SPIEGEL-Titel „Netz ohne Gesetz“, Teil 2: bizarrer Auftritt von SPIEGEL-Redakteurin im ZDF

  12. August 2009, von T. Engelbrecht

Die aktuelle Titelgeschichte des SPIEGEL „Netz ohne Gesetz“ (siehe SPIEGELblog-Beitrag unten) hat ein weiteres bizarres Element bekommen: den Auftritt der SPIEGEL-Redakteurin Kerstin Kullmann im ZDF (zu sehen auf Youtube; siehe Screenshot). Darin versteigt sich die 30-jährige zu folgendem Satz: „… Kinderpornographie, Gewaltdarstellung – all das, was im echten Leben nicht möglich ist, scheint im Netz zu gehen…“

Klar, Frau Kullmann, Kinderpornographie gibt es erst seit 1993. Erst durch das Internet wurde es möglich, Kinder zu vergewaltigen, Kriege zu führen oder eine andere Form der brutalsten Gewalt anzuwenden, diese zu filmen und dann zu verbreiten…

Die netzzeitung hat zu Kullmanns Auftritt (und zum nicht weniger peinlichen Auftritt von ZDF-Moderator Cherno Jobatey) den Kommentar „Netz-Empörung über SPIEGEL-Redakteurin“ verfasst, in dem es treffend heißt:

„Morgens kurz nach dem Aufstehen (oder auch manchmal deutlich vor dem Aufstehen) im ZDF-Morgenmagazin aufzutreten, ist kein Job, um den sich Journalisten balgen. Eigentlich noch müde, muss man dort hellwach sein, um die Schlagzeilen der Tageszeitungen zu kommentieren – oder gern auch die des eigenen Blattes. Nun hat es Kerstin Kullmann getroffen, die beim SPIEGEL arbeitet…

‚Der SPIEGEL als kompetenzfreier Raum – dargestellt am Beispiel von Redakteurin Kullmann‘
Was ist geschehen? Moderator Cherno Jobatey hielt Kullmann den aktuellen SPIEGEL hin, der sich dem „Netz ohne Gesetz“ widmet. Die 30-Jährige erklärte artig, ihre Kollegen beschäftigten sich mit der Frage: ‚Wie schafft man Regeln im Internet? Kann es sein, dass man sogar eine Art Recht etabliert im Raum, der weitgehend rechtsfrei ist?‘ Rechtsfrei? Da hätte Jobatey durchaus nachhaken können. Er ließ aber weiterplaudern: ‚Kinderpornografie, Gewaltdarstellung – all das, was im echten Leben nicht möglich ist, scheint im Netz zu gehen.‘

Von den Kommentaren, die sie dafür im Netz erhielt, gehören folgende zu den harmloseren: ‚Der SPIEGEL als kompetenzfreier Raum, dargestellt am Beispiel Kerstin Kullmann‘. (Twitter) Und: ‚Kinderpornografie und Gewalt gibt es nicht im echten Leben!?!? Waren sie je im Leben schon mal auf dem Planeten Erde, Frau Kullmann?‘ (Youtube).“

 

3 Kommentare zu “SPIEGEL-Titel „Netz ohne Gesetz“, Teil 2: bizarrer Auftritt von SPIEGEL-Redakteurin im ZDF”

  1. Christoph Marten sagt:

    Ts, ts, tsÜber was sich manche Leute aufregen…
    War ja vielleicht kein ganz gelungener Auftritt, aber was sie meint, ist doch völlig klar. Strafverfolgung ist im Internet wesentlich schwieriger als im wahren Leben. Und damit hat sie weitgehend Recht.

  2. Martin G sagt:

    Strafverfolgung im Internet ist tatsächlich oft wesentlich einfacher als im wahren Leben, da der Tatbestand im Internet bestens dokumentiert ist und eine Rückverfolgung des Täters über IP und vorgehaltene Daten der Telekommunikationsanbieter nicht sonderlich schwer ist.

  3. Gast sagt:

    Im aktuellen SPIEGEL 43/2010 schreibt Kerstin Kullmann über fette verwahrloste Kinder und faule verkommende Eltern. Das übliche Unterschichtenbashing.

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