine bloße Behauptung, der meines Erachtens die Grundlage fehlt und die Diez wohlgemerkt auch nicht belegt.</p>
<p style="text-align: left;">Auch ist es falsch, um nicht zu sagen perfide, wenn Diez - Bezug nehmend auf <a href="http://www.titanic-magazin.de/badl_1002.html#c9469" target="_blank">Henryk M. Broder, den &#8220;notorischen Produzenten heißer Luft&#8221;, wie die <em>Titanic </em>formulierte</a> - schreibt, Grass würde meinen, der Iran und Palästinenser würden sich &#8220;zu Recht&#8221; gegen Israel wehren, weil &#8220;die Gründung Israels die eigentiche Aggression ist&#8221;. Perfide deshalb, weil er damit - Bezug nehmend auf &#8220;Blasebalg&#8221; Broder - einen Antisemitismus-Vorwurf verbindet.</p>
<p style="text-align: left;">Später, im vorletzten Absatz, rudert Diez zwar wieder zurück, indem er schreibt: &#8220;Ich glaube nicht, dass Grass Antisemit ist.&#8221; Doch dieses &#8220;Glaubensbekenntnis&#8221; von Diez ist nicht nur schwach bzw. unglaubwürdig, weil er es im darauf folgenden Satz praktisch gleich wieder zurücknimmt, indem er (fälschlicherweise) einfach behauptet, das Grass&#8217;sche Denken &#8220;kann in der Konsequenz zu Antisemitismus führen&#8221;. Und eben deshalb ist das Diez&#8217;sche &#8220;Glaubensbekenntnis&#8221; auch ein Zeugnis für die Schwäche seiner &#8220;Debattenkritik&#8221;, ist sie doch überfüllt mit faktisch nicht unterfütterten Vermutungen bzw. Unterstellungen.</p>
<p style="text-align: left;">Dies zeigt sich auch daran, dass das, was Diez behauptet (dass Grass meinen würde, der Iran und Palästinenser würden sich &#8220;zu Recht&#8221;  gegen Israel wehren, weil &#8220;die Gründung Israels die eigentiche  Aggression ist&#8221;) überhaupt nicht Thema von Grass&#8217; Gedicht ist. Vielmehr geht es Grass ja darum, vor einem Krieg gegen den Iran zu warnen - ausgelöst von Israel nicht als den &#8220;eigentlichen Aggressor&#8221;, sondern schlicht als einen Aggressor.</p>
<p style="text-align: left;">Genauer müsste man freilich nicht von &#8220;Israel&#8221; sprechen, sondern in erster Linie von der &#8220;derzeitigen Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu&#8221;, <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/nach-debatte-um-sein-gedicht-grass-praezisiert-kritik-an-israel-1.1327719" target="_blank">wie Grass auch im Gespräch mit der <em>Süddeutschen Zeitung </em>präzisiert</a>. Eine Präzision, die für denjenigen, der Grass kennt und dessen Verse vorurteilsfrei liest, eigentlich gar nicht nötig ist - und die es noch abstruser erscheinen lässt, Grass auch nur andeutungsweise in die Antisemitusmus-Ecke zu platzieren.</p>
<p style="text-align: left;">In diesem Zsh. wird auch sichtbar, dass Diez in seinem Kommentar genau das tut, was er Grass bzw.  gleich dem ganzen &#8220;deutschen Denken&#8221; vorhält: zu vereinfachen. Diez vereinfacht nämlich, indem er meint, es sei letztlich nicht legitim,  Israel als einen Aggressor darzustellen. Ein solches Schwarz-Weiß-Denken kann der Realität natürlich nicht gerecht werden.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Zuckermann: &#8220;Das Herzstück des gesamten Problems ist der Territorialkonflikt von Israelis und Palästinensern - doch Israel will den Frieden mit den Palästinensern nicht&#8221;</strong><br />
Wie sehr dies der Fall ist, skizziert <a href="http://www.hintergrund.de/201204062011/feuilleton/zeitfragen/was-auch-noch-gesagt-werden-muss.html" target="_blank">Moshe Zuckermann in seinem <em>Hintergrund.de</em>-Beitrag &#8220;Eine gut orchestrierte Hysterie&#8221;, in dem er auf die Kritik an Grass&#8217; Versen dezidiert eingeht</a>. Darin heißt es:</p>
<p style="text-align: left;">&#8220;[Der] Angelpunkt des gesamten Problems der Existenzbedrohung Israels ist nicht die von den in periodischen Gewaltausbrüchen verwendeten Waffen ausgehende Gefahr, sondern der Nahostkonflikt mit seinem Herzstück, dem historischen Territorialkonflikt von Israelis und Palästinensern. Wer nicht begreifen will, dass die Bedrohung Israels durch die Saddam Husseins und die Ahmadinedschads der Region in erster Linie durch den (noch) ungelösten Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern erst eigentlich möglich wird, muss sich vorhalten lassen, dass sein Gerede über die Existenzbedrohung Israels, gar über eine Israel drohende „zweite Shoah“ manipulativ-ideologischen Charakters ist. Aber genau darin übt sich die israelische Politik schon seit Jahrzehnten: Israel will den Frieden mit den Palästinensern nicht, denn dieser ist ohne Abzug aus den besetzten Gebieten nicht zu haben; es betreibt ganz gezielt und intensiv die Besiedlung palästinensischen Landes, unterjocht dabei die Bewohner und bedient sich perfidester Ideologisierung dieses Grundumstands, indem es seine eigene Nichtbereitschaft zum Frieden auf die von ihm unterdrückten und geschundenen Palästinenser projiziert.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Und Georg Diez gehört offenbar zu denjenigen, von denen Zuckermann sagt, sie hätten dies nicht begriffen und müssten sich daher vorhalten lassen, dass ihr Gerede über die Existenzbedrohung Israels &#8220;manipulativ-ideologischen Charakters ist&#8221;. Statt dessen versucht Diez auf Krampf, dem Leser zu erklären, wie es psychologisch um Grass bestellt ist. Doch er überzeugt nicht, da er, wie gesagt, nur mutmaßt, ohne Belege vorbringen zu können. Dabei fehlt ihm auch das feine Gespür eines Psychologen. Vielmehr holt er immer wieder die Unterstellungs-Kanone raus, etwa indem er haltlos behauptet, Grass wolle sich mit seiner Kritik an Israel &#8220;selbst erlösen&#8221;, und dies seit dem zweiten Weltkrieg.</p>
<p style="text-align: left;">Nicht weniger verhebt er sich mit dem Satz: &#8220;Das Problem ist, dass Grass eine Art von Vereinfachung vorführt, wie sie im deutschen Denken verwurzelt ist und auch von Teilen der Linken in den siebziger Jahren praktiziert wurde - was dann in der Konsequenz zu Antisemitismus führen kann&#8221;.</p>
<p style="text-align: left;">Denn nicht nur unterstellt er hier Grass letztlich, wie erwähnt, auf haltlose(!) Weise, dass dessen Denke in Antisemitismus münden könne. Auch verfällt Diez hier in eine billige Kritik an so genannten &#8220;Linken&#8221;, wie man sie sonst v.a. von rechtskonservativen &#8220;Brüllaffen&#8221; vernimmt. Und nicht zuletzt lässt Diez - vollauf damit beschäftigt, als polternder Psychologe von Grass aufzutreten - das zentral Wichtige außer Acht: die Kapitalismuskritik, die etwa der erwähnte <a href="http://www.hintergrund.de/201204062011/feuilleton/zeitfragen/was-auch-noch-gesagt-werden-muss.html" target="_blank">Moshe Zuckermann in seinem <em>Hintergrund.de</em>-Beitrag</a> benennt und völlig zu Recht für so notwendig erachtet. Denn letztlich, so Zuckermann, seien es ja nicht &#8220;die Deutschen&#8221; oder irgendeine sonstige Nationalität, sondern &#8220;[ist es die] Waffenindustrie (an der Israel übrigens selbst massiv beteiligt ist), die im kapitalistischen System auch vor&#8230; [einer] Profitmache [in Form von Lieferungen an diktatorische Länder wie den Irak unter Saddam Hussein] keinen Halt macht&#8221;.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Debattenbeiträge auf <em>Hintergrund.de</em> legen dar: Was Grass  ausgesprochen hat, ist Nichts, was in Israel selbst nicht schon  hundertfach gesagt und erörtert worden wäre<br />
</strong> Wie sehr Diez mit seinem Debattenbeitrag &#8220;Zombies&#8221; losgebrüllt hat, ohne dabei etwas Sinnhaftes von sich zu geben, zeigen auch die <a href="http://www.hintergrund.de/201204062011/feuilleton/zeitfragen/was-auch-noch-gesagt-werden-muss.html" target="_blank">Aufsätze von sechs Intellektuellen - von dem bereits erwähnten Moshe Zuckermann sowie von Noam Chomsky, Domenico Losurdo, Rolf Verleger, Ekkehart Krippendorff und Norman Paech -, die sich auf <em>Hintergrund.de</em> mit Kommentaren zur Grass-Debatte zu Wort gemeldet haben</a>. Dass die von ihnen geäußerten Ansichten in den etablierten Massenmedien praktisch keinen Widerhall finden, bestätigt übrigens nur Grass&#8217; Aussage von der &#8220;Gleichschaltung der Medien&#8221;.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Moshe Zuckermann</strong>, der Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv lehrt, etwa schreibt:</p>
<p style="text-align: left;">&#8220;Was hat Günter Grass gesagt, das die in Deutschland ausgebrochene Hysterie, wenn schon nicht zu begründen, so zumindest zu erklären vermöchte? Die Erwartungen können sogleich aufs Normalmaß des Diskutierbaren heruntergeschraubt werden: Nichts, was in Israel selbst nicht schon hundertfach gesagt und erörtert worden wäre. Nichts, was man im Hinblick auf Fakten bzw. aufs begründbar Mögliche lapidar infrage stellen könnte&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">&#8230; Israel will den Frieden mit den Palästinensern nicht, denn dieser ist ohne Abzug aus den besetzten Gebieten nicht zu haben; es betreibt ganz gezielt und intensiv die Besiedlung palästinensischen Landes, unterjocht dabei die Bewohner und bedient sich perfidester Ideologisierung dieses Grundumstands, indem es seine eigene Nichtbereitschaft zum Frieden auf die von ihm unterdrückten und geschundenen Palästinenser projiziert&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">&#8230; Was also hat &#8216;die Deutschen&#8217; bzw. die hegemoniale Sphäre der deutschen Öffentlichkeit an Grassens Gedicht so aufgewühlt? Die Antwort darauf liegt nicht im Inhalt des Poems (auch nicht in der Tatsache, dass Grass sich dieses Genre zum Medium seiner Aussage gewählt hat), sondern schier in der Tatsache, dass er einen Tabubruch begangen hat, namentlich ausgesprochen hat, was nach vorherrschender &#8216;deutscher&#8217; Norm unausgesprochen bleiben muss. Grass kann sich dabei noch so sehr auf eine von Goethe über Heine bis Brecht laufende Tradition des politischen Gedichts berufen – die hilft ihm nichts: Schon Heine wusste, dass er von seinem Exilland Frankreich nicht nach Deutschland zurückkehren sollte, weil er &#8216;Erschießliches&#8217; geschrieben hatte&#8230;&#8221;</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Prof. Dr. Rolf Verleger</strong>, Autor des Buches „Israels Irrweg. Eine  jüdische Sicht“ (2010) und Mitglied der Jüdischen Stimme für gerechten  Frieden in Nahost, meint u.a.:</p>
<p style="text-align: left;">&#8220;&#8230; Wenn man den israelischen Rechtsnationalisten und Grass&#8217; Kritikern zuhört, könnte man meinen, die Bösen seien immer die anderen. Ist es aber nicht vielmehr unsere Aufgabe, unseren eigenen Anteil zu erkennen und zu ändern?&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Lesen Sie <a href="http://www.hintergrund.de/201204062011/feuilleton/zeitfragen/was-auch-noch-gesagt-werden-muss.html" target="_blank">hier</a> alle sechs Beiträge auf Hintergrund.de.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/ftd-umfrage-grass.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-5483" title="ftd-umfrage-grass" src="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/ftd-umfrage-grass-111x300.jpg" alt="" width="111" height="300" /></a></p>
<p style="text-align: left;">PS: Während <em>FTD.de</em> darüber berichtet, dass Marcel Reich-Ranicki das Gedicht von Günther Grass als &#8220;ekelhaft&#8221; bezeichnet, ergibt die Umfrage auf <em>FTD.de</em>, dass mehr als 80 Prozent die Israel-Thesen von Grass für &#8220;diskutabel&#8221; oder gar &#8220;richtig&#8221; halten (siehe links).</p>
<p style="text-align: left;">Interessant auch der Beitrag <a href="http://www.diefreiemeinung.com/2012/04/bravo-gunter-grass.html#more" target="_blank">&#8220;Bravo Günter Grass!&#8221;</a> auf dem Blog <em>Die Meinungsfreiheit</em>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>SPIEGEL TV Reportage &#8220;Kämpfen für Buddha&#8221; macht irreführende Werbung für einen falschen Shaolin-Tempel, in dem der Abt kein Abt und die Meister keine Meister sind</title>
		<link>http://www.spiegelblog.net/spiegel-tv-reportage-kaempfen-fuer-buddha.html</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 09:34:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>T. Engelbrecht</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[(Mit Dank an Marcus B.)



SPIEGEL-TV-Reportag “Kämpfen für Buddha”; Bildquelle: SPIEGEL TV


Kürzlich sah ich auf SPIEGEL Online eine Reportage, deren Recherchen sich über mehrere Jahre erstreckten. Es geht um einen deutschen namens Julian Jacobi, der WuShu (Show Kung Fu) lernt. Die SPIEGEL-TV-Redakteure begleiteten ihn auf seiner &#8220;Entwicklung zum Shaolin&#8221;. Herr Jacobi wurde vollmundig gar als &#8220;deutscher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">(Mit Dank an Marcus B.)</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_5429" class="wp-caption alignleft" style="width: 252px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.spiegel.de/video/video-1040359.html" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-5429 " title="kampfen-fur-buddha1" src="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/kampfen-fur-buddha1-300x185.jpg" alt="SPIEGEL-TV-Reportag “Kämpfen für Buddha”; Bildquelle: SPIEGEL TV" width="242" height="149" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">SPIEGEL-TV-Reportag “Kämpfen für Buddha”; Bildquelle: SPIEGEL TV</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: left;">Kürzlich sah ich auf <em>SPIEGEL Online</em> eine Reportage, deren Recherchen sich über mehrere Jahre erstreckten. Es geht um einen deutschen namens Julian Jacobi, der WuShu (Show Kung Fu) lernt. Die SPIEGEL-TV-Redakteure begleiteten ihn auf seiner &#8220;Entwicklung zum Shaolin&#8221;. Herr Jacobi wurde vollmundig gar als &#8220;deutscher Bruce Lee&#8221; und als &#8220;deutscher Shaolin&#8221; betitelt.</p>
<p style="text-align: left;">In der Reportage <a href="http://www.spiegel.de/video/video-1040359.html" target="_blank">&#8220;Kämpfen für Buddha - Julians harter Weg zum Shaolin-Mönch&#8221;</a> (siehe auch Screenshot) heißt es:</p>
<p style="text-align: left;">&#8220;Acht Stunden Training täglich, kein Alkohol, keine Mädchen, eine karge Unterkunft – es herrschen strenge Regeln im Shaolin-Kloster in Kaiserlautern. Julian [Jacobi] träumt davon, Kung-Fu in Perfektion zu lernen und bewirbt sich bei Europas einziger Ausbildungsstätte für Kampfmönche.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Klingt spannend, doch die Reportage entpuppt sich bei näherer Betrachtung als regelrechte PR-Kampagne, die fern der Fakten berichtet.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Die zentralen Kritikpunkte:</strong></p>
<p style="text-align: left;">- Eine kulturelle Einrichtung eines fremden Landes wird falsch dargestellt<br />
- Es wird Werbung gemacht für ein Plagiat (falscher Shaolin Tempel in Otterberg bei Kaiserslautern), das weder spirituell noch kampfkünstlerisch Shaolin repräsentiert<br />
- Viele begeisterte Kampfkünstler werden so vom falschen Schein des Plagiats angezogen<br />
- Das echte Shaolin in China wird zu Unrecht diffamiert als kommerzielle Einrichtung ohne Substanz<br />
- Der Muttertempel und der offizielle Ableger von Shaolin in Deutschland erleiden einen finanziellen Schaden durch die Schüler, die im Irrglauben in Kaiserslautern trainieren und dafür teuer bezahlen</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Selbst Wikipedia und die <em>Süddeutsche Zeitung </em>berichten über den &#8220;Shaolin-Schwindel&#8221;</strong><br />
Dass SPIEGEL TV mit seiner Reportage den Zuschauern einen Bären aufbindet, indem nicht erwähnt wird, dass es sich hier um ein falsches Kloster handelt, in dem der Abt kein Abt ist und die Meister keine Meister, geht auch aus dem <a href="http://www.shaolin-tempel.eu/shaolin/index.php/de/shaolin-tempel/uebersicht-shaolin-tempel/14-abmahnschreibens-des-muttertempels" target="_blank">Abmahnschreiben des Muttertempels in China</a> hervor. Dieses richtet sich gegen den Leiter der der deutschen Einrichtung, der behauptet, ein Ableger des Songshan Shaolin Tempels zu sein und im Auftrag des Muttertempels zu handeln. Er behauptet sogar, im Namen des Muttertempels Novizen auszubilden.</p>
<p style="text-align: left;">Sogar <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shaolin-Tempel#Deutschland" target="_blank">in Wikipedia</a> wird darüber aufgeklärt, und auch die <em>Süddeutsche Zeitung</em> machte einen großen Artikel darüber (<a href="http://www.shaolin-tempel.eu/joomla/images/presse/sz-kl.jpg" target="_blank">&#8220;Der Shaolin-Schwindel&#8221;</a>).</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Was Julian Jacobi dort in Otterberg gelernt hat, war Wushu Akrobatik, was mit Shaolin Kung Fu wenig bis gar nichts zu tun hat. Auch ist der selbsternannte Abt des Shaolin Tempels in Otterberg, Herr Monroe<br />
Coulombe alias Shi Heng Zong, weder Kampfsportler irgendeines Systems noch Abt. Er hält Buddhistische Seminare ab und spricht selbst nach eigenen Angaben nur minimalst Chinesisch. Doch wie begreift man die Philosophie eines fremden Landes ohne der Sprache mächtig zu sein?</p>
<p style="text-align: left;">Was also bei der SPIEGEL-TV-Reportage herauskam, war ein Werbefilm über Kampfkünstler, die sich zu unrecht einen Namen aneignen und der wie ein Magnet auf Kunden bzw. Schüler wirkt. Man stelle sich die Situation einmal umgekehrt vor:</p>
<p style="text-align: left;">Die Chinesen machen einen falschen Franziskaner Orden auf, in dem nur chinesisch gesprochen und die Bierbrauerei soweit entfremdet wird, dass dabei wässrige Brühe herauskommt. Das Bier füllen sie dann ab in Flaschen und verkaufen es als Klosterbier der Franziskaner Mönche mit dem original deutschen Etikett. Darüber berichten nun chinesische Medien und stellen einen Novizen des Ordens in Dokus dar. Dieser Novize geht dann erst in China zu einem zweiten falschen Bierbrauer und danach sogar nach Deutschland. Dort geht er in die Budweiser Fabrik und beschwert sich öffentlich, dass das Bier in Deutschland nur Chemie sei und mit dem Reinheitsgebot nichts zu tun habe. Absurd? Ja - und genau das ist bei SPIEGEL TV passiert&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">In der zweiten Doku von SPIEGEL TV zum Thema ging der Kung-Fu-Schüler erst nach Berlin. Knapp vorbei ist auch danaben. Ging er nämlich nicht in den offiziellen Ableger von Shaolin, sondern wieder zu einer inoffiziellen Schule. Danach verschlug es ihn nach China - aber nein, nicht in den Shaolin-Tempel, sondern in ein Wushu-Internat, das vergleichbar ist mit einem deutschen Sport-Internat. Dort suchte er die Philosophie und das geistige Wachstum offensichtlich vergebens. Mit vielen Rückblenden versehen auf den falschen Tempel in Kaiserslautern, war das eine großartige Werbe- und PR Kampagne für ein Plagiat.</p>
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		<title>Studie bescheinigt Agro-Gentechnik Totalversagen - und entlarvt die Pro-Monsanto-Haltung des SPIEGEL als beschämend</title>
		<link>http://www.spiegelblog.net/studie_agro_gentechnik_totalversagen.html</link>
		<comments>http://www.spiegelblog.net/studie_agro_gentechnik_totalversagen.html#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 16:50:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>T. Engelbrecht</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelblog.net/?p=5393</guid>
		<description><![CDATA[(Mit Dank an Georg W.)



Studie bescheinigt Agro-Gentechnik Totalversagen - für Die Welt ein Bericht wert, für den SPIEGEL dagegen nicht&#8230;; Foto: PA 


Es ist schon erschreckend: Anstatt die Lügen von Großindustrien wie des Agrobusiness von Monsanto &#38; Co. konsequent zu entlarven, hat sich der SPIEGEL dessen Lügenmärchen immer wieder einfach zu eigen gemacht und kritiklos [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">(Mit Dank an Georg W.)</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_5398" class="wp-caption alignleft" style="width: 203px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article13755786/Studie-bescheinigt-gruener-Gentechnik-Totalversagen.html" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-5398  " title="welt-studie-monsanto-co" src="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/welt-studie-monsanto-co-287x300.jpg" alt="Studie bescheinigt Agro-Gentechnik Totalversagen - für &quot;Die Welt&quot; ein Bericht wert, für den &quot;SPIEGEL&quot; nicht...; Foto: PA" width="193" height="201" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Studie bescheinigt Agro-Gentechnik Totalversagen - für Die Welt ein Bericht wert, für den SPIEGEL dagegen nicht&#8230;; Foto: PA </dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: left;">Es ist schon erschreckend: Anstatt die Lügen von Großindustrien wie des Agrobusiness von Monsanto &amp; Co. konsequent zu entlarven, hat sich der <em>SPIEGEL </em>dessen Lügenmärchen immer wieder einfach zu eigen gemacht und kritiklos an seine Leser weitergereicht (<a href="http://www.spiegelblog.net/?s=Monsanto" target="_blank">SPIEGELblog berichtete mehrfach</a>).</p>
<p style="text-align: left;">Dass dies regelrecht beschämend ist, offenbart nun die Studie &#8220;<a href="http://www.centerforfoodsafety.org/wp-content/uploads/2011/10/GMO-EMPEROR-FINAL-10-11.pdf" target="_blank">The GMO emperor has no clothes</a>“, die von Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt, darunter dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu), gemeinsam zusammengetragen wurde.</p>
<p style="text-align: left;">Die <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article13755786/Studie-bescheinigt-gruener-Gentechnik-Totalversagen.html" target="_blank">Tageszeitung <em>Die Welt</em></a> hat darüber berichtet (siehe auch Screenshot), der <em>SPIEGEL </em>und <em>SPIEGEL Online</em> bezeichnenderweise nicht&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">Die &#8220;Heilsversprechungen&#8221; von Monsanto&amp;Co. lauten: Die Agro-Gentechnik bringt höhere Erträge und ermöglicht eine bessere Bekämpfung des weltweiten Hungers sowie den reduzierten Einsatz von Pestiziden. &#8220;Nichts davon ist wahr&#8221;, sagte Vandana Shiva, Trägerin des alternativen Nobelpreises, bei der Vorstellung der Analyse in Berlin. So zeige die Studie, dass z.B. folgendes Fakt sei:</p>
<p style="text-align: left;"><strong># Pestizideinsatz verzigfacht: </strong>In Indien etwa hat sich der  Einsatz von Pestiziden gegen Pflanzenschädlinge seit dem Anbau  gentechnisch veränderter Baumwolle um das 30fache, in China um das  zwölffache erhöht. Aber auch in den USA richteten die Gen-Pflanzen  großen ökonomischen Schaden an.</p>
<p style="text-align: left;"><strong># Es gibt immer mehr „Superunkräuter“</strong>, denen mit den herkömmlichen Mitteln nicht beizukommen ist. Weltweit sollen bereits 20 Millionen Hektar Ackerland von den Kräutern verseucht sein. Zur Bekämpfung habe Monsanto jetzt ein Mittel auf den Markt gebracht, das dem verpönten Entlaubungsgift „Agent Orange“ gleiche, sagte Shiva.</p>
<p style="text-align: left;"><strong># Immer mehr &#8220;Schädlinge&#8221; und totalabhängige Bauern:</strong> Laut Studie gibt es immer mehr so genannte Schädlinge, die bisher keine waren, und Bauern, die sich in völliger Abhängigkeit der Saatgutriesen befinden und von diesen in den wirtschaftlichen Ruin getrieben würden</p>
<p>Zumindest der letzte Punkt kann - aus Sicht von Bayer, Monsanto und Konsorten - ja durchaus als &#8220;Erfolg&#8221; gesehen werden&#8230;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zwickauer Terrorzelle: Wie der SPIEGEL den Verdacht, der Staat könnte in die Taten verstrickt sein, zu Unrecht ins Lächerliche zieht</title>
		<link>http://www.spiegelblog.net/zwickauer-terrorzelle-wie-der-spiegel-den-verdacht-der-staat-koennte-in-die-taten-verstrickt-sein-zu-unrecht-ins-laecherliche-zieht.html</link>
		<comments>http://www.spiegelblog.net/zwickauer-terrorzelle-wie-der-spiegel-den-verdacht-der-staat-koennte-in-die-taten-verstrickt-sein-zu-unrecht-ins-laecherliche-zieht.html#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 13:17:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>T. Engelbrecht</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelblog.net/?p=5361</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Die Zwickauer Terrorzelle hatte offenbar Kontakt zu einem V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Sollte sich das bestätigen, könnte nun auch das Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz in die Affäre um die Ermittlungspannen gezogen werden.&#8221;
Frankfurter Rundschau, 23. Nov. 2011
junge welt: &#8220;Gehen Sie davon aus, daß die Inlandsgeheimdienste mehr in den Skandal verstrickt sind, als es die Berichterstattung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>&#8220;Die Zwickauer Terrorzelle hatte offenbar Kontakt zu einem V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Sollte sich das bestätigen, könnte nun auch das Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz in die Affäre um die Ermittlungspannen gezogen werden.&#8221;</strong><br />
<a href="http://www.fr-online.de/neonazi-terror/neonazi-terror-spur-aus-sachsen-weist-ins-bundesamt,1477338,11184392.html" target="_blank"><em>Frankfurter Rundschau</em>, 23. Nov. 2011</a></p>
<p style="text-align: left;"><strong><em>junge welt</em>: &#8220;Gehen Sie davon aus, daß die Inlandsgeheimdienste mehr in den Skandal verstrickt sind, als es die Berichterstattung nahelegt?&#8221;<br />
Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung: &#8220;Die Verantwortlichen [in den Behörden] erwecken den Eindruck, sie seien völlig überrascht und selbst Opfer einer Serie von Pleiten, Pech und Pannen. Das widerlegen die Analysen von <em>Monitor </em>über <em>FAZ </em>und <em>Tagesspiegel </em>bis zur <em>Frankfurter Rundschau </em>und linken Zeitungen.&#8221;</strong><br />
<a href="http://www.jungewelt.de/2011/12-03/001.php" target="_blank"><em>junge welt</em>, Interview, 3. Dez. 2001</a></p>
<div id="attachment_5388" class="wp-caption alignleft" style="width: 233px"><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,798544,00.html" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-5388 " title="nazi-forum" src="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/nazi-forum-300x210.jpg" alt="SPIEGEL Online, 18. Nov. 2011" width="223" height="156" /></a><p class="wp-caption-text">SPIEGEL Online, 18. Nov. 2011</p></div>
<p style="text-align: left;">Wie zieht man auch noch so berechtigte Kritik an herrschenden Systemen am leichtesten ins Lächerliche? Man nehme eine Gruppe von Leuten, die gemeinhin als Spinner betrachtet werden, und legt ihnen diese berechtigte Kritik einfach in den Mund - und schon ist der Kritik für das gemeine Publikum das Fundament entzogen.</p>
<p style="text-align: left;">Genau so tut es <em>SPIEGEL Online</em> in Bezug auf den berechtigten Verdacht, staatliche Stellen bzw. der so genannte Verfassungsschutz könnten in den Nazi-Terror, der der Zwickauer Terrorzelle angehängt wird, verstrickt sein. Da heißt es in dem aktuellen Beitrag <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,798544,00.html" target="_blank">&#8220;Die kruden Zwickau-Theorien der Netz-Nazis&#8221;</a> (siehe auch Screenshot), &#8220;in Internetforen tauschen Neonazis wilde Verschwörungstheorien aus&#8230; Der krude Tenor: Nicht Rechtsextreme seien für die Morde verantwortlich, die Taten gingen vielmehr auf eine Verschwörung und eine Inszenierung des Verfassungsschutzes zurück. Die drei Zwickauer Terroristen seien entweder V-Leute, die aus &#8216;dem Ruder gelaufen&#8217; seien und &#8216;aus dem Weg&#8217; mussten - oder der Verfassungsschutz habe die Terrorakte gleich direkt gesteuert. So solle ein neues NPD-Verbotsverfahren in Gang gebracht werden, mutmaßt etwa der Nutzer &#8216;Son of Hamdelli&#8217; in einem der Foren.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;"><strong><em>hintergrund.de</em>: &#8220;Fakt ist, dass das Zwickauer Trio nicht über ein Jahrzehnt ohne staatliche Unterstützer in der Illegalität leben konnte&#8221;</strong><br />
Allein dass derlei Aussagen von <em>SPIEGEL Online </em>mit dem Begriff &#8220;Verschwörungstheorie&#8221; belegt werden, zeigt die Absicht des Nachrichtenportals, Gedanken und Verdächtigungen dieser Art in die Ecke der Fantasterei und Spinnerei zu schieben.</p>
<p style="text-align: left;">Auch der in den Foren geäußerte Verdacht, die beiden Mitglieder der so genannten Zwickauer Terrorzelle - Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt - könnten sich gar nicht selbst umgebracht haben, sondern von Geheimdiensten umgebracht worden sein, wird von <em>SPON </em>als &#8220;krude Gegentheorie&#8221; bezeichnet und damit letztlich auch als Fantasterei abgekanzelt. Dabei ist der Verdacht absolut berechtigt, möge er auch von Rechtsextremen oder Nazis kommen. Immerhin berichtete <em>SPON </em>selber noch am vergangenen Samstag (12. Nov.), dass einem Ermittler zufolge die Spurenlage im Wohnmobil „nicht unbedingt auf einen gemeinsamen Suizid hin[deute]“. Und weiter: &#8220;Überhaupt: Warum sollten sich zwei mutmaßliche Schwerkriminelle nach einem geglückten Banküberfall umbringen? Aus Reue? Aus Angst vor der Polizei?&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Von derlei Skepsis scheint sich <em>SPON </em>aber jetzt zunehmend zu distanzieren. Offenbar ist <em>SPIEGEL Online</em> nicht (mehr) primär daran gelegen, Aufklärung zu leisten, die den Machtcliquen in einschneidender Form gefährlich werden könnte.</p>
<p style="text-align: left;">Ganz anders Sebastian Runge auf <em>hintergrund.de</em> in seinem Artikel <a href="http://www.hintergrund.de/201111161793/politik/inland/immer-tiefer-verstrickt-geheimdienste-und-nazi-terror.html" target="_blank">&#8220;Immer tiefer verstrickt: Geheimdienste und Naziterror&#8221;</a>. Darin stellt er die Frage:&#8221;Wurden die beiden Männer [Mundlos und Böhnhardt] vielleicht getötet, damit nicht herauskommt, wer hinter den Mordtaten steckt? Oder sollte eventuell eine neue, zweite Mordserie verhindert beziehungsweise beendet werden?&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Runges Fazit: &#8220;Welche Rolle auch immer Mitarbeiter der Geheimdienste bei den Aktivitäten der Neonazi-Terrorzelle namens &#8216;Nationalsozialistischer Untergrund&#8217;, kurz NSU, gespielt haben mögen, Fakt ist, dass das Zwickauer Trio nicht über ein Jahrzehnt ohne staatliche Unterstützer in der Illegalität leben konnte.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;"><strong>hintergrund.de: &#8220;Auch beim Oktoberfest Attentat 1980 spielten Geheimdienste eine zwielichtige Rolle - doch polizeiliche und juristische Aufklärung fand zu keinem Zeitpunkt statt&#8221;<br />
</strong>&#8220;Bundeskanzlerin Merkel sprach angesichts des rechten Terrors von einer  &#8216;Schande für Deutschland&#8217;&#8221;, so Runge. &#8220;Um die Schande möglichst klein zu halten,  wird man in den Führungsetagen bestrebt sein, den Fall – trotz  zwangsläufig gegenteiliger Lippenbekenntnisse – nicht aufzuklären.&#8221; Und  Medien wie der <em>SPIEGEL </em>scheinen hier der Politik nicht in die Quere kommen zu wollen.</p>
<p style="text-align: left;">Runge zieht auch noch eine interessante Parallele zum Oktoberfest-Attentat 1980 in München, dem größten Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Bei diesem Attentat, so Runge, &#8220;spielte der Geheimdienst ebenfalls eine zwielichtige Rolle. Es deutet Vieles darauf hin, dass der Täter damals nicht alleine handelte, sondern Teil der Gladio-Struktur war, einer paramilitärischen Geheimorganisation von NATO, CIA und des britischen MI6. Polizeiliche und juristische Aufklärung fand zu keinem Zeitpunkt statt. Wichtige Zeugen wurden bis heute nicht befragt, Beweise verschwanden und sämtliche Akten wurden inzwischen vernichtet. In den Verdacht der Unterstützung geriet vor allem die neonazistische Wehrsportgruppe Hoffmann, die dank ihres militaristischen Auftretens schnell im ganzen Land berühmt und berüchtigt wurde. Ihr damaliger Anführer, Karl-Heinz Hoffmann, wurde wegen Geldfälschung, gefährlicher Körperverletzung, Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz, Nötigung sowie mehreren Fällen von Freiheitsberaubung angeklagt. 1984 wurde er zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und sechs Monaten verurteilt, jedoch bereits 1989 wegen guter Führung und „günstiger Sozialprognose” vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen.</p>
<p>2004 erwarb Hoffmann mehrere Immobilien in Sachsen, darunter ein ehemaliges Rittergut mit Herrenhaus und Stallungen. Hoffmann gründete anschließend einen gemeinnützigen Verein und erhielt vom Land Sachsen von 2005 bis 2007 insgesamt 130.000 Euro als Fördergelder für die Erhaltung und Pflege eines Kulturdenkmals.</p>
<p><strong>Interessanter Link zum Thema:</strong></p>
<p># <a href="http://www.hintergrund.de/201111141790/politik/inland/was-ist-und-wie-kommt-es-zu-braunem-terror.html" target="_blank">Was ist &#8220;brauner Terror&#8221; und wie kommte es dazu?</a>, <em>hintergrund.de</em>, 14. Nov. 2011</p>
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		</item>
		<item>
		<title>EU-Krisengipfel: Wie der SPIEGEL Kanzlerin Merkel als &#8220;Sprengmeisterin&#8221;, die Europa aus der Schuldenkrise führt, bejubelt - und damit seinen Lesern nur Mumpitz erzählt</title>
		<link>http://www.spiegelblog.net/eu-krisengipfel-wie-der-spiegel-kanzlerin-merkel-als-sprengmeisterin-die-europa-aus-der-schuldenkrise-fuehrt-bejubelt-und-damit-seinen-lesern-nur-mumpitz-erzaehlt.html</link>
		<comments>http://www.spiegelblog.net/eu-krisengipfel-wie-der-spiegel-kanzlerin-merkel-als-sprengmeisterin-die-europa-aus-der-schuldenkrise-fuehrt-bejubelt-und-damit-seinen-lesern-nur-mumpitz-erzaehlt.html#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 10:23:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>T. Engelbrecht</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[


SPON-Hauptaufmacher vom 27. Okt. 2011, 12 h; Foto: dpa


SPIEGEL Online findet in seinem aktuellen Hauptaufmacher (12 h; siehe auch Screenshot) für die Kanzlerin mal wieder überaus lobende Worte (SPIEGELblog berichtete über diese Art der Hofberichterstattung mehrfach). Angela Merkel sei eine &#8220;Sprengmeisterin&#8221;, die sich beim EU-Krisengipfel in etlichen Punkten durchgesetzt&#8221; habe. Durch Merkel sei &#8220;Europa mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_5332" class="wp-caption alignleft" style="width: 259px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/merkel-euro-krise.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-5332 " title="merkel-euro-krise" src="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/merkel-euro-krise-300x186.jpg" alt="SPON-Hauptaufmacher vom 27. Okt. 2011, 12 h; Foto: dpa" width="249" height="154" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">SPON-Hauptaufmacher vom 27. Okt. 2011, 12 h; Foto: dpa</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: left;"><em>SPIEGEL Online</em> findet in seinem aktuellen Hauptaufmacher (12 h; siehe auch Screenshot) für die Kanzlerin mal wieder überaus lobende Worte (<a href="http://www.spiegelblog.net/der-spiegel-verklart-deutschland-zum-guten-alten-merkelland-das-so-schonend-ist-fur-die-nerven-seiner-bewohner.html" target="_blank">SPIEGELblog berichtete über diese Art der Hofberichterstattung mehrfach</a>). Angela Merkel sei eine <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,794314,00.html" target="_blank">&#8220;Sprengmeisterin&#8221;, die sich beim EU-Krisengipfel in etlichen Punkten durchgesetzt&#8221; habe. Durch Merkel sei &#8220;Europa mit etwas Glück nun auf dem richtigen Weg, um die Schuldenkrise zu überwinden&#8221;</a>.</p>
<p style="text-align: left;">Diese Worte von <em>SPON</em>-Kommentator <a href="http://www.spiegel.de/extra/0,1518,664839,00.html" target="_blank">Roland Nelles</a>, der zu Beginn seiner journalistischen Laufbahn viele Jahre beim Springer-Verlag verbracht hat, klingen nach PR aus der CDU-Zentrale - und genau so viel bzw. wenig kann man auf diese Jubelworte auch geben. Denn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist das, was in Brüssel nun beschlossen wurde, keine nachhaltige Lösung, die dem Steuerzahler in irgendeiner Weise helfen bzw. die Schulden der Länder entscheidend verringern wird.</p>
<p style="text-align: left;"><strong><em>Handelsblatt</em>: „Ökonomen zum Euro-Rettungspaket: &#8216;Die Staatsschuldenkrise wird wieder hochkochen&#8217;“</strong><br />
So bringt das <em>Handelsblatt</em> auf seiner Website aktuell (12.30 h) den Hauptaufmacher <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/die-staatsschuldenkrise-wird-wieder-hochkochen/5751878.html" target="_blank">&#8220;Ökonomen zum Euro-Rettungspaket: &#8216;Die Staatsschuldenkrise wird wieder hochkochen&#8217;&#8221;</a> (die Schlagzeile wurde kurzerhand in &#8220;Ökonomen zum Euro-Rettungspaket: Mogelpackung statt großer Wurf&#8221; umgeändert). Darin heißt es: &#8220;Fragliche Beschlüsse, weiterhin hohe Risiken: Ökonomen können dem Maßnahmenpaket der Euro-Länder zur Lösung der Schuldenkrise nicht viel Positives abgewinnen. Der Rückenwind wird bald verflogen sein.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Und in dem aktuellen Kommentar zum Thema auf <em>handelsblatt.de</em> <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/das-1-000-000-000-000-euro-risiko/5751176.html" target="_blank">&#8220;Das 1.000.000.000.000-Euro-Risiko&#8221;</a> heißt es: &#8220;Und sie bewegen sich doch. Das ist die gute Nachricht des Euro-Gipfels. Die schlechte ist: Das Risiko für hohe Verluste ist erheblich gestiegen. Für die Banken dagegen ist der Brüsseler Kompromiss ein gutes Geschäft.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Vor diesem Hintergrund ist auch der darauf folgende Hauptaufmacher bei <em>SPIEGEL Online </em>- <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,794335,00.html" target="_blank">&#8220;Euro-Gipfel: Die Banken müssen jetzt bluten&#8221;</a> - Kokolores und letztlich wohl v.a. dem Drang bei dem Nachrichtenportal, seine Leser mit möglichst großem Spektakel abzuholen, geschuldet (<a href="http://www.spiegelblog.net/?s=spektakel" target="_blank">über <em>SPONs</em> Hang zum Spektakel berichtete SPIEGELblog bereits</a>).</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gespräch mit Helmut Schmidt und Peer Steinbrück: Der SPIEGEL verkommt zur PR-Zentrale - und leidet unter Amnesie</title>
		<link>http://www.spiegelblog.net/gespraech-mit-helmut-schmidt-und-peer-steinbrueck-der-spiegel-verkommt-zur-pr-zentrale-und-leidet-unter-amnesie.html</link>
		<comments>http://www.spiegelblog.net/gespraech-mit-helmut-schmidt-und-peer-steinbrueck-der-spiegel-verkommt-zur-pr-zentrale-und-leidet-unter-amnesie.html#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 08:54:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>T. Engelbrecht</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelblog.net/?p=5296</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Hier - der aktuelle SPIEGEL: &#8216;Er kann es&#8217;. Was genau, weiß ich nicht - ich konnt&#8217;s nicht lesen, mir war schon schlecht vom Titelbild. Abgesehen davon, lieber SPIEGEL, da ist doch noch Luft nach oben in Sachen hündischer Ergebenheitsjournalismus, oder? Beim nächsten mal macht ihr das Ganze bitte mit [Playboy-mäßigem] Ausklappfoto [von Peer Steinbrück in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>&#8220;Hier - der aktuelle <em>SPIEGEL</em>: &#8216;Er kann es&#8217;. Was genau, weiß ich nicht - ich konnt&#8217;s nicht lesen, mir war schon schlecht vom Titelbild. Abgesehen davon, lieber <em>SPIEGEL</em>, da ist doch noch Luft nach oben in Sachen hündischer Ergebenheitsjournalismus, oder? Beim nächsten mal macht ihr das Ganze bitte mit [Playboy-mäßigem] Ausklappfoto [von Peer Steinbrück in Lederkluft], denn ein bisschen Sex hat auch im <em>SPIEGEL </em>mal Platz, finde ich.&#8221;</strong><br />
Oliver Welke, <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/760014#/beitrag/video/1478050/heute-show-vom-28102011" target="_blank"><em>heute show</em>, 28. Okt. 2011</a> (Min. 29:27 - 29:47)</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_5357" class="wp-caption alignleft" style="width: 187px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,ausg-5308,00.html" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-5357 " title="spiegel-43-20111" src="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/spiegel-43-20111-227x300.jpg" alt="SPIEGEL-Titel 43/2011; Quelle: SPIEGEL Online" width="177" height="234" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">SPIEGEL-Titel 43/2011; Quelle: SPIEGEL Online</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: left;">Europa ringt mit der Schuldenkrise, die genau genommen eine Bankenkrise ist - und der <em>SPIEGEL </em>hat nix besseres zu tun, als Helmut Schmidt und Peer Steinbrück auf seinen Titel zu heben mit einer Botschaft von &#8220;Schmidt Schnauze&#8221;, die so klingt, als käme sie direkt aus der PR-Zentrale des Steinbrückbüros: Steinbrück kann Kanzlerkandidat (siehe auch Screenshot).</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Der <em>SPIEGEL </em>blendet in seinem Titel aus, dass Steinbrück mitverantwortlich zeichnet für die derzeitige Megakrise</strong><br />
Ein solcher Titel ist aber völlig deplatziert, denn gerade Steinbrück war ja v.a. in seiner Zeit als Bundesfinanzminister von 2005 bis 2009 entscheidend mitbeteiligt an den Fehlentscheidungen der Politik - mit der Folge, dass die Banken das Geld hinterhergeworfen bekamen und somit europäische Staaten erst so richtig in die Schuldenkrise schlitterten. <em>FTD</em>-Kolumnist Thomas Fricke hat <a href="http://www.ftd.de/politik/international/:kolumne-thomas-fricke-schluss-mit-der-bankermagie/60118835.html?page=2" target="_blank">in seinem aktuellen Beitrag &#8220;Schluss mit der Bankermagie&#8221;</a> treffend aufgezeigt, dass &#8220;der atemberaubende Schuldenanstieg [europäischer Staaten] seit 2007 eher die Folge eines Bankendesasters&#8221; ist. Sprich, erst haben sich die Banken verzockt, dann bekamen sie das Geld von der Politik in den Rachen geschmissen - und dann schnellten die Staatsschulden ins Unermessliche.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Blog<em> Tief im Süden</em>: &#8220;Steinbrück war in all seinen politischen Ämtern wenig erfolgreich - immer nur den kühlen Klaren mimen reicht einfach nicht&#8221;</strong><br />
Wie wenig Steinbrück zum Kanzlerkandidaten taugt, beschreibt auch <a href="http://blackconti.twoday.net/stories/49593000/" target="_blank">der Blog <em>Tief im Süden</em></a> treffend:</p>
<p style="text-align: left;">&#8220;Steinbrück kann Kanzler - ist das wirklich so? Ich weiß nur, dass Steinbrück in all seinen politischen Ämtern wenig erfolgreich war, dass er &#8216;im Trend&#8217; Fehlentscheidungen getroffen hat, die jemand, der weiß wovon er redet, halt so nicht hätte treffen dürfen. Immer nur den kühlen Klaren mimen reicht einfach nicht. Erst befürwortet er die weitere Aushebelung aller Regulierungsmechanismen für die Spekulationsindustrie, um dann panisch Milliarden an Steuergeldern zur Rettung genau dieser Bagage in die gierigen Rachen zu schieben. Er wurschtelt in der Großen Koalition kritiklos mit und lässt sich als Krisenmanager feiern für Entscheidungen, die einzig eine zeitliche Verschiebung der Probleme bedeuten und nun potenziert ganze Volkswirtschaften kollabieren lassen.</p>
<p style="text-align: left;">Ganz nebenbei ist es Steinbrück in schöner Zusammenarbeit mit Müntefehring und Steinmeier gelungen, die SPD zu marginalisieren und auf Jahre unwählbar zu machen. Nun, vielleicht sind diese Jahre ja bereits vorbei und auf Amnesie des Kurzzeitgedächtnisses der Wähler können sich Parteien wohl ziemlich sicher verlassen. Ich will mich über Helmut Schmidt nun wirklich nicht despektierlich äußern, aber er ist ja nun schon über 90 Jahre alt und das Kurzzeitgedächtnis ist halt meistens als erstes betroffen…&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Und wovon Über-90-Jährige mitunter betroffen sind, darunter scheinen auch die Gestalter des aktuellen <em>SPIEGEL</em>-Covers zu leiden: unter Amnesie.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>VWL-Professor Klaus-Peter Kisker: &#8220;Zu Helmut Schmidt als &#8216;großem Ökonomen&#8217; etwas zu sagen, fällt mir  schwer. Ich weiß nicht, wie er zu diesem Ruf gekommen ist.</strong>&#8221;<br />
Im Übrigen stellt sich die Frage, ob Helmut Schmidt überhaupt berufen ist, in diesen ökonomisch so angespannten Zeiten als Gradmesser für fundierte Ansichten zu stehen. Wie etwa <a href="http://www.fzs.de/news/32846.html" target="_blank">auf der Seite www.fzs.de</a> zu lesen ist, hat Klaus-Peter Kisker (Nationalökonom aus Berlin und für Jahrzehnte Mitglied der Partei von Helmut Schmidt) dazu folgendes geantwortet hat:</p>
<p style="text-align: left;">&#8220;Zu Helmut Schmidt als &#8216;großem Ökonomen&#8217; etwas zu sagen, fällt mir schwer. Ich weiß nicht, wie er zu diesem Ruf gekommen ist. Weder in seiner politisch aktiven Zeit noch anschließend in der <em>ZEIT</em> hat er irgendwelche relevanten theoretisch fundierten Aussagen zu wirtschaftspolitischen Themen gemacht. Ich weiß, dass er in Hamburg u.a. bei Karl Schiller Volkswirtschaftslehre studiert hat. Wie Schiller hat er lange einen Bastard-Keynsianismus vertreten, das heißt, Keynes als Steinbruch genutzt, die ihm passenden Stücke herausgebrochen, die schweren Brocken aber links liegen gelassen. In der alten Bundesrepublik hat er kurz vor seiner Abwahl mit dem Haushaltskonsolidierungsgesetz die neoliberale Wende eingeleitet, die dann durch Kohl nur weiter geführt wurde. Heute offenbart er sich als Neoliberaler.</p>
<p style="text-align: left;">In der ARD bei <em>Beckmann </em>(13.12.04) behauptete er, dass die Deutschen die meisten Feiertage hätten und die wenigsten Arbeitsstunden in der ganzen Welt leisteten. Sein Fazit, das muss sich ändern. In der <em>ZEIT</em> vom 22.05.03 greift er scharf die deutschen Gewerkschaftsführer und Lafontaine an, die sich von Marxisten zu Pseudokeynsianern gewandelt hätten und die verhindern, dass in Deutschland die notwendigen Anpassungen vorgenommen werden können. Mehr kann ich zu diesem theoretischen Vakuum auf die Schnelle nicht sagen.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Interessante Links zum Thema:</strong></p>
<p style="text-align: left;"># <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Wenn-147-Konzerne-die-ganze-Wirtschaft--kontrollieren-/story/24530287" target="_blank">&#8220;Wenn 147 Konzerne die ganze Wirtschaft kontrollieren&#8221;</a>, <em>tagesanzeiger.ch</em>, 23. Okt. 2011</p>
<p style="text-align: left;"># Stefania Vital et al.: <a href="http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/1107/1107.5728v2.pdf" target="_blank">The network of global corporate control</a>, ETH Zürich, 19. Sept. 2011</p>
<p style="text-align: left;"># <em>sueddeutsche.de</em>: <a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/foto-panne-steinbrueck-und-schmidt-spielen-falsch-1.1174140" target="_blank">Schmidt und Steinbrück - zu doof, das Schachbrett für das Foto für ihr Buch-Cover richtig hinzurücken</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.spiegelblog.net/gespraech-mit-helmut-schmidt-und-peer-steinbrueck-der-spiegel-verkommt-zur-pr-zentrale-und-leidet-unter-amnesie.html/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Mobilfunkstrahlung: Wie SPIEGEL Online erneut haltlos behauptet, &#8220;Vieltelefonierern droht kein höheres Krebsrisiko&#8221;</title>
		<link>http://www.spiegelblog.net/mobilfunkstrahlung-wie-spiegel-online-erneut-haltlos-behauptet-vieltelefonierern-droht-kein-hoheres-krebsrisiko.html</link>
		<comments>http://www.spiegelblog.net/mobilfunkstrahlung-wie-spiegel-online-erneut-haltlos-behauptet-vieltelefonierern-droht-kein-hoheres-krebsrisiko.html#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 23 Oct 2011 08:09:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>T. Engelbrecht</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelblog.net/?p=5271</guid>
		<description><![CDATA[Über die dänische Handystudie, auf die sich SPIEGEL Online kritiklos beruft, sagen &#8220;researchers from the U.K., U.S., Australia, and elswhere around the world &#8230; [it] was &#8217;seriously flawed&#8217;&#8221;.
Don Reisinger, CNET News 21. Okt. 2011
Sicher, den ultimativen Beweis dafür, dass Mobilfunkstrahlung krebserregend ist, gibt es freilich noch nicht. Doch wie ich z.B. in meinem Artikel &#8220;Handystrahlung: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Über die dänische Handystudie, auf die sich <em>SPIEGEL Online</em> kritiklos beruft, sagen &#8220;researchers from the U.K., U.S., Australia, and elswhere around the world &#8230; [it] was &#8217;seriously flawed&#8217;&#8221;.</strong><br />
Don Reisinger, <a href="http://news.cnet.com/8301-13506_3-20123665-17/do-cell-phones-cause-brain-tumors-debate-rages/" target="_blank"><em>CNET News</em> 21. Okt. 2011</a></p>
<div id="attachment_5285" class="wp-caption alignleft" style="width: 248px"><a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,793188,00.html" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-5285 " title="handy1" src="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/handy1-300x193.jpg" alt="SPON-Artikel vom 21.10.2011; Foto: Reuters" width="238" height="154" /></a><p class="wp-caption-text">SPON-Artikel vom 21.10.2011; Foto: Reuters</p></div>
<p style="text-align: left;">Sicher, den ultimativen Beweis dafür, dass Mobilfunkstrahlung krebserregend ist, gibt es freilich noch nicht. Doch wie ich z.B. <a href="http://www.torstenengelbrecht.com/de/artikel_wissenschaft.html" target="_blank">in meinem Artikel &#8220;Handystrahlung: &#8220;möglicherweise krebserregend&#8221; für die Zeitschrift <em>Dr. med. Mabuse</em></a> fundiert aufzeige, besteht mindestens reichlich Grund zur (Vor)Sorge. Nicht nur die Ärztekammer Wien forderte erst kürzlich: Die Politik muss bei der allgegenwärtigen Mobilfunkstrahlung jetzt handeln, damit sich die Geschichte von Schadstoffen wie Asbest nicht wiederholt.</p>
<p style="text-align: left;">Ganz anders der <em>SPIEGEL</em>: Kritiklos und einseitig, ja regelrecht industriefreundlich - und damit in journalistisch unsauberer Manier - redet er die möglichen Gefahren der Handystrahlung regelmäßig einfach weg (<a href="http://www.spiegelblog.net/?s=mobilfunk" target="_blank">SPIEGELblog berichtete bereits mehrfach darüber</a>). So auch in dem aktuellen Beitrag auf <em>SPIEGEL Online</em> <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,793188,00.html" target="_blank">&#8220;Dänische Langzeitstudie: Vieltelefonierern droht kein höheres Krebsrisiko&#8221;</a> (siehe auch Screenshot). Allein die Überschrift ist faktisch schlichtweg nicht haltbar, denn dass &#8220;Vieltelefonierern kein höheres Krebsrisko droht&#8221;, wie da süffisant behauptet wird, ist wissenschaftlich einfach nicht haltbar.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Mobilfunkforscherin Devra Davis: &#8220;This deeply flawed [Danish] study was designed to fail to find an increased risk of brain tumors tied with cellphone use&#8221;</strong><br />
Erschwerend kommt hinzu, dass <em>SPIEGEL Online</em> die Kritik an der Studie wieder einmal vollkommen ausblendet. So schreibt Don Reisinger auf <em>CNET News</em> in seinem Beitrag <a href="http://news.cnet.com/8301-13506_3-20123665-17/do-cell-phones-cause-brain-tumors-debate-rages/" target="_blank">&#8220;Do cell phones cause brain tumors? Debate rages&#8221;</a>: &#8220;After the study was published, researchers from the U.K., U.S., Australia, and elsewhere around the world said that the Denmark study was &#8217;seriously flawed&#8217; and should not be considered a definitive source for information on the risk of contracting a brain tumor after prolonged mobile phone use.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Reisinger zitiert dazu auch die renommierte Mobilfunk- und Krebsforscherin Devra Davis mit den Worten: &#8220;From the way it was set up originally, this deeply flawed [Danish] study was designed to fail to find an increased risk of brain tumors tied with cellphone use. In order for any study of a relatively rare disease like brain tumors to find a change in risk, millions must be followed for decades.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Dr. med. Joachim Mutter: &#8220;Mehr als 300.000 &#8216;heavy users&#8217; wurden in der dänischen Studie einfach der Gruppe der Nicht-Handynutzer zugeordnet&#8221;</strong><br />
Wie Davis sieht etwa auch der angesehene Umweltmediziner Dr. med. Joachim Mutter weitere fundamentale Schwachstellen der Studie, die im <em>British Medical Journal</em> abgedruckt wurde: &#8220;Für die Studie wurden alle Personen registriert, die zwischen 1982 und 1995 einen Handyvertrag abschlossen. Der Handyboom begann aber erst ab ca.1996. Alle Dänen, die erst nach 1996 begonnen haben, mobil zu telefonieren, wurden der Gruppe der Nichtnutzer zugeschrieben! Dies ist geradezu absurd und eine mutwillige Verwässerung der Statistik.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Hinzu komme, so Mutter, dass wegen fehlender Personendaten etwa 200.000 Fimenvertragsnutzer der Gruppe der Nichtnutzer von Handys zurechnet wurden. &#8220;Auch das ist eine unsaubere Vorgehensweise. Denn die Firmenverträgsnutzer sind Personen, die normalerweise besonders  häufig das Handy benutzen! Somit wurde in der dänischen Arbeit dadurch, dass diese &#8216;heavy users&#8217; den Nicht-Handynutzern zugeordnet wurden, das Tumorrisiko der  Nicht-Handynutzer erhöht, und die statistische Signifikanz gegenüber den &#8216;Nutzern&#8217; verwässert.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Besonders pikant sei nicht zuletzt auch, so Mutter weiter, &#8220;dass im Editorial derselben Ausgabe des <em>British Medical Journal</em> ein gewisser Prof. Ahlbom, der wohlgemerkt von der WHO-Krebsarbeitsgruppe IACR, die Mobilfunkstrahlung gerade erst als &#8216;möglicherweise krebserregend&#8217; eingestuft hat, wegen besonders großen Interessenskonflikten zur Mobilfunkindustrie ausgeschlossen wurde, schreiben durfte: &#8216;Die allermeisten Handystudien zeigen keine Krebsgefahr&#8217;&#8221;.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Weiterer interessanter Link zum Thema:</strong></p>
<p style="text-align: left;"># Diagnose Funk: <a href="http://www.diagnose-funk.de/wissenschaft/schwierige-forschung/alle-jahre-wieder-entwarnungsmeldungen.php" target="_blank">&#8220;Alle Jahre wieder: Die Presse lässt sich im Vorweihnachtsgeschäft für Entwarnungsmeldungen instrumentalisieren&#8221;</a></p>
<p style="text-align: left;">
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]]></content:encoded>
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		<title>Interview mit Lars von Trier: Wie sich der SPIEGEL in der Political Correctness verheddert und so auf BUNTE-Niveau stehen bleibt</title>
		<link>http://www.spiegelblog.net/interview-mit-lars-von-trier-wie-sich-der-spiegel-in-der-political-correctness-verheddert.html</link>
		<comments>http://www.spiegelblog.net/interview-mit-lars-von-trier-wie-sich-der-spiegel-in-der-political-correctness-verheddert.html#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 09:28:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>T. Engelbrecht</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelblog.net/?p=5226</guid>
		<description><![CDATA[In der Print-Ausgabe des SPIEGEL vom 26. September ist ein Interview mit dem dänischen Regisseur Lars von Trier erschienen; Headline: &#8220;Und danach ein paar böse Gedanken&#8221; (siehe Ausriss). Anlass war von Triers neuer Film &#8220;Melancholia&#8221; sowie seine Äußerungen auf den Filmfestspielen von Cannes.
Dort sagte von Trier auf einer Pressekonferenz auf eine Frage eines Reporters nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5258" class="wp-caption alignleft" style="width: 220px"><a href="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/trier3.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-5258 " title="trier3" src="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/trier3-242x300.jpg" alt="Gespräch mit Lars von Trier, SPIEGEL 26/2011, S. 128 - 132; Foto: Mads Nissen/Panos Pictures/LAIF/DER SPIEGEL" width="210" height="261" /></a><p class="wp-caption-text">Gespräch mit Lars von Trier, SPIEGEL 26/2011, S. 128 - 132; Foto: Mads Nissen/Panos Pictures/LAIF/DER SPIEGEL</p></div>
<p style="text-align: left;">In der Print-Ausgabe des <em>SPIEGEL </em>vom 26. September ist ein Interview mit dem dänischen Regisseur Lars von Trier erschienen; Headline: &#8220;Und danach ein paar böse Gedanken&#8221; (siehe Ausriss). Anlass war von Triers neuer Film &#8220;Melancholia&#8221; sowie seine Äußerungen auf den Filmfestspielen von Cannes.</p>
<p style="text-align: left;">Dort sagte von Trier auf einer Pressekonferenz auf eine Frage eines Reporters nach seinem Interesse an der Ästhetik der Nazis: &#8220;Ich wollte wirklich ein Jude sein, doch dann fand ich heraus, dass ich ein Nazi bin, denn meine Familie war deutsch…&#8221; Und über Adolf Hitler sagte er: &#8220;Natürlich, er hat falsche Dinge getan, aber ich kann ihn auch sehen, wie er da am Ende in seinem Bunker hockt. Ich glaube, ich verstehe den Mann. Er ist nicht unbedingt das, was man einen guten Kerl nennt. Aber ich verstehe vieles an ihm und kann mich sogar ein bisschen in ihn einfühlen.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Blog <em>Die Meinungsfreiheit</em>: &#8220;<em>SPIEGEL</em>-Redakteure Oehmke und Wolf profilieren sich als Gutmenschen  der übelsten Sorte und denunzieren von Trier fälschlicherweise als Nazi&#8221;</strong><br />
Von Triers Äußerungen in Cannes wurden als Skandal empfunden und führten zum Rauswurf des Regisseurs aus dem Festival. Doch warum wurde er derart geächtet? &#8220;Weil das Thema tabuisiert werden soll&#8221;, <a href="http://www.diefreiemeinung.com/2011/10/die-kunstkritik-verblodet-der.html" target="_blank">schreibt der Blog <em>Die Meinungsfreiheit</em></a>. &#8220;Deshalb werden von Triers Äußerungen auch immer wieder aus dem Zusammenhang gerissen und es wird geschrieben, dass er &#8217;sich zu dem Bekenntnis hinreißen ließ, er sei ein Nazi&#8217;. So auch wieder im <em>SPIEGEL </em>vom 26.9.2011, wo Philipp Oehmke und Martin Wolf sich nicht entblöden, diese Verfälschung aufzuwärmen, um sich in einem Interview mit von Trier als Gutmenschen der übelsten Sorte zu profilieren und den Filmemacher als Nazi und/oder krank zu denunzieren.</p>
<p style="text-align: left;"><em>SPIEGEL</em>: &#8216;Es gibt Dinge, die man nicht sagen soll und nicht sagen darf … Hitler war sicherlich kein Idealist, sondern ein Massenmörder … Bitte hören sie auf. Man kann das nicht aushalten.&#8217;</p>
<p style="text-align: left;">Dabei bietet von Trier mehrfach den <em>SPIEGEL</em>-Reportern an, ihm zu folgen und die &#8216;… Skrupellosigkeit Hitlers …&#8217; zu verstehen, ihn als menschliches Wesen zu begreifen, um festzustellen, &#8216;dass in jedem von uns ein kleiner Nazi steckt.&#8217;</p>
<p style="text-align: left;">Statt sich auf den unbequemen Pfad des Künstlers einzulassen und die psychischen Anteile eines Hitlers in sich selbst aufzudecken und damit vielleicht unschädlich zu machen, begnügen sich die <em>SPIEGEL</em>-Männer mit dem fortgesetzten Versuch der Tabuisierung dieses unbequemen Themas&#8230;</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Oehmke und Wolf<em> </em>scheuen den Blick in die menschlichen Abgründe - <em>SPIEGEL</em>-Legende Gerhard Mauz würde sich im Grabe umdrehen</strong><br />
Die Herren Oehmke und Wolf&#8230; haben sich schlicht und einfach der jetzt üblichen <em>SPIEGEL</em>-Bigotterie angepasst, die locker vorsieht, sich immer wieder mit den Nazis, Hitler und seinen Kriegen etc. zu befassen, weil es wohl Auflage macht, und sich anderseits stramm deutsch in der Political Correctness von niemandem übertrumpfen zu lassen, wenn es darum geht, die menschlichen Abgründe unausgelotet zu lassen. Da wird sich Gerhard Mauz, der bis in die späten 80er-Jahre hinein Gerichtsreporter des <em>SPIEGEL </em>war, aber im Grabe umdrehen, denn ihm ging es noch wesentlich darum, die inneren Beweggründe und psychischen Lagen und Verstrickungen von Tätern zu ergründen, damit wir uns den menschlichen Untiefen, also auch den eigenen nähern können&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">Vorbei sind offensichtlich&#8230; die Zeiten, als der <em>SPIEGEL </em>uns assistierte, mit Pier Paolo Pasolini in den Schlund der Hölle zu schauen und Sexualität, Gewalt, Sadismus, Masochismus, Narzissmus und Größenwahn als Kategorien menschlichen Seins zu identifizieren.</p>
<p style="text-align: left;">Stattdessen willkommen im <em>SPIEGEL</em>, dem Unterhaltungsmagazin für die gebildeten Stände, wo man mit Rubbellosen Goldbarren oder Jahresabonnements für Embedded Journalism gewinnen kann, um auch noch den letzten <em>BUNTE</em>-Leser durch die Spiegel-Sauce zu ziehen.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Lesen Sie <a href="http://www.diefreiemeinung.com/2011/10/die-kunstkritik-verblodet-der.html" target="_blank">hier</a><a href="http://www.diefreiemeinung.com/2011/10/die-kunstkritik-verblodet-der.html"></a> den kompletten Blog-Beitrag von <em>Die Meinungsfreiheit</em>.</p>
<p style="text-align: left;">
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.spiegelblog.net/interview-mit-lars-von-trier-wie-sich-der-spiegel-in-der-political-correctness-verheddert.html/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Tod von Steve Jobs: SPIEGEL preist Apple-Gründer als &#8220;Weltverbesserer&#8221; - lässt aber die Toten in Apples China-Fabriken unerwähnt</title>
		<link>http://www.spiegelblog.net/tod-von-steve-jobs-spiegel-feiert-apple-grunder-als-weltverbesserer-vergisst-aber-die-opfer-in-apples-china-fabriken-zu-erwahnen.html</link>
		<comments>http://www.spiegelblog.net/tod-von-steve-jobs-spiegel-feiert-apple-grunder-als-weltverbesserer-vergisst-aber-die-opfer-in-apples-china-fabriken-zu-erwahnen.html#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 07:42:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>T. Engelbrecht</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelblog.net/?p=5203</guid>
		<description><![CDATA[


Frontal21-Beitrag &#8220;Ausgebeutet für das iPhone&#8221;, ZDF am 4. Okt. 2011


Der Tod eines Menschen ist grundsätzlich tragisch, vor allem für die Angehörigen. Auch das Ableben von Apple-Gründer Steve Jobs mag für viele Menschen ein trauriges Ereignis sein. Und es ist durchaus legitim als Medium darüber zu berichten, immerhin hat Jobs mit seinem Unternehmen aus rein wirtschaftlicher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_5205" class="wp-caption alignleft" style="width: 269px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,8355632,00.html" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-5205 " title="apple" src="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/apple-300x197.jpg" alt="Frontal21-Beitrag &quot;Ausgebeutet für das iPhone&quot;, ZDF 4. Okt. 2011" width="259" height="171" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Frontal21-Beitrag &#8220;Ausgebeutet für das iPhone&#8221;, ZDF am 4. Okt. 2011</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: left;">Der Tod eines Menschen ist grundsätzlich tragisch, vor allem für die Angehörigen. Auch das Ableben von Apple-Gründer Steve Jobs mag für viele Menschen ein trauriges Ereignis sein. Und es ist durchaus legitim als Medium darüber zu berichten, immerhin hat Jobs mit seinem Unternehmen aus rein wirtschaftlicher Sicht Großes geschaffen.</p>
<p style="text-align: left;">Doch wie kann <em>SPIEGEL Online</em> in der Headline seines aktuellen Hauptaufmachers (10.30 h) Steve Jobs so einfach als &#8220;Weltverbesserer&#8221; in die Höhe heben*, wo doch z.B. in den Apples Zulieferfabriken in China die Mitarbeiter zum Teil unter unmenschlichen Bedingungen schuften müssen? Wie etwa <em>Frontal 21</em> am Dienstag berichtet (siehe auch Screenshot), schuften sich Arbeiter dabei sogar zu Tode.</p>
<p style="text-align: left;">Wieso lässt <em>SPIEGEL Online</em> diese Toten unerwähnt? Und kann man ernsthaft behaupten, dass ein Mensch ein &#8220;Weltverbesserer&#8221; ist, wenn er seinen Erfolg auf der brutalen Ausbeutung anderer Menschen aufbaut?</p>
<p style="text-align: left;">* Nachdem wir unseren Blog-Beitrag verfasst hatten, hat <em>SPIEGEL Online </em>das Wort &#8220;Weltverbesserer&#8221; gelöscht - übrig geblieben sind nur noch <a href="http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=45193&amp;page=4" target="_blank">die Forums-Beiträge zu der Headline bzw. dem Artikel</a>. In seinem neuen Aufmacher (12 h) lobpreist <em>SPON</em> <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,790209,00.html" target="_blank">&#8220;Steve Jobs&#8217; Wertesystem&#8221; und huldigt den Apple-Gründer als &#8220;größten praktischen Philosophen des 21. Jahrhunderts&#8221;</a>, womit das Nachrichtenportal allerdings in denselben religiös-verehrerischen Ton verfällt, der für die geschundenen Arbeiter in China ebenso wie der blanke Hohn klingt&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.spiegelblog.net/tod-von-steve-jobs-spiegel-feiert-apple-grunder-als-weltverbesserer-vergisst-aber-die-opfer-in-apples-china-fabriken-zu-erwahnen.html/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Friedliche Besetzung der Wall Street – und was machen die Mainstream-Medien wie der SPIEGEL? Sie schreiben am liebsten über Festnahmen&#8230;</title>
		<link>http://www.spiegelblog.net/friedliche-besetzung-der-wall-street-%e2%80%93-und-was-machen-die-mainstream-medien-wie-der-spiegel-sie-schreiben-am-liebsten-uber-festnahmen.html</link>
		<comments>http://www.spiegelblog.net/friedliche-besetzung-der-wall-street-%e2%80%93-und-was-machen-die-mainstream-medien-wie-der-spiegel-sie-schreiben-am-liebsten-uber-festnahmen.html#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 15:55:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>T. Engelbrecht</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.spiegelblog.net/?p=5185</guid>
		<description><![CDATA[


SPON-Artikel zu Protesten gegen die Wallstreet; Foto: AP


&#8230; Das zeigt sich nicht nur in der Headline des Beitrags, den SPIEGEL Online dazu bringt und die da lautet &#8220;80 Festnahmen bei Wall-Street-Blockade&#8221; (siehe auch Screenshot). Auch zitiert das Nachrichtenportal ziemlich zu Anfang dieses Artikels die Polizei, die loswerden kann, &#8220;&#8230;einzelne Demonstranten seien ´Ruhestörer´, sie hätten ´Fahrzeuge und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_5190" class="wp-caption alignleft" style="width: 248px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,788243,00.html" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-5190 " title="wall-street" src="http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/wall-street-300x205.jpg" alt="SPON-Artikel zu Protesten gegen die Wallstreet; Foto: AP" width="238" height="162" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">SPON-Artikel zu Protesten gegen die Wallstreet; Foto: AP</dd>
</dl>
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<p style="text-align: left;">&#8230; Das zeigt sich nicht nur in der Headline des Beitrags, den <em>SPIEGEL Online </em>dazu bringt und die da lautet <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,788243,00.html" target="_blank">&#8220;80 Festnahmen bei Wall-Street-Blockade&#8221;</a> (siehe auch Screenshot). Auch zitiert das Nachrichtenportal ziemlich zu Anfang dieses Artikels die Polizei, die loswerden kann, &#8220;&#8230;einzelne Demonstranten seien ´Ruhestörer´, sie hätten ´Fahrzeuge und Fußgänger blockiert´, aber auch ´Widerstand gegen behördliche Anordnung´ geleistet. In einem Fall habe es (sogar) eine ´Beamtenbeleidigung´ gegeben.“</p>
<p style="text-align: left;">Nun, man stelle sich einmal vor: Auf dem Tahrir-Platz in Kairo demonstrieren und campieren unzufriedene Menschen, wollen auf Missstände aufmerksam machen - und die Medien machen dann vor allem auf die &#8220;gemeinen Ruhestörer&#8221; aufmerksam. Kaum denkbar&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">Dazu schreibt <em>Die Zeit</em> in dem Beitrag <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-09/occupy-wall-street" target="_blank">&#8220;Die Wall Street gehört uns&#8221;</a>: „Seit Samstag kampieren Hunderte in der Wall Street, aus Protest gegen die Finanzkrise. Von amerikanischen Medien sehen sie sich ignoriert. Berichte in Onlinemedien nennen die wenigen Beiträge der klassischen Medien darüber einen &#8216;brownout&#8217;, eine Verdunkelung, ein Totschweigen, und fragen sich, ob das bewusst geschieht. Der Effekt jedenfalls ist verheerend für die Ziele der Demonstranten.</p>
<p style="text-align: left;">CNN hat seit Montag nichts mehr über die Proteste gebracht, die Berichte auf der Website der<em> New York Times</em> sind Blogpostings und geben fast ausschließlich die Geschehnisse rund um die Festnahmen wieder. Die <em>New York Daily News</em> schrieb zuletzt über den Pizzadienst, der die Aktivisten kostenlos versorgt hat. Von konservativen Medien wie <em>Fox News</em> und der <em>New York Post </em>können die Demonstranten sowieso keine Unterstützung erwarten. Allenfalls Berichte über Festnahmen gibt es. Über die Ziele der Demonstranten dagegen spricht kaum jemand. Dabei sind diese völlig berechtigt. 99 Prozent der Menschen müssten leiden, damit sich ein Prozent bereichern könne, beklagen sie und protestieren gegen Armut, Korruption und Ausbeutung. &#8216;Wir sind die 99 Prozent&#8217;, lautet ihr Slogan.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/09/live-stream-der-wall-street-besetzung.html#ixzz1YyHLQaYb" target="_blank"><em>Alles Schall und Rauch</em></a> meldet: „25 Millionen Amerikaner sind arbeitslos oder unterbeschäftigt. Über 46 Millionen benötigen staatliche Lebensmittelmarken um etwas zu Essen zu haben. Über 50 Millionen können sich keine Krankenversicherung leisten. 62 Millionen haben kein oder ein negatives Vermögen und 64% der Amerikaner hat weniger als 1&#8242;000 Dollar auf dem Sparkonto.“</p>
<p style="text-align: left;">Wie Augenzeugen (und auch die verschiedene Livestreams) berichten, waren und sind in der Nähe des &#8216;Liberation Squares&#8217; und rund um den &#8216;Union Square&#8217; seit Tagen viele Menschen unterwegs. Es wurde allerdings von den Behörden von Anfang an verboten Zelte aufzustellen, wie auf dem Tahrir-Platz in Kairo geschehen und Strom und Wasser wurden abgestellt. Nicht einmal Plastikplanen wurden geduldet, obwohl es unter der Woche regnete. Die Polizisten griffen immer wieder mit grosser Brutalität ein, um die Demonstranten einzuschüchtern, konfiszierten Kameras und Handys und fesselten friedlichen Demonstranten wie Schwerverbrechern die Hände auf dem Rücken, sprühten friedlichen Demonstrantinnen Pfefferspray ins Gesicht (siehe Videos auf www.occupywallst.org).&#8221;</p>
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