Archiv für 2009

Jahrelange Desinformation: Wie der SPIEGEL nun endlich realisiert, dass die “Spanische Grippe” von 1918 nicht allein durch ein Virus verursacht worden sein kann

Montag, 21. Dezember 2009

Jedesmal, wenn eine Virus-Panik wie die Vogelgrippe oder die Schweinegrippe von den Gesundheitautoritäten losgetreten und von Medien wie dem SPIEGEL noch mal so richtig angeheizt wird, hieß es immer wieder, alles werde so schlimm wie bei der so genannten “Spanische Grippe”, die zwischen 1918 und 1920 gut 50 Millionen Menschen dahingerafft haben soll. Für dieses Drama soll angeblich das so genannte H1N1-Virus allein verantwortlich sein, hieß es bis dato stets. Dies wollte uns der SPIEGEL zum Beispiel 2007 in seinem Artikel “Spanische Grippe: Millionen starben an Überreaktion des Immunsystems” weismachen, und auch bei der diesjährigen Schweingegrippe-Panikmache war es nicht anders (siehe SPIEGELblog-Bericht vom 1. Mai 2009: “Der SPIEGEL erzählt Märchen, wenn er bei seiner Schweinegrippe-Panikmache die “Spanische Grippe” von 1918 beschwört”).

Nach jahrelanger Fehlinformation schreibt SPIEGEL Online jetzt plötzlich: “Die Spanische Grippe” sei “weit mehr als nur eine Sache von ‘ein Erreger verursacht eine Krankheit’ gewesen”
Doch nun zitiert SPIEGEL Online plötzlich eine aktuelle Studie, in der Forscher zitiert werden, die das Fazit ziehen: “Die Spanische Grippe” ist “weit mehr als nur eine Sache von ‘ein Erreger verursacht eine Krankheit’ gewesen” (siehe Screenshot).

SPIEGEL und SPIEGEL Online haben also seit Jahren ihren Lesern die Unwahrheit erzählt – und dies, obwohl es ein Leichtes gewesen wäre herauszufinden, dass es keine Beweise dafür gibt und es auch nicht plausibel ist anzunehmen, dass am Ende des 1. Weltkrieg und kurz danach 50 Millionen Menschen allein durch ein Virus umgekommen sind. Dr. med. Claus Köhnlein und ich haben bereits in der 2006 erschienenen ersten Ausgabe unseres Buches “Virus-Wahn” (S. 239 ff.) dezidiert dargelegt, dass eine solche Annahme nicht begründet ist.

So zeigt der Blick in die Geschichtsbücher und Statistiken, dass es immer dann zu Seuchen kam, wenn das Immunsystem der Menschen geschwächt war, weil großer Mangel vor allem an Essen und sauberem Trinkwasser herrschte und großer Stress herrschte. Genau dies war auch am Ende des 1. Weltkriegs der Fall.

Daher kommt eine ganze Palette von NICHT-viralen Ursachen, die selbstverständlich auch in Kombination gewirkt haben können und gut belegt sind, als Ursache für die Tragödie, die sich zwischen 1918 und 1920 abspielte, in Betracht:

# Psychischer Stress, zum Beispiel hervorgerufen durch Kriegsängste.

# Schlechte Ernährungssituation (v.a. kriegsbedingt)

# Über-Behandlung mit chemischen Präparaten, die das Immunsystem schwer beeinträchtigen können (darunter Schmerzstiller wie Aspirin oder Chloroform, das als Konservierungsmittel in Medikamenten enthalten war und das im Körper [Leber] zu Phosgen umgewandelt wird – ein Stoff, der im Ersten Weltkrieg als Giftgas eingesetzt wurde; Ende des 19. Jahrhunderts begannen die Arzneimittelhersteller verstärkt, Produkte als Medizin zu verkaufen, die schwergiftige Substanzen wie Morphium, Kodein, Chinin und Strychnin enthielten; es gab damals keinerlei Bestimmungen für solche Hersteller; der deutsche Erfinder des Aspirins, die Firma Bayer, verkaufte zum Beispiel Heroin ab 1898 als angeblich nicht süchtig machendes Morphium-Substitut und auch als Hustenmittel in verschiedensten Darreichungsformen: vom Saft
– abgefüllt in edle Flakons – über Zäpfchen, Pülverchen und Tränkchen bis hin zu getränkten Tampons für gynäkologische Behandlungen).

# Schädigungen der Atemwegsorgane infolge “präventiver” Maßnahmen, etwa das Einreiben des Rachenraumes mit antiseptischen Präparaten oder das Inhalieren von antibakteriellen Mitteln; viele der damals verwendeten Stoffe enthielten etwa das Schwermetall Silber und sind längst nicht mehr zugelassen
(Formalin/Formaldehyd zum Beispiel übt starke Ätz- und Reizwirkung auf Haut, Augen und Atemwege aus und kann Nieren-, Leber- und Lungenschäden verursachen; auch wird dem Stoff krebserzeugendes Potenzial zugeschrieben).

# Es waren keine wirksamen Antibiotika vorhanden: Viele Kranke waren von bakteriellen oder auch Pilzinfektionen betroffen; doch das erste echte wirksame Mittel zum Abtöten von Bakterien war Penicillin, das allerdings erst viel später, nämlich 1928, wirklich entdeckt wurde und erst im Zweiten Weltkrieg seinen Durchbruch als Medikament erlebte.

# Impfstoffe, die oft toxische Schwermetalle enthielten und aus grob gefiltertem Schleim (Mukus) oder sonstigen Flüssigkeiten von Kranken hergestellt wurden.

Der SPIEGEL zieht eine Bilanz von 9/11 – im Stile von Bush und Schäuble

Sonntag, 13. Dezember 2009

(Mit Dank an Sven)

Wie SPIEGELblog bereits berichtete, haben Medien wie die Huffington Post oder auch der Guardian bereits völlig zu Recht echte Aufklärung über die Anschläge vom 11. September 2001 – kurz 9/11 genannt – gefordert. Der SPIEGEL hingegen hat seit jeher nichts besseres zu tun, als in kläglicher Weise die Propaganda der Bush-Regierung an seine Leserschaft weiterzureichen (siehe meinen Beitrag “Die Huffington Post fordert Aufklärung über 9/11 – der SPIEGEL hingegen vertraut ganz auf dubiose Regierungsberichte” vom März 2009).

SPIEGEL-Redakteur Musharbash erzählt das Märchen vom armen Bush, der zu seinen Feldzügen gedrängt wurde
Die Top-Journalisten von Hamburgs selbsternanntem “Sturmgeschütz der Demokratie” hinterfragen also überhaupt nichts -, was auch zu beobachten ist in dem Artikel “Gefangen im langen Krieg”, in dem der SPIEGEL-Redakteur Yassin Musharbash vor kurzem Bilanz zog zu 9/11 und den sich daran anschließenden Ereignissen (siehe Screenshot). Somit könnte in dem Beitrag man fast jeden Satz kritisch kommentieren. Doch das würde an dieser Stelle zu weit führen. Besonders negativ fällt folgende Passage auf:

“9/11 setzte in beängstigender Geschwindigkeit eine Spirale in Gang: Es dauerte nur Wochen, bis der Krieg gegen das Taliban-Regime in Afghanistan begann, das den Terroristen um Osama Bin Laden Unterschlupf gewährt hatte. Es war ein Feldzug, der als unvermeidbar galt. Er wurde breit legitimiert, von der UNO, der NATO” [Hervorhebungen von SPIEGELblog].

Dazu ist zu sagen:

Die Formulierung “… bis der Kriegbegann” suggeriert, dass der arme US-Präsident Bush prakisch zum Krieg gegen die Terroristen gedrängt wurde. Dies versucht uns Musharbash auch an anderer Stelle weiszumachen, indem er behauptet, Bush “stolperte in der Folge von 9/11 in eine globale Auseinandersetzung”. Das ist natürlich Unfug. Und ein Hinweis darauf, dass der Krieg schon vor dem 11. September 2001 fertig geplant war, hätte an dieser Stelle auch nicht schaden können (nachzulesen etwa in dem MSNBC-Artikel “U.S. sought attack on al-Qaida: White House given plan days before Sept. 11″).

Nicht weniger heikel ist der Satz: “Es war ein Feldzug, der als unvermeidbar galt“. Dass die Bush-Administration dies so sieht, ist klar -, doch warum gibt der SPIEGEL-Redakteur Musharbash diese Propaganda einfach so weiter? Eine Begründung, warum der Krieg in Afghanistan und sonstwo auf der Welt “unvermeidbar” war, liefert er auch nicht.

Der SPIEGEL lastet al-Qaida Anschläge an, die man al-Qaida nicht nachweislich anlasten kann
Staatstragend auch der Satz von Musharbash, “der Feldzug wurde breit legitimiert, von der UNO, der NATO“. Doch seit wann, bitte schön, kann die NATO Kriege LEGITIMIEREN? Bzw. für welche Art von Journalisten stellt die NATO eine derartige Autorität dar, dass ihr Wort als Legitimation für Kriege anerkannt werden kann?

Geradezu abstrus ist dieser Absatz in Musharbash Artikel:

“Die Jagd auf Osama Bin Laden blieb erfolglos. Heute hat man sich daran gewöhnt, doch lange erschien das unfassbar: Wie kann ein einzelner Mann sich einfach so verstecken und nicht gefunden werden?”. Abstrus ist dies deshalb, weil SPIEGEL Online selber kurz zuvor berichtete, wie Osama bin Laden dies schaffen konnte: “Bericht des US-Senats: Pentagon ließ Osama Bin Laden entwischen.”

Etwas später in seinem Artikel wartet Musharbash dann noch mit einer Aufzählung auf, die ebenso gut von Bush oder Schäuble persönlich hätte stammen können: “Die Serie von Qaida-inspirierten Großanschlägen in den 2000ern spiegelt das wider: Bali, Djerba, Madrid, London, Casablanca, Mumbai und so weiter.”

Zumindest die beiden europäischen Anschläge sollte man aber doch – vor allem, wenn man als kritischer Journalist unterwegs ist – zumindest mit einem Fragezeichen versehen, wie z.B. Paul Schreyer auf seiner Seite “Terror-Wahnsinn” schildert.

Weitere interessante Infos:
# Es gibt eine wissenschaftliche Studie (”Active Thermitic Material Discovered in Dust from the 9/11 World Trade Center Catastrophe”), die vor kurzem im Chemical Physics Journal veröffentlicht wurde. Dort wird der Nachweis gebracht, dass in allen drei Türmen am Ground Zero Nanothermid (eine Art Schmelzstoff) gefunden worden ist –> nähere Details dazu im Kommentar von Svobdavi vom 19. Dez. 2009, 00:14 Uhr.

Recherche-GAU: Der vom SPIEGEL kolportierte Vorwurf, an der Wiener Uni seien Handy-Studien gefälscht worden, ist definitiv haltlos

Mittwoch, 09. Dezember 2009

Im Zsh. mit der Frage, ob Handystrahlen Krebs auslösen, brachte der SPIEGEL im Mai und August 2008 zwei Artikel, die auch auf SPIEGEL Online publiziert wurden. Darin wurde an die Leser die klare Botschaft weitergetragen, es stünde de facto fest, dass Studien von Wiener Forschern, in denen die erbgutschädigende bzw. krebserregende Gefahr von Mobilfunkstrahlen abgeklärt werden sollte, gefälscht worden seien. Bereits mit der Headline des ersten SPIEGEL-Beitrags vom 26. Mai 2008 wurde unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass die Wiener Wissenschaftler “Beim Tricksen ertappt” worden seien (siehe Screenshot). Bezichtigt wurden die Laborantin Elisabeth K. und letztlich auch die Leiter der Studien, die Professoren Hugo Rüdiger und Franz Adlkofer.

Dass es sich bei diesen Vorwürfen um haltlose Diffamierungen handelte, darüber hat SPIEGELblog bereits Anfang Januar 2009 berichtet. Das Pikante daran ist auch: Die unbegründeten Fälschungsvorwürfe des SPIEGEL zielten auf die EU-weite REFLEX-Studie (2005) und die UMTS-Studie (2007) der Medizinischen Universität Wien ab – und diese Studien wiesen die Krebsgefahr (Gentoxität) durch DNA-Strangbrüche durch Mobilfunkstrahlung nach. „Doch Insidern war schon damals klar, dass dies eine Inszenierung der Mobilfunkindustrie sein muss, um unangenehme Forschungsergebnisse zu entsorgen“, so der Umweltmediziner Joachim Mutter. Und nicht nur der SPIEGEL, selbst bekannte Wissenschaftsmagazine wie Science agierten praktisch als williger Helfer in diesem Schmierenstück.

Profil: Ergebnisse der Handy-Studien, die der SPIEGEL grundlos als gefälscht brandmarkte, wurden jetzt bestätigt
Wie schmierig dieses Stück ist, zeigt sich auch daran, dass die Ergebnisse der Studien der Wiener Universität nun in Nachfolgestudien bestätigt wurden, wie die Journalistin Tina Goebel im österreichischen Magazin Profil Ende November berichet. Der Mobilfunkforscher Franz Adlkofer, Leiter der REFLEX-Studie, äußert sich gegenüber Göbel wie folgt „Das alles war ein Intrigenspiel der Mobilfunkindustrie und ihr nahe stehender Wissenschaftler. Ich bin sehr froh, dass unsere Forschungsergebnisse bestätigt wurden.“

Es bleibt abzuwarten, ob diese Tatsache vom SPIEGEL und anderen Medien ebenso zahlreich national und international von den Medien aufgegriffen wird. Die Rehabilitation des Rufes der angegriffenen Wissenschaftler genau wie die Aufklärung der Bevölkerung über potenzielle Risiken des Handygebrauchserfordert erfordert dies eigentlich zwingend.

Der SPIEGEL hat bis dato noch nichts dazu gebracht…

Weitere Infos zum Thema:
# Eine ausführliche Stellungnahme der angegriffenen Wissenschaftler findet sich auf der Website von www.diagnose-funk.ch: Der Fälschungsskandal von Wien: Eine Geschichte, die erfunden wurde, um Forschungsergebnisse über biologische Wirkungen der Mobilfunkstrahlung aus der Welt zu schaffen

# Eine Zusammenstellung zum aktuellen Stand der Forschung auf findet sich auf der Website www.der-mast-muss-weg.de

Teure Solarförderung? Wie der SPIEGEL Christoph Schmidt vom RWI und letztlich der Atomlobby eine “kuschelige” PR-Plattform bietet

Sonntag, 06. Dezember 2009

Monsanto&Co., Big Pharma, Mobilfunkkonzerne, Steuerheuchler wie CDU-Ministerpräsident Ole von Beust, die Kanzlerin Angela Merkel usw. – die Liste der Machtcliquen, denen der SPIEGEL gerne eine Art PR-Plattform bietet (das heißt, es werden Aussagen ungeprüft an das Millionenpublikum weitergetragen), ist lang. Und nun kommt auch noch die Atomlobby hinzu.

Da darf der so genannte Wirtschaftsweise Christoph Schmidt auf SPIEGEL Online frei heraus “warnen”, dass “die Regierung einen riesigen Fehler begeht, indem sie Solarstrom mit riesigen Beträgen fördert”. Die Sonnenenergie, so Schmidt weiter, sei die teuerste aller Techniken, um CO2 zu vermeiden: Inzwischen bedrohe sie Jobs und belaste die Kaufkraft der Bürger.

Schmidts Aussagen waren SPIEGEL Online so wichtig, dass die Meldung auf der Website lange Zeit als großer Aufmacherartikel gefahren wurde.

Christoph Schmid, dessen Aussagen SPIEGEL Online hoch hält, ist Präsident des RWI, das mit der Atomwirtschaft verbandelt ist
Sicher, man kann sich ja kritisch mit der Solarförderung auseinandersetzen, aber muss es so einseitig, faktenfern und lobbygetrieben sein, wie es SPIEGEL Online hier tut? Und wieso bekommt nicht mal jemand, der der Atom- bzw. Großenergielobby kritisch gegenübersteht, ein derartig “kuscheliges” PR-Forum vom Nachrichtenmagazin geboten? Es ist schon auffällig, wie sehr der SPIEGEL immer wieder den Machtcliquen ein Forum bietet – und was für welchen!

So ist Schmidt Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Das RWI bezeichnet sich selbst als eines der “sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute”. Und da man unabhängig arbeiten will, hat man eine “Gesellschaft der Freunde und Förderer des RWI Essen” gegründet. Diese verfolgt, so wirbt sie, “ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Zuwendungen an die Gesellschaft sind daher steuerlich abzugsfähig.”

Doch wie unabhängig ist das RWI wirklich? So war der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Atomkraftwerksbetreibers RWE AG, Dr. Dietmar Kuhnt, viele Jahre Präsident dieser Fördergesellschaft. Mitte 2008 wurde Dr. Rolf Pohlig, Finanzvorstand der RWE AG, zum stellvertretenden Vorsitzenden des Verwaltungsrats des RWI Essen und zum Präsidenten der Gesellschaft der Freunde und Förderer des RWI Essen gewählt. Mancher findet das zumindest bemerkenswert, gerade weil das RWI selber Atomkraftwerksbetreiber ist und auch immer wieder mit atomkraftfreundlichen Mitteilungen glänzt.

SPIEGEL Online verschweigt: Energiepolitik der Bundesregierungen kommt den Steuerzahler extrem teuer zu stehen
Doch damit nicht genug, sind die Aussagen von Schmidt bei näherer Betrachtung doch ziemlicher Schmarn. In Wahrheit nämlich wird die Kaufkraft der Bürger, um die sich Schmidt auf SPIEGEL Online solche Sorgen machen darf, vor allem dadurch geschmälert, dass die Stromkonzerne – dank der konzernfreundlichen Politik der Bundesregierungen – unverschämt hohe Gewinne einfahren.

Allein die RWE AG hat 2008 – trotz Wirtschaftskrise – einen Nettogewinn von knapp 3,4 Mrd. € eingefahren. Bei den anderen Energieriesen Vattenfall, E.ON und EnBW, die als Oligopol den deutschen Markt beherrschen, sieht es vergleichbar rosig aus. Ein dicker Batzen dieser Milliardengewinne gehört also eigentlich uns Steuerzahlern. Denn die Gewinne würden ja nicht bei RWE&Co. in dem exorbitanten Ausmaß landen, wenn die von den Steuerzahlern finanzierten Politiker eine Energiepolitik betrieben hätten, die im Sinne der Steuerzahler und nicht der Großkonzerne ist.

An dieser Situation wird sich aber wohl leider so schnell nichts ändern. Denn mit diesen Milliardenprofiten in der Tasche mästen die Energieriesen dann u.a. ihre “Pappenheimer” aus Politik und Wissenschaft (wie diesen Christoph Schmidt), damit diese ihnen auch weiterhin dicke Gewinne bescheren und sie daran auch weiterhin partizipieren können.

Und der SPIEGEL agiert dann als williger Helfer dieses Schmierenstücks.

SPIEGEL Online verschweigt auch: Atomstrom ist für den Steuerzahler teurer als Solarstrom
Dabei darf Schmidt auf SPIEGEL Online auch vorrechnen, dass sich die Nettokosten für alle von 2000 bis 2008 installierten Anlagen über die Laufzeit von 20 Jahren auf rund 35 Mrd. € summiert hätten. Das klingt zunächst gewaltig. Doch die Zahl relativiert sich, wenn man sich überlegt, dass man den vier Energieriesen pro Jahr jeweils nur 1 Mrd. € von ihren milliardenschweren Nettogewinnen abzwacken und den Steuerzahlern “zurückgeben” müsste – und schon käme man für den von Schmidt erwähnten Zeitraum von acht Jahren auf 32 Mrd. €, also praktisch auf genau so viel.

Und was kosten uns Steuerzahler nicht andere Energieträger wie die Atomenergie? Diese Frage wird in dem Artikel überhaupt nicht gestellt. Dabei hat Greenpeace in einer Studie ausgerechnet, dass der deutsche Staat die Atomenergie zusätzlich zu den Stromkosten seit 1950 mit mindestens 165 Mrd. € gefördert hat. (mehr…)

Der SPIEGEL über Handystrahlung und Krebs: Berichterstattung im Stile einer PR-Abteilung der Mobilfunkindustrie

Freitag, 04. Dezember 2009

“Long-term use of mobile phones may be linked to some cancers, a landmark international study will conclude later in 2009.”
Daily Telegraph, 24. Okt. 2009

Wie industriefreundlich und faktenfern der SPIEGEL das Thema Mobilfunkstrahlung angeht, darüber hat nicht nur SPIEGELblog bereits ausführlich berichtet. Auch die renommierte Medienfachzeitschrift message zum Beispiel wundert sich in ihrem Beitrag “Funkstille über Strahlungsschäden” darüber, wie unkritisch und einseitig der SPIEGEL das Thema anpackt und Mobilfunkskeptiker einfach abqualifiziert.

Die Studie, auf die sich die verharmlosenden Aussagen von SPIEGEL Online stützen, ist letztlich wertlos
Letztlich muss man konstatierten, dass das selbsternannte “Sturmgeschütz der Demokratie” über mögliche Gefahren von Handystrahlen im Stile einer PR-Abteilung der Mobilfunkindustrie berichtet, was heute wieder zu beobachten ist. Da behauptet SPIEGEL Online, erneut hätte “eine Studie mit Zehntausenden Patienten ergeben, dass von Handys keine akute Krebsgefahr ausgeht” (siehe Screenshot). So steht es wörtlich im Vorspann des Beitrags. Doch diese Behauptung entbehrt jeder Grundlage, wie dem aufmerksamen Leser gewahr wird, wenn er den Artikeltext liest. Dort heißt es nämlich, dass die Autoren der Studie, auf die sich der SPIEGEL-Online-Beitrag stützt, “einschränkend erklärten”, dass der letztlich untersuchte Zeitraum von “fünf bis zehn Jahren möglicherweise noch zu kurz ist für den Ausbruch von Krebserkrankungen”.

Und in der Tat ist dem so, denn “brain cancer can take forty years to develop in adults”, worauf auch die amerikanische Krebsforscherin Devra Davis in ihrm Buch “The Secret History of the War on Cancer” aufmerksam macht. Ihr Fazit: “There is a growing body of evidence that there’s a serious Problem. [Many reputable and independent scientists] are suggesting that electromagnetic fields be considered a possible human carcinogen” (S. 409-410).

Mit anderen Worten: Die Studie, deren Schlussfolgerungen SPIEGEL Online unkritisch übernimmt, ist in Wahrheit wertlos, um Aussagen darüber treffen zu können, ob Handystrahlen Krebs Vorschub leisten.

Beweislage, Beweislast und Industrieeinflüsse interessieren den SPIEGEL gar nicht
Dessen ungeachtet behauptet SPIEGEL Online auch noch, inzwischen lägen “Tausende Studien zum Thema vor… [und] keine dieser Untersuchungen hat bisher einen handfesten Beweis zutage gefördert, dass Handys Krebs verursachen”. Doch damit verdreht das Nachrichtenmagazin die Beweislast. Diese trägt nämlich eigentlich die Industrie. Doch Beweise dafür, dass Handystrahlen DEFINITIV NICHT krebserregend sind, fordert das Magazin von der Mobilfunkindustrie überhaupt nicht ein -, was im Übrigen auch sinnlos wäre, denn solche Beweise gibt es nicht.

Zudem ist das Gros der Studien, die Handystrahlen als nicht gefährlich einstufen, direkt oder indirekt von der Industrie bezahlt, wie etwa bei Micorwace News nachzulesen ist. Doch das schert SPIEGEL Online überhaupt nicht, obwohl derlei Interessenkonflikte für die Beurteilung der Sachlage von entscheidender Bedeutung sind.

Und damit nicht genug. Auch wird in dem SPIEGEL-Online-Beitrag auf einen eigenen Artikel Bezug genommen, in dem eine Studie aus Dänemark aus dem Jahr 2006 als Beweis für die Ungefährlichkeit von Handystrahlen hochgehalten wird. Dabei weist diese dänische Arbeit zahlreiche Schwachstellen, was den Superjournalisten vom SPIEGEL aber offenbar überhaupt nicht aufgefallen ist (oder nicht auffallen wollte). “The research design [of the Danish study] raises a lot of questions”, wie Devra Davis anmerkt. “Why did they not look at business users – those with far more frequent use of cell phones? Why lump all users together, putting those who might have made a single cell phone call a week with those who used the phones more often? Why stop collecting information on brain tumor in 2002, when we know that brain tumors often take decades to develop and be diagnosed?… The danish study in fact was biased against positive findings from the start” (S. 402-403).

Solide Studien erhärten den Verdacht, dass Mobilfunkstrahlen Krebs Vorschub leisten
Erschwerend kommt hinzu, dass die Aussage von SPIEGEL Online, es gäbe überhaupt keine Hinweise auf die krebserregende Wirkung von Mobilfunkstrahlung, in der Klarheit, in der sie vorgetragen wird, nicht nachvollziehbar ist. So fand Anfang 2009 ein Team um den schwedischen Onkologen Lennart Hardell heraus, dass Kinder unter 20, die mehr als ein Jahr ein Mobiltelefon benutzt haben, ein mehr als fünffach erhöhtes Risiko haben einen bösartigen Hirntumor zu entwickeln(mehr…)

Steuerpläne der Regierung: Der SPIEGEL als Sprachrohr von Steuerheuchler Ole von Beust

Donnerstag, 03. Dezember 2009

Es ist eine Farce. Da wird um die Steuerentlastungspläne der neuen Bundesregierung – das erste schwarz-gelbe Steuerpaket sieht von Januar 2010 an Entlastungen von jährlich bis zu 8,5 Mrd. € vor – gestritten, und SPIEGEL Online hat nichts besseres zu tun, als sich mal wieder als Sprachrohr der Machtcliquen zu gerieren. In diesem Falle als Sprachrohr für Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust. In dem großen Aufmacher von SPIEGEL Online “Beust fordert Länderfront gegen Steuerpläne” (siehe Screenshot) darf von Beust seine platten Parolen loswerden, ohne dass dies in irgendeiner Weise kritisch einsortiert wird -, was aber dringend notwendig gewesen wäre (und im Übrigen auch zentrale Aufgabe von Journalismus ist).

Von Beust und SPIEGEL Online verschweigen unisono, dass allein der Abbau von Subventionen an Großkonzerne reichlich Spielraum eröffnet für Steuersenkungen
Da erfahren wir in dem Artikel, dass von Beust “die Steuerpläne, ‘die ja vor allem von der FDP und Teilen der CSU gewollt wurden’, für falsch halte”. Denn, so von Beust: “Das, was da in Berlin vereinbart wurde, ist so im Moment schlichtweg nicht finanzierbar.” Dies mag stimmen, wenn man die Einnahmen- und Ausgabenposten auf Länder- und Bundesebene unberührt lässt. Doch wird dabei – von von Beust und von SPIEGEL Onine – geflissentlich verschwiegen, dass reichlich Steuerspielraum besteht, wenn man nur endlich mal die Subventionen an die Großkonzerne und die Steuergeldveschwendung für irrwitzige Projekte antasten würde.

So prangerte der Bund der Steuerzahler erst im Oktober an, dass die Verschwendung von Abermilliarden an Steuergeldern einen Höchststand erreicht hätten. Nicht vergessen werde sollte in diesem Zusammenhang der Irrsinn mit der Schweinegrippe, für den der deutsche Steuerzahler Hunderte von Millionen Euro hinblättern durfte. Oder nehmen wir den seit Jahrzehnten existierenden Irrsinn mit den Agrarsubventionen, die – wie die staatlichen Subventionen überhaupt – vor allem den Großbetrieben zugute kommen. Die größten Empfänger von EU-Agrarsubventionen in Deutschland sind Lebensmittelkonzerne wie die Südzucker AG oder die August Töpfer & CO KG in Hamburg, die Fruchtzucker, Trockenobst und Nüsse vertreibt. Allein Südzucker erhielt 2008 mehr als 34 Mio. € an EU-Steuergeldern. Insgesamt gibt der deutsche Staat rund 9 Mrd. € für die EU-Agrarpolitik aus. Jeder Deutsche füttert also die ohnehin schon fetten Agrarbetriebe mit mehr als 100 € Steuern pro Jahr.

Von Beusts Hamburg: Elbphilharmonie erhält “Ehrenplatz” im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler
Oder schauen wir konkret auf Hamburg, wo von Beust ja regiert. So kritisiert der Bund der Steuerzahler in seinem Schwarzbuch 2009 auch zahlreiche Fälle von Steuergeldverschwendung in Hamburg. Einen „Ehrenplatz“ im diesjährigen Schwarzbuch erhalte das ehrgeizige Großprojekt der Elbphilharmonie, bei dem die Kosten um rund 320 Prozent explodiert seien, so der Hamburger Steuerzahlerbund. Die Elbphilharmonie als Paradebeispiel für Steuerverschwendung steche bislang in finanzieller Hinsicht durch Missmanagement, Dilettantismus und überforderte Planer auf Behördenseite hervor, hieß es

Hamburg: mehr als 100.000 € an Steuergeldern für sinnlose Senatsreise nach China
Für Verärgerung sorgten auch Hamburger Delegationsreisen nach China. 125.596 € habe der Steuerzahler „berappen“ müssen, damit eine Senatsdelegation im August 2008 zu den Olympischen Spielen reisen konnte, um Hamburg als „Sportstadt“ für die Ausrichtung der Universiade 2015 zu präsentieren, obwohl noch völlig unklar war, ob Hamburg diese ausrichten werde. Im Oktober 2008 sah Hamburg dann endgültig von einer Universiade-Bewerbung ab.  Eine weitere Reise für 20.000 € des Bezirks Hamburg-Mitte ging 2008 laut Schwarzbuch nach Shanghai, wo eine Bezirkspartnerschaft besteht. Allerdings beinhaltete das umfangreiche Reiseprogramm, das den „Charakter einer Lustreise“ gehabt habe, auch Peking, wo Hamburg keine Städtepartnerschaft unterhält.

HSH Nordbank taucht gleich dreimal im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler auf
Der Bund der Steuerzahler prangert auch die Verschwendung öffentlicher Mittel bei der angeschlagenen HSH Nordbank an. Das krisengeschüttelte Institut taucht in dem Bericht gleich drei Mal auf – mit der eigenen, „gut ausgestatteten Motoryacht“ für geschäftliche Veranstaltungen, der umstrittenen „Bleibeprämie“ unter anderem für Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher und „sinnlosem Geplänkel“ um die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Welt-AIDS-Tag: Wie der SPIEGEL Pharma-PR weiterträgt – und die pillen- und impfkritischen Aussagen von Luc Montagnier ignoriert

Dienstag, 01. Dezember 2009

“[Brent] Leung [, maker of the HIV/AIDS critical documentary 'House of Numbers'] manages to present a barrage of intriguing theories debunking our generally accepted beliefs… There’s no denying, however, the value of exploring such game-changing topics as how HIV-infection numbers are cooked for monetary and political gain; how the effects of global poverty may have led to so many AIDS-related deaths; how such widely used AIDS drugs as AZT have, themselves, often proved fatal; and whether HIV really exists.”
Gary Goldstein, Los Angeles Times

Wenn es um PR-Botschaften der Pharmabranche und der mit ihnen verbandelten Forscher geht, ist der SPIEGEL stets willens, diese an seine Millionenleserschaft weiterzutragen. So geschehen auch in der aktuellen Print-Ausgabe in dem Beitrag “Wehrhafte Hilfstruppen” (S. 152). Dort heißt es im Vorspann: “Eine junge Disziplin in der Immunologie soll die letzten Geheimnisse des Abwehrsystems lüften. Wissenschaftler hoffen auf passgenaue Waffen gegen Krebs, Aids,* Rheuma oder Morbus Crohn.” Klingt dolle, aber wie so oft in den vergangenen Jahrzehnten ist auch diese Hoffnungsschürerei wohl nur heiße Luft, die stets erzeugt wird, um den milliardenschweren Pillen- und Impfstoffbetrieb am Laufen zu halten.

Im Gegensatz dazu ignoriert der SPIEGEL gerne pharmakritische Botschaften. Selbst die aktuellen Aussagen von keinem geringeren als Luc Montagnier, der 2008 für seine (angebliche) Entdeckung von HIV den Nobelpreis bekommen hat, sind dem Nachrichtenmagazin am heutigen Welt-AIDS-Tagkeine News wert. Dabei haben es Montagniers Statements in sich, kritisiert der Franzose doch in einem Interview mit Brent Leung, der die mehrfach preisgekrönte HIV/AIDS-kritische Filmdokumentation “House of Numbers” gemacht hat, gerade die Pillen- und Impfstofffixiertheit der etablierten Forschung – und hebt statt dessen die Bedeutung des Aufbaus des Immunsystems z.B. mittels guter Ernährung hervor. All dies kann man sich live bei Youtube anschauen (siehe Screenshot).

AIDStruth.org verbreitet Lügen – auch das deckt der SPIEGEL nicht auf
Das Video auf Youtube trägt im Übrigen die Überschrift “AIDS truth exposed: Un-cut exclusive footage from House of Numbers”. Dahinter steckt die Geschichte, dass die Pharmalobby-Organisation AIDStruth.org auf ihrer Fake-Seite www.houseofnumbers.ORG (die richtige Seite zum Film “House of Numbers” lautet www.houseofnumbers.COM) die Lüge verbreitet hat, Brent Leung hätte in einer früheren kürzeren Fassung des Interviews mit Montagnier nur Fragmente von Montagniers Aussagen zusammengestückelt und somit dessen Sinn verfälscht. Wörtlich wird behauptet: “Montagnier does not spontaneously say in the film  that a healthy diet will clear the virus.  Leung asked leading questions and then presented a fragment of conversation out of context.” Doch das ist definitiv falsch, wie jeder selbst im Youtube-Video sehen und hören kann.

Wie dieses Beispiel zeigt, hat AIDStruth also mit TRUTH nicht viel am Hut. Auch dies könnte der SPIEGEL seiner werten Leserschaft gerne mal erzählen, doch er tut es nicht. Warum, bleibt ein Rätsel, denn die Aufgabe der Medien sollte es doch gerade sein, die Wahrheit aufzuspüren und diese zu verbreiten.

Weitere Links zum Thema:
# Die Huffington Post zu House of Numbers

# naturalnews.com über House of Numbers

# reducetheburden.org über House of Numbers

*Der SPIEGEL schreibt “Aids” statt “AIDS” – was irreführend ist
Dass der SPIEGEL den Begriff AIDS immer als “Aids” schreibt, ist im Grunde absurd. Denn AIDS ist ein Akronym, das definiert ist als ein Kurzwort, das aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter zusammengesetzt ist – genau wie zum Beispiel EDV (elektronische Datenverarbeitung) oder CDU (Christlich Demokratische Union) Akronyme sind, doch niemand würde ernsthaft auf die Idee kommen, EDV oder CDU als “Edv” oder “Cdu” zu schreiben. AIDS steht offiziell für “Acquired Immune Deficiency Syndrome”. Wer Aids statt AIDS schreibt, will damit suggerieren, dass AIDS eine eigene Krankheit ist wie Krebs oder Morbus Crohn, doch das ist nicht der Fall. AIDS ist keine eigene Krankheit bzw. kein eigenes Krankheitsbild. AIDS steht für eine Vielzahl von Krankheiten. Auch hier führt der SPIEGEL also seine Leserschaft in die Irre.

Der SPIEGEL verklärt Deutschland zum “guten, alten Merkelland, das so schonend ist für die Nerven seiner Bewohner”

Montag, 30. November 2009

Dass der SPIEGEL für Angela Merkel gerne Hofberichtsterstattung betreibt, darüber haben wir bereits ausführlich berichtet. Doch das selbsternannte “Sturmgeschütz der Demokratie” kann noch staatstragender. Es kann Deutschland zum “guten, alten Merkelland, das so schonend ist für die Nerven seiner Bewohner”, verklären (siehe Screenshot). Zu so viel “Systemjournalismus” schreibt die Satirezeitschrift Titanic in ihrer aktuellen Ausgabe:

Hallo SPIEGEL-Redakteure!

Da ist die neue Regierung gerade mal ein paar Stunden im Amt, und schon geht ihr mit dem Titel “Vorsicht, Schwarz-Gelb. Der abenteuerliche Fehlstart der neuen Koalition” so hart mit ihr ins Gericht: “Hier und dort wird ein wenig reformiert, aber die Republik bleibt die gleiche, sie wird nicht schwarz, nicht gelb, auch nicht schwarz-gelb, sondern bleibt das gute alte Merkelland, das so schonend ist für die Nerven seiner Bewohner. Nichts ändert sich rasch, nicht ändert sich stark”, vor allem nicht für Millionen Hartz-IV-Empfänger und Hungerlöhner, die noch nicht einmal einen Bruchteil des Betrages auf der hohen Kante liegen haben, den Ärzte, Notare und festangestellte Systemjournalisten in Jahrzehnten angespart haben; und der wohl immer noch nicht reicht? Oder wie oder was?

Nichts ändert sich; schon gar nicht bei Euch!

Titanic

(aus: Titanic, Dez. 2009, “Briefe an die Leser”, S. 7)

Der SPIEGEL behauptet: “Die Erderwärmung ist seit 10 JAHREN ins Stocken geraten” – doch das ist so nicht haltbar

Sonntag, 22. November 2009

Im SPIEGEL der ablaufenden Woche (Nr. 47 vom 16. Nov.) lesen wir auf Seite 134: “Die Erderwärmung ist ins Stocken geraten: Seit ZEHN JAHREN steigt die globale Durchschnittstemperatur nicht weiter an” (siehe auch Screenshot). Doch das ist so nicht haltbar. Kritisiert – oder besser: diffamiert – wird in dem Beitrag vor allem der Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, der von SPIEGEL-Autor Gerald Traufetter als uneinsichtiger Trotzkopf hingestellt wird (siehe auch den SPIEGELblog-Bericht über Traufetters Artikel über Aquafarmen). Doch anstatt zu diffamieren, hätte Traufetter lieber mal konsequent beim eigenen Thema – dem Zeitraum der vergangenen ZEHN JAHRE – bleiben sollen.

Der SPIEGEL argumentiert unseriös, weil er nur im Vorspann von den “vergangenen 10 Jahren” spricht – im Artikel selber dagegen nur von “den letzten Jahren” und “den letzten 5 Jahren”
Rahmstorf: “Wer meine Ausfühungen und den SPIEGEL-Artikel aufmerksam liest, der wird feststellen: Die These des SPIEGEL-Artikels beruht allein auf einer Verwirrung über die unterschiedlichen Zeiträume.” Tatsächlich spricht Traufetter nämlich nur im Vorspann von “zehn Jahren”, im Lauftext hingegen nur noch von “den letzten Jahren” und dann explizit von “den vergangenen fünf Jahren”.

Tatsächlich stimmt Rahmstorf mit renommierten und auch von Traufetter hochgehaltenen Forschern wie Mojib Latif vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften darin überein, “dass die Temperaturen durch die Treibhausgase nicht von einem Rekord zum anderen eilen, sondern natürlichen Schwankungen unterliegen”. Doch die Behauptung des SPIEGEL-Artikels, “seit ZEHN JAHREN steigt die globale Durchschnittstemperatur nicht weiter an”, ist, wie gesagt, so nicht haltbar. “Denn für die vergangenen zehn Jahre gilt dies nur dann, wenn man die Arktis ausklammert – also nicht global”, so Rahmstorf. “Dieser Analyse widerspricht in dem SPIEGEL-Beitrag niemand, und ich stehe damit auch nicht alleine da, wie behauptet wird, sondern dies wird von den meisten Kollegen geteilt – wie unter anderem die in wenigen Tagen erscheinende Copenhagen Diagnosis zeigt.” Die Copenhagen Diagnosis ist ein von 26 führenden Klimatologen erarbeitetes Update zur Klimawissenschaft.

“Der SPIEGEL-Artikel konstruiert also einen Scheinwiderspruch”, so Rahmstorf, “weil er, wie gesagt, im Artikel selber nicht mehr von den letzten zehn Jahren, sondern von ‘den letzten Jahren’ und dann explizit von ‘den vergangenen fünf Jahren’ spricht, in denen der globale Trend in der Tat negativ ist. Das zeige ich auch in einem meiner eigenen Beiträge. Nur – über fünf Jahre ist dies nichts Ungewöhnliches, sondern im Laufe der letzten 30 Jahre immer wieder einmal vorgekommen, ohne dass dies zu großen Diskussionen oder einer nachhaltigen Pause in der globalen Erwärmung geführt hat.”

SPIEGEL-Autor Traufetter diffamiert Rahmstorf – anstatt einfach mal nachzurechnen
Der SPIEGEL-Artikel erwähnt zudem noch eine Prognose von Latif und Koautoren (Keenlyside et al., Nature 2008). Diese bezieht sich spezifisch auf den Mittelwert über den Zeitraum 2000 bis 2010, der laut Keenlyside et al. kühler werden soll als der Mittelwert 1994 bis 2004… (mehr…)

Wie der SPIEGEL seinen Lesern das Märchen von den Kannibalen, die an der infektiösen Hirnerkrankung Kuru starben, auftischt

Freitag, 20. November 2009

„Die wissenschaftliche Welt scheint, was den Kannibalismus auf Papua-Neuguinea und dem Gerede von der dortigen angeblich ansteckenden Gehirnkrankheit Kuru angeht, einem Märchen aufgesessen.“
Roland Scholz, Professor für Biochemie und Zellbiologie aus München

Erneut Märchenstunde bei SPIEGEL Online. Da dürfen wir aktuell lesen, dass angeblich Kannibalen auf Papua-Neuguinea einst “die Hirne ihrer Toten aßen – und dann zu Tausenden an Kuru, einer tödlichen Hirnerkrankung, starben” (siehe Screenshot). Angeblicher Grund für dieses Drama: Mit den Gehirnen der Toten hätten die Kannibalen, so wird behauptet, einen winzigen Erreger (ein Prion) mitgegessen, der Kuru früher oder später ausgelöst hätte.

SPIEGEL zweifelt Kannibalismus 1980 selber an
Doch solche Sätze sind nicht nur hanebüchen, wenn man bedenkt, was der SPIEGEL 1980 selber in seinem Artikel “Gräßliches Gebaren” schrieb: “Kannibalismus, so behauptet ein US-Forscher, habe es als Brauchtum nie gegeben. In Wahrheit hätten die europäischen Eroberer diesen Vorwurf aufgebracht, um die Naturvölker desto leichter ausplündern zu können.” In dem Beitrag geht das Nachrichtenmagazin auch explizit auf die behauptete Menschenfresserei in Papua-Neuguinea ein.

Doch auch ist die Behauptung, auf Papua-Neuguinea hätten menschenfressende Eingeborene mit Erregern (Prionen) verseuchte Gehirne gegessen und seien infolge dessen an der Gehirnerweichung Kuru erkrankt, hanebüchen, wenn man sich den Sachverhalt streng wissenschaftlich anschaut.

Den Grundstein für die Erreger-Theorie im Zsh. mit Kuru legte Carleton Gajdusek – doch dessen Geschichten, für die er den Nobelpreis erhielt, waren in Wahrheit frei erfunden
Beginnen wir hierfür ganz von vorne (siehe dazu Kapitel 2 und 5 in meinem Buch “Virus-Wahn”). So war es der Forscher Carleton Gajdusek, der dem Konzept der „slow viruses“ zum Durchbruch verhalf. Danach soll also ein Virus in der Lage sein, über Jahre in einer Zelle zu „schlafen“, um dann irgendwann seine krankmachende oder tödliche Wirkung zu entfalten. Gajdusek forschte in den 1970-er Jahren des 20. Jahrhunderts in Papua-Neuguinea an einer schwammartigen und mit Verblödung (Demenz) einhergehenden Veränderung des Gehirngewebes, die dort vorwiegend unter der weiblichen Bevölkerung verbreitet war. Die Krankheit, genannt Kuru, war nur in zwei Stämmen zu beobachten, die häufig untereinander heirateten – und die laut Gajdusek einen Totenkult pflegten, bei dem man das Gehirn von Verstorbenen aß (was sich später als Märchen entpuppte!).

1976 bekam Gajdusek dann für seine Theorie der langsamen Viren den Nobelpreis, was entscheidend dazu beitrug, dass die Vorstellung, diese schwammartige Veränderung des Gehirngewebes würde durch einen Erreger übertragen und erzeugt (und nicht etwa durch Industriegifte), weithin als Fakt akzeptiert wurde – und offenbar immer noch von Medien wie SPIEGEL Online kolportiert wird. Wenn man jedoch Gajduseks Versuche mit Affen, mit denen er die Übertragbarkeit bewiesen haben wollte, genauer anschaut, so muss man sich heute wundern, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft damals diese Arbeiten als Beleg für die Übertragbarkeit anerkannte. Weder die Verfütterung infizierten Hirnbreis noch die Injektion desselben irritierte die Versuchsschimpansen.

Gajduseks Versuche waren einfach nur bizarr und damit völlig realitätsfern
Dies brachte Gajdusek dazu, ein bizarres Experiment durchzuführen,… (mehr…)