Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Absturz der griechischen Wirtschaft: Wie SPIEGEL Online die wahren Ursachen verschweigt

Donnerstag, 19. August 2010

Gestern brachte SPIEGEL Online den Beitrag “Absturz der griechischen Wirtschaft: Erst Depression, dann Explosion” (siehe Screenshot). Hintergrund ist die katastrophale Lage der griechischen Wirtschaft, die mit lokalen Erwerbslosenquoten von 70 Prozent einhergeht und einen gigantischen Einbruch der Wirtschaftsleistung verkraften muss. Das Problem an dem SPON-Artikel: Er bringt die Schärfe des Absturzes mit dem Sparprogramm der griechischen Regierung in Verbindung, tut dabei jedoch so, als ob es vom Himmel gefallen wäre und es keine ursächliche Verbindung gebe. “Damit beweist der SPIEGEL wieder einmal jenes phänomenal kurze Gedächtnis, das dem ‘Qualitätsjournalismus’ zu eigen ist”, heißt es dazu treffend in dem Blog Oeffinger Freidenker.

Und weiter heißt es dort: “Schließlich ist die griechische Krise weder vom Himmel gefallen noch ein Produkt griechischer Schlamperei, wie es die gewaltige Medienkampagne uns noch vor wenigen Wochen Glauben machen wollte. Griechenland ist strukturschwach und defizitär, seine Wirtschaft lebt zu 70 Prozent vom Binnenkonsum… Es war die deutsche Regierung, die auf dem Höhepunkt der Verhandlungen über ein Sparprogramm der griechischen Regierung noch einen gewaltigen Rüstungsvertrag durchpaukte und auf Einhaltung aller bestehenden Rüstverträge hoffte. Es war der kleine Kalte Krieg zwischen Griechenland und Türkei, der die deutschen Rüstungsexporte anfachte und Deutschland von Platz 5 auf Platz 3 der internationalen Waffenexporteure hob.”

Den vollständigen Blog-Beitrag von Oeffinger Freidenker lesen Sie hier.

In Wahrheit hat v.a. die Bankenrettung Griechenland das Genick gebrochen
Im Übrigen zeigt auch ein Arbeitspapier der Europäischen Zentralbank (EZB) mit dem Titel “The Janus-Headed Salvation” (Die Janusköpfige Rettung) auf, dass Griechenland nicht primär selber schuld ist an seiner Krise, indem die griechische Regierung jahrelang generell viel zu viel Geld ausgegeben hat, sondern dass es die Finanzkrise und insbesondere die Pleite von Lehman Brothers waren, die die Schwierigkeiten hervorgerufen haben.

“So haben die meisten Staaten - darunter eben auch Griechenland - nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Mitte September 2008 umfangreiche Garantien für ihre Banken abgegeben”, wie etwa das Handelblatt dazu in dem Artikel “Die wahren Ursachen der griechischen Tragödie” schreibt. Außerdem päppelten viele Länder ihre angeschlagenen Geldhäuser mit neuem Eigenkapital auf und gaben Milliarden für riesige Konjunkturpakete aus, um die Schäden für die Realwirtschaft abzumildern. Dies hat dann vor allem Griechenland sozusagen das Genick gebrochen.

Nadja Benaissa: Auch der SPIEGEL transportiert die Mär von der HIV-Infektion

Montag, 16. August 2010

Der Prozess gegen die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa kann mit gutem Gewissen als Aberwitz bezeichnet werden - und die Medien merken es nicht, auch SPIEGEL Online nicht (siehe Screenshot). So lesen wir auf dem Nachrichtenportal, Benaissa drohten bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft. Grund: Sie hätte vor Gericht zugegeben, trotz einer HIV-Infektion mit mehreren Männern ungeschützten Sex gehabt zu haben.

Die Fakten wurden dabei aber nicht ernsthaft sortiert.

So gibt es berechtigte Zweifel daran, dass HIV als “böses” Virus je nachgewiesen wurde. 2004 publizierte etwa das Fachmagazin Medical Hypotheses den Beitrag “A critique of the Montagnier evidence for the HIV/AIDS hypothesis”, das zu dem Schluss kommt:

“In 1983 Luc Montagnier and his colleagues claimed to have discovered a novel retrovirus presently known as human immunodeficiency virus (HIV). By 1984 HIV was almost universally accepted to be the cause of AIDS. However, 20 years later, HIV cannot account for the phenomena for which the retroviral hypothesis was proposed, namely, Kaposi’s sarcoma, decrease in T4 lymphocytes and thus the opportunistic infections in AIDS patients which were assumed to be the direct results of this decrease”.

Es gibt keine Studie, die beweist, dass HIV AIDS macht
Auch ist es so: Selbst wenn man daran glaubt, dass das HI-Virus existiert, so gibt es keine Studie auf dieser Welt, die nachgewiesen hat, dass das, was als HIV bezeichnet wird, krank macht (siehe z.B. Bauer, Henry H. HIV does not cause AIDS, EdgeScience, April-Juni 2010, S. 6-9, oder auch Bauer, Henry H. HIV tests are not HIV tests, Journal of American Physicians and Surgeons, Vol. 15, Frühjahr 2010, S. 5-9)

Interessant in diesem Zsh. auch: Die mehrfach preisgekrönte Dokumentation “House of Numbers - The HIV/AIDS Story is Being Rewritten” des kanadischen Filmemachers Brent Leung. Diese Doku kann seit kurzem als DVD erworben werden. Auch sie legt detailliert dar, wie skeptisch man als kritisch denkender Mensch die offizielle Theorie zu HIV/AIDS sehen muss.

In dieser Doku kommt auch Medizinnobelpreisträger Luc Montagnier zu Wort. Dabei geht er mit dem HIV/AIDS-Establishment, das vom SPIEGEL seit jeher hofiert wird, hart ins Gericht. Selbst laut Montagnier kann ein robustes Immunsystem mit HIV locker fertig werden.

In meinem Buch Virus-Wahn kann man all dies en detail nachlesen.

“Homöopathie - die große Illusion”: Warum der SPIEGEL mit seinem aktuellen Titel daneben liegt

Sonntag, 11. Juli 2010

Dass der SPIEGEL mit Vorliebe auf alles draufhaut, was auch nur im Entferntesten nach so genannter Alternativmedizin riecht, darüber hat SPIEGELblog immer wieder berichtet. Mit kritischem Wissenschaftsjournalismus hat dies nichts zu tun, da sich der SPIEGEL so nur zu gerne zum Handlanger der Medizinautoritäten und der mit ihnen in enger Verbindung stehenden Pharmaindustrie macht.

Ein Zeugnis dafür ist auch der aktuelle SPIEGEL-Titel “Homöopathie - die große Illusion” (siehe auch Screenshot). Sicher, man kann so manches gegen die Homöopathie ins Feld führen. Das große Allheilmittel ist auch sie sicher nicht. Doch dass sich der SPIEGEL nun voll auf die Seite der Homöopathie-Gegner geschlagen hat, ist schlicht abstrus. Dazu folgendes:

# Wieso bringt der SPIEGEL nicht mal Titel mit Schlagzeilen wie “Schweinegrippeimpfung - die große Illusion”, “Krebsmedikamente - die große Illusion” oder “Gebärmutterhalskrebsimpfung - die große Illusion”? Hierzu bestünde mindestens genau so viel, wenn nicht gar noch mehr Grund als für den Titel “Homöopathie - die große Illusion”.

Wohlgemerkt: Die Gebärmutterhalskrebsimpfung hat der SPIEGEL einst sogar als “hochwirksam” hochgejubelt (was natürlich völlig haltlos war, wie das Nachrichtenmagazin später dann auch zugeben musste - freilich ohne darum großes Aufheben zu machen: SPIEGELblog berichtete).

# Wie wirksam Homöopathie letztlich ist, lässt sich rein wissenschaftlich nur schwer darlegen. Grund: Vor allem die schulmedizinischen Gegner der Homöopathie (und in gewisser Weise auch die Befürworter) sind voreingenommen (im Fachjargon spricht man hier von einem “publication bias”). Dies ergab z.B. eine Übersichtsarbeit im Jahr 2005. Wer sich also - wie der SPIEGEL - auf Studien zur Wirksamkeit der Homöopathie beruft, die in Mainstreamjournals veröffentlicht wurden, hat damit noch nicht seine journalistischen Hausaufgaben gemacht, da zunächst diese Studien einer kritischen Analyse unterzogen werden müssten.

# Nicht wenige Menschen bzw. Patienten, die von der konservativen Schulmedizin mit ihrer Fixierung auf die Pillenmedizin und Symptombehandlung keine wirkliche Hilfe bzw. Heilung erfahren (und von diesen Patienten gibt es ein ganzes Heer), machen die Erfahrung, dass sie mithilfe so genannter alternativer Verfahren inkl. Homoöpathie in ihrem Gesundungsprozess vorankommen. Welches Recht nimmt sich der SPIEGEL heraus, diese Erfahrungen pauschal auf seinem Titel als “große Illusion” abzustempeln? Das zeugt nicht gerade von einem so dringend notwendigen sensiblen Umgang mit dem Thema.

Über die wahren Verschwendungsprojekte im Gesundheitswesen mokiert sich der SPIEGEL gar nicht
# Abstrus auch der Beitrag auf SPIEGEL Online “Kürzungsforderung: Krankenkassen sollen sich Homöopathie sparen”, der parallel zur Print-Titelgeschichte online gestellt wurde. Abstrus deshalb, weil hier nicht einmal beziffert wird, wieviel die Krankenkassen einsparen könnten, wenn sie die Homöopathie aus ihrem Leistungskatalog streichen würden. Laut Berichten aus anderen Medien haben die Kassen 2008 gerade einmal 8,4 Mio. € für homöopathische Mittel ausgegeben - Ausgaben, die laut Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie „absolut zu vernachlässigen“ seien, wenn man bedenke, dass die Kassen insgesamt mehr als 30 Mrd. €  Euro für alle Arzneimittel ausgäben.

Da vermisst man auch bei diesem Thema (Kosteneinsparungen) vergleichbare Schlagzeilen beim SPIEGEL, die dazu auffordern, absolute Wahnsinnsprojekte im Gesundheitswesen ad acta zu legen - Projekte, deren Wirksamkeit faktisch nicht gesichert ist und die wohlgemerkt ein Zigaches dessen kosten, was die Homöopathie an Kosten verursacht.

Man denke z.B. an den Kauf des Schweingegrippe-Impfstoffs von GlaxoSmithKline, für den die deutsche Regierung mal so eben 700 Mio. € locker gemacht hatte, ohne dass der SPIEGEL sich in irgendeiner Weise darüber groß oder gar auf seinem Cover mokierte (nähere Inofs zum Schweinegrippe-Irrsinn findet sich in meinem Buch “Virus-Wahn”).

Oder denken wir an die Ionenstrahl-Therapie gegen Krebs, die rund 20.000 € pro Behandlung und damit gerne dreimal so viel wie herkömmliche Bestrahlungsbehandlungen kostet. Einen Nachweis, dass diese Ionenstrahl- oder auch Protonenstrahl-Therapie einen Nutzen hat bzw. herkömmlichen Bestrahlungen wirklich überlegen ist, wurde dabei noch gar nicht erbracht (mehr Infos dazu in meinem Buch “Die Zukunft der Krebsmedizin”, S. 162-165).

All dies und noch vieles mehr regt den SPIEGEL aber gar nicht auf. Offenbar ist er zu sehr damit beschäftigt, so genannte alternative Ansätze pauschal platt zu machen.

Link zum Thema:

# Pressemitteilung des Deutsche Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) zum SPIEGEL-Titel

Angebliche Hoffnung auf AIDS-Impfstoff: Der SPIEGEL agiert mal wieder als Sprachrohr der Pharmaindustrie

Freitag, 09. Juli 2010

Nachdem der SPIEGEL an vorderster Medienfront dazu beigetragen hatte, die irrsinnige Schweinegrippe-Paninkmache weltweit zu befördern, gab sich das Nachrichtenmagazin geläutert und gelobte Anfang 2010 in dem Beitrag „Chronik einer Hysterie“ Besserung. Sprich, man behauptete, in Zukunft werde man der Medizinelite und ihren Verbündeten nicht mehr blindlings Glauben schenken und deren Botschaften nicht mehr kritiklos an die Leser weitertragen. Doch es war offenbar ein bloßes Lippenbekenntnis (SPIEGELblog berichtete).

Schon 1984 hieß es, in zwei Jahren stünde ein AIDS-Impfstoff bereit; seither gab es viele solcher Versprechen, die nie eingelöst wurden - und der SPIEGEL wird immer noch nicht stutzig
Dies zeigt sich auch heute in dem Artikel “Schutz vor Aids: Forscher entdecken hochwirksame HIV-Antikörper”, der sogar groß als Hauptaufmacher gefahren wurde (siehe auch Screenshot). Darin trägt SPIEGEL Online, kritiklos die Botschaft des Medizinestablishments an seine Leser weiter, dass der “Durchbruch im Kampf gegen Aids” praktisch bevorstehe, da die “Forscher die Hoffnung auf einen hochwirksamen Impfstoff gegen [Aids] wecken”.

Klingt mal wieder super, doch vor dem Hintergrund des medialen Schweinegrippe-Desasters sollte einem Medium wie dem SPIEGEL mittlerweile mehr einfallen, als bloße Hoffnungen des mit der Pharmaindustrie eng verbandelten Medizinestablishments kritiklos an seine Leser weiter zu reichen. Zumal man ja, wie gesagt, genau in dieser Hinsicht Besserung gelobte.

Erschwerdend kommt hinzu, dass bereits 1984 - also vor mehr als 25 Jahren - großspurig versprochen wurde, ein Impfstoff gegen AIDS werde innheralb von zwei Jahren bereitstehen. Und derlei Versprechen wurde seither immer wieder erneuert, ohne dass sie je eingelöst wurden.

Vor diesem Hintergrund sollte doch selbst der gutgläubigste Journalist irgendwann mal stutzig werden.

Ich gehe jede Wette ein, dass auch aus dem von SPIEGEL Online aktuell hoch gehaltenen Forschungen kein effektiver AIDS-Impfstoff entsteht.

In diesem Zsh. ist auch zu bedenken, dass es berechtigte Zweifel an der These gibt, dass HIV die primäre Ursache von den vielen unter dem Begriff AIDS zusammengefassten altbekannten Krankheiten ist.

Dazu folgende aktuelle Informationen:

# Bauer, Henry H. HIV tests are not HIV tests, Journal of American Physicians and Surgeons, Vol. 15, Frühjahr 2010, S. 5-9

# Die mehrfach preisgekrönte Dokumentation “House of Numbers - The HIV/AIDS Story is Being Rewritten” des kanadischen Filmemachers Brent Leung ist jetzt frei im Netz verfügbar. Sie legt detailliert dar, wie skeptisch man als kritisch denkender Mensch die offizielle Theorie zu HIV/AIDS sehen muss.

# Interessant in diesem Zsh. auch der aktuelle Beitrag in dem österreichischen Magazin Profil zum Welt-AIDS-Kongress, der am 18. Juli in Wien startet: “Der Aids-Mythos: Hilft ein gutes Immunsystem gegen Ansteckung?”

# Bauer, Henry H. HIV does not cause AIDS, EdgeScience, April-Juni 2010, S. 6-9

# Bauer, Henry H. The Origin, Persistence and Failings of HIV/AIDS Theory, McFarland, 2007

Bilderberg-Konferenz: Der SPIEGEL verweigert sich der Aufklärung über das “sagenumwobene Geheimtreffen”

Samstag, 03. Juli 2010

“Der Münsteraner Soziologieprofessor Hans Jürgen Krysmanski fordert von den teilnehmenden Politikern mehr Reflexion: ‘Sie sollten sich fragen, warum hat man gerade mich ausgewählt und eingeladen, wer sind eigentlich diejenigen, die solche Meetings organisieren, woher kommen die Themen und Tagesordnungen? Und vor allem: Wem dienen die diskutierten und angebotenen Lösungen?’”
AG Friedensforschung an der Universität Kassel

Die so genannte Bilderberg-Konferenz ist ein seit 1954 jährlich stattfindendes internationales Gipfeltreffen von etwa 150 hochrangigen Entscheidern aus Politik, Wirtschaft, Forschung, Hochadel, Militär und Medien.

Die Konferenz dauert drei bis vier Tage und findet jeweils im Frühling statt. Der Veranstaltungsort liegt entweder in Europa oder Nordamerika und wechselt jedes Jahr. Es ist immer ein Luxushotel, das zu diesem Zweck komplett gemietet und hermetisch abgeriegelt wird. Die Teilnehmer der Konferenz debattieren stets über aktuelle Fragen der Weltpolitik und Weltwirtschaft.

Die Bilderberg-Konferenz 2010 fand vom 3. bis 6. Juni in der Küstenstadt Sitges, nahe Barcelona, in Spanien statt.

El Pais, Guardian oder auch Russia Today berichten ausführlich - der SPIEGEL hingegen gibt sich ganz uninvestigativ
Die Mainstream-Medien berichten üblicherweise nie über diese Konferenzen, weil die Organisatoren von den Teilnehmern Stillschweigen verlangen. Auch viele Verleger und Chefredakteure großer Zeitungen, darunter DIE ZEIT, nehmen regelmäßig teil, berichten jedoch nicht.

Durch den Druck, den Aktivisten und unabhängige Journalisten im Laufe der letzten Jahre aufbauten, sehen sich viele große Medienhäuser jedoch immer mehr gezwungen, über die Konferenz zu berichten.

Das Jahr 2010 kann als erster großer Durchbruch gelten. Die spanische Presse berichtete ausführlich. So brachten die drei größten Zeitungen EL PAIS, ABC und LA VANGUARDIA mehrere Artikel und Interviews, während der größte spanische TV-Sender, RTVE, mit einem Kamerateam vor Ort war. Auch viele kleinere und regionale Zeitungen berichteten. Viele TV-Sender brachten Interviews mit Daniel Estulin, einem Bilderberg-Experten, dessen Buch über die Bilderberger sich nach Angaben des Verlages weltweit bereits über drei Millionen mal verkaufte.

Auch der russische Auslandssender Russia Today war mit Teams vor Ort und brachte die wohl detaillierteste und kritischste Berichterstattung überhaupt.

Der Brite Charlie Skelton schrieb, wie schon im letzten Jahr, eine mehrteilige Kolumne für den Londoner Guardian, für die er direkt vor Ort recherchiert.

Verglichen damit fiel die Berichterstattung der deutschsprachigen Medien erneut eher enttäuschend aus, wobei aber immerhin festgehalten werden muss, dass erheblich mehr berichtet wurde als in allen Jahren zuvor.

Der kurze Artikel von SPIEGEL Online “Geheimtreffen: Sagenumwobene Bilderberg-Gruppe versammelt sich in Spanien” (siehe auch Screenshot oben), der auf einer dpa-Meldung basiert, ist nicht schlecht, aber auch nicht besonders aussagekräftig. Aufgrund des wachsenden öffentlichen Drucks hat man offenbar eine minimale journalistische Pflicht erfüllt und das Stattfinden der Konferenz dieses Jahr zumindest erwähnt und dazu einige grobe, oberflächliche Informationen geliefert. Es ist ein passabler Anfang, auf den jedoch noch mehr hätte folgen müssen. Warum hat man nur diesen einen Artikel gebracht? Warum hat man keinen Korrespondenten vor Ort berichten lassen?

So schreibt SPIEGEL Online selber im Vorspann:

“Manche sehen in der Bilderberg-Konferenz eine Art ‘Schatten-Weltregierung’, andere nur einen überholten elitären Debattierclub.”

Ja, was denn nun, liebe Redakteure vom SPIEGEL? Wieso versucht Ihr nicht, hier Licht ins Dunkel zu bringen?

Diese Frage stellt sich um so mehr, weil die Bilderberg-Konferenz in ihrer Bedeutung immer wieder mit dem Weltwirtschaftsgipfel von Davos verglichen wird, um den in den Massenmedien bekanntlich stets ein großer Wirbel gemacht wird. Bilderberg müsste also mindestens die gleiche mediale Aufmerksamkeit zukommen.

Die zentrale Frage ist, wie die Konferenz tatsächlich funktioniert und welche Bedeutung sie für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat.

Um diese Frage zu beantworten, bedarf es der Arbeit von investigativen Journalisten und Sozialwissenschaftlern. Es muss jedoch zunächst ein Bewusstsein für die Existenz dieser Konferenz in der Bevölkerung geschaffen werden, was nur über eine umfassende Berichterstattung geht.

Einen journalistisch sehr guten Beitrag lieferte der Deutschlandfunk in der Sendung Hintergrund am 2. Juni mit einem Feature, in dem diverse Wissenschaftler, die sich mit Bilderberg kritisch auseindergesetzt haben, zu Wort kommen.

Wird nicht ausführlich berichtet, weil man zu den Machtcliquen dazugehören möchte?
Über die bei Bilderberg anwesenden Journalisten großer Zeitungen, die aber nicht berichten, sagt der Mediensoziologe Uwe Krüger in einem Interview mit dem Deutschlandfunk:

“Es gibt eine Grenze, die wird von dem alten Merksatz bestimmt: Überall dabei sein, ohne dazuzugehören. Bilderberg ist eine Geschichte, da muss man dazugehören, um rein zu kommen. Und da sehe ich die Gefahr, dass die Unabhängigkeit verloren geht, dass man sich verpflichtet, verheddert in Loyalitäten und Abhängigkeiten.”

In einem anderen Interview mit der jungen Welt sagt Krüger:

„Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, wann und wo sich Macht- und Geldeliten treffen, um über die großen Linien der Weltpolitik und Weltwirtschaft zu beraten. Denn auch wenn dort keine formell bindenden Beschlüsse gefaßt werden, wird dort mit Meinungen experimentiert, Streit ausgetragen, an einem Konsens gearbeitet, der später in der Öffentlichkeit wahrscheinlich den Rahmen der Diskussion abgibt, die wir dann mitkriegen. Von Bilderberg geht “soft power” aus, und letztlich sind alle Bürger davon betroffen.” (more…)

Wenn die USA einen Satelliten abschießen, ist dies für den SPIEGEL OK - wenn China dies macht, “rüstet es für den himmlischen Krieg”

Mittwoch, 23. Juni 2010

Der Artikel “US-Marine schießt giftigen Spionagesatelliten ab” (siehe Screenshot) ist mir als Propaganda-Beitrag sauer aufgestoßen. In dem Beitrag geht es darum, dass die US-Marine vom Pazifik aus mit einer Rakete einen defekten und mit hochgiftigem Treibstoff gefüllten Satelliten abgeschossen hat, um einem unkontrollierten Aufprall auf die Erde zu verhindern. Diese auf den ersten Blick relativ harmlose klingende Meldung enthält folgende Merkwürdigkeiten:

1. Es wird mehrmals darauf hingewiesen, dass der Satellit giftiges Hydrazin enthält und deshalb abgeschossen wurde. Das klingt zwar nach einer noblen Aktion. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass der Satellit ein bewohntes Gebiet erreicht hätte, ist wohl vernachlässigbar. Und die Giftigkeit des Stoffes Hydrazin ist im Vergleich zu diversen anderen Gefahrstoffen von Industrie und Millitär doch eher gering. Vor allem aber wäre der Satellit wohl in der Atmosphäre verglüht, und so wäre - wie z.B. auf Wikipedia unter Hydrazin nachzulesen - das Hydrazin sowieso verbrannt. Das heißt: Die Notwendigkeit des Abschusses darf angezweifelt werden. Darüber liest man aber nichts in dem Artikel von SPIEGEL Online.

2. Der SPIEGEL-Online-Artikel erwähnt auch kurz, dass die Chinesen vor einigen Monaten einen Satelliten abgeschossen hatten (was dem Westen wohl eine Art technologische Demütigung eingebracht hatte). SPIEGEL Online: “Die USA hatten Anfang 2007 selbst verärgert reagiert, als China einen Satelliten gezielt abschoss.” Anfang 2007 hatte SPIEGEL Online darüber sogar ausführlicher Berichtet in dem Beitrag “Waffen im All: China rüstet für den himmlischen Krieg”. Allein, wenn man sich die Überschriften anschaut, erkennt man also sofort, dass SPIEGEL Online mit zweierlei Maß misst: Einmal kommt das Nachrichtenportal mit der neutral bis positiv gehaltenen Schlagzeile “US-Marine schießt giftigen Spionagesatelliten ab”, während man 2007 verbal in die Vollen geht und “Waffen im All: China rüstet für den himmlischen Krieg” schreibt.

Doch dieses Messen mit zweierlei Maß ist auch an den Artikeln selber deutlich zu erkennen. Während bei SPIEGEL Online 2007 in dem Artikel über den Abschuss eines Satelliten durch die Chinesen die Kritik an dieser Aktion klar im Vordergrund steht, wird in dem aktuellen Artikel über den Abschuss eines Satelliten durch die Amerikaner Kritik nur ganz beiläufig erwähnt und der Abschuss im Grunde als OK dargestellt. So heißt es in dem aktuellen Beitrag zur Aktion des US-Militärs beschwichtigend, die Trümmerteile des abgeschossenen Satelliten würden im Laufe der nächsten Monate angeblich in der Atmosphäre verglühen und damit keine Gefahr darstellen. Im 2007-er Artikel hingegen wird gleich mehrfach auf die von Experten genannte jahrelange Gefahr für die Raumfahrt durch Trümmerteile hingewiesen.

Fazit: Es ist offenkundig, dass SPIEGEL Online mit seinem aktuellen Artikel eine Meldung des US-Militärs an sein Millionenpublikum ziemlich kritiklos weitergereicht hat und somit dabei geholfen hat, seinen vielen Lesern mit lässigem Understatement die Botschaft zu vermitteln, wie potent das US-Militär ist und wie notwendig deren Aktionen sind.

Blamabel: Der SPIEGEL präsentiert die illegale Website “Esowatch” als glaubwürdige Quelle

Sonntag, 20. Juni 2010

(Mit Dank an Georg)

SPON vertraut ganz auf Esowatch
SPIEGEL Online vertraut auf Esowatch

Sicher, es gibt viele Scharlatane auf der Welt. Und der 83-jährige Yogi Prahlad Jani aus Indien, der behauptet, er hätte dank Meditation und göttlichem Segen seit mehr als 70 Jahren nichts mehr gegessen und getrunken, gehört womöglich auch dazu. Doch um dies offenzulegen, muss man nicht auf illegale und letztlich peinliche Quellen zurückgreifen. SPIEGEL Online sieht dies anders. So beruft sich Jens Lubbadeh* in seinem Artikel “70 Jahre ohne Nahrung: Ärzte knöpfen sich angeblichen Wunder-Yogi vor” allen Ernstes auf die - man muss es so sagen - kriminelle Website Esowatch.com (siehe auch Screenshot).

Die “sektenähnliche kriminelle Vereinigung Esowatch” agiert wie ein verlängerter Arm der Pharmaindustrie - und verwendet dafür offenbar auch noch einen bekannten Pödophilie-Server
Das Illegale an Esowatch ist, dass es ohne Impressum arbeitet. Dies ist nach deutschem Recht nicht erlaubt. Die Betreiber schießen also in übler Heckenschützenmanier auf alle möglichen Menschen in verleumderischer Manier. Dazu zählen nicht nur offenkundige Spinner, sondern z.B. auch der Dalai Lama oder der SPD-Politiker und Pharmakritiker Wolfgang Wodarg. Wobei viele Passagen über die verleumdeten Personen schlicht falsch sind.

So beruft sich Esowatch, um nur ein Beispiel zu nennen, in seinem Eintrag über mich auf die Deutsche Leberhilfe und behauptet, diese Organisation hätte z.B. nachgewiesen, dass der Mediziner Claus Köhnlein und ich in unserem Buch “Virus-Wahn” Quellen fehlerhaft zitieren und vorliegende Daten verschweigen würden.

Wahr ist hingegen: Die Kritik der Deutschen Leberhilfe an unserem Werk haben wir längst widerlegt, wie auf meiner Webiste nachzulesen ist (siehe dort den Link “Kommentar zur Kritik der Deutschen Leberhilfe, 4. Juli 2006″). Und eine Replik auf unseren Kommentar haben wir von der Deutschen Leberhilfe bis dato wohlgemerkt nicht erhalten - trotz mehrfacher Bitte um Stellungnahme.

All dies verschweigt Esowatch.

Und damit nicht genug: Esowatch unterschlägt auch, dass die Deutsche Leberhilfe in ein Netz von Interessenkonflikten verstrickt ist. Zum Beispiel wird der Medizinprofessor Michael P. Manns, der im Vorstand der Deutschen Leberhilfe sitzt, von etlichen Pharmaunternehmen finanziert, darunter Roche, Gilead, Essex, Schering-Plough und Bristol-Myers Squibb.

Die Website EselWatch.com hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, gegen die “sektenähnliche kriminelle Vereinigung namens Esowatch” vorzugehen, wie die Betreiber auf ihrer Homepage schreiben. Weiter heißt es dort:

“Ziel dieser Gruppierung [Esowatch] ist die Diffamierung und öffentliche Bloßstellung von Personen, die sich im weiteren Sinne mit ‘Ganzheitlichkeit’ beschäftigen… Dazu ist ihnen jedes Mittel, das ihnen das Internet zur Verfügung stellt, recht.

Aufgrund der Texte auf Esowatch und der Diskussionsbeiträge der dazugehörenden Foren entsteht unwillkürlich der Eindruck, dass die Esowatch-Macher vor allem große, global operierende Konzerne - insbesondere Pharmakonzerne - vor öffentlicher Kritik in Schutz nehmen wollen. Eine Zusammenarbeit mit diesen Konzernen war jedoch bisher nicht nachweisbar, es könnte jedoch gut sein, dass einzelne, an Universitäten studierende oder arbeitende Esowatch-Mitglieder über sogenannte Drittmittel für ihre kriminelle Tätigkeit im Internet freigestellt werden…”

Wie kürzlich etwa der Kopp-Verlag in seinem Beitrag “Wolf im Schafspelz: ‘Esowatch’ entlarvt” berichtet, seien die Esowatch-Betreiber inzwischen praktisch bekannt. In seinem Artikel schreibt auch Autor Niki Vogt, dass die wüste Esowatch-Truppe wohl von der Pharmaindustrie gesponsert sei. Er beruft sich dabei auf die Website esowatch.weebly.com, die der Frage nachgeht: “Wer ist Esowatch und warum benützt Esowatch einen Pädophilie-Server?”

Zum Thema Pädophilie-Server heißt es in einem Forum:

“Wirklich ekelerregend ist, dass die durchaus als militante Impfbefürworter zu bezeichnenden Betreiber von Esowatch.com vorgeben, ‘die Gesundheit von Kindern’ erhalten zu wollen und sich dabei aber in Wahrheit wissentlich eines türkischen Servers bedienen, auf dem zahlreiche Kinderschänder und Pädophile ihr unsagbar niederträchtiges Unwesen treiben.”

* Zu Jens Lubbadeh siehe z.B. auch den SPIEGELblog-Beitrag SPIEGEL verklärt aberwitziges Krebs-Genom-Projekt zum Hoffnungsträger für die Entwicklung neuartiger Krebsttherapien”. Lubbadeh ist seit kurzem nicht mehr bei SPIEGEL Online. Er ist zum Greenpeace Magazin gewechselt. Nähere Infos finden sich auch auf seiner Homepage www.lubbadeh.de.

Der SPIEGEL hat schon Probleme mit dem Segel-Einmaleins - wie will er uns dann Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erklären können?

Samstag, 19. Juni 2010

Uwe Röttgering schreibt auf www.seefieber.de in der Rubrik “Streiflichter” zu den SPIEGEL-Online-Artikeln “Teenager-Seglerinnen: Daily Soap auf den Weltmeeren” (siehe auch Screenshot) und “Segeln: Boris Herrmann will nonstop um die Welt”:

“Journalisten so genannter Qualitätsmedien erklären uns jeden Tag die Welt. Ab und zu schreiben sie auch über den Segelsport. Da kann man [in dem Beitrag "Daily Soap auf den Weltmeeren"] solche Sätze bei SPIEGEL Online lesen:

‘Für Nicht-Segler: Mit Knockdown bezeichnet man es, wenn ein Segelboot durch Wellengang und/oder Wind so sehr in die Waagerechte gedrückt wird, dass der Mast die Wasseroberfläche berührt. Ein paar Grad mehr, und ein Boot verbleibt in dieser Lage.’

Dies ist falsch. Jede als hochseetüchtig klassifizierte Yacht, und nur von denen war im Artikel die Rede, wird sich auch nach einer Kenterung um z.B. 100 Grad wieder aufrichten. Mein Boot sogar noch aus über 150 Grad.

In einem anderen Artikel ["Boris Herrmann will nonstop um die Welt"] kann man bei SPIEGEL Online über das Barcelona World Race dies hier erfahren:

‘Die Route führt die Teilnehmer von Barcelona über den Atlantik Richtung Westen, um das berüchtigte Kap Hoorn in Südamerika und weiter durch den Pazifik. Die Durchfahrt zwischen der Nord- und Südinsel Neuseelands (’Cook-Straße’) ist eine Pflichtpassage, anschließend wartet noch die Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas, ehe es durch den Atlantik und das Mittelmeer zurück nach Barcelona geht.’

Dumm nur, dass die Route genau andersrum, also von West nach Ost verläuft. Siehe hier.”

Oder siehe auch Seite 14 in dem PDF-Dokument zum Barcelona World Race 2010/2011, in dem es heißt: “Course: Round the world from west to east”. Oder siehe auch hier.

Bildblog.de schreibt dazu:

“Nun geht von diesen Fehlern nicht die Welt unter. Schwamm drüber, es geht ja nur ums Segeln. Was mir aber zu denken gibt, ist, dass uns diese Leute auch die Wirtschaftskrise und die große Politik erklären wollen. Es ist zu befürchten, dass sie davon genau so wenig Ahnung wie vom Segelsport haben.”

Mai-Krawalle: Berichterstattung des SPIEGEL ist “Springer-like” und unterschlägt zentrale Fakten

Montag, 03. Mai 2010

Bei den Demonstrationen am 1. Mai kommt es in Berlin und Hamburg regelmäßig zu Ausschreitungen - und die Mainstreammedien wie auch der SPIEGEL berichten regelmäßig in BILD-Manier vor allem nur über diese Ausschreitungen, während Inhalte gerne unterschlagen werden.

SPON macht Polizeigewalt nicht wirklich zum Thema
So bringt SPIEGEL Online in seinem Artikel “Mai-Krawalle: Polizei nimmt Hunderte Randalierer fest” (siehe auch Screenshot) die Fotostrecke “Kreuzberg und Hamburg: 1. Mai endet mit Ausschreitungen” mit insgesamt 16 Aufnahmen. Und auf fast allen diesen Aufnahmen sind randalierende Demonstraten - auch gerne Chaoten genannt - zu sehen; gewaltbereite und gewalttätige Polzisten findet man hingegen nicht wirklich. Zudem ist erst auf Foto 15 zu sehen, dass es tatsächlich auch nicht-randalierende Demonstranten gab, die auf Plakaten ausdrücken, was sie wollen: “Eine Welt ohne Krise, Krieg und Kapitalismus”. Doch wer klickt sich wirklich vor bis zu Foto 15…

Welch eine verzerrte Berichterstattung!

So geht auch die Polizei ohne Zweifel hart zur Sache, was SPON aber eben nicht wirkich thematisiert. Wie hart die Staatsgewalt vorgeht und eben nicht das “Konzept der ausgetreckten Hand” verfolgt, kann man z.B. auf indymedia nachlesen.

Darübern hinaus hatten z.B. in Berlin Zehntausende friedliche Demonstranten den Tag der Arbeit gefeiert. Doch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit eben diesen friedlichen Demonstrationen findet bei dem Nachrichtenportal praktisch nicht statt, sie werden von SPON nur kurz erwähnt.

SPON suggeriert fälschlicherweise, es seien 487 linke “Chaoten” festgenommen worden
Wie sehr SPIEGEL Online in sensationsheischender und staatstragender “Springer-Manier” berichtet, zeigt sich zudem daran, dass es in dem besagten Beitrag “Mai-Krawalle: Polizei nimmt Hunderte Randalierer fest” heißt, es seien 487 Randalierer festgenommen worden. Damit wird suggeriert, es seien 487 linksorientierte Personen in Gewahrsam genommen worden (denn dieser Artikel thematisiert die Nazis überhaupt nicht). Doch das ist falsch!

Denn von diesen 487 Festgenommenen waren allein 286 Nazis, die sich zu einer unerlaubten Demonstration auf dem Kudamm getroffen hatten. “Desweitern dürfte es bei der Aktion gegen diesen Naziaufmarsch, an der auch SPD-Mann Wolfgang Thierse teilnahm, zu 50 Festnahmen gekommen sein”, so Andreas auf duckhome.de. Damit wurden nicht 487, wie SPON suggeriert, sondern nur rund 150 linksgerichtete “Chaoten” festgenommen worden sein.

SPIEGEL warnt: Rentengarantie hat “großes Schadenspotential” - mutiert damit aber nur erneut zur Kampagnenmaschine der Industrie

Samstag, 10. April 2010

Am 1. April bringt SPIEGEL Online den Artikel “Prognose bis 2015: Rentengarantie kostet Deutsche viele Milliarden” (siehe auch Screenshot). Der Beitrag ist freilich nicht als Aprilscherz gedacht. Im Gegenteil, SPON stößt allen Ernstes die Warnung heraus, diese Rentengarantie hätte “großes Schadenspotential” und beruft sich dabei auf eine Studie des Mannheimer Forschungsinstituts Ökonomie und Demografischer Wandel (MEA). Doch damit macht sich das Nachrichtenportal nur erneut zum Sprachrohr der Industrie (siehe letzten SPIEGELblog-Beitrag zum Thema). Und das Einzige, was wirklich Schadenspotential hat, ist der Artikel von SPON selber. Warum, skizziert der Blog duckhome.de:

SPIEGEL Online veschweigt die industrielastigen Hintergründe des Instituts, auf dessen Studie man sich beruft
“Der SPIEGEL ist eine derart ekelige Kampagnenmaschine, dass einem das Anklicken zum Bulimiker werden lässt. Denn die hier zitierte ‘Studie’ des Mannheimer Institutes MEA darf getrost als Auftragsarbeit betrachtet werden. Das MEA wurde nämlich u.a. vom Verband der Versicherungsindustrie gegründet und lässt solch honorige Herren wie Bert Rürup und Axel Börsch-Supan deutschlandweit in alle TV-Talkshows einmarschieren, obwohl das natürlich alles anderer als neutrale Typen sind, sondern reine Lobbyvertreter der Versicherungsindustrie.

Natürlich lesen wir über diese Hintergründe im SPIEGEL nichts. Warum auch? Gutbezahlte PR-Berichte lassen sich schließlich am besten verbreiten, wenn man die Interessenrichtung verschweigt und es als angeblich neutrale journalistische Arbeit abdruckt.

Rentengarantie kostet in Wahrheit nur ein paar läppische Euro pro Rentner…
Zudem wollen wir doch mal festhalten: Wenn diese Propagandamaschine tönt, dass es bis 2015 bis zu (!) 10 Milliarden Euro allein wegen der Rentengarantie kostet, dann setzen wir dem doch realistischerweise mal 5 Milliarden als wirkliche ‘Kosten’ zugrunde. Also eine Milliarde pro Jahr, bzw. 83 Mio Euro pro Monat für die rund 20 Mio Rentner in Deutschland. Also etwas mehr als 4 Euro monatlich pro Renter. Und deswegen macht diese Propagandaabteilung der Hochfinanz solch ein Geschrei? Und die erbärmliche Kampagnenmaschine vom SPIEGEL verbreitet auch noch willig solch einen Unfug??

Außerdem wollen wir auch noch festhalten: Vergangenes Jahr ist das Bargeldvermögen der Deutschen um 190 Milliarden Euro gestiegen. Die Rentner, also rund 25 Prozent in Deutschland, nur mit lumpigen 1 bis 2 Milliarden davon abspeisen zu wollen, ist doch wohl der wahre Skandal!

Wahrlich kein schöner Anblick, die SPIEGEL-Journalisten (mal wieder) ganz unten am Laternenpfahl herumlecken zu sehen. Aber wenn es wieder darum geht, dass das Internet mit seiner ‘Gratiskultur’ ja angeblich das Geschäftsmodell des angeblichen Qualitätsjournalismus kaputt macht, schreit dieselbe gekaufte Journaille, die sämtliche Hintergrundrecherche böswillig verschweigt, am lautesten auf. Und deklariert auch mal eben das Wikileaks-Video zum SPIEGEL-Video um! Es ist nur noch ekelerregend.”