Wie der SPIEGEL seiner Leserschaft mit einem Interview Melinda Gates fälschlicherweise als “Philantropin” verkauft

  23. Juni 2014, von T. Engelbrecht

“Problematisch ist die enge Verknüpfung privater Stiftungen mit Unternehmen, wie im Falle der Gates-Stiftung die enge Zusammenarbeit mit Monsanto”, sagt Benjamin Luig, agrarpolitischer Sprecher des Hilfswerks Misereor.
Süddeutsche.de, “Staaten gehen, Bill Gates kommt”, 29. Jan. 2013

“Vor allem die schwächeren Bereiche der Gesellschaft kommen [im SPIEGEL] kaum noch vor, dafür die Topmanager aus Wirtschaft und Politik um so mehr.”
Oliver Gehrs, Buch “Der SPIEGEL-Komplex”, S. 12

gates

Ja, in der Tat, es muss sich für Melinda Gates “großartig” anfühlen, wenn man vom SPIEGEL kostenlos eine vierseitige Werbung, die den Lesern in Form eines Interviews als redaktioneller Beitrag verkauft wird, geschenkt bekommt…; Foto: Dominik Butzmann/DER SPIEGEL

Mannomann, da ist sich der SPIEGEL doch tatsächlich wieder mal nicht zu schade, pures Marketing für die Bill-Gates-Stiftung zu machen. So findet sich in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL ein vierseitiges Interview mit Melinda Gates, der Frau des Milliardärs, in dem sie selber als “Philantropin” (Freundin der Menschen) und die von ihr mitverwaltete Bill-Gates-Stiftung als Weltverbesserungsmaschine angepriesen werden. Überschrift des Interviews: “Es fühlt sich großartig an” (siehe auch Bild links). Besser hätte es die Marketingabteilung der, so wörtlich, “größten privaten Entwicklungshilfeorganisation” selber auch kaum machen können…

Das Wort “Monsanto” genau wie der Umstand, dass die Gates-Stiftung in viele Firmen investiert hat, die Standards sozialer Verantwortung brechen, tauchen im Interview nicht auf
SPIEGElblog hat bereits mehrfach darauf aufmerksam gemacht, wie unerträglich eine solche Promotion für die Stiftung ist (siehe hier). Tatsächlich nämlich ist die Stiftung nichts anderes als eine gigantische Marketingmaschine, die mit einem Smiley-Face – in diesem Fall von Melinda Gates – knallhart die Interessen der Pharmaindustrie und des Gentechmultis Monsanto vertritt.

Dass die Gates-Stiftung ein Monsanto-Hansel ist, wird in dem Interview aber genau so wenig thematisiert wie der Skandal, den die Los Angeles Times bereits vor Jahren aufdeckte: dass nämlich die Gates-Stiftung Aktien an Firmen besitzt, die alle Standards sozialer Verantwortung brechen, weil sie die Umwelt zerstören, ihre Angestellten diskriminieren oder die Rechte der Arbeitnehmer verletzen.

So geschehen z.B. in Nigeria. Hier förderte die Gates-Stiftung für 167 Mio. € ein Impfprogramm gegen Kinderlähmung und Masern. Zugleich aber besitzt sie dem Bericht zufolge Anteile an einer Öl-Firma des italienischen Eni-Konzerns, der wie viele Firmen im Niger-Delta, überschüssiges Öl in einer riesigen Flamme abfackelt – und einen Regen von 250 giftigen Substanzen auf Mensch und Umwelt niedergehen lässt. Dadurch werden Kinder krank – und es besteht Grund zur Annahme, dass diese Kinder durch die Gifte in ihrem Immunsystem so geschwächt werden, dass sie genau die Krankheiten bekommen, gegen die sie dann (idiotischerweise) geimpft werden.

Und wer sich, wie die Gates-Stiftung, für Impfprogramme oder den Kampf gegen HIV/AIDS einsetzt, hat in der Öffentlichkeit natürlich immer gute Karten. Doch bei genauer Betrachtung der Fakten – und eine solche Betrachtung nimmt der SPIEGEL gerade auch in diesem Interview mit Melinda Gates nicht vor – ist die Gleichung “Millionen für Impfstoffe und AIDS-Medikamente = gut für die Menschheit” eigentlich gar nicht haltbar. SPIEGELblog hat auch darüber bereits berichtet, etwa in dem Beitrag “Der SPIEGEL gibt erneut haltlose Werbebotschaften des Impfstoff-Lobbyisten Bill Gates an sein Millionenpublikum weiter” (oder siehe auch den SPIEGELblog-Artikel “Der SPIEGEL und das Thema Impfen: noch kein hinreichend neutraler Zugang”).

Im Übrigen bedürfen gerade auch die armen Länder Afrikas und anderer Kontinente zuallererst demokratische Strukturen, unäbhängige Medien und eine gerechte Verteilung der Ressourcen. So wie es Amartya Sen, Harvard-Ökonom und Nobelpreisträger, formulierte: “Hungersnöte geschehen nicht in Ländern mit einer freien Presse. Denn Hungersnöte resultieren aus einem Problem der Verteilung von Nahrung, nicht aus einem absoluten Mangel an Nahrung.”

Weitere interessante Links, die das Gerede von den “Philanthropen” Melinda und Bill Gates als Märchen entlarven:

# “Bill Gates, Monsanto, and eugenics: How one of the world’s wealthiest men is actively promoting a corporate takeover of global agriculture”, naturalnews.com

# Generell zum Thema Bill Gates und sein äußerst fragwürdiger Einsatz für AIDS-Medikamente, Polio-Impfungen etc.: “Virus-Wahn. Vogelgrippe (H5N1), SARS, BSE, Hepatitis C, AIDS, Polio – Wie die Medizin-Industrie ständig Seuchen erfindet und auf Kosten der Allgemeinheit Milliarden-Profite macht”, von Torsten Engelbrecht und Dr. med. Claus Köhnlein

# “‘Doomsday Seed Vault’ in the Arctic: Bill Gates, Rockefeller and the GMO giants know something we don’t”, globalresearch.ca (auf Deutsch unter www.engdahl.oilgeopolitics.net)

DFB-Pokal Finale: Während SPIEGEL Online noch ausschließlich “Peps Pokal” bejubelt, moniert BILD bereits den “Tor-Zoff im Pokalfinale” und spricht Focus.de längst von “Tor-Klau” und einem “Rückschlag für die Fairness im Fußball”

  18. Mai 2014, von T. Engelbrecht

Kritische Berichterstattung beim SPIEGEL? Die sucht man, wie in diesem Blog hinreichend dokumentiert, leider allzu oft vergeblich. Das zählt offenbar selbst für das Thema Fußball.

Während sich SPIEGEL Online selbst um 10 h früh am Morgen nach dem Pokal-Finale nur für "Peps Triumph über Dortmund" interssiert...; Foto: Reuters

Während sich SPIEGEL Online selbst um 10 h früh am Morgen nach dem Pokal-Finale nur für “Peps Triumph über Dortmund” interessiert…; Foto: Getty Images

Wer etwa nach dem skandalösen DFB-Pokalfinale am gestrigen Samstag Abend zwischen dem BVB und dem FC Bayern München kritische Berichterstattung sucht, wird bei SPIEGEL Online nicht wirklich fündig. So bestimmt selbst noch um 10 h früh am heutigen Sonntag Morgen der Jubel über den Sieg des FC Bayern die Schlagzeilen auf SPIEGEL Online. Hauptaufmacher zu diesem Themenkomplex ist zu diesem Zeitpunkt der Beitrag “Bayern-Triumph über Dortmund: Peps Pokal”. Und auch sonst ist nirgendwo auf der Startseite von dem Skandal, der sich gestern Abend beim Pokal-Finale zutrug, ein Sterbenswörtchen zu finden.

BILD und Focus.de machen den Skandal zu ihren Hauptaufmachern und schildern ihn in seinen Einzelheiten
Ganz anders etwa BILD, das zu diesem Zeitpunkt (10 h) mit der Schlagzeile “Tor-Zoff im Pokal-Finale” aufmacht. Und auch bei Focus.de wird im Hauptaufmacher der gesamten Startseite der Skandal explizit zum Thema gemacht, und es ist darin von “Tor-Klau” und einem “Rückschlag für die Fairness im Fußball” die Rede.

... berichtet z.B. Focus.de längst vom "Tor-Klau"; Foto: Reuters

… berichtet z.B. Focus.de längst vom “Tor-Klau”; Foto: Reuters

“Was war passiert?”, fragt Focus.de und schildert den Skandal in seinen Einzelheiten. “Nach einer Freistoßflanke von Marco Reus gewinnt Robert Lewandowski im Bayern-Strafraum das Kopfballduell gegen Dante, Torwart Manuel Neuer fliegt am Ball vorbei. Am langen Pfosten steht Mats Hummels, der den Ball per Kopf aufs Bayern-Tor drückt. Dante sprintet heran und schlägt den Ball aus dem Tor. Die BVB-Spieler jubeln bereits, doch Schiedsrichter Florian Meyer gibt das Tor nicht. Die TV-Bilder zeigen: Der Ball war hinter der Linie… Jürgen Klopp reagierte nach dem Spiel sichtlich angefressen: ‘Der war so weit drin, das kann man sehen, da braucht man keine Torlinientechnik. Alle meine Ersatzspieler, die sich hinter dem Tor warmgemacht haben, haben es gesehen. Das Tor hätte uns in dieser Phase sehr gut getan.'”

Focus.de mit Beckenbauer einig: Toni Kroos hätte eigentlich Rot sehen müssen
Auch zitiert Focus.de etwa Pep Guardiola mit den Worten “Das Tor für Dortmund hätte alles geändert”. Zudem zieht die Focus.de-Redaktion das Fazit: “Kroos hätte Gelb-Rot sehen müssen”, was das Schiedsrichtergespann aber ebenfalls nicht auf die Reihe bekommen hat. Focus.de: “Dass BVB-Coach Jürgen Klopp und Nationalverteidiger Mats Hummels nach dem Spiel bei Schiedsrichter Florian Meyer vorstellig wurden, hatte aber auch andere Gründe. Der erfahrene Unparteiische ließ die Bayern gewähren und verzichtete auf Gelbe Karten, als sie die schnellen BVB-Konter mit taktischen Fouls unterbanden. Immer wieder rissen die Bayern-Defensivspieler am Trikot von Marco Reus. ‘Da gehen wir sonst drei gegen eins. Das kann nicht sein, dass das keine Gelbe Karte gibt.’

Und dann gab es da ja auch noch Toni Kroos. Der Mittelfeldspieler des FC Bayern bewarb sich mit zwei Fouls intensiv um eine Gelb-Rote Karte, Schiri Meyer beließ es bei einer Ermahnung. Dass Kroos 120 Minuten spielen durfte, verwunderte sogar Franz Beckenbauer: ‘Da hätte er sich nicht beschweren dürfen, wenn er einen Platzverweis bekommen hätte’, sagte der Bayern-Ehrenpräsident.”

Fazit von Focus.de: “Die Bayern feiern das Double, das DFB-Pokal-Finale war jedoch für viele Fans ein Rückschlag für die Fairness im Fußball.”

NSU-Prozess: Kürzlich veröffentlichter Obduktionsbericht führt nicht nur die offizielle Selbstmord-Theorie ad absurdum, sondern überführt auch BKA-Chef Ziercke der Lüge – doch den SPIEGEL interessiert es nicht

  04. April 2014, von T. Engelbrecht

“Das bringt die schon bisher mehr als zweifelhaften Grundlagen der Prozessführung in München in endgültige Erklärungsnöte. Wenn Wissen Macht ist, kann Unwissen nur Politik sein.”
FAHRWAX auf freitag.de zu den Aussagen von BKA-Chef Ziercke, die durch den Obduktionsbericht nun als Lüge entlarvt sind, 2. April 2014

Vergangene Woche, nach wohlgemerkt zwei Jahren, erhielt der Thüringer NSU-Ausschuss endlich den Obduktionsbericht der Gerichtsmedizin. Demnach sind weder in der Lunge von Uwe Böhnhardt noch in der Lunge von Uwe Mundlos Rußpartikel gefunden worden (beide haben ja gemäß offizieller Darstellung zusammen mit der vor Gericht stehenden Beate Zschäpe die Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund, kurz NSU, gebildet). „Damit ist es sehr zweifelhaft, dass Mundlos erst das Wohnmobil angezündet hat und sich dann erschossen hat“, wie die Vorsitzende des Thüringer NSU-Ausschusses, Dorothea Marx (SPD), gegenüber inSüdthüringen.de, sagte.

Die laut Obduktion fehlenden Rußpartikel nähren also die ohnehin bestehenden Zweifel an der Selbstmord-Theorie. “Und sie überführen mit den Untersuchungen betraute Verantwortliche der Lüge”, wie hintergrund.de konstatiert. So verkündete “Ende November 2011 BKA-Präsident Jörg Ziercke die offiziell bis heute gültige Version, derzufolge Uwe Mundlos erst Böhnhardt mit einem aufgesetzten Kopfschuss  getötet, dann das Wohnmobil in Brand gesetzt, und sich schließlich selbst gerichtet habe.” Das sei durch die Tatsache belegt, dass „bei der Obduktion nur in der Lunge von Mundlos Rußpartikel des Feuers gefunden wurden“, wie einst die FAZ berichtete – schließlich muss Uwe Mundlos noch gelebt haben, um die Partikel eingeatmet haben zu können.

Auch für die Seite friedensblick.de z.B. steht damit fest: “BKA-Chef Ziercke log!”

Doch diese neuen hochbrisanten Fakten interessieren den SPIEGEL nicht. In Anbetracht des Umstandes, das sich das Magazin selbst “Sturmgeschütz der Demokratie” nennt, eine unfassbare Angelegenheit. Denn wenn höchste Staatsbeamte wie BKA-Chef Ziercke die Öffentlichkeit in einer so brisanten Angelegenheit wie die NSU-Morde auf so dreiste Weise belügen können, ohne dass dafür von zentral wichtige Medien nachhaltig bloß gestellt werden, dann ist es um unsere Demokratie nicht gut bestellt.

Journalistisch geradezu beschämend ist auch das Vorgehen von Ex-SPIEGEL-Schreiber Leyendecker
Wohlgemerkt: Der Lungeninhalt von Mundlos war alles andere als ein geringfügiger Nebenaspekt in der offiziellen NSU-Darstellung. Denn die Behauptung von den Rußspuren, die sich ja nun eben als üble Lüge entpuppt, zementierten die offizielle Selbstmord-These. Sie waren der handfeste Beleg dafür, dass die Neonazis das Wohnmobil selbst in Brand gesetzt hatten, und somit mögliche andere Täter ausgeschlossen werden konnten. Sonst ließe sich die unbeirrte Sichtweise der Behörden, der NSU habe aus nur drei Mitgliedern bestanden, nicht aufrechterhalten.

Journalistisch geradezu beschämend ist auch das Vorgehen von Ex-SPIEGEL-Schreiber Hans Leyendecker, der seit einiger Zeit tatsächlich als Ressortleiter Investigative Recherche bei der Süddeutschen Zeitung agiert. Anfang Dezember 2011 zog er ganz in der Manier eines Mainstreamjournalisten gegen die „kursierenden Verschwörungstheorien“, gegen „das Geraune um das Ende der beiden Neonazis“ ins Schlachtfeld der medialen Deutungshoheit, wie hintergrund.de noch mal in Erinnerung ruft. Der Obduktionsbericht decke sich mit der Selbstmord-Theorie, gab sich Leyendecker überzeugt – und hatte also ganz offenbar den Angaben des BKA blind Glauben geschenkt.

Doch ein solches Vorgehen ist eines investigativen Journalisten unwürdig, denn als solcher hat man gerade KEIN blindes Vertrauen in Behördenaussagen. Und damit nicht genug, auch behauptet Leyendecker dann auch noch allen Ernstes, “der Obduktionsbericht [wird] vermutlich das Geraune um das Ende der beiden Neonazis nicht beenden können. In Gazetten wird weiter über ‘mysteriöse Umstände’ des Todes gemunkelt und behauptet, ein ‘Suizidmotiv’ sei ‘nicht erkennbar’.

Da möchte man Herrn Leyendecker die Worte des Buddhisten Gendün Rinpoche zurufen: “Im Geisteszustand der Verblendung befinden wir uns immer dann, wenn wir nicht in der Lage sind, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind.”

Jetzt hat es – hoffentlich ein für allemal – auch der SPIEGEL geschnallt: US-Präsident Obama ist ein Menschenverächter und eines Friedensnobelpreises unwürdig

  21. Januar 2014, von T. Engelbrecht


“Obama: ‘Ich bin echt gut darin, Menschen zu töten.'”
focus.de, 4. Nov. 2013

Obama: “Wir legalisierne bei uns jetzt sämtliche Kriminalität.”
Claus Kleber: “Wieso das denn, frage ich da, mmmh.”
Obama: “Na, weil dann die Verbrechensrate vollständig verschwinden tut.”
Claus Kleber: “Was wird also in Amerika noch alles legalisiert, Herr Bush?”
Obama: “Naja, Amokläufe, Sex vor der Ehe, Serienmorde – alles, einfach alles.”
Claus Kleber: “Is’ ja schrill.”
Obama: “Eben, und dann können wir auch mit unserem Gen-Soja die Dritte Welt verseuchen und der Merkel beim Langlaufen den Skistock ansegen und sind immer unschuldig.”
Claus Kleber: “Sie sind ja ein Psychopath, hehe!”
NDR-Sendung extra 3, Persiflage auf das Interview von Claus Kleber mit Barack Obama, 5. Feb. 2014

SPIEGEL Online trägt in seinem aktuellen Hauptaufmacher die scharfe Kritik von Human Rights Watch an Barack Obama an seine Leser weiter – in den vergangnen Jahren hat das Online-Portal hingegen gerne Jubelarien auf den US-Präsidenten angestimmt; Foto: Reuters

Gerne gerierte sich der SPIEGEL in der Vergangenheit wie eine PR-Abteilung des US-Präsidenten und ergoss sich in Lobeshymnen wie “Gipfelstürmer Obama packt Weltprobleme an”. Der SPIEGEL betrieb damit oft genug Mythenbildung statt Aufklärung (SPIEGELblog berichtete mehrfach über dieses PR-Gebaren, siehe hier).

Wie richtig SPIEGELblog mit der Kritik lag, zeigt sich jetzt auch an der Kritik von Human Rights Watch an der Politik von Obama. So schreibt SPIEGEL Online aktuell in seinem Hauptaufmacher “Drohnenkrieg und NSA-Affäre: Menschenrechtler prangern Obamas Politik an” (siehe auch Screenshot):

“Bei Drohnenangriffen sterben Zivilisten, Massenüberwachung löscht das Recht auf Privatsphäre aus: Human Rights Watch äußert scharfe Kritik an US-Präsident Obama. Insgesamt listet die Organisation Verstöße gegen die Menschlichkeit in 90 Ländern auf.”

Die Politik-Journalisten beim SPIEGEL haben in Bezug auf Obama schlicht ihren Job nicht gemacht
Dass Obama im Grunde nicht besser ist als sein Vorgänger George W. Bush – und in so mancher Hinsicht sogar noch schlimmer -, das war für den kritischen Betrachter freilich nicht schwer zu erkennen. Die Politik-Journalisten vom SPIEGEL haben folglich in Bezug auf den US-Präsidenten einfach ihren Job nicht gemacht, sondern viel zu oft regelrecht ehrerbietig zu Obama aufgeschaut.

Bleibt zu hoffen, dass uns der SPIEGEL in Zukunft mit seinen Jubelarien auf Obama verschont und stattdessen der hohen Politik konsequent und penibel auf die Finger schaut und, wenn nötig, sozusagen auch auf die Finger haut.

Bluter und AIDS: Der SPIEGEL behauptet wider die Faktenlage, mehr als tausend Bluter seien in Deutschland an AIDS gestorben, weil sie mit HIV verseuchte Blutpräparate bekommen hätten

  25. Oktober 2013, von T. Engelbrecht

“Darby’s study suggests that, at least for hemophiliacs, HIV medicine is the deadliest factor affecting those diagnosed as having AIDS.”
Paul Philpott, “Darby Debunked: Pro-HIV hemophiliac study actually points towards non-contagious AIDS”, rethinkingaids.com

Ausschnitt aus dem SPIEGEL-Artikel “Die Vergessenen”, Ausgabe vom 21. Okt. 2013, S. 122 – 124; Foto: Dmitrij Leltschuk/SPIEGEL

In einer aktuellen Ausgabe bringt der SPIEGEL den Artikel “Die Vergessenen” (siehe auch Screenshot), in dem die Behauptung aufgestellt wird, “mehr als tausend Bluter starben in den vergangenen drei Jahrzehnten in Deutschland an AIDS, weil sie verseuchte Blutpräparate bekommen hatten”.

Doch diese These ist schlicht unbewiesen, um nicht zu sagen hanebüchen.

Dasselbe gilt im Übrigen für den ZDF-Film “Blutgeld”, der in dem SPIEGEL-Artikel zitiert wird und den das ZDF am kommenden Montag ausstrahlt. Wird doch in “Blutgeld” auch die haltlose These aufgestellt, “bis Mitte der 80er Jahre wurden tausende Bluter von den Herstellern, insbesondere dem BAYER-Konzern, wissentlich mit HIV und Hepatitis-C infiziert”.

Dass derlei Behauptungen durch die Faktenlage nicht gedeckt sind, kann ich fundiert so konstatieren, denn ich habe das Thema HIV/AIDS eingehend über Jahre recherchiert und faktisch durchgeprüft. Ergebnis davon ist u.a. meine Artikel “HIV ist nachweislich ein Mythos – und AIDS-Medikamente können nicht die Lösung sein”, der Anfang 2013 in der Zeitschrift CoMed erschienen ist, genau wie das Buch “Virus-Wahn”, das ich zusammen mit dem Kieler Internisten Dr. med. Claus Köhnlein geschrieben habe.

In diesem Buch “Virus-Wahn” gehen wir auch dezidiert auf die Themen Hepatitis C und HIV/AIDS ein. Und z.B. in dem Unterkapitel “Bluter und AIDS” zeigen wir klar auf, warum es nicht fundiert ist anzunehmen, dass tausende Bluter mit dem so genanntem HIV infiziert wurden.

Tatsächlich waren es nämlich die toxischen Medikamente, die die Bluter krank machten – und nicht ein imaginäres HI-Virus!

Warum dies nachweislich so ist, zeigen wir in dem erwähnten “Virus-Wahn”-Unterkapitel “Bluter und AIDS” auf. Dort heißt es unter anderem:

Zur endgültigen Zementierung des Glaubens, dass AIDS eine Virus-Krankheit ist, hat auch die Veröffentlichung der Darby-Studie im September 1995 in Nature beigetragen. Darin wurden für den Zeitraum 1985 bis 1992 die Todesraten von Blutern in England, die positiv getestet worden waren, mit denen von “negativen” Blutern verglichen. Und an den abgedruckten Kurven konnte man sehen, dass die Todesraten der positiv getesteten Bluter von etwa 1986 an zu steigen begannen; und 1987 ging deren Sterbekurve dann noch steiler nach oben. Im Vergleich dazu blieb die Kurve, die die Todesfälle der “negativen” Bluter abbildete, praktisch unverändert. Damit war und ist für die orthodoxe Medizin der Beweis erbracht: HIV ist verantwortlich für den Anstieg der Todeszahlen unter den positiven Blutern.

Doch auch an dieser Studie und ihren Schlussfolgerungen regte sich scharfe Kritik. Der bereits erwähnte australische Forscher Mark Craddock zum Beispiel verfasste ein dezidiertes Paper und reichte dies bei Nature ein. Doch es wurde genauso zurückgewiesen wie die Analysen von Peter Duesberg297 und der australischen Perth Group. Dabei ist die Logik hinter der Kritik bestechend:

So steht das, was Blutern fehlt – der Gerinnungsfaktor VIII – seit den 60-er Jahren als Präparat zur Verfügung. Fortan wurde Faktor VIII verabreicht, woraufhin die Lebenserwartung von Blutern kontinuierlich anstieg, und zwar bis 1985, also genau bis zu dem Zeitpunkt, als die HIV-Antikörper-Tests eingeführt wurden. Ein entscheidender Aspekt, der in der Darby-Studie sträflich vernachlässigt wird.

Mit ihrer Einführung 1985 kamen diese Antikörper-Tests sofort und massenweise zum Einsatz. Zugleich hatte alle Welt bereits die Formel fest im Kopf abgespeichert: positiver Test = HIV-Infektion = AIDS = Todesurteil. Dadurch wird der Anstieg der Todesrate bei den Blutern ab 1985 leicht erklärbar. Denn diejenigen, die einen positiven Testbescheid übermittelt bekamen, wurden in eine Art Schockzustand versetzt, woraufhin viele von ihnen Selbstmord begingen. Vor allem aber wurden alle, die von ihrem positiven Test-Ergebnis erfahren hatten (egal, wie gesund oder krank sie waren), automatisch als AIDS-Patienten behandelt.

Mit der Folge, dass die Forscher und Ärzte alle möglichen Stoffe, und seien sie noch so toxisch, an ihnen ausprobierten und als Dauergabe verabreichten, darunter Anti-Pilzpräparate oder das die Zellteilung hemmende Antibiotikum Eusaprim. Dies betraf auch Bluter, die positiv getestet wurden, aber ansonsten keine gesundheitlichen Probleme hatten – und die erst durch die giftigen Medikamente richtig krank gemacht wurden.

Generalbundesanwalt bestätigt: Adam Lanza, der Ende 2012 Amok lief, hat genau wie Aaron Alexis, der Mitte September 2013 Amok lief, Antidepressiva genommen – doch der SPIEGEL blendet immer noch aus, dass die Psychopharmaka sehr wohl für die Amokläufe verantwortlich zeichnen können

  30. September 2013, von T. Engelbrecht

“Once again, antidepressants have been linked to an episode of horrific violence. The New York Times reports [on September 18, 2013, on page A1] that Aaron Alexis, who allegedly shot 12 people to death at a Navy facility in Washington, DC, on September 16, 2013, received a prescription for the antidepressant trazodone in August.”
John Horgan, “Did Antidepressant Play a Role in Navy Yard Massacre?”, Scientific American, 20. Sept. 2013

“Bereits die ersten Studien und weitere klinischen Arbeiten zum SSRI-Antidepressivum Prozac zeigten in der Tat, dass diese Präparate gewalttätig machen können. Auch gibt es eine große Zahl von Fallberichten über die Nebenwirkungen gibt, die in der MedWatch-Datenbank der US-Medikamentenzulassungsbehörde FDA aufgelistet sind. Ein Team um den Harvard-Psychiater Dr. Joseph Glenmullen wertete in einer Studie diese MedWatch-Datenbank aus: Er erstellte eine Liste von 31 Medikamenten, in deren Zusammenhang bereits über Fälle von Gewalt gegen andere Personen berichtet wurde, darunter auch viele Tötungsdelikte. 25 der 31 Medikamente waren Psychopharmaka, wiederum elf davon Antidepressiva. Das Erstaunliche ist, dass von den 31 Präparaten die SSRI-Antidepressiva Prozac und Paxil am zweit- und dritthäufigsten mit derlei Gewaltakten in Verbindung gebracht werden konnten.”
Robert Whitaker, US-Bestsellerautor und Kritiker der heutigen auf Medikamente fixierten Psychiatrie, in einem Interview mit mir (Torsten Engelbrecht), Natur & Heilen, 09/2013

Erinnern Sie sich noch an den Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School (US-Bundesstaat Connecticut in der Kleinstadt Newtown, rund 100 Kilometer nordöstlich von New York City) am Vormittag des 14. Dezember 2012? Bei dem Amoklauf kamen insgesamt 28 Menschen ums Leben, darunter 20 Kinder, sechs Angestellte einer Grundschule sowie die Mutter des Täters. Der Täter, der 20-jährige Adam Lanza aus Newtown, tötete sich anschließend selbst.

Gemessen an der Anzahl der Todesopfer handelt es sich bei der Wahnsinnstat um den drittschwersten Amoklauf an einer Schule in der Geschichte der Vereinigten Staaten, so ist bei Wikipedia zu lesen.

Entsprechend umfassend berichtete auch der SPIEGEL – und das Magazin versprach natürlich schonungslose Aufklärung. Doch Pustekuchen. Denn auch der SPIEGEL schaute, als es um die Identifizierung möglicher Ursachen bzw. um Erklärmuster für das Geschehene ging, gerne auf die Waffenlobby oder auch auf Videospiele – Medikamente und insbesondere Antidepressiva, kurz SSRIs, hingegen wurden konsequent ausgeblendet. Dies ist ein eklatantes Versäumnis, da es fundierte Daten gibt, die unmissverständlich anzeigen, dass SSRIs und andere Psychopharmaka brutal aggressiv machen können.

Über dieses eklatante Versäumnis des SPIEGEL haben wir auch berichetet (siehe unseren Beitrag vom 17. Dezember 2012 “Amoklauf in Newtown: Der SPIEGEL blendet das Thema Medikamente als mögliche (Mit)Ursache erneut fahrlässig aus”). Und dieses Versäumnis wiegt nun um so schwerer, wenn man bedenkt, dass nun der stellvertretende Generalbundesanwalt des US-Bundesstaates Connecticut de facto bestätigt hat, dass der Amokläufer Adam Lanz Antidepressiva genommen hatte.

“It is known that Lanza suffered from Asperger syndrome, which is commonly treated with SSRIs [= Antidepressiva] that have been linked with violent outbursts”
So berichetet infowars.com am 24. September in dem Artikel “State of Connecticut Refuses to Release Adam Lanza’s Medical Records”: “The State of Connecticut is refusing to release Sandy Hook gunman Adam Lanza’s medical records over fears that divulging the identity of the antidepressants he was taking would, ’cause a lot of people to stop taking their medications,’ according to Assistant Attorney General Patrick B. Kwanashie.”

Die Begründung ist natürlich haarsträubend, denn gerade bei einer solchen Wahnsinnstat, bei der 28 Menschen, darunter 20 Kinder, ums Leben kamen, kann es doch nur um vorbehaltlose Aufklärung gehen. Und dazu gehört eben auch abzuklären, welche Medikamente Adam Lanza geschluckt hat. Und wenn diese Medikamente tatsächlich Adam Lanza zu seinem Amoklauf getrieben haben, so wäre es sehr wohl angebracht für Patienten, die dieselben oder vergleichbare Medikamente einnehmen, “to stop taking their medications”. Zumal es ohnehin keine soliden Langzeitstudien gibt, die die Wirksamkeit socher Psychopharmaka belegen.

Im Übrigen heißt es in dem infowars.com-Beitrag weiter:

“Despite the fact that the search warrant pertaining to Lanza’s residence made reference to ‘prescriptions,’ no information has been released on the identity of the medication Lanza was taking. It is known that Lanza suffered from Asperger syndrome, which is commonly treated with Selective serotonin reuptake inhibitors (SSRIs), psychotropic drugs that have been linked with violent outbursts. Louise Tambascio, a family friend of the shooter and his mother, also told 60 Minutes, ‘I know he was on medication and everything… I knew he was on medication, but that’s all I know.'”

Die weite Verbreitung von Schusswaffen, wie sie in den USA zu beobachten ist, kann nachweislich nicht der Hauptfaktor für die Amokläufe sein – doch der SPIEGEL will das einfach nicht erkennen
Dieselben Versäumnisse sind beim SPIEGEL auch beim Amoklauf des US-Navy-Reservisten Aaron Alexis zu beobachten. Am 16. September dieses Jahres erschoss der 34-jährige Alexis auf auf einem Marinestützpunkt in Washington 12 Menschen (gemäß dem englischsprachigem Wikipedia handelt es sich dabei immerhin um den“second-deadliest mass murder on a U.S. military base after the Fort Hood shooting in November 2009″). Kurz darauf wurde er selbst von der Polizei getötet. Und obwohl sich herausstellte, dass Alexis das Antidepressivum Trazodone (auf Deutsch: Trazodon) genommen hatte, ist das für den SPIEGEL nicht erwähnenswert – was um so bemerkenswerte ist, wenn man bedenkt, dass SPIEGEL Online in einem völlig anderen Zusammenhang am 3. März dieses Jahres schreibt, dass Trazodone einem “echt die Lichter ausknipst”.

Zwar berichtet etwa SPIEGEL Online, dass Alexis unter psychischen Problemen litt (wobei es wohlgemerkt in einer Überschrift gerade einmal vage heißt, Alexis hätte “offenbar unter psychischen Problemen” gelitten). Doch dass er ein Antidepressivum einnahm (geschweige denn, dass dieses ursächlich für den Amoklauf verantwortlich gemacht werden könnte), erfährt man von dem Nachrichtenportal nicht. Stattdessen sieht der SPIEGEL wieder einmal nur den “Waffenwahn” in den USA als Problem.

Doch der Waffenwan alleine kann die Amokläufe nachweislich eben nicht erklären bzw. stellt nicht die primäre Ursache dar. Denn bereits in den 1970er Jahren und davor war es so, dass es in den USA viel mehr Waffengewalt und Tötungsdelikte gab als in Kanada, Europa und Asien. Und auch in den USA selber sah es diesbezüglich vor 40 oder 50 Jahren vergleichsweise schlimmer aus als heutzutage. Und in dieser Zeit waren „school shootings“ oder Massentötungen im Stile des Navy-Reservisten Aaron Alexis auch in den Vereinigten Staaten praktisch noch ein unbekanntes Phänomen.

Erst ab Anfang der 1980-er Jahre – praktisch parallel zum Aufkommen der modernen Antidepressiva wie Prozac – und dann verstärkt in den 1990-er Jahren trat das Phänomen dieser Massentötungen (Amokläufe/”school shootings”) auf (siehe dazu etwa die “Timeline of 62 mass shootings in the United States, from 1982 through 2012″ vom Mother Jones Magazin vom 27. Februar 2013). Die weite Verbreitung von Schusswaffen, wie sie in den USA zu beobachten ist, kann folglich nicht der Hauptfaktor sein für Amokläufe. Denn wenn dem so wäre, so hätte es derlei Amokläufe z.B. schon in den 60-er und 70-er Jahren des 20. Jahrhundersts geben müssen, doch das ist eben nicht der Fall.

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Weiterer interessanter Link zum Thema:

Joseph M. Mercola, “The Violent Side Effects of Antidepressants that Many Ignore”, mercola.com, 3. Okt. 2013

Telepolis: Der SPIEGEL hält in seiner Titelstory “Wie Nichtwähler die Demokratie verspielen” eine fiktive Hörspielfigur für real

  18. September 2013, von T. Engelbrecht

(Mit Dank an Ludo K. und Miranda H.)

Der SPIEGEL, 38/2013; Titelbild: der SPIEGEL

Wie Telepolis in seiner Story “Verschimmelte Kekse” berichtet, zitiert Der SPIEGEL in seiner aktuellen Titelstory über Nichtwähler (siehe Screenshot links) die Nichtwähler-Aktivistin “Sonja Schmidt-Peters”, die sich verächtlich über politische Parteien äußert. Wählen sei “so etwas wie heilig”, wer sich verweigere, gelte als “schlechter Mensch”. Parteien seien wie “verschimmeltes Brot oder verschimmelte Kekse”. Der SPIEGEL bewertet Schmidt-Peters, die er neben den unvermeidlichen Parteienkritikern Arnulf Baring, David Precht und Gertrud Höhler zitiert, als “arrogant”.

Tatsächlich, so Telepolis, sei “Schmidt-Peters” aber nicht einmal das. Die “Nichtwähler-Aktivistin”, vor deren Hybris Der SPIEGEL warne, sei in Wirklichkeit eine Inszenierung des Polit-Satirikers Hartmut Lühr, Mitinitiator des vom SPIEGEL ebenfalls im Artikel genannten Projekts “Wahlabsage”. “Pädagogin Sonja Schmidt-Peters” sei die fiktive Protagonistin der von “moderne21″ veröffentlichten Politsatire “Staatsnah geht die Moderne stiften”, die zwei Wochen zuvor in der Tucholsky-Buchhandlung in Berlin-Mitte als Hörspiel Premiere hatte.

Lesen sie hier den ganzen Beitrag von Telepolis.

Der SPIEGEL macht sich erneut zum Handlanger des Polit-Establishments
Im Übrigen verklärt der SPIEGEL mit seinem aktuellen Cover-Bild, auf dem gegen Nicht-Wähler ätzt, erneut – wie bei seiner vorherigen Titelgeschichte über Angela Merkel (siehe SPIEGELblog-Beitrag) – die Realität und macht sich so im Grunde erneut zum Handlanger des Polit-Establishments. In Wahrheit machen nämlich nicht, wie der SPIEGEL behauptet, die Nichtwähler die Demokratie kaputt, sondern die Lenker der Großindustrien, die die Politiker zu Marionetten degradieren – was es wiederum den Gedanken durchaus berechtigt erscheinen lässt, Wählengehen bringt sowieso nichts. Dank Medien wie dem SPIEGEL ist das der breiten Masse aber noch nicht wirklich klar. Hackt der SPIEGEL doch lieber auf den Nichtwählern herum, anstatt eben seinem Millionenpublikum konsequent zu erzählen, wie durchkorrumpiert das deutsche Politsystem ist und wie wenig sich Merkel&Co um das Gemeinwohl kümmern und wie sehr um die Belange der Großkonzerne.

SPIEGEL-Titel über “Angela M.”: Die Kanzlerin verweigert sich nicht, wie das Magazin behauptet, “AUS FURCHT VOR DEM WÄHLER” einer Debatte über die Zukunft des Landes – sondern AUS RÜCKSICHT VOR DER GROSSINDUSTRIE!

  08. September 2013, von T. Engelbrecht

“[Die] gewissermaßen klassische und zum Glück inzwischen keineswegs mehr unkritische Vorstellung, die wir von ‘Lobbyismus’ haben, … besagt: Lobbyisten wirken von außen in das Parlament, in die Regierung, in die Verwaltung und in die Parteien hinein. Und in der Tat: Diese Art Lobbyismus besteht nach wie vor und expandiert unvermindert weiter. Weitaus wichtiger ist jedoch eine neue Form des Lobbyismus, die noch gar nicht als solche bezeichnet wird: Diese Lobby sitzt längst im Staat, und vielfach wird sie von ihm sogar bezahlt.”
Werner Rügemer, “Die unterwanderte Demokratie: Der Marsch der Lobbyisten durch die Institutionen”, Blätter für deutsche und internationale Politik, 8/2013, Seite 67-76

SPIEGEL-Titel vom 9. Sept. 2013: “Die neue Selbstgefälligkeit der Angela M.”

Der neue SPIEGEL-Titel “Die neue Selbstgefälligkeit der Angela M.” (siehe auch Bild links) erscheint für den unbedarften Betrachter auf den ersten Blick kritisch. Doch bei näherer Betrachtung geht die Titeltgeschichte am eigentlichen Thema vorbei. So wird darin folgende völlig verklärende zentrale These aufgestellt [Hervorhebung durch SPIEGELblog):

“Die Kanzlerin verweigert sich im Wahlkamp einer Debatte über die Zukunft des Landes – AUS FURCHT VOR DEM WÄHLER.”

Und auf S. 28, also in der Titelgeschichte selber, heißt es dazu:

“Sollte Merkels Kanzlerschaft am Ende scheitern, DANN SCHEITER SIE AN DER FUCHT VOR DEM WÄHLER. Jeder große Kanzler hat sich irgendwann entschlossen, Entscheidungen zu treffen, die erst einmal nicht den Applaus der Bürger fanden. Bei Merkel steht das noch aus.”

Das ist natürlich Quatsch mit Soße.

Denn Angela Merkel braucht im Grunde gar keine Angst vor dem Wähler zu haben. Denn es ist ja so: Überall fließen die (Steuer)Gelder zum Hauptteil in Richtung Großkonzerne, sei es nun im Bankensenktor, in der Landwirtschaft, im Medizin-/Pharmabereich oder sonstwo. Wenn hier die Geldströme seitens der Regierung umgelenkt würden in Richtung Gemeinwohl, so bräuchte die Kanzlerin nicht nur keine Angst zu haben vor dem Wähler, sondern sie würde vielmehr die Herzen von unzähligen Wählern im Sturm gewinnen. Doch das geschieht eben nicht, weil die Lobbyisten der Finanz-, Agro-, Pharma- und sonstwas-Industrien die Politik inklusive Kanzlerin fest im Griff haben…

Das belegt auch der eingangs mit einem Zitat aufgeführte Werner Rügemer mit seinem Artikel “Die unterwanderte Demokratie: Der Marsch der Lobbyisten durch die Institutionen” (Blätter für deutsche und internationale Politik, 8/2013, Seite 67-76). Demnach “vertreten nicht nur Banken, [sondern] auch Bau-, Pharma- und andere Konzerne die Interessen ihrer Unternehmen und Branchen unter staatlicher Tarnkappe ” und halten damit de facto das Regierungszepter in ihren Händen.

Folglich verweigert sich die Kanzlerin Angela Merkel in Wahrheit nicht, wie es der SPIEGEL mit seiner aktuellen Titelgeschichte seinem Millionenpublikum weismachen will, AUS FURCHT VOR DEM WÄHLER einer ernsthaften Debatte über die Zukunft des Landes, sondern AUS RÜCKSICHT VOR DER GROSSINDUSTRIE, deren Vasallin sie letztlich ist. Denn es ist eben die brutale, omnipräsente Lobbyarbeit allen voran von den Großkonzernen, die die Regierungsvertreter inklusive Kanzlerin zu Marionetten degradiert und so echte Lösungen im Sinne des Gemeinwohls (= der Bürger) verhindert.

Vor diesem Hintergrund erscheint auch nachvollziehbar, was hintergrund.de erst kürzlich schrieb, nämlich dass “die systematische Verarmung seit Langem [durch die Bundesregierung] geplant und politisch gewollt ist”. Mit anderen Worten: Die Politik dient primär den Interessen von Großkonzerne, wodurch sich konsequenterweise ergibt, dass die Allgemeinheit verarmt. Denn wo es Gewinner gibt, gibt es in der Regel auch Verlierer.

Gustl Mollath: Jetzt ist der Fall auch für den SPIEGEL “womöglich einer der größten Justizskandale Bayerns” – doch Ende 2012 behauptete die SPIEGEL-Redakteurin Beate Lakotta noch das Gegenteil, nämlich dass “der Justizskandal doch keiner ist”

  06. August 2013, von T. Engelbrecht

“Beate Lakotta vom SPIEGEL haben wir natürlich auch in die Sendung eingeladen, doch sie ist unserer Einladung nicht gefolgt.”
Reinhold Beckman in der Talksendung “Zu Unrecht in der Psychiatrie – Gustl Mollath ist frei” vom 15. August 2013 (siehe hier ab Minute 33:50), an der neben Gustl Mollath auch dessen Anwalt Gerhard Strate, die Psychiaterin Hanna Ziegert und der Journalist Uwe Ritzer von der Süddeutschen Zeitung teilnahmen.

“Wer sich mit den derzeit bekannten Fakten und Hintergründen des gesamten Falls [Gustl Mollath] befasst hat, merkt sehr schnell, dass sich der Artikel von Beate Lakotta nicht um eine ausgewogene Darstellung aller relevanten Umstände bemüht.”
Der Jurist Thomas Stadler in seinem Blog-Beitrag “Fall Mollath: Alles nur heiße Luft?” über den Artikel “Warum der Justizskandal [Mollath] doch keiner ist” von der SPIEGEL-Journalistin Beate Lakotta, 14. Dez. 2012

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Rechercheschwach: Jetzt spricht plötzlich auch der SPIEGEL im Fall Mollath von einem Riesenskandal – vor Monaten wollte die SPIEGEL-Redakteurin Beate Lakotta davon hingegen nichts wissen; Bild: DPA

Recherchestärke? Scheint nicht die Sache des SPIEGEL zu sein. Das zeigt sich mal wieder ganz aktuell am Beispiel von Gustl Mollath. Vor vielen Jahren will Mollath, verheiratet mit einer Bankerin, von Schiebereien mit Schwarzgeld erfahren haben, in die seine Frau verwickelt gewesen sein soll. Daraufhin wendet er sich an die Justiz, will den Skandal aufdecken, doch stattdessen erklärt man ihn für verrückt. Nach jahrelangem Zwangsaufenthalt in der Psychiatrie ist Mollath nun seit heute (6. Aug. 2013) durch eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Nürnberg ein freier Mann.

Dazu schreibt SPIEGEL Online nun in seinem aktuellen Hauptaufmacher “Justizaffäre in Bayern: Mollaths zweite Chance” (siehe auch Screenshot), “die Entscheidung des OLG ist eine so überraschende wie spektakuläre Wende in einem Fall, der womöglich einer der größten Justizskandale Bayerns ist”.

Da reibt sich der aufmerksame Beobachter die Augen, denn Ende 2012 klang das noch ganz anders. Seinerzeit schrieb Beate Lakotta im SPIEGEL regelrecht gegen die Berichterstattung von Report Mainz und die Süddeutsche Zeitung, die schon damals einen Riesensjustizskandal gewittert hatten, an. So brachte u.a. SPIEGEL Online am 13. Dezember 2012 zum Fall Gustl Mollath doch tatsächlich einen Artikel von Beate Lakotta mit der Headline “Warum der Justizskandal doch keiner ist”.

“Heiße Luft” hat nur eine Person produziert: SPIEGEL-Redakteurin Beate Lakotta
Im Vorspann von Lakottas Beitrags heißt es allen Ernstes: “Sitzt Gustl Mollath seit Jahren zu Unrecht in der Psychiatrie? Sein Fall wurde zum Justizskandal erklärt, Mahnwachen werden für den ‘deutschen Mandela’ abgehalten – doch am Ende könnte von all dem nicht viel mehr bleiben als heiße Luft. Denn viele Ungereimtheiten sind gar keine.”

Von dieser “heißen Luft” will man beim SPIEGEL jetzt natürlich nichts mehr wissen. Heiße Luft hat ja auch nur eine Person produziert: Die SPIEGEL-Redakteurin Beate Lakotta selbst, die gemäß Wikipedia im Übrigen auch nicht scheut, Preise von Pharmariesen wie Eli Lilly und Bayer Healthcare entgegenzunehmen. Denn dass der Fall Mollath KEIN Justizskandal ist, wie Frau Lakotta vollmundig behauptet, ist nun wirklich faktisch nicht zu belegen. Wir von SPIEGElblog schrieben daher schon am 14. Dezember 2012 dazu: “SPIEGEL Online greift im ‘Fall Mollath’ die Süddeutsche Zeitung an – liegt faktisch aber daneben.”

Ebenfalls am 14. Dezember 2012 zeigt der Fachanwalt Thomas Stadler mit seinem Blog-Beitrag “Fall Mollath: Alles nur heiße Luft?”  dezidiert auf, wie haltlos die Behauptung von Beate Lakotta ist. Stadlers Blog-Beitrag beginnt mit folgenden Worten:

“Auf SPON ist unlängst ein Artikel von Beate Lakotta erschienen, der versucht zu erklären, warum der Justitzskandal um Gustl Mollath doch keiner ist.

Die Autorin lässt dabei allerdings wesentliche Aspekte unberücksichtigt, verfälscht andere Punkte und stützt ihre Schlussfolgerung letztlich darauf, dass sich einige Spekulationen nicht bewahrheitet hätten, was sie dann natürlich ausführlich darstellt. Wer sich mit den derzeit bekannten Fakten und Hintergründen des gesamten Falls befasst hat, merkt allerdings sehr schnell, dass sich der Artikel von Beate Lakotta nicht um eine ausgewogenen Darstellung aller relevanten Umstände bemüht.

Aus diesem Grunde sollen hier die Verzerrungen und Unrichtigkeiten des Textes anhand einiger zentraler Aussagen einmal aufgearbeitet und dargestellt werden…”

Völlig sinnlos hat sich Angelina Jolie vorsorglich ihr beiden gesunden Brüste amputieren lassen – nicht zuletzt, weil Medien wie der SPIEGEL haltlose Thesen zu Krebs verbreiten

  14. Mai 2013, von T. Engelbrecht

„Krebs wird nicht durch Genmutationen in Gang gesetzt.“
Henry Harris, Pionier der Krebs- und Genomforschung

“[Die Amputation der gesunden Brüste von Angelina Jolie] richtet sich in Wirklichkeit auch nicht gegen den Krebs, der nicht ausgebrochen ist, oder gegen das Risiko, dem auch anders zu begegnen wäre. Es ist die Angst, die weggeschnitten werden soll… Man fragt sich nur, wieso eine Frau, die einerseits als sechsfache Mutter immer wieder in Krisengebiete fährt und ihrer Familie Briefe hinterlässt für den Fall, dass sie nicht zurückkommt, und die sich andererseits aus Angst, frühzeitig zu sterben, das Symbol ihrer Weiblichkeit abnehmen lässt, von den Medien zum Vorbild für Frauen erklärt wird, als gebe es diese Widersprüche nicht. Die Firma, Myraid Genetics, bei der sie sich untersuchen ließ, ist in Amerika übrigens die einzige, die den Test anbietet. Ihr Labor hatte die Risiko-Gene vor Jahren als erste entdeckt und sich patentieren lassen. Für jeden Test kassiert sie nun 3000 Dollar. Nach Veröffentlichung des Artikels stiegen die Aktien der Firma um fast sechs Prozent.”
Marcus Jauer, “Angelina Jolie: Kann man die Angst wegschneiden lassen?”, faz.de, 15. Mai 2013

SPIEGEL Online berichtet heute seinem Millionenpublikum, Angelina Jolie habe sich präventiv ihre gesunden Brüste amputieren lassen – und verbreitet damit abermals das Dogma des pharmadominierten Krebsestablishments, dass Krebs vererbbar sei und durch mutierte Gene verursacht würde; doch…(Foto: AFP)

Genmutationen verursachen Krebs – das ist DAS große Dogma der Krebsmedizin. Doch dieses Dogma hat kein Fundament. Dennoch werden Medien wie der SPIEGEL nicht müde, der Weltöffentlichkeit vorzugaukeln, dieses Dogma sei der Wahrheit letzter Schluss (siehe dazu auch unseren SPIEGELblog-Bericht “Miss-America-Kandidatin will sich zur “Krebsprophylaxe” beide Brüste amputieren lassen – und der SPIEGEL verschweigt, dass dies wissenschaftlicher Humbug ist” vom 11. Januar 2013).

Und gerade auch durch diese krebsobrigkeitshörige Medienberichterstattung kommt es zu so tragischen Fällen wie dem von Angelina Jolie, die sich, wie auch SPIEGEL Online heute berichtet (siehe auch Screenshot), vorsorglich ihre beiden Brüste hat amputieren lassen. Grund für diese irrwitzige Tat: Sie trägt das “fehlerhafte” BRCA1-Gen in sich. Dadurch erhöhe sich ihr Risiko deutlich, an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken, so SPIEGEL Online. Zudem sei Jolies Mutter im Alter von 56 Jahren an Krebs gestorben, berichtet das Online-Portal weiter und suggeriert damit, Krebs könne vererbt werden.

Doch das Amputieren gesunder Organe hat mit solider Krebsprävention wirklich gar nichts zu tun, es ist nur eines: sinnlose körperliche Verstümmelung.

Fakt ist: Es gibt keinen Beleg dafür, dass Krebs vererbbar ist – und dass mutierte Gene Krebs machen
Fakt ist nämlich, wie ich auch in meinem Buch “Die Zukunft der Krebsmedizin” (siehe zweiten Screenshot) dezidiert und faktisch untermauert aufzeige, dass Krebs zum einen nicht vererbbar ist. Dazu einige Fakten:

… dem ist nachweislich nicht so, wie ich in meinem Buch “Die Zukunft der Krebsmedizin” (NaturaViva Verlag) dezidiert und faktisch untermauert aufzeige.

So ist das bestimmende Merkmal von Krebszellen eben nicht, wie auch vom SPIEGEL immer wieder gerne behauptet, dass ihre Gene geschädigt sind, sondern dass ihre Mitochondrien beschädigt und ihre Chromosomen entartet sind. Doch Zellen, die auf Chromosomenebene beschädigt (aneuploid) sind, sind äußerst instabil. „Dadurch ließe sich auch erklären, was der Forscher Theodor Boveri bereits vor 100 Jahren beobachtete, nämlich dass die meisten aneuploiden Embryos nicht überlebensfähig sind“, wie der Krebsforscher Peter Duesberg 2007 im Magazin Scientific American schreibt. „Daher sind Neugeborene frei von Krebs, und daher ist Krebs nicht vererbbar.“

Zum anderen gibt es auch keinen Beleg für die These, die SPIEGEL&Co. dem pharmadominierten Krebsestablishment einfach nachbetet und die eben auch Angelina Jolie zu ihrer traurig stimmenden Tat bewogen hat, dass beschädigte oder fehlerhafte (mutierte) Gene Krebs machen. Dabei ist es natürlich unbestritten, dass Gene beschädigt werden können. Doch ob sie in dieser beschädigten Form auch in der Lage sind, Krebs „anzuheizen“, ist weder bewiesen, noch ergibt dies einen Sinn.

Tatsächlich konnte nämlich noch keine Studie zeigen, dass diese beschädigten Gene – die angeblichen Krebsgene, auch Onkogene und Tumorsuppressor-Gene genannt – für sich genommen alleine dafür verantwortlich sind, eine gesunde Zelle in eine Krebszelle zu verwandeln.

Studien zeigen auch: Brustamputierte und bestrahlte Patientinnen leben nicht länger als Patientinnen mit Brüsten
Und was die prophylaktische Amputation gesunder Brüste (Mastektomie) angeht, der sich Angelina Jolie unterzogen hat, so wäre sie allenfalls legitim, wenn die Krebsmedizin genau wüsste, was den Krebs verursacht. Doch die derzeit verbreitete Theorie der Krebsentstehung (die Genmutations-Hypothese) steht eben auf derart tönernen Füßen, dass sie mit Sicherheit nicht die Entfernung gesunder Brüste rechtfertigen kann – also von Organen, die für eine Frau in jeder Hinsicht von elementarer Bedeutung sind.

Im Übrigen haben Studien ergeben, dass  zum Beispiel Brustkrebspatientinnen, bei denen eine radikale Brustamputation (Mastektomie) plus Bestrahlung vorgenommen worden war, nicht länger lebten als Patientinnen, bei denen eine radikale Mastektomie ohne begleitende Bestrahlung erfolgt war.