Klima und IPCC: Der SPIEGEL nimmt es bei seiner Kritik an den etablierten Klimaforschern mit den Fakten offenbar nicht so genau

  02. April 2010, von T. Engelbrecht

Ohne Frage: Das Klima ist ein äußerst komplexes Phänomen - und genau so verhält es sich bei der Klimaforschung. Vorhersagen in Bezug auf das Klima sind daher sicher nur schwer zu treffen. Fest steht auch, dass beim Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC; Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderung - im Deutschen oft als Weltklimarat  bezeichnet) einiges im Argen liegt. Und nicht zuletzt ist es bedenklich, dass die Umweltschutzdebatte von der Klimathematik dominiert wird, sodass andere zentral wichtige Themen wie die Zerstörung der Regenwälder oder die Ausbreitung der Gentechnik in der Landwirtschaft viel zu sehr in den Hintergrund rücken (zumal das Klima nicht isoliert zu betrachten ist von der Abholzung der Regenwälder etc.).

Eine Kritik an der etablierten Klimaforschung ist also angebracht, nur sollte diese penibel bei den Fakten bleiben - nicht zuletzt, weil die Kritik an der Klimaforschung auch von mächtigen Interessengruppen bzw. Konzerne wie ExxonMobil manipuliert wird, wie etwa die Süddeutsche kürzlich noch mal aufzeigte. Doch mit den Fakten hat es der SPIEGEL in seinem Beitrag “Die Wolkenschieber”, der in der aktuellen Printausgabe auf S. 140 beginnt und gerade auch online als Aufmacherbeitrag erschienen ist (siehe auch Screenshot), offenbar nicht so genau genommen.

SPIEGEL blendet z.B. Lobbyverquickungen aus
So hat z.B. der Klimaforscher Stefan Rahmstorf auf WISSENSlogs eine detaillierte Kritik zu dem SPIEGEL-Beitrag verfasst: “Klimaforscher-Bashing beim SPIEGEL. SPIEGELblog hat daraufhin die Autoren des SPIEGEL-Artikels angeschrieben und um eine Stellungnahme zu Rahmstorfs Kommentar gebeten. Leider kam bis dato keine Antwort vom Nachrichtenmagazin.

Die wichtigsten Kritikpunkte von Rahmstorf sind:

# Dem bekannten US-Forscher Michael Mann macht der SPIEGEL den rufschädigenden Vorwurf, er habe bei einer Fachpublikation 1999 “gemogelt”. Das ist ein Vorwurf seitens eines der Ressourcenindustrie nahestehenden Klimaskeptikers, Steve McIntyre, dessen Lobby-Verquickungen z.B. auf deepclimate.org dargestellt sind. Dieser Vorwurf wurde etwa 2006 von der National Academy untersucht und für falsch und unbegründet befunden. Der SPIEGEL präsentiert McIntyre als Lichtgestalt.

# Der SPIEGEL behauptet, im Mittelalter sei es doch wärmer gewesen als jetzt - ohne jedoch konkrete Gründe zu nennen. “Viel spricht dafür”, schreibt der SPIEGEL - aber was tatsächlich dafür spricht, wird nicht ausgeführt. Auch widerspricht diese Behauptung sämtlichen wissenschaftlichen Studien.

# Zum IPCC-Bericht wird vom Nachrichtenmagazin behauptet, dieser habe eine Zunahme der Zahl der Tropenstürme vorhergesagt, was sich nun als falsch erweise. Tatsächlich hat der IPCC-Bericht eine Abnahme der Anzahl von Tropenstürmen vorhergesagt, was sich jetzt weiter erhärtet hat (ebenso wie die vorhergesagte Zunahme in der Sturmstärke).

# Außerdem werden eine Reihe weiterer angeblicher Ungereimtheiten beim IPCC genannt, an denen nichts dran ist. Zum Beispiel sei die “angebliche Zunahme von Naturkatastrophen” schlecht belegt, was aber gar nicht stimmt, denn bei dieser Diskussion geht es um eine völlig andere Frage: Kann man in den Statistiken über finanzielle Schäden durch Naturkatastrophen einen statistisch signifikanten Beitrag des Klimawandels nachweisen? Das ist deswegen schwer, weil erstens Naturkatastrophen selten sind und zum statistischen Nachweis von Änderungen eine große Zahl benötigt wird, und zweitens andere Faktoren (Wertezuwachs in gefährdeten Regionen) zu dem beobachteten starken Anstieg der Schadenszahlen dominant beitragen.

# Und nicht zuletzt macht der SPIEGEL dem britischen Klimaforscher Phil Jones Unterstellungen, die durchaus als polemisch zu bezeichnen sind. Bemerkenswert in diesem Zsh. ist auch, dass Jones gerade durch das britische Unterhaus von allen Vorwürfen seitens der “Klimaskeptiker” freigesprochen wurde.

Vielleicht finden die Autoren des SPIEGEL-Beitrags ja noch die Muße, um auf Rahmstorfs Kritik einzugehen.

Der SPIEGEL geriert sich beim Thema Arbeitskosten als Sprachrohr der Arbeitgeber - und verklärt in einer Schmonzette die Kohl-Ära zur Zeit der “Sicherheit und Behaglichkeit”

  01. April 2010, von T. Engelbrecht

(Mit Dank an Andreas R.)

Es ist schon bemerkenswert, mit welch verzerrtem bzw. arbeitgeberfreundlichem Blick so mancher SPIEGEL-Journalist auf die Realität schaut. Da darf Markus Feldenkirchen aktuell in seinem SPIEGEL-Online-Aufmacher “Wir Kohl-Kinder” (siehe auch Screenshot) den sechsten Bundeskanzler der Deutschen als “Glücksgriff” bezeichnen und dessen Ära von 1982 bis 1998 zur Zeit der “Sicherheit und Behaglichkeit” verklären. Mit Verlaub, Herr Feldenkirchen. Sie müssen kein linker Birne-Hasser sein, um ein realitätsnahes Bild von Kohl zeichen zu können, doch Ihre Lobeshymne auf den Altkanzler ist schlicht realitätsfern.

Kohl trieb Arm und Reich auseinander - und so eine Politik soll “Sicherheit und Behaglichkeit” geboten haben, wie SPON meint?
So wurde Kohl ja gerade abgewählt, weil seine Politik, um nur ein wichtiges Beispiel zu nennen, Arm und Reich immer weiter auseinandergetrieben hat und sie damit den Menschen eben immer weniger “Sicherheit und Behaglichkeit” bieten konnte. Auch Kohls Politik war nunmal auf die Vermehrung des Reichtums der herrschenden Schichten ausgerichtet (womit er sich von seinen Nachfolgern im Übrigen nicht unterscheidet). Und genau dies scheinen Sie, Herr Feldenkirchen, als “Glücksgriff” zu empfinden. Na dann Prosit!

Am besten, man verleiht Helmut Kohl gleich den Nobelpreis, wie es die Titanic vorschlägt!

Der SPIEGEL übersieht: Im Wettbewerb entscheiden die Lohnstückkosten - und die waren bis 2007 sehr niedrig
Zu Feldenkirchens Kohl-Schmonzette passt auch der kürzlich auf SPIEGEL Online erschienene Beitrag “EU-Vergleich: Arbeitskosten in Deutschland steigen massiv”. Darin erfahren wir, dass die Arbeitskosten hierzulande um vier Prozent steigen - und dass dies für die Unternehmen “drastische” Auswirkungen hat. Die Frage ist jedoch, ob dies wirklich “massiv” ist - zumal inflationsbereinigt ein Rückgang des Reallohnes um 0,4 Prozent dabei herauskommt.

Damit die vier Prozent überhaupt “errechnet” werden können, werden nämlich auch fröhlich die abgefeierten Überstunden des Vorjahres dazugerechnet, die man krisenbedingt natürlich nicht ausgezahlt bekommt, sondern abzufeiern hat. Und wenn man zuhause bleibt statt zu arbeiten und dafür dann trotzdem weiter seinen Monatslohn (oder auch Kurzarbeitergeld) bekommt, ist das statistisch natürlich mehr Geld bei weniger Arbeit. So werden hierzulande also Statistiken krummgebogen und Überschriften gebastelt.

Und wo der SPIEGEL die ganzen lohnkostensenkenden Ein-Euro-Jobber, Tagelöhner, Leih- und Zeitarbeitsleute und die Tarifflucht der Arbeitgeber versteckt hat, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Der allergrößte Lacher ist aber ohnehin, dass die Arbeitskosten letztlich überhaupt nicht interessieren, sondern nur die Lohnstückkosten. Auch wenn jemand 100 € als Stundenlohn bekommen würde, dafür aber im Gegenzug das 20-fache an Fertigteilen eines 10-€-Stundenlöhners produzieren kann, ist derjenige mit 100-€-Stundenlohn der billigere Mitarbeiter. Toll, oder?

Dabei lohnt der Blick darauf, wie sich in Deutschland die Lohnstückkosten seit dem Jahr 2000 verändert haben. Hier hatte Deutschland in den sieben Jahren bis 2007, also vor Ausbruch der Krise, die bei weitem geringste Entwicklung. Leider bringt das Statistische Bundesamt, auf das sich der SPON-Artikel beruft, diese viel wichtigere Übersicht nicht (siehe dazu www.jjahnke.net).

SPON-Bericht als Steilvorlage, um noch mehr deutsche Lohndisziplin einzufordern
Aber selbstverständlich werden die Papageien der Arbeitgeberlobby wieder in alle TV-Talkshows einfliegen und “engere Gürtel” sowie eine Senkung der Lohnnebenkosten fordern. mehr »

SPIEGEL Online nimmt sich den Attacken gegen das Fachmagazin Medical Hypotheses durchaus kritisch an - übersieht aber wichtige Fakten von “Elsevier-Gate”

  28. März 2010, von T. Engelbrecht

Zehntausende Fachmagazine auf dieser Welt verwenden ein so genanntes Peer-Review-Verfahren. Peer Review heißt, dass eine Studie, die in einem Journal veröffentlicht werden soll, zuvor von externen Wissenschaftlern geprüft wird. Erachten diese die Arbeit als OK, wird die Arbeit schließlich publiziert. Beim Fachmagazin Medical Hypotheses, herausgegeben von dem Verlag Elsevier, verzichtet man bewusst darauf. Hier entscheidet allein der Herausgeber über eine Veröffentlichung. Dies soll sich jetzt ändern - und SPIEGEL Online hat sich des Themas bzw. des Skandals auch angenommen in dem Beitrag “Streit um Medical Hypotheses: Zügel für das wilde Magazin” (siehe auch Screenshot).

Dies ist durchaus bemerkenswert, denn der Artikel stuft nicht nur das Peer-Review-Verfahren - eine Art heilige Kuh für die etablierte Wissenschaft - völlig zu Recht als das ein, was es ist: als alles andere als unfehlbar bzw. als korrumpierbar. Auch bezieht Autor Jens Lubbadeh zum offiziellen Grund für die “Zügelung” von Medical Hypotheses differenzierter Stellung, als man es vom SPIEGEL normalerweise erwarten würde.

So wird als Grund für die “Zügelung” ein kritischer Artikel von Duesberg et al. zur HIV/AIDS-Thematik genannt: “HIV-AIDS hypothesis out of touch with South African AIDS - A new perspective”. Dieser war im Juli 2009 von Medical Hypotheses bereits online veröffentlicht worden und sollte anschließend auch abgedruckt werden, wurde dann aber zurückgezogen, nachdem das Medizin- bzw. AIDS-Establishment von außen massiven Druck auf Medical Hypotheses ausgeübt hatte. Und das AIDS-Establishment hat der SPIEGEL seit jeher geradezu hofiert.

Doch immerhin zitiert Lubbadeh am Ende seines Beitrags Peter Andras von der University of Newcastle, ein Mitglied im Redaktionskomitee, mit den Worten: “Es war richtig, das Paper [von Duesberg et al. online] zu veröffentlichen. Auch wenn ich selbst nicht mit seinem Inhalt einverstanden bin, denke ich, dass die Zensur abweichender Meinungen gegen den Geist wissenschaftlicher Forschung und gegen den Geist der freien Meinungsäußerung ist.”

Und dennoch: SPIEGEL-Online-Autor Lubbadeh übersieht u.a. folgende zentrale Fakten:

# Begriff AIDS-Leugner läuft ins Leere: Lubbadeh verwendet den Begriff “AIDS-Leugner”, und dies sogar in der Bild- und einer Zwischenüberschrift. Doch dieser Begriff ist so falsch wie diffamierend, denn kein seriöser Kritiker des AIDS-Establishments leugnet AIDS bzw. die unter AIDS zusammengefassten (altbekannten) Krankheiten. Worum es alleine geht, fasst der emeritierte amerikanische Chemie-Professor Henry M. Bauer, der an dem Duesberg-Artikel im Übrigen mitgeschrieben hat, in seinem Kommentar “Elsevier-Gate” zum Skandal folgendermaßen zusammen:

“After more than a quarter of a century of intensive, well-funded research, the supporters of HIV/AIDS dogma cannot answer these fundamental questions:

1. When exactly was it proved that HIV causes AIDS?
2. What are the scientific publications that constitute this proof?
3. By what mechanism does HIV destroy the immune system?”

# Nicht nur der Duesberg-Artikel wurde attackiert: Lubbadeh verschweigt auch, dass noch ein zweiter Artikel vom Medizinestablishment attackiert wurde: “AIDS denialism at the ministry of health” von Marco Ruggiero, Professor für Molekularbiologie an der Universität in Florenz, und Kollegen. Dieses zweite Paper, das von Medical Hypotheses ebenfalls vergangenen Juli online publiziert wurde, führt aus, dass das italienische Gesundheitsministerium offenbar nicht der Auffassung ist, dass HIV “die einzige Ursache” von AIDS ist.

# Lubbadeh übersieht Ungereimtheiten bei der Bewertung der attackierten Studien: Weder mit der Studie von Ruggiero et al. noch mit der von Duesberg et al. setzt sich SPON-Autor Lubbadeh ernsthaft auseinander. Doch gerade dies wäre dringend notwendig gewesen, wie auch Henry M. Bauer in seinem Beitrag “Elsevier-Gate” darlegt:

“In the meantime, one of the authors of one of the withdrawn articles had sued Elsevier in a Dutch court, since the publicly posted description of reasons for the withdrawal of the already accepted articles represents a libelous [= verleumderisch] statement. Suddenly Lloyd was able to produce unsigned ‘reviews’ of the articles in question by 5 anonymous reviewers, unremarkably enough finding the articles unsuitable for publication - albeit for other reasons than that they constituted a threat to global public health or were potentially libelous, which were the originally stated reasons for withdrawal. In other words, even these ‘reviews’ found that the withdrawal had not been justified on its own terms. Internal evidence in those ‘reviews’ demonstrates how hastily they were composed with the single purpose of justifying withdrawal of the articles: there are not only typos signifying unseemly haste but also ad hominem remarks that should have no place in scientific discourse, and the ‘reviews’ fail to address substantively the actual points made in the articles. Most particularly the reviews failed to address the fact that the Duesberg article presented evidence, data from mainstream sources, that claims of 300,000 unnecessary AIDS deaths in South Africa were based on computer modeling in which the number of South African AIDS deaths was said to be about 25 times greater than the numbers for AIDS deaths published by the official South African Statistics agency.”

# Medical Hypotheses hat bereits mehr als ein Dutzend kritische HIV/AIDS-Artikel gebracht, was SPIEGEL Online ebenfalls unerwähnt lässt. 2004 etwa publizierte das Fachmagazin den Beitrag “A critique of the Montagnier evidence for the HIV/AIDS hypothesis”, das zu dem Schluss kommt:

“In 1983 Luc Montagnier and his colleagues claimed to have discovered a novel retrovirus presently known
as human immunodeficiency virus (HIV). By 1984 HIV was almost universally accepted to be the cause of AIDS. However, 20 years later, HIV cannot account for the phenomena for which the retroviral hypothesis was proposed, namely, Kaposi’s sarcoma, decrease in T4 lymphocytes and thus the opportunistic infections in AIDS patients which were assumed to be the direct results of this decrease.”

# Lubbadeh lässt die vielen positiven Stimmen unerwähnt: So schreibt Henry M. Bauer in seinem Beitrag “Elsevier-Gate”:

“In January, at the Times Higher Education website, innumerable comments from people not previously engaged in HIV/AIDS matters spoke to the value of a journal like Medical Hypotheses that circumvents the traditional censorship of genuine novelties that is inevitably imposed by peer review… I posted the first comment there after having learned about the piece from Marco Ruggiero, who also promptly posted a comment. Several individuals not previously engaged in HIV/AIDS matters have added their views on peer review, interspersed by some inevitable know-nothing cries from an HIV/AIDS groupie; who will find, as J P Moore and others did at the Times discussions, that when a wider audience participates in these exchanges, the HIV/AIDS vigilantes find themselves clearly out-argued and out-numbered. A wide swath of non-scientists as well scientists understands that the way to discredit bad or false science is to point out in what way it is bad or false. That’s what the supporters of HIV/AIDS dogma cannot do, because it is their own science that is bad and false.”

Weiterer interessanter Link zum Thema:

# Bauer, Henry M. HIV Tests Are Not HIV Tests, Journal of American Physicians and Surgeons, Vol. 15, Number 1, Spring 2010, S. 5-9

Korrumpierte 9/11-Kommission, auf die der SPIEGEL voll vertraut, wurde von Rumsfeld dazu gedrängt, sich mit Nachforschungen zurückzuhalten

  24. März 2010, von T. Engelbrecht

Schenkt man, wie auch der SPIEGEL, dem offiziellen Bericht der Untersuchungskommission zu den Anschlägen am 11. September 2001 - kurz 9/11 - Glauben, so haben böse al-Qaida-Terroristen diese verübt und die Bush-Regierung damit gar nichts zu tun. Und eine unabhängige Untersuchung zu den schrecklichen Geschehnissen wird auch vom SPIEGEL nicht etwa eingefordert.

Dabei basiert eben dieser Bericht der Regierungskommission zu 9/11, auf den der SPIEGEL so große Stücke hält, “auf Lügen und Betrug”, wie etwa auch Peter Tatchell in seinem Guardian-Beitrag “9/11 - the big cover-up?” konstatiert. Tatchell weiter: “Zentralen Beweisen wurde nicht nachgegangen, gravierende Ungereimtheiten blieben unbeachtet. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um die offizielle Version der Ereignisse am 11. September 2001 anzuzweifeln. Eine wirklich unabhängige Untersuchung ist notwendig… Sogar der Leiter der 9/11 Untersuchungskommission gibt inzwischen zu, dass die offiziellen Beweise, die ihnen vorgelegt worden waren, ‘fernab der Wahrheit’ waren.”

Neue pikante Details offenbaren, wie haltlos das Vertrauen des SPIEGEL in die offizielle 9/11-Kommission ist
SPIEGELblog hat über die diesezüglichen journalistischen Versäumnisse des SPIEGEL schon berichtet (siehe z.B. den Beitrag “Die Huffington Post fordert Aufklärung über 9/11 - der SPIEGEL hingegen vertraut ganz auf dubiose Regierungsberichte”).

Und jetzt sind neue pikante Details ans Tageslicht gekommen, die das volle Vertrauen des SPIEGEL in den offiziellen Untersuchungsbericht zu 9/11 weiter erschüttern.

So haben führende Vertreter der Bush-Administration heftigen Druck auf die 9/11-Kommission ausgeübt, um sie daran zu hindern, die Terroranschläge vom 11. September 2001 zu gründlich zu untersuchen. Dies geht aus einem Dokument hervor, das kürzlich der US-amerikanische Bürgerrechtsunion (der American Civil Liberties Union, kurz ACLU) zugespielt wurde. the raw story hat dazu den Artikel verfasst “Revealed: Ashcroft, Tenet, Rumsfeld warned 9/11 Commission about ‘line’ it ’should not cross’” (siehe auch Screenshot). Eine deutsche Übersetzung findet sich auf Hintergrund.de.

Haltlose Schweinegrippe-Panikmache: Der SPIEGEL gibt sich geläutert - und macht dann doch wieder blindlings Werbung für das Medizinestablishment

  23. März 2010, von T. Engelbrecht

Fast ein Jahr lang hielt die Schweinegrippe die Welt in Atem. Regierungen kauften für Milliarden Impfstoffe ein, obwohl deren Wirksamkeit nie nachgewiesen wurde – und am Ende kam es nie zu der vielbeschworenen weltweiten Seuche (Pandemie). Wie konnte es zu dieser gigantischen Absurdität, die uns Steuerzahler extrem teuer zu stehen gekommen ist, kommen?

Mit dieser Frage beschäftigte sich auch der SPIEGEL in seiner Ausgabe 10/2010 in dem Beitrag „Chronik einer Hysterie“ (siehe auch Screenshot). Und es ist durchaus löblich, dass das Nachrichtenmagazin auch mit sich selber ins Gericht geht. So heißt es in dem Beitrag: „Auch die Medien befördern die Angst. Der SPIEGEL etwa hatte immer wieder über die Vogelgrippe berichtet. Nun widmet er dem neuen ‚Welt-Virus’ eine Titelgeschichte, die geprägt ist von der Sorge, der Schweinegrippe-Erreger könne zum Horrorvirus mutieren (SPIEGEL 19/2009).“

Die naive Gutgläubigkeit von Massenmedien wie dem SPIEGEL gegenüber den korrumpierten Behörden ist die Hauptursache für das Schweinegrippe-Fiasko
Ein zentrales Problem dabei: Der SPIEGEL schiebt die Schuld nicht nur zu Unrecht weitgehend auf die Behörden (WHO, RKI, PEI), auch zeigt er den staatlichen Stellen gegenüber ein geradezu naives Verständnis. So heißt es in dem Beitrag „Chronik einer Hysterie“, WHO, RKI und PEI hätten durch das Schweinegrippe-Desaster „kostbares Vertrauen verspielt“. Was für ein absurder Satz. Denn Massenmedien wie der SPIEGEL hätten schon längst kein Vertrauen mehr in die Behörden haben dürfen, sind diese doch seit geraumer Zeit massiv mit der Pharmaindustrie bzw. den Impfstoffherstellern verwoben.

Dies war spätestens nach der haltlosen Panikmache, die bei SARS und der Vogelgrippe in Gang gesetzt wurde, sonnenklar (wie ich auch in meinem Buch „Virus-Wahn“ dezidiert aufzeige). Und im Übrigen hat der SPIEGEL nicht nur mit seiner Titelgeschichte „Das Welt-Virus“ (19/2009) die Schweinegrippe-Hysterie massiv angeheizt, sondern über Monate mehrfach. SPIEGELblog hat darauf immer wieder aufmerksam gemacht (einfach den Begriff “Schweinegrippe” in das Suchfeld oben rechts auf dieser Seite eingeben).

Mit anderen Worten: Nicht die Behörden sind maßgeblich an dem Schweinegrippe-Fiasko schuld, sondern die naiv-gutgläubigen Medien. Immerhin nehmen die Medien für sich eine Wächterfunktion in Anspruch – doch hier hat man eklatant versagt.

Der SPIEGEL frönt weiterhin der Expertengläubigkeit – und gibt z.B. Ansichten von Forschern, die die Hoffnung auf einen Impfstoff gegen Alzheimer schüren, unverblümt weiter
Prekär daran ist zudem, dass der SPIEGEL sich nun geläutert gibt, es aber offenbar nicht ist. So schreibt er zwar in „Chronik einer Hysterie“: „Wer wird den Einschätzungen der Behörden bei der nächsten Pandemie jetzt noch Glauben schenken?“ Doch die realistische Antwort darauf lautet: Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden dies Massenmedien wie der SPIEGEL tun. mehr »

Chinas Wirtschaftspolitik: SPIEGEL verwechselt die Begriffe Planwirtschaft und Staatskapitalismus

  19. März 2010, von T. Engelbrecht

(Mit Dank an Jan M.)

Im heutigen SPIEGEL-Online Artikel “Peking plant Comeback der Planwirtschaft” von Wieland Wagner (siehe Screenshot) wird in der Headline sensationsheischend behauptet, die Planwirtschaft erlebe in China ein Comeback. Doch das ist nicht korrekt, jedenfalls geht dies aus dem Beitrag selber so nicht hervor.

Tatsächlich nämlich geht es in dem Artikel darum, dass der Anteil der Staatskonzerne an der chinesischen Wirtschaftsleistung wieder zunimmt (wörtlich heißt es im Lauftext des Beitrags, in China vollziehe sich “‘Guojin Mintui’ - ‘der Staat auf dem Vormarsch, der Privatsektor auf dem Rückzug’”). Das wird in dem Stück weiter unten zurecht als Staatskapitalismus bezeichnet (wenn es denn stimmt; denn die Aufzählung einiger Beispiele, wie Staatskonzerne nach mehr Macht streben, reicht wohl kaum aus, um das zu beweisen - und konkrete Zahlen nennt Wagner nicht.).

Nichts, was in dem Artikel steht, bestätigt die Schlagzeile des Artikels, wonach China die Planwirtschaft wieder einführen will
Es besteht aber ein grundlegender Unterschied zwischen Planwirtschaft und Staatseigentum an Wirtschaftsbetrieben. Planwirtschaft meint, dass vorher festgelegt wird, was produziert werden soll, etwa in einem Fünfjahresplan. Staatseigene Betriebe können sowohl im Rahmen der Planwirtschaft als auch nach den Gesetzen der Marktwirtschaft bzw. des Kapitlismus agieren. Das ist eine wichtige Unterscheidung, die die Weltbank schon seit Jahrzehnten macht.

Nichts, was in dem Artikel steht, deutet aber nun darauf hin, dass in China die Planwirtschaft wieder eingeführt werden soll, die in den 90er Jahren aufgegeben wurde. Deshalb ist der Wunsch der chinesischen Regierung, den der Artikel skizziert, offiziell als Marktwirtschaft anerkannt zu werden, auch nicht völlig abwegig (trüge nämlich die Volksrepublik das vornehme Etikett einer Marktwirtschaft, so erfahren wir aus dem Beitrag, so könnte sie sich gegen Anti-Dumpingzölle ihrer Handelspartner effektiver schützen. ).

Hat dem Autor Wagner etwa seine neoliberale Geisteshaltung einen Gedankenstreich gespielt?
Fazit: Entweder ist dem Autor Wagner der grundlegende Unterschied zwischen Planwirtschaft und Staatskapitalismus nicht bekannt - oder er sieht geflissentlich über diesen Unterschied hinweg, nur um China mit dem Haudraufbegriff “Planwirtschaft” sozusagen eins reinwürgen zu können. Hintergrund hierfür könnte sein, dass für den Autor sowieso alles Teufelszeug ist, was nicht der reinen neoliberalen Heilslehre eines Milton Friedman entspricht. Da lohnt es sich dann halt auch nicht mehr, genauer hinzuschauen und zu differenzieren.

Fünf Jahre YouTube: Wie der SPIEGEL das Videoportal zur Plattform der “Balzenden, Gitarrengötter und pubertierenden Suppenkasper” verklärt

  13. März 2010, von T. Engelbrecht

(Mit Dank an Infoblog Media)

SPIEGEL Online sendet YouTube Geburtstagsgrüße per Video - und verschweigt dabei, dass das Webportal nicht nur Ballaballa-, sondern auch zahlreiche für den Mainstream und auch die Mainstreammdien unbequeme Videos zu bieten hat
SPIEGEL Online gratuliert YouTube per Video - und zeigt dabei nur “sinnfreie Beiträge hemmungsloser Selbstdarsteller”.

Vor kurzem feierte das weltweit bedeutendste Videoportal YouTube sein fünfjähriges Bestehen. Dies nahm SPIEGEL Online zum Anlass, einen Beitrag mit Jubiläumsgrüßen zu schreiben: “Fünf Jahre YouTube: Jede Menge Anti-Programm” (siehe auch links den Screenshot mit dem Video, das SPON dazu angefertigt hat). Das Realitätsverzerrende daran: SPIEGEL Online verschweigt, dass YouTube nicht nur Ballaballavideos wie”‘Vlogs’, in denen man sich wöchentlich Schminktipps abholen kann, Balzvideos hormongesteuerter Möchtegern-Gangsta, … jugendliche Gitarrengötter und singende Hausfrauen, … den Papst und diverse Präsidenten, langweilige PR-Interviews mit irgendwelchen Management-Nasen und fliegende Molotow-Cocktails bei der Maidemo” zu bieten hat, sondern gerade auch zahlreiche für den Mainstream und auch für Mainstreammedien wie den SPIEGEL unbequeme Videos.

YouTube bietet Videos mit Auffassungen, die für den Mainstream unbequem sind - und von Mainstreammedien wie dem SPIEGEL gerne geblockt werden
Denken wir nur an das Interview mit dem Medizinnobelpreisträger Luc Montagnier, in dem er mit dem HIV/AIDS-Establishment, das vom SPIEGEL seit jeher hofiert wird, hart ins Gericht geht. Oder nehmen wir die vielen kritischen Stimmen zu den Geschehnissen von 9/11 (wie zum Beispiel die Dokumentation “Unter falscher Flagge”). Deren Argumente kann man sich auf YouTube in aller Ruhe zu Gemüte führen, ohne dass sie durch den Filter des SPIEGEL, der bei diesem Thema voll auf Linie der Bush-Administration ist, gegangen sind.

Die Liste dieser Beispiele ließe sich beliebig fortsetzen.

Unterm Strich kann man sich also über YouTube - jenseits der von Konzernen dominierten Mainstreammedien - schon bzw. gerade gut informieren, wenn man gute Quellen von schlechten zu unterscheiden weiß.

Rückrufaktion von Toyota ist auch beim SPIEGEL groß Thema - überfällige Rückrufaktionen bei Medikamenten hingegen nicht

  25. Februar 2010, von T. Engelbrecht

“34 deaths alleged to be attributable to defective Toyota cars (13 of those deaths occurred between 2005 and 2010). Toyota has recalled 8.5 million cars. Yet, defective FDA-approved drugs that kill thousands of people every week! One has to wonder why discovery of defective cars are front page news while defective FDA-approved  prescription drugs are accepted as part of life’s risk.”
Vera Sharav, Alliance for Human Research Protection

Ohne Frage: Dass Menschen sterben mussten, weil der japanische Autobauer Toyota in seine Fahrzeuge defekte Gaspedale eingebaut hatte, ist ein dramatisches Ereignis. So waren im August vergangenen Jahres vier Familienmitglieder bei einem Unfall mit einer Lexus-Limousine ums Leben gekommen, weil der Wagen sich nicht mehr stoppen ließ und in einen Geländewagen raste. Das Unglück hatte letztlich die Rückrufwelle ausgelöst, die von den Massenmedien mit großen Schlagzeilen begleitet wurde und wird. So bringt SPIEGEL Online auch aktuell eine Top-News zum Thema: “Rückruf-Desaster: Mr. Toyodas Kotau fällt flach” (siehe Screenshot).

Doch wo, bitte schön, ist der Kotau der Medikamentenhersteller für die Kollateralschäden und Todesfälle, die sie mit ihren Präparaten verursachen - und vor allem: Wo ist die Medienberichterstattung darüber? Hier taucht es abermals auf (wie etwa auch beim Selbstmord von Robert Enke oder auch beim Amoklauf in Winnenden, um nur zwei von unzähligen Beispielen zu nennen): Das tendenziell blinde Auge der Medien, wenn es um das Thema Medikamentennebenwirkungen geht.

Auf genau diese fehlende Medienberichterstattung macht auch Vera Sharav von der Alliance for Human Research Protection, einer Patientenschutzorganisation mit Sitz in New York, aufmerksam. In Ihrer Newsmitteilung “Drug Casualties Continue to Increase/Quarterwatch” schreibt sie:

“One has to wonder why discovery of defective cars are front page news while defective FDA-approved prescription drugs are accepted as part of life’s risk.

According to the database maintained by the National Highway Safety Administration there were 34 deaths  alleged to be attributable to defective Toyota cars (13 of those deaths occurred between 2005 and 2010).  Toyota has recalled 8.5 million cars.

Yet, defective FDA-approved drugs that kill thousands of people every week!

GlaxoSmithKline’s diabetes drug, Avandia, and AstraZeneca’s, antipsychotic, Seroquel, are the two worst  drugs
The latest Quaterwatch report by the Institute for Safe Medication Practices, that analyzing serious adverse events reported to the FDA’s Medwatch found that the number of consumers harmed and killed by FDA-approved prescription drugs keeps rising. see http://www.ismp.org/QuarterWatch/2008Q2.pdf:

‘In the third quarter of 2009 the steady increase continued in reported serious, disabling and fatal adverse  drug events. Cases meeting the QuarterWatch criteria totaled 29,065 cases, an increase of 2,256 cases  (8.4%) from the same quarter in the previous year. For the first three quarters of 2009, combined case  reports increased by 8.1% from the first three quarters of 2009.’

GlaxoSmithKline’s diabetes drug, Avandia, and AstraZeneca’s, antipsychotic, Seroquel, are the two worst  drugs - if one considers the magnitude of harm produced by these drugs, coupled with these drugs’ controversial (at best) clinical value.”

Lesen Sie hier den Rest der Newsmitteilung von der Alliance for Human Research Protection.

SPIEGEL gibt zu, dass er ver.di aufgrund von Falschaussagen verunglimpft hat

  23. Februar 2010, von T. Engelbrecht

Wie SPIEGELblog Ende Januar berichtete, hat der SPIEGEL die Gewerkschaft ver.di auf Basis von Falschaussagen diffamiert. Dies gibt das Nachrichtenmagazin nun in seiner aktuellen Printausgabe auf Seite 78 in dem Interview “Der Staat trägt Verantwortung” mit verd.di-Chef Frank Bsirske unumwoben zu (siehe auch Screenshot von SPIEGEL Online). Am Ende des Interviews, und zwar ab der vorletzten Frage, heißt es:

SPIEGEL: Wie geht ver.di mit eigenen Mitarbeitern um? Es war von Lohneinbußen, Outsourcing und Kündigungen die Rede.

Bsirske: Sie spielen auf Ihre eigene Berichterstattung Anfang des Jahres an. Die Vorwürfe, die Sie im Vorfeld der derzeitigen Tarifverhandlungen gegen unsere Gewerkschaft erhoben haben, sind falsch. Kein ver.di-Angestellter muss Lohneinbußen hinnehmen. Es hat auch niemals Pläne gegeben, Beschäftigte unserer Bildungsstätten in eine neue Gesellschaft auszulagern und zu schlechteren Bedingungen wieder einzustellen. Dieser Vorwurf, wo immer er auch herkommen mag, ist frei erfunden. Und es ist auch falsch, dass vier freie Mitarbeiterinnen unserer Mitgliederzeitschrift “Publik” seit Jahresbeginn nicht mehr für ver.di arbeiten dürfen.

SPIEGEL: Das haben wir geprüft. Sie haben recht…

PS: Komisch, dass beim SPIEGEL, dem selbsternannten Sturmgeschütz der Demokratie, derlei haltlose Diffamierungen bzw. Entgleisungen vorzugsweise gesellschaftskritische Instanzen treffen, nicht aber die Machtklüngel um Angela Merkel oder Joseph Ackermann oder etwa den BDI…

SPIEGEL verklärt aberwitziges Krebs-Genom-Projekt zum Hoffnungsträger für die Entwicklung neuartiger Krebsttherapien

  18. Februar 2010, von T. Engelbrecht

“Dieses Mega Krebs-Genom-Projekt ist kein Weg, um Krebs zu heilen.”
Sharon Begley, Newsweek, 27. März 2007

Es ist ein ständig wiederkehrendes Muster beim SPIEGEL: Kritiker des Medizinestablishments werden gerne in Bausch und Bogen haltlos abqualifiziert (siehe letzten SPIEGELblog-Bericht dazu), während über das, was das Medizinestablishment so alles macht und tut, völlig unkritisch berichtet wird. Aktuelles Beispiel: Der derzeitige Aufmacher in der Rubrik Wissenschaft von SPIEGEL Online: “Cancer Genome Project: Forscher suchen nach den Geheimnissen der Krebs-DNA” (siehe Screenshot). Darin geht es um neue Ergebnisse, veröffentlicht in der aktuellen Nature vom 18. Februar, die sich aus dem so genannten Human Cancer Genome Project, das man auf Deutsch mit “Krebs-Genom-Projekt” oder auch „Atlas der Krebsgene“ bezeichnen könnte, ergeben haben.

Genom-Forscher Miklos: “Das Krebs-Genom-Projekt ist ein weiterer Fehltritt im Krieg gegen den Krebs”
Dieses Milliarden Dollar schwere Krebs-Genom-Projekt hat es in dieser Größe noch nie gegeben, und es wird gepusht mit der Vision, dass man mit seiner Hilfe alle genetischen Veränderungen von Krebszellen wird erfassen können. Das Bestreben ist, die genetischen Defekte in Tumorzellen aufzulisten und auf Basis dessen zielgerichtete Medikamente zu entwickeln. Und genau diese hoffnungsbeladene Botschaft trägt auch der Beitrag von SPON-Autor Jens Lubbadeh kritiklos weiter.

In Wahrheit aber gibt es aber keinerlei Beweise für die Behauptung, die auch Lubbadeh kolportiert, nämlich dass bestimmte beschädtige - im Fachjargon “mutierte” - Gene (Onkogene und Tumorsuppressor-Gene) Krebs machen können. Nicht zuletzt deswegen ist dieses Human Cancer Genom Project “ein weiterer Fehltritt im Krieg gegen den Krebs”, wie der Genom-Forscher und Krebsexperte George Gabor L. Miklos bereits 2005 in Nature Biotechnology konstatierte.

SPON-Autor Lubbadeh übersieht: Genau die Milliarden, die mit solchen Irrsinnsprojekten verbraten werden, fehlen dem chronisch unterfinanzierte Gesundheitssystem
In meinem neuen Buch “Die Zukunft der Krebsmedizin. Klassische und ganzheitliche Therapien, Impfungen und Krebsgene: Was ist Fakt und was Fiktion?”, das ich zusammen mit drei Medizinern geschrieben habe und das Ende Februar auf den Markt kommt, lege ich detailliert und faktisch abgesichert dar, warum gerade auch in der Krebsforschung das auf Gene fixierte Weltbild realitätsfern ist - und letztlich nur der pillenfixierten Pharmaindustrie nützt, aber kein Heilmittel gegen Krebs bringen wird.

Derlei kritische Gedanken kommen Lubbadeh offenbar gar nicht in den Sinn. Was um so abstruser anmutet, wenn man bedenkt, dass durch derartige Irrsinnsprojekte auch etliche Milliarden an Steuergeldern “verbraten” werden - Gelder, die in Anbetracht der chronisch leeren Gesundheitskassen an vielen anderen Stellen dringendst benötigt werden. Dazu George Gabor L. Miklos in Nature Biotechnoly:

“The simple truth is that the money would be much better spent if research priorities were reevaluated. A good place to start would be to dismiss the fallicious notion that single mutations in primary tumors are the optimal starting point for research that would lead to the discovery of new, more effective drugs.”

Diese simple Wahrheit ist aber nicht Teil der Denkstrukturen von Lubbadeh.

Lubbadeh übersieht auch: Die für das Krebs-Genom-Projekt verwendeten Zelllinien sind ziemlich bedeutungslos für das reale Krebsgeschehen
Genau so wenig wie der Umstand, auf den Miklos auch noch in Bezug auf das von Lubbadeh so hochgehaltene Nature-Paper aufmerksam macht: “As you can see they used cell lines… so it is pretty much meaningless as regards real tissue.”

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist auch der Artikel “How accurate are cancer cell lines?”, der in derselben aktuellen Nature-Ausgabe erschien. Darin heißt es: “For decades, cancer cell cultures grown in Petri dishes have been the foundation of cancer biology and the quest for drug treatments. But now that biologists are exploring cancer genomes, some are asking whether they should pursue a more expensive, less proven strategy that may give a truer picture of key mutations: sequencing cells from tumours plucked directly from patients… “

In diesem Artikel wird u.a. Howard Fine, Leiter der Abteilung Neuro-Onkologie an den National Institutes of Health in Bethesda, mit den Worten zitiert: “The glioma [brain cancer] cell lines we’ve been using bear so little  resemblance to what happens in people, it’s no wonder that when we screen therapeutics on animals and  bring them to the clinic they come back negative.”